unsere letzten routenabschnitte bis zur fähre nach sizilien, so war unser plan als wir uns von torre san giovanni auf dem weg machten – natürlich nicht ohne uns vorher von dem schönen strand zu verabschieden.
die hafenstadt gallipoli, übersetzt die „schöne stadt“, war unser erster stopp.
während unserer besichtigung der altstadt, das historische zentrum, das auf einer vorgelagerten felseninsel liegt, die durch eine brücke mit dem festland verbunden ist, stellten wir fest, dass leider einige highlights wie das „castello von gallipoli“ und die „kathedrale sant’agata“ geschlossen hatten.
macht nichts, so bummelten wir einfach durch die stadt und besuchten die sehenswerte „chiesa di s. francesco d`assisi“,
die franz von assisi geweiht ist (gilt als schutzpatron italiens). dieses religiöse bauwerk aus dem 13. jh. ist eine der ältesten kirchen in gallipoli und besticht durch ihre eindrucksvolle barockfassade und ihren reich geschmückten innenraum mit ihren altären, die mit ikonen, gemälden und statuen geschmückt sind.
entdeckt und besucht haben wir auch eine der unterirdischen ölmühlen, „die ölmühlen des palazzo granafei“. ein besonderer ort, der vollständig in den untergrund aus weichem sandstein gehöhlt wurde und unterhalb des straßenniveaus liegt.
gezeigt werden komplett restaurierte ölpressen mit zwei und nur einer spindelschraube sowie die techniken der ölgewinnung und die einzelnen produktionsphasen des olivenöls. das öl aus gallipoli wurde in ganz europa verkauft und die wichtigkeit des ölhandels lag in der bedeutung des öls als hochwertiges nahrungsmittel und diente u.a. industriellen zwecken, wie z.b. als lampenöl für öffentliche und private beleuchtungen (im 18. und 19. jh. war gallipoli das weltweite zentrum des lampenölhandels).
wieder oben auf straßenniveau besuchten wir noch das kleine, versteckte „oratorio della confraternita di san giuseppe e della buona morte“ (auch bekannt als die ex-kirche der heiligen peter und paul), eine historisch bedeutsame kirche.
ursprünglich zwischen 1598 und 1600 neben dem 1578 gegründeten klarissenkloster erbaut, ist die kirche heute das einzige überbleibsel dieses ehemaligen klosters. im jahr 1904 wurde die kirche der bruderschaft des heiligen josef (confraternita di san giuseppe) übergeben, die dort bis heute beheimatet ist.
außen eher schlicht, innen dafür umso eindrucksvoller mit barocken altären, einer bedeutenden gemäldesammlung und einem farbenfrohen geometrisch gemusterten majolika-bodenmosaik – ein ort, in dem überraschend viel gallipolische geschichte steckt.
der abschluss des tages war ein rundgang in der „salina dei monaci“, einem naturreservat zwischen dünen, meer und lagune in der provinz tarent.
dort konnten wir auch zu dieser jahreszeit rosa flamingos und andere wasservögel beobachten
– ein richtig schöner ort zum durchatmen. interessant fanden wir auch, dass hier früher einmal salz gewonnen wurde und der name noch heute an die benediktinermönche erinnert, die das gebiet einst bewirtschafteten.
für die nacht fanden wir am „aero sosta camper in monti d’arena-bosco caggione“ einen schönen schlafplatz, ein stellplatz wie auf einem balkon über dem meer.
das wir auf dem platz alles vorgefunden haben was man so benötigt – duschen, trinkwasser, entsorgung, etc. – war selbstverständlich, aber das besondere an diesem abend war, dass wir vom besitzer eingeladen wurden mit den anderen, nur italienischen gästen, an einem grillabend teilzunehmen. verstanden haben wir nicht ganz so viel, aber die stimmung war großartig und es wurde ein unvergessliches erlebnis. danke für die einladung
– übrigens es lohnt sich vorher anzurufen und einen platz zu reservieren, tel.: +39 348 5534246.
weiter ging es auf unserer route in richtung laterza, wobei wir am weg dorthin „ginosa, die stadt der höhlen“ mit den felsensiedlungen, rivolta und casale, besichtigten. in ginosa angekommen parkten wir das cleverchen am friedhofsparkplatz, denn direkt hinter dem friedhof begann unsere ausgedehnte wanderung zu den felsensiedlungen, ein labyrinth aus in den tuffstein gehauenen wohnungen, die bis ins mittelalter bewohnt wurden. zuerst ging es den berg hinunter in die hufeisenförmige gravina di ginosa, wo der weg nicht immer einfach zu finden war, aber was ist schon einfach, wenn man etwas entdecken möchte. hohes gras und ein nicht immer gut erkennbar markierter weg, auf dem manchmal seltsame funde zu bestaunen waren, brachten uns zur rivolta felsensiedlung.
das felsendorf war dann wirklich ein besonderer ort. schon beim näherkommen wurde uns klar, warum ginosa oft als eine der beeindruckendsten höhlenstädte beschrieben wird.
rund 66 ehemalige höhlenwohnungen, über mehrere ebenen den fels hinauf verteilt und verbunden durch treppen, kleine wege und terrassen. besonders spannend fanden wir, dass man noch heute erkennt, wie durchdacht das leben hier einmal organisiert war. mit zisternen zur wassersammlung, kaminen, öfen und sogar bereichen für handwerk und vorräte.

