unterwegs im landesinneren siziliens und wieder zurück an die küste, erst entlang der südküste und dann weiter bis zur westküste siziliens.
begonnen haben wir mit einem stillen auftakt, mit der besichtigung der „abbey of santo spirito“ in caltanissetta.
die abteikirche blickt auf eine bewegte geschichte zurück. ihre ursprünge reichen bis in die arabische zeit siziliens, als hier ein befestigter gutshof stand. nach der normannischen eroberung ließ graf roger die anlage im 11. jh. in eine kirche umwandeln. noch heute erzählen die dicken steinmauern, der markante turm und alte fresken vom aufeinandertreffen arabischer und normannischer kultur.
von diesem ort der stille stammt auch der bis heute berühmte sizilianische „averna-likör“. anfang des 19. jh. entwickelten die mönche der abtei das geheime rezept für den kräuterbitter (ein elixier aus mediterranen kräutern, wurzeln und zitrusfrüchten, welches primär für gesundheitliche zwecke und den privaten gebrauch innerhalb des klosters genutzt wurde). im jahr 1854 übergab der mönch „frà girolamo“ die streng behütete rezeptur an den wohlhabenden textilhändler und großzügigen förderer des klosters „salvatore averna“.
die familie averna begann 1868 mit der handwerklichen herstellung des „amaro siciliano“ in kleinem rahmen, expandierte das geschäft laufend erfolgreich und baute den markt stetig weiter aus. seit 1978 ist averna marktführer in italien und noch heute wird der italienische magenbitter in der gemeinde caltanissetta nach dem traditionellen rezept von 1868 hergestellt.
caltanissetta liegt im hügeligen herzen siziliens und zeigte uns die ursprüngliche seite der insel. der name der stadt geht vermutlich auf das arabische „qal’at an-nisa“ zurück, die „burg der frauen“, und im historischen zentrum sind die arabischen spuren bis heute deutlich zu erkennen. bei unserem rundgang durch die altstadt besichtigten wir die barockkathedrale „santa maria la nova“, die reich verzierte kirche „sant’agata al collegio“ und die „chiesa di san sebastiano“, die bereits im jahr 1500 urkundlich erwähnt wurde.
auf der „piazza garibaldi“ sahen wir uns die „fontana del tritone“, mit ihrer markanten bronzeskulptur an, bevor wir durch das alte arabische viertel mit seinen „dammusi“ schlenderten (alte, teilweise in den felsen geschlagene häuser, die typischerweise im erdgeschoss eine werkstatt oder einen lagerraum hatten und im obergeschoss den wohnraum).
zum abschluss deckten wir uns am „strata ’a foglia“, dem historischen obst- und gemüsemarkt der stadt, mit lokalen produkten ein, ehe wir weiterfuhren.
unser nächstes ziel war die besichtigung des schwefelbergwerk-museums „trabia tallarita“. die mine ist in den 1830er jahren in betrieb genommen worden und beschäftigte auf ihrem höhepunkt im jahr 1920 3.000 menschen, die unter extrem harten bedingungen arbeiten mussten. diese einst größte schwefelmine europas wurde 1975 geschlossen und 2010 in ein museum umgewandelt.
am gelände sind originalgetreue förderanlagen, bergbau-ausrüstungen und waggons zu sehen, sowie eine mineraliensammlung in der alten kraftwerkzentrale („palladio“).
leider war aufgrund einer längeren stromstörung die besichtigung der interaktiven ausstellung „discendente“ (der abstieg), eine simulation des zugangs zu den schächten mit zwischenstopps an den stollen, die einen virtuellen eintritt in die mine bietet, nicht möglich, und so sahen wir uns die ausstellung „sulfaro e sulfatari“ (schwefel und schwefelarbeiter) über das leben in den minen an.
zum abschluss des tages besuchten wir die stadt „naro“, die malerisch auf einem hügel im hinterland von agrigent liegt und mit seinen engen gassen, steinernen palästen und vielen kirchen wie ein kleines freilichtmuseum wirkt.
über der stadt thront das mittelalterliche „castello di naro“ (auch als castello chiaramonte bekannt), dessen ursprünge bis in die zeit der arabischen herrschaft zurückreichen und das im 14. jh. von der „familie chiaramonte“, eine der mächtigsten, reichsten und einflussreichsten adligen dynastien siziliens, erweitert und ausgebaut wurde. heute ist das castello sehr baufällig und deshalb überwiegend gesperrt, so wie vieles in naro. die laufenden restaurierungsarbeiten konzentrieren sich auf die sicherung der erhaltenen strukturen, wobei einige ruinenteile bewusst sichtbar blieben, um die phasen des einsturzes und des verfalls besser zu erkennen.
unser quartier für die nächsten zwei tage haben wir am campingplatz „camping valle dei templi“ in villaggio mosè aufgeschlagen. dieser cp an siziliens südwestküste liegt sehr günstig, sodass wir die stadt „agrigent“ sowie „valle dei templi“ (das tal der tempel) mit dem öffentlichen bus in wenigen minuten erreichen konnten.
