der nordwesten siziliens bis palermo, mit dem ersten besichtigungsstopp in der lagune von stagnone bei marsala.
dort befindet sich eine aktive salzgewinnungsanlage, „saline ettore e infersa“, mit einer historischen windmühle aus dem 16. jh..
hier dreht sich hier alles um drei faktoren: meerwasser, sonne und wind. das wasser verdunstet in flachen becken, der salzgehalt steigt und schließlich bilden sich kristalle. was bei uns ganz selbstverständlich auf dem esstisch steht, braucht hier also vor allem eines – zeit. die salzgewinnung prägt diese ecke siziliens schon seit generationen und die erntesaison, mit rechenartigen instrumenten, dauert typischerweise von juli bis september.
mittendrin steht die alte windmühle – nicht bloß ein hübsches fotomotiv, sondern ein stück handwerksgeschichte. die restaurierte und auch heute noch voll funktionsfähige „mulino d’infersa“ pumpt das wasser ab einem bestimmten salzgehalt durch ein ausgeklügeltes system von einem becken ins nächste und in ihrem inneren lässt sich bei multimedia-ausstellungen und 3d-animationen nachvollziehen, wie die kraft des windes genutzt wird, um das gewonnene salz zu mahlen. schon spannend, wie viel technik hinter so einem kleinen salzkorn steckt.
zwischen den salzbecken, der windmühle und der lagune mit mehreren kleinen inseln und dem naturschutzgebiet (riserva naturale regionale isole dello stagnone di marsala), zeigt sich sizilien einmal von einer ganz anderen seite. hier gehören landschaft und handwerk zusammen – und genau das macht diesen ort so besonders.
im anschluß fuhren wir nach trapani, eine hafenstadt auf einer sichelförmigen landzunge im äußersten nordwesten siziliens, zwischen dem tyrrhenischen meer und dem mittelmeer. bei unserem gemütlichen altstadtbummel gab es viel zu besichtigen, u.a. die wallfahrtskirche santuario dell’annunziata; die kathedrale von trapani (cattedrale di san lorenzo martire); das castello di mare (auch bekannt als torre della colombaia, eine historische festung auf einer kleinen insel am östlichen ende des hafens); den torre di ligny (im inneren befindet sich ein kleines archäologisches museum); den faro scoglio palumbo (ein historischer leuchtturm vor der hafeneinfahrt); den palazzo lucatelli (ursprünglich als städtisches krankenhaus erbaut und im 18. jh. zu einem stadtpalast mit imposanten portal erweitert) & die piazza lucatelli; die chiesa delle anime sante del purgatorio (barrockkirche mit der berühmten „misteri di trapani“ – 20 lebensgroße holzskulpturengruppen, samt kunstvollen kleidungsstücken und accessoires, die verschiedene szenen der passion christi eindrucksvoll darstellen).
besonders rund um den corso vittorio emanuele und die via garibaldi zeigt sich die altstadt von ihrer eleganten seite – barocke fassaden, alte kirchen und kleine geschäfte wechseln sich mit cafés und restaurants ab. am corso setzt der prächtige palazzo senatorio mit eleganten steinmetzarbeiten einen besonderen akzent (diente historisch als senatspalast und wird heute als rathaus genutzt). dazwischen führen schmale gassen immer wieder zu einem blick aufs meer – eine schöne mischung aus altstadtbummel und küstenflair.
da wir für den nächsten tag einen besuch in der historischen bergstadt erice planten, flüchteten wir zum schlafen aus der glutheißen hafenstadt trapani auf den 750 m hohen monte erice und übernachteten in angenehmer kühle, fast direkt unter der seibahn die nach erice führt – herrlich wieder einmal bei normalen temperaturen zu schlafen.
erice ist berühmt für seine gut erhaltene mittelalterliche altstadt mit engen kopfsteinpflastergassen, alten stadtmauern und bei klarer sicht reicht der blick weit über die küste, die salinen von trapani und bis zu den ägadischen inseln.
zu den bekanntesten sehenswürdigkeiten gehören die gotische „chiesa madre“ mit ihrem freistehenden, mittelalterlichem glockenturm
und das „castello di venere“, eine mittelalterliche festung aus der normannenzeit, die auf den fundamenten eines antiken tempels aus dem 8. jh. v. chr. errichtet wurde. geschichte und aussicht liegen hier wirklich nah beieinander.
auch für die süße seite siziliens ist erice bekannt. besonders die „pasticceria maria grammatico“, mit ihren süßen, hausgemachten, traditionellen rezepturen wie mandelgebäck, marzipan und die mit creme gefüllten warmen genovesi, gehören hier zu den spezialitäten.
wieder vom berg herunten ging es nach custonaci, am fuß des monte cofano, wo sich die „grotta mangiapane“ (mangiapane-höhle) befindet.
in diese riesige, rund 70 m hohe und 50 m tiefe natürliche höhle wurde ein kleines ländliches dorf mit steinhäusern, ställen, einem ofen und einer kapelle hineingebaut – fast so, als hätte jemand ein stück sizilianisches landleben unter den berg geschoben. ihren namen hat die höhle von der familie mangiapane, die hier bis in die 1950er-jahre lebte. menschliche spuren reichen allerdings noch viel weiter zurück, bis in die altsteinzeit.