zwischen stein, stille und weitem blick in die schlucht
bekommt man schnell eine ahnung davon, wie eng natur und alltag hier über jahrhunderte miteinander verbunden waren.
laterza, gilt als eine der historischen hauptstädte der apulischen keramikkunst,
wolllten wir uns das „museum of maiolica of laterza“ ansehen. leider mussten wir feststellen, dass dieses geschlossen war. also begnügten wir uns mit einem kleinen stadtrundgang und schauten uns den „fountain of mascheroni“ an
und besuchten, wie in italien so üblich, die örtliche kirche „chiesa di san lorenzo martire“.
es war eine nette runde, ehe wir uns auf unseren nachtplatz zurückzogen.
der nächste morgen begann mit einer 7 km langen rundwanderung in der „gravina di laterza“, eine der größten schluchten europas mit über 12 km länge, bis zu 500 m breit und teilweise 200 m tief – zahlen, die man erst richtig begreift, wenn man selbst am rand steht und hinunterschaut. unsere rundwanderung führte meist am rand der schlucht entlang, auf gut begehbaren pfaden, immer wieder mit kleinen abzweigungen zu aussichtspunkten. besonders schön fanden wir, dass sich die kulisse ständig veränderte.

mal blickten wir weit über die felswände und das grüne band am grund der gravina, mal standen wir zwischen mediterraner macchia – trockenheitsresistente sträucher und baumsträucher, die einen intensiv würzigen duft verströmten. wir hatten das gefühl, mitten in einer ganz ursprünglichen landschaft unterwegs zu sein.
die gravina di laterza gehört zum naturpark „terra delle gravine“ und ist ein geschützter lebensraum für viele vogelarten und andere tiere, daher ist ein abstieg in die schlucht nicht mehr möglich. wir hatten glück und konnten „schwarzmilane“ im flug beobachten,
sahen unter anderem italienische siegwurz, auch bekannt als feld-gladiole und große samenstände der bocksbart-pflanze, die oft fälschlicherweise für einen riesigen löwenzahn gehalten wird.
immer wieder hatten wir das das gefühl, dass diese stille landschaft ganz dem rhythmus der natur gehört. gerade das machte die wanderung für uns so besonders, nicht nur die weite und die dimension der schlucht, sondern auch diese ruhe, in der jedes geräusch plötzlich viel intensiver wirkt. gegen ende der wanderung konnten wir uns auch in einer aufgelassenen wanderhütte ausruhen. ein schöner tagesanfang der viel spaß machte.
am nachmittag machten wir einen kurzen halt in bernalda, beim „tempel der palatinischen tafeln“. dieser tempel wurde zunächst dem kult der göttin athene zugeschrieben, später, nach dem fund einer votivgabe, der göttin hera. der berühmte philosoph pythagoras gründete hier im 6. jh. v. chr. seine schule. eine legende besagt, dass der heratempel als grabmal für ihn diente. die überreste des tempels bestehen heute aus 15 säulen, ursprünglich waren es 32 säulen.
nach der tempelbesichtigung ging es zu einem herrlichen und ruhigen stellplatz am strand von contrada bruscata grande. nicht nur das wir dort kostenlos standen, erlebten wir am morgen einen traumhaften sonnenaufgang,
ehe es zum erfrischenden morgenbad ging.
über pfingsten war dann pause. wir stellten uns in cropani marina auf den campingplatz „villaggio camping lungomare“, legten einen großwaschtag ein, brachten unser cleverchen wieder auf vordermann, machten lange strandspaziergänge und chillten herum.