zeitig am morgen fuhren wir mit dem bus nach agrigent, wo wir den ganzen vormittag mit der besichtigung der altstadt verbrachten, einem labyrinth aus engen, mittelalterlich-arabischen gassen, steilen treppen und geschichtsträchtigen bauten.
unsere highlights waren – die „cattedrale di san gerlando“, die sich am höchsten punkt über der altstadt erhebt. sie wurde nach der normannischen eroberung siziliens im 11. jh. errichtet und dem heiligen gerlando, dem schutzpatron der stadt, geweiht. im laufe der jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut, weshalb sich heute normannische, gotische und barocke stilelemente miteinander verbinden. beeindruckend ist die kunstvoll bemalte holzbalkendecke, die kapelle des heiligen gerlando
und der weite blick über die dächer von agrigent bis hinunter zum meer.
die kathedrale beherbergt ein besonderes kunstwerk im saal der sarkophage, den „phaidra-sarkophag“ (auch bekannt als hippolytos-sarkophag) aus weißem marmor und mit einem extrem plastischen hochrelief (die figuren sind so tief und detailreich ausgearbeitet, dass sie sich fast vollständig vom hintergrund lösen).
die kunstvoll ausgearbeiteten szenen erzählen die tragische geschichte aus der griechischen mythologie – phädra verliebt sich in ihren stiefsohn hippolytos, doch dieser weist sie zurück. auf den reliefs sind u.a. die überbringung ihrer liebesbotschaft durch die amme; hippolytos mit seinen jagdgefährten und sein dramatischer tod dargestellt.
ein weiterer interessanter besuch war die „chiesa di santo spirito“ aus dem späten 13. jh.,
sowie das nebenan gelegene noch aktive kloster der zisterzienserinnen – die nonnen dieser 1299 gegründeten abtei sind berühmt für ihren traditionellen, süßen „couscous di san pietro“ (couscous mit pistatzien), ein dessert aus der arabischen küche, das sie mit vielen anderen süßen köstlichkeiten bis heute nach alten klosterrezepten zubereiten und verkaufen.
den nachmittag verbrachten wir im tal der tempel, und anders als der name vermuten lässt, nicht in einem tal, sondern auf einem langgezogenen höhenrücken südlich von agrigent. hier befand sich einst die antike griechische stadt akragas, die im 6. jh. v. chr. gegründet wurde und bald zu den reichsten und mächtigsten städten der „magna graecia“ („großgriechenland“ – bezeichnet das antike gebiet auf sizilien, das von griechischen kolonisten besiedelt wurde) zählte.
wir fuhren mit dem bus zum oberen, östlichen eingang, denn von dort mussten wir in der weitläufigen anlage nur mehr begab gehen 😉.
wir starteten beim „tempel der juno“ (auch tempel der hera lacinia, geweiht der griechischen göttin hera, der gemahlin des zeus), der am höchsten punkt des tempelhügels liegt und von wo wir einen herrlichen blick über die gesamte anlage hatten. dieses antike griechische heiligtum stammt aus der mitte des 5. jh. v. chr., ein klassischer dorischer tempel mit 6 säulen an den schmalseiten und 13 säulen an den längsseiten.
entlang der alten sogenannten „via sacra“ (heilige straße) gingen wir weiter zum „concordia-tempel“, dem wohl eindrucksvollsten und am besten erhaltenen griechischen tempel auf sizilien. er entstand im 5. jh. v. chr. und ist deshalb so gut erhalten, da er ab dem jahr 597 n. chr. als christliche basilika umgewandelt und genutzt wurde.
schließlich erreichten wir den „herakles-tempel“ aus dem späten 6. jh. v. chr., den ältesten der großen tempel der archäologischen stätte. von ihm stehen heute noch acht wiederaufgerichtete säulen, die erahnen lassen, wie mächtig dieser bau einst gewesen sein muss. ganz andere dimensionen hatte der „tempel des olympischen zeus“. er sollte nach dem sieg über die karthager errichtet werden, blieb jedoch unvollendet.
zwischen den tempeln entdeckten wir auch zahlreiche grabanlagen. besonders auffällig sind die frühchristlichen nekropolen aus dem 4. bis 7. jh. n. chr., für die ältere wasserzisternen und teile der antiken befestigungsmauer umgestaltet wurden. in den weichen fels schlug man nischenförmige arkosolgräber und kleine grabkammern, in denen mehrere verstorbene bestattet werden konnten. sie zeigen eindrucksvoll, dass das gelände auch lange nach dem ende der griechischen besiedelung genutzt wurde und über viele jahrhunderte hinweg ein bedeutender ort blieb.
nach so viel antiker geschichte zog es uns wieder ans meer. unser ziel war die „scala dei turchi“ („treppe der türken”), eine der bekanntesten naturattraktionen siziliens in der nähe von realmonte.