heute ist das kleine dorf ein freilichtmuseum. alte möbel, landwirtschaftliche geräte und einfache wohnräume erzählen davon, wie der alltag hier früher aussah. keine prunkvollen palazzi, sondern das ganz normale leben zwischen haushalt, handwerk und landwirtschaft.
die nacht verbrachten wir in „san vito lo capo“ direkt an der küste, wo uns das meer mit seiner stetigen musik nach dem sonnenuntergang sanft in den schlaf wiegte.
am nächsten morgen fuhren wir nach „calatafimi-segesta“ wo wir den „parco archeologico di segesta“ besichtigten. nach höhlendorf und küstenidylle ging es hier noch ein gutes stück weiter zurück in die geschichte.
mitten in der hügellandschaft liegt dieser archäologische park, dessen bekannteste bauwerke der „dorische tempel“ und das „antike theater“ sind.
erbaut wurde der tempel etwa zwischen 430 und 420 v. chr., außerhalb der damaligen stadtmauern. an den schmalseiten stehen jeweils sechs, an den längsseiten jeweils vierzehn säulen. vermutlich wurde der bau nie ganz fertiggestellt. warum genau, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. auch welcher gottheit er gewidmet war, weiß man nicht sicher. ein bisschen rätsel darf nach so vielen jahrhunderten offenbar bleiben.
weiter oben liegt das antike theater, dessen halbrunde steinerne sitzreihen sich zur offenen landschaft hin ausrichten. da gehört die aussicht gleich mit zur vorstellung – hügel und eine weite, für die es keine bühnendekoration braucht.
rund um die beiden bekannten bauwerke finden sich außerdem spuren der einstigen stadt, darunter reste von befestigungen, wohnhäusern und der agora, dem öffentlichen platz. segesta ist also weit mehr als ein einzelner tempel fürs fotoalbum.
nächster besichtigungsstopp palermo, wo wir uns nach unserer ankunft für drei tage auf dem „green car stellplatz“ einquartierten, um die stadt zu besichtigen.
nach den antiken steinen von segesta wartete in palermo wieder eine ganz andere seite siziliens auf uns. die inselhauptstadt ist eine lebendige stadt mit engen gassen, großen plätzen, alten palazzi und jeder menge alltag dazwischen. für unsere stadttour gab es also reichlich stoff zum entdecken und einige ziele davon waren – fontana dei due draghi (brunnen der beiden drachen); porta nuova (43 m hoher, monumentaler triumphbogen); cattedrale di palermo (aus dem 12. jh. mit einem einzigartigen mix aus arabisch-normannischen, gotischen, barocken und neoklassizistischen stilen);
mercato del capo (das bunte markttreiben erinnert mit den lauten rufen der händler an einen orientalischen souk); teatro politeama garibaldi (der feste sitz des sizilianischen symphonieorchesters); teatro massimo vittorio emanuele (größtes opernhaus italiens); castello a mare (historische festungsanlage direkt am rande des alten hafenbeckens); chiesa di san domenico (zweitwichtigste kirche der stadt und wird oft als das „pantheon“ berühmter sizilianer bezeichnet – am bekanntesten ist die grabstätte des ermordeten anti-mafia-richters giovanni falcone); mercato vucciria (einer der traditionsreichsten und ältesten stadtmärkte);
quattro canti (achteckige platz, der von vier kunstvoll verzierten, fast identischen konkaven gebäudefassaden eingerahmt wird); chiesa di san giovanni degli eremiti (kirche mit fünf leuchtend rosaroten, halbkugelförmigen kuppeln, die ein paradebeispiel für den einzigartigen arabisch-normannischen baustil des 12. jh. ist);
mercato di ballarò (ältester markt der stadt); santa maria dell’ammiraglio (der kircheninnenraum ist fast komplett mit funkelnden, goldenen byzantinischen mosaiken aus dem 12. jh. bedeckt); fontana pretoria (monumentaler marmorbrunnen aus dem 16. jh.); chiesa del gesù (überwältigendes barock-interieur mit aufwendigen polychromen marmorreliefs, intarsien, stuckarbeiten und einem monumentalen deckenfresko); palazzo dei normanni (königspalast mit der palatin-kapelle) und noch so einiges.
besonders interessant fanden wir das real albergo dei poveri – ein barockgebäude aus dem 18. jh. und früher ein monumentales armen- und waisenhaus. es wurde ab 1746 unter könig karl III. von bourbon errichtet und diente als zufluchtsort für waisen, bettler, obdachlose und menschen mit behinderungen. die anlage sollte den bedürftigen nicht nur ein dach über dem kopf und medizinische versorgung bieten, sondern sie auch durch arbeit in hauseigenen werkstätten, wie einer spinnerei und nudelfabrik, wieder in die gesellschaft eingliedern. ursprünglich lebten dort männer und frauen gemeinsam. ab 1898 wurde das gebäude ausschließlich als heim für frauen genutzt, wodurch sich der name albergo delle povere etablierte.
heute wird der historische komplex für kunstausstellungen genutzt.
die letzte nacht in palermo verbrachten wir am strandparkplatz „spiaggia di termini imerese“, wo wir vor dem schlafen gehen mit einem herrlichen sonnenuntergang verwöhnt wurden. jedes mal wieder ein erlebnis.
für uns ging es weiter nach pollina und cefalù, aber was wir da so alles erlebten ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour




selinunt, das antike selinous, wurde im 7. jh. v. chr. von griechischen siedlern gegründet und entwickelte sich dank seiner küstennahen lage zu einer wohlhabenden handelsstadt. im 6. und 5. jh. v. chr. entstanden gewaltige dorische tempel, die akropolis und die agora. 409 v. chr. wurde die stadt von den karthagern erobert und zerstört.

sondern auch die besondere ruhe. jetzt verstanden wir noch besser, warum die saline genna zu den stimmungsvollsten orten an der westküste siziliens zählt.
und diese altstadt hat uns dann wirklich gleich in ihren bann gezogen. enge gassen, viele stufen, alte häuser, barocke palazzi und immer wieder kleine versteckte plätze, wo besonders viel sizilianisches flair zu spüren war. ein bisschen staunen, ein bisschen fotografieren, ein bisschen treiben lassen und zwischendurch auch immer wieder kleine pausen einlegen – so mögen wir stadtbesichtigungen.
und machten uns auf den weg in richtung der kleinen stadt „piazza armerina“. ganz unseren reisegewohnheiten entsprechend befanden sich auch noch einige zwischenstopps auf dieser route. der erste war in caltagirone, wo wir den „cimitero monumentale di caltagirone“ besuchten.






hier wird noch alles, wirklich alles, von hand selbst gemacht. die herstellung von catania-puppen umfasst nämlich eine komplexe reihe von fertigkeiten, die vom schnitzen der büstenteile über die skulptur und bemalung des kopfes bis hin zur verarbeitung der rüstung und zur schneiderei reichen.
– spiaggia di cala rossa (kieselstein-badebucht eingebettet zwischen den historischen mauern von syrakus).