nach den ruhetagen starteten wir mit dem besuch einer der „lost places“ in italien. hoch oben am berg liegt die verlassene stadt ferruzzano. das schwere erdbeben von 1907 zerstörte den historischen ortskern fast vollständig und der wiederaufbau verlief zäh. das zweite beben von 1908 verschlimmerte die situation der notleidenden bevölkerung weiter.
bis in die 1960er jahre wurde zwar versucht, die altstadt wieder aufzubauen, aber der schleppende wiederaufbau und die mangelnden wirtschaftlichen perspektiven führten dazu, dass die bevölkerung in das küstengebiet abwanderte.
das historische bergdorf ist heute eine geisterstadt, ein enges netz von zerstörten häusern, gärten, kleinen terrassen, felsabsätzen und toren, das offenbar so geblieben ist, wie die einheimischen es verlassen haben. ein eldorado für fotoenthusiasten auf motivjagd, aber auch sehr nachdenklich stimmend, wie es menschen ergeht, die alles verlieren bzw. zurücklassen.
wir verließen das dorf und fuhren für unsere letzte nacht auf dem festland wieder an die küste – ca. 80 km vor dem fährhafen fanden wir direkt an der uferpromenade in brancaleone-marina ein ruhiges schönes plätzchen zum übernachten.
am nächsten morgen war es dann so weit, wir begaben uns im fährhafen von villa san giovanni auf die fähre nach messina.
aber was wir auf sizilien noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour


ehe wir die stadt richtung eines weingutes verließen.

mit der kathedrale

für uns war „roca vecchia“ jedenfalls einer dieser plätze, an denen man eigentlich nur kurz anhalten wollte und dann doch viel länger bleibt als geplant.


wir machten in „santa maria di leuca“ einen sehr kurzen stopp, um uns die wallfahrtskirche und den „monumental wasserfall“ anzusehen. war nicht sehr gemütlich, denn mittlerweile regnete es heftig, aber wir sind ja nicht aus zucker, und mit ordentlichen regenjacken stiegen wir zur wallfahrtskirche hoch.
dafür ist die geschichte dieses ortes interessant. das „santuario di santa maria de finibus terrae“ steht an einem platz, der schon in vorchristlicher zeit bedeutend war. der überlieferung nach befand sich hier einst ein minerva-tempel aus dem heraus sich einer der wichtigsten wallfahrtsorte des salento entwickelte.






denn wir hatten uns für die nächsten tage einiges vorgenommen.

, wie z.b. die „chiesa rupestre di madonna delle tre porte“

unten erwartete uns das highlight, die „ponte tibetano della gravina“, eine hängebrücke aus holz und stahl, die die beiden seiten der schlucht miteinander verbindet. beim hinübergehen schwankt sie nur leicht,
aber der blick in die tiefe ist genau der moment, wo man kurz langsamer wird und einfach nur schaut. etwas müde von dem stetigen bergab und bergauf, aber sehr zufrieden mit all den neuen entdeckungen, kamen wir nach fast 9 km wandern, wieder auf unserem campingplatz an.
inoffiziell war die existenz der grotte seit generationen bekannt und wurde im volksmund unter anderm als „höllenschlund“ bezeichnet. weil man es nicht besser wusste und angst hatte wurde nicht geforscht, sondern jahrzehntelang die große öffnung zu müllentsorgung jeglicher art verwendet.