die klippenformation besteht aus weißem kalk-/mergelgestein und wind, regen und brandung haben den fels über viele jahrtausende geglättet und jene breiten, geschwungenen stufen geformt, die wie eine riesige natürliche treppe zum wasser hinabführen.
ihren namen verdankt sie vermutlich seeräubern und sarazenen (arabische und nordafrikanische piraten), die von den einheimischen früher pauschal „türken“ genannt wurden, und die die geschützte bucht im 16. jh. als ankerplatz und sicheren hafen für ihre raubzüge entlang der sizilianischen küste genutzt haben.
am nächsten tag besichtigten wir das „castello incantato“. anfangs dachten wir bei diesem namen an eine burg mit türmen und zinnen, wurden aber überrascht, denn das „verzauberte schloss“ ist ein außergewöhnlicher skulpturengarten und das lebenswerk des autodidakten „filippo bentivegna“. zwischen olivenbäumen, felsbrocken und kleinen wegen begegneten uns überall steinerne köpfe – manche kaum größer als eine faust, andere beinahe überlebensgroß.
filippo bentivegna wurde 1888 in sciacca geboren und kehrte nach einigen schwierigen jahren in amerika in seine heimat zurück. auf einem grundstück am fuß des monte kronio begann er, gesichter in steine, felswände und sogar in die stämme alter olivenbäume zu meißeln. über jahrzehnte erschuf er so sein eigenes stilles reich und soll sich selbst als dessen könig gesehen haben. heute wird sein eigenwilliges werk der „art brut“ zugerechnet – einer unmittelbaren kunst jenseits akademischer regeln.
wir spazierten durch diese seltsame welt aus unzähligen antlitzen, die uns aus mauern, bäumen und vom boden aus anzublicken schienen. eindrucksvoll war die „wand der köpfe“, an der sich ein gesicht an das nächste reiht.
castello incantato ist kein klassisch schöner ort, sondern rätselhaft, berührend und ein wenig unheimlich. ein verborgenes sizilianisches gesamtkunstwerk das es zu bersuchen lohnt.
im anschluss war es dann wieder einmal so weit, wir gönnten uns einen schönen entspannten abend in der „terme acqua pia“ in montevago. die anlage bietet große thermal-außenbecken und kleine wasserfälle bei einer konstanten temperatur von ca. 38°c bis 40°c und schwimmen ist bis 23:45 uhr möglich – das tut dem körper und der seele gut.
entspannt und ausgeruht widmeten wir uns am nächsten tag dem besuch des „archäologischen parks von selinunt“, ein ehemaliger handelsposten mit einem tempelbereich und einem marktplatz.
selinunt, das antike selinous, wurde im 7. jh. v. chr. von griechischen siedlern gegründet und entwickelte sich dank seiner küstennahen lage zu einer wohlhabenden handelsstadt. im 6. und 5. jh. v. chr. entstanden gewaltige dorische tempel, die akropolis und die agora. 409 v. chr. wurde die stadt von den karthagern erobert und zerstört.
auf dem östlichen hügel beeindruckten uns der wiederaufgerichtete „tempel e“ und die mächtigen trümmer von „tempel g“. auf der akropolis vermittelten „tempel c“, alte straßenzüge und hausgrundrisse einen guten eindruck von der einstigen größe selinunts.
zum abschluss des tages verbrachten wir noch ein wenig zeit in „mazara del vallo“. einst einer der wichtigsten und bekanntesten fischereihäfen im mittelmeer und heimathafen einer flotte von rund 300 großen hochseefischereibooten mit über 3.000 besatzungsmitglieder von dem allerdings nichts mehr zu sehen ist.
nach dem stadtrundgang fanden wir einen schönen ruhigen stellplatz direkt an der promenade.
ehe wir die einladung zu einer weinverkostung des berühmten marsala weines annahmen, besuchten wir das „museo archeologico regionale lilibeo“ im baglio anselmi, einer ehemaligen marsala-weinkellerei am capo boeo.
dieses archäologische museum erzählt mit fundstücken aus phönizischer, punischer, römischer und frühchristlicher zeit die geschichte des antiken lilibeo.
höhepunkt ist das wrack eines punischen kriegsschiffes aus dem 3. jh. v. chr., dass vermutlich während des ersten punischen krieges sank. die erhaltenen holzteile mit ihren markierungen geben einen seltenen einblick in die damalige schiffbautechnik. auch amphoren, grabbeigaben und das spätrömische schiff von marausa machten den besuch sehr interessant.
im park des museums befindet sich die „chiesa san giovanni battista“ (auch „san giovanni al boeo“ genannt). diese schlichte kirche wurde 1555 von den jesuiten nahe der küste und dem archäologischen park von lilibeo errichtet. das besondere liegt jedoch unter ihr – die „grotta della sibilla“, eine in den fels gehauene kammer mit einer natürlichen süßwasserquelle. der überlieferung nach war sie die wohn- oder grabstätte der lilibetischen sibylle (prophetin, die götter und menschen verband). später wurde das wasser mit dem christlichen kult um johannes den täufer (san giovanni battista) verbunden.
so treffen an diesem stillen ort antike legenden und frühes christentum unmittelbar aufeinander.
der späte nachmittag war für eine marsala weinverkostung in der berühmten „cantine florio“ reserviert. die geschichte der cantine florio begann 1833, als „vincenzo florio“ die weitläufige kellerei direkt am meer errichten ließ. er war der erste italienische unternehmer, der sich gegen die damals führenden englischen marsala-häuser behauptete. mit kaufmännischem geschick, einer eigenen handelsflotte und einem internationalen vertriebsnetz machte die familie florio den „marsala“ weit über sizilien hinaus bekannt.
beeindruckt haben uns die vier langen, hohen hallen aus gelbem tuffstein mit ihren spitzbögen. in dieser fast kathedralenartigen atmosphäre lagern mehr als 3.000 fässer, bottiche und kleine holzgebinde aus eiche. insgesamt reifen hier rund sechs millionen liter marsala.
die nähe zum meer, die salzhaltige luft, die unterschiedlichen temperaturen in den einzelnen bereichen des kellers sowie zeit und sauerstoff beeinflussen die langsame reifung des weines. deshalb ist auch der standort eines fasses im keller ein wichtiger bestandteil der reifungprozesses.
wie genau entsteht also „marsala“? grundlage ist vor allem die sizilianische rebsorte grillo. nach der gärung wird der wein mit alkohol verstärkt und je nach gewünschtem stil kommen dabei weinalkohol, mistella oder eingekochter most zum einsatz. anschließend beginnt die lange reifezeit im holzfass. durch die verbindung von wein, alkohol, eiche, luft und den wechselnden klimatischen bedingungen entwickeln sich die unterschiedlichen marsala-typen – von trocken bis süß und von jung bis viele jahre gereift.
nach dem rundgang durch die kellerei haben wir verschiedene marsala-weine verkostet. dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich dieser dessert- und meditationswein schmecken kann. je nach ausbau zeigte er sich trocken oder süßer.
die verkostung war für uns ein stimmiger ausklang des besuches mit dem ergebnis – marsala wein mag man oder mag man nicht. ich persönlich mag ihn, ingrid mag ihn nicht.
unser abendlicher höhepunkt nahe marsala, war der besuch der „saline genna“ (erste zertifizierte bio-salzproduktionsstätte italiens), am rand der lagune dello stagnone, einem regionalen naturreservat.
vor uns lag eine stille, beinahe unwirkliche landschaft aus flachen wasserbecken, schmalen dämmen und weißen salzhügeln. je nach lichteinfall schimmerte das wasser silbern, rosa oder rötlich, und über allem lag der würzige geruch von meer und salz. seit dem 15. jh. bewahren hier die „curatoli“, die erfahrenen hüter der salinen, das traditionelle wissen um die gewinnung des „weißen goldes“.
während einer geführten tour erfuhren wir, wie langsam und sorgfältig die salzgewinnung abläuft. das meerwasser wird durch ein system miteinander verbundener becken geleitet. sonne und wind lassen das wasser nach und nach verdunsten, während die salzkonzentration immer weiter steigt. schließlich bilden sich in den kristallisationsbecken feste salzschichten, die während der ernte gelöst, zusammengeschoben und zu großen weißen bergen aufgetürmt werden. in dieser jahrhundertealten arbeitswelt wir auch heute noch alles von hand gemacht, ein perfektes zusammenspiel von natur und menschlicher arbeit. in den salinen wird aber nicht nur meersalz gewonnen, sie bilden zugleich einen wertvollen lebensraum für zahlreiche vogelarten.
im anschluss fuhren wir mit einem boot durch die kanäle der lagune und nutzten die gelegenheit, die verschiedenen inselchen wie mozia, santa maria, isola lunga und das kleine inselchen schola vom wasser aus zu betrachten.
als die sonne tiefer sank, spiegelte sich der himmel in den ruhigen becken und tauchte die ganze landschaft in ein warmes gold und rosa.
wir blieben noch eine ganze weile, genossen bei einem excellenten abendessen nicht nur die kulinarik des restaurants,
sondern auch die besondere ruhe. jetzt verstanden wir noch besser, warum die saline genna zu den stimmungsvollsten orten an der westküste siziliens zählt.
auch die nacht verbrachten wir mit unserem cleverchen in dieser malerischen lagunenlandschaft beim rauschen des windes – einfach topp!
weiter ging es für uns über trapani nach eric und was wir da so alles erlebten ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour


und diese altstadt hat uns dann wirklich gleich in ihren bann gezogen. enge gassen, viele stufen, alte häuser, barocke palazzi und immer wieder kleine versteckte plätze, wo besonders viel sizilianisches flair zu spüren war. ein bisschen staunen, ein bisschen fotografieren, ein bisschen treiben lassen und zwischendurch auch immer wieder kleine pausen einlegen – so mögen wir stadtbesichtigungen.
und machten uns auf den weg in richtung der kleinen stadt „piazza armerina“. ganz unseren reisegewohnheiten entsprechend befanden sich auch noch einige zwischenstopps auf dieser route. der erste war in caltagirone, wo wir den „cimitero monumentale di caltagirone“ besuchten.






hier wird noch alles, wirklich alles, von hand selbst gemacht. die herstellung von catania-puppen umfasst nämlich eine komplexe reihe von fertigkeiten, die vom schnitzen der büstenteile über die skulptur und bemalung des kopfes bis hin zur verarbeitung der rüstung und zur schneiderei reichen.
– spiaggia di cala rossa (kieselstein-badebucht eingebettet zwischen den historischen mauern von syrakus).

mit dem ohr des dionysios (65 m lange, künstliche in den felsen gehauene grotte mit beeindruckender akustik)

unten ein weit verzweigtes labyrinth aus gängen, nischen und ehemaligen grabkammern. die katakomben entstanden ab dem 4. jh. und wurden von der frühen christlichen gemeinde als großer friedhof genutzt. interessant ist auch, dass die anlage teilweise entlang eines alten griechischen aquädukts angelegt wurde. dadurch wirkt sie geordneter als viele andere katakomben, mit einer hauptgalerie, von der mehrere seitengänge abzweigen.




von „
verbrachten.
ging es am morgen richtung berg – ja auf den ätna.
ehe es mit unserem guide zu einer 4×4 tour los ging. leider schlug das wetter komplett um und wir konnten nicht alles besuchen, was ursprünglich auf dem programm stand. nichtsdestotrotz erklärte uns unser guide „francesco“ die gegend sehr genau, als wir durch das private areal am ätna fuhren – eine beeindruckende landschaft mit uralten bäumen und unberührter wildnis, lavahöhlen, historischen lavafeldern und spektakulären aussichtspunkten. am ende mussten wir wegen des starken regens samt hagel doch abbrechen.


noch ein blick zurück und dann ging unsere reise von 2.850 m wieder bis auf 7 m hinunter (meereshöhe des stadtzentrums von catania). am weg dorthin konnten wir immer wieder die auswirkungen der lavaströme des ätna´s sehen.



sahen unter anderem italienische siegwurz, auch bekannt als feld-gladiole und große samenstände der bocksbart-pflanze, die oft fälschlicherweise für einen riesigen löwenzahn gehalten wird.



aber was wir auf sizilien noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
ehe wir die stadt richtung eines weingutes verließen.

mit der kathedrale

für uns war „roca vecchia“ jedenfalls einer dieser plätze, an denen man eigentlich nur kurz anhalten wollte und dann doch viel länger bleibt als geplant.


wir machten in „santa maria di leuca“ einen sehr kurzen stopp, um uns die wallfahrtskirche und den „monumental wasserfall“ anzusehen. war nicht sehr gemütlich, denn mittlerweile regnete es heftig, aber wir