das dritte der drei baltischen länder – estland…

das dritte der drei baltischen länder – estland.
landschaftlich ist estland im südöstlichen landesteil lettland sehr ähnlich – seenreich, große waldgebiete und viele moore, aber es ist mehr hügelig. deshalb kletterten wir auch auf zahlreiche aussichtstürme wie z.b. dem ‘suur munamägi‘, nahe dem dorf haanja, auf der höchsten erhebung (318 m) des umliegenden hügellandes und dem ‘turm pesapuu‘ bei rõuge, übersetzt ‘nestbaum‘ – einleuchtend 😊.

das wetter zeigte sich launisch, regen und eher kurze sonnenperioden wechselten sich ab. das verkürzte auch unseren besuch im haanja nature park und die wanderung durch die sandsteinschlucht ‘hinni kanjon‘, wo holzstege und eine treppe durch die schmale kleine schlucht führen.

dem landkreis võru wird zugeschrieben das authentische traditionelle estland widerzuspiegeln, mit rauchsauna-tradition, diversen porridge-mahlzeiten, frischkäse, geräuchertem schinken, typischen roggenbrot, einer speziellen butter und vielem mehr. einen ersten eindruck davon bekamen wir bei unserem besuch auf der mooska farm und während der tollen tour mit eda.
sie stellte uns die drei rauchsaunen am hof vor (zwei zum saunieren und eine zum räuchern von fleisch), erzählte über saunarituale und familientraditionen und gewährte einen ganz persönlichen einblick über ihr reiches wissen an alten bräuchen und den historischen glauben des alten võromaa.

abschließend verkosteten wir das am hof geräucherte fleisch, frisches ganz dunkles brot und tranken kräutertee.

die ruinen der mittelalterlichen bischofsburg von vastseliina, errichtet im 14. jhd. auf einem felsvorsprung und umgeben von einem schlosspark, ist ein fabelhafter ort voller mythen und legenden. heute kann man die überreste des schlosses, den mittelalterlichen themenpark, das pilgerhaus, den gutspark besuchen. bis heute ist es auch zielort vieler wallfahrer.

unser nächster stop galt den piusa sandsteinhöhlen. entstanden durch den manuellen abbau von glassand in den jahren 1922-1966. mit einem guide ist es möglich auf die aussichtsplattform der museumshöhle zu gehen und anschl. ein kleines museum mit verschiedenen glasexponaten und einer kurzfilmpräsentation zu besuchen. in den sandsteinhöhlen befindet sich auch die größte überwinterungskolonie von fledermäusen in ganz osteuropa.

das wetter hatte sich gebessert, aber mit der sonne und der höheren temperatur kamen auch die gelsen. man sagt diese blutsauger mögen keinen wind und dass die gelsen dann weniger auf uns fliegen – wacheln, fächeln, mit blätter wedeln, das half definitiv nicht und da das wandern im feuchtgebiet leider sehr beschwerlich war ging es weiter richtung grenze wo wir von einem aussichtsturm nach russland,

auf vögel, mücken und einen regenbogen schauen konnten.

weiter ging es nach räpina. hier besichtigten wir das schloss sillapää. der herrensitz wurde immer wieder umgebaut, erweitert und saniert und war in unterschiedlicher verwendung – schloss, schule, lazarett, landwirtschaftliche ingenieurschule und heimatkunde- und gärtnereimuseum räpina

und die 1734 erbaute papierfabrik von räpina (anfangs eine papiermühle). dieses bis heute tätige industrieunternehmen ist mit seinem historischen gebäude ein nationales kulturdenkmal und ein  einzigartigstes beispiel der industriearchitektur in europa. 1873 wurde die erste papiermaschine aus deutschland nach räpina gebracht und später noch drei weitere maschinen. eine dieser maschinen wurde umgebaut und arbeitet heute noch. über die jahre wurde ein breites sortiment an papier (wie z. b. filterpapier, löschpapier, rauch- und seidenpapier), wand- und dachpappe sowie verpackungsecken hergestellt.

im suur taevaskoja nature park und am platz von salamaa camping war ein längerer aufenthalt eingeplant, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

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