mit dem ohr des dionysios (65 m lange, künstliche in den felsen gehauene grotte mit beeindruckender akustik)

unten ein weit verzweigtes labyrinth aus gängen, nischen und ehemaligen grabkammern. die katakomben entstanden ab dem 4. jh. und wurden von der frühen christlichen gemeinde als großer friedhof genutzt. interessant ist auch, dass die anlage teilweise entlang eines alten griechischen aquädukts angelegt wurde. dadurch wirkt sie geordneter als viele andere katakomben, mit einer hauptgalerie, von der mehrere seitengänge abzweigen.




von „
verbrachten.
ging es am morgen richtung berg – ja auf den ätna.
ehe es mit unserem guide zu einer 4×4 tour los ging. leider schlug das wetter komplett um und wir konnten nicht alles besuchen, was ursprünglich auf dem programm stand. nichtsdestotrotz erklärte uns unser guide „francesco“ die gegend sehr genau, als wir durch das private areal am ätna fuhren – eine beeindruckende landschaft mit uralten bäumen und unberührter wildnis, lavahöhlen, historischen lavafeldern und spektakulären aussichtspunkten. am ende mussten wir wegen des starken regens samt hagel doch abbrechen.


noch ein blick zurück und dann ging unsere reise von 2.850 m wieder bis auf 7 m hinunter (meereshöhe des stadtzentrums von catania). am weg dorthin konnten wir immer wieder die auswirkungen der lavaströme des ätna´s sehen.



sahen unter anderem italienische siegwurz, auch bekannt als feld-gladiole und große samenstände der bocksbart-pflanze, die oft fälschlicherweise für einen riesigen löwenzahn gehalten wird.



aber was wir auf sizilien noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
ehe wir die stadt richtung eines weingutes verließen.

mit der kathedrale

für uns war „roca vecchia“ jedenfalls einer dieser plätze, an denen man eigentlich nur kurz anhalten wollte und dann doch viel länger bleibt als geplant.


wir machten in „santa maria di leuca“ einen sehr kurzen stopp, um uns die wallfahrtskirche und den „monumental wasserfall“ anzusehen. war nicht sehr gemütlich, denn mittlerweile regnete es heftig, aber wir sind ja nicht aus zucker, und mit ordentlichen regenjacken stiegen wir zur wallfahrtskirche hoch.
dafür ist die geschichte dieses ortes interessant. das „santuario di santa maria de finibus terrae“ steht an einem platz, der schon in vorchristlicher zeit bedeutend war. der überlieferung nach befand sich hier einst ein minerva-tempel aus dem heraus sich einer der wichtigsten wallfahrtsorte des salento entwickelte.






denn wir hatten uns für die nächsten tage einiges vorgenommen.

, wie z.b. die „chiesa rupestre di madonna delle tre porte“

unten erwartete uns das highlight, die „ponte tibetano della gravina“, eine hängebrücke aus holz und stahl, die die beiden seiten der schlucht miteinander verbindet. beim hinübergehen schwankt sie nur leicht,
aber der blick in die tiefe ist genau der moment, wo man kurz langsamer wird und einfach nur schaut. etwas müde von dem stetigen bergab und bergauf, aber sehr zufrieden mit all den neuen entdeckungen, kamen wir nach fast 9 km wandern, wieder auf unserem campingplatz an.
inoffiziell war die existenz der grotte seit generationen bekannt und wurde im volksmund unter anderm als „höllenschlund“ bezeichnet. weil man es nicht besser wusste und angst hatte wurde nicht geforscht, sondern jahrzehntelang die große öffnung zu müllentsorgung jeglicher art verwendet.



wir haben den „meditationswein“ angesicht der tageszeit nicht vor ort verkostet – das werden wir in den nächsten tagen zu einem passenden anlass nachholen.
spazierten durch die engen gassen des historischen zentrums mit den weißen häusern,
ehe wir uns wieder zu unserem cleverchen zurückbegaben. „vieste“ ist gemütlich und man bekommt den wunsch länger zu bleiben,

den wertvollen liturgischen schätzen sondern auch die historischen langobardischen krypten unterhalb des museums, deren architektonische überreste tiefer die antiken strukturen des heiligtums offenbaren.

zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.



dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).