wir haben den „meditationswein“ angesicht der tageszeit nicht vor ort verkostet – das werden wir in den nächsten tagen zu einem passenden anlass nachholen.
spazierten durch die engen gassen des historischen zentrums mit den weißen häusern,
ehe wir uns wieder zu unserem cleverchen zurückbegaben. „vieste“ ist gemütlich und man bekommt den wunsch länger zu bleiben,

den wertvollen liturgischen schätzen sondern auch die historischen langobardischen krypten unterhalb des museums, deren architektonische überreste tiefer die antiken strukturen des heiligtums offenbaren.

zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.



dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).


über den „po di goro“, in richtung lido di spina.

in der region marken, wo wir noch schnell bei der „chiesa di santa croce in percanestro“ (aus dem 10. jh., aber leider verschlossen)
unseren wasservorrat mit klarem, eiskalten wasser auffüllten. von dort fuhren wir zur nächsten kirche, der „wallfahrtskirche madonna di macereto“, ein marienheiligtum auf der hochebene von macereto, in der nähe von visso, das auf das jahr 1528 zurückgeht und für die außergewöhnliche renaissancearchitektur bekannt ist. aufgrund des erdbebens von 2016 und den noch immer laufenden revovierungsarbeiten ist der komplex leider nicht zugänglich – schade.

viele der häuser und historischen gebäude sind eingestürzt, oder so schwer beschädigt, sodass die einwohner ihre heimat verlassen mussten. der wiederaufbau geht nur langsam voran, und noch heute prägen ruinen sowie baustellen das ortsbild.
– aber auch dieser war leider noch gesperrt. so hieß es wieder einmal umrouten und einen größeren umweg fahren,
nach ein wenig kurvenfahren 😉 konnten wir schließlich unseren übernachtungsplatz in mascioni, direkt am „lago compotosto“, erreichen, obwohl die straße rund um den see teilweise etwas mühevoll zu befahren war. noch viel schnee, aber alles in allem ein herrlicher fahrtag, trotz einiger umroutung schwierigkeiten.




„la casa del prosciutto“ besteht bereits seit 1906, also genau seit 120 jahren, und wurde von der familie alberti gegründet, die sich der traditionellen herstellung des berühmten san-daniele-schinkens verschrieben hat. die manufaktur befindet sich nach wie vor im herzen von san daniele del friuli und ist heute der einzige betrieb, der noch direkt in der stadt produziert. viele andere schinkenhersteller haben ihre produktion inzwischen ins umland verlagert, doch „la casa del prosciutto“ hält an der historischen lage fest und pflegt die tradition und handwerkliche herstellung vor ort. das unternehmen ist seit der gründung im besitz der familie alberti, was die authentizität und die hohe qualität der produkte garantiert.
und schauten uns den „duomo di santa maria maggiore“ an.
ehe wir uns den alten waschplatz der stadt ansahen – war schon mühsamer in früheren zeiten die wäsche sauber zu halten.
mit einigen besonderen sehenswürdigkeiten. eine davon ist das „

und die berühmte teufelsbrücke. die „ponte del diavolo“ überspannt den fluss natisone und fällt durch ihre ungewöhnliche konstruktion mit zwei unterschiedlich hohen bögen auf. einer alten legende zufolge soll der teufel geholfen haben die brücke zu erbauen, nachdem die einwohner cividales ihn um unterstützung baten. allerdings forderte er als gegenleistung die erste seele, die darüber ging. heute ist die teufelsbrücke nicht nur ein beeindruckendes bauwerk, sondern auch ein symbol der stadt.
dieser wurde seinerzeit von zwangsarbeitern in den fels geschlagen, nachdem das militärkommando adria, eine deutsche marine-befehlsstelle, die provinz triest 1943 besetzt hatte. hier fand die bevölkerung schutz im 2. weltkrieg und hier ergaben sich auch im mai 1945 die deutschen den alliierten.


und natürlich all das genießen, was italien zu italien macht – sonne, meer, essen und trinken, kurz die leidenschaftliche lebensart („dolce vita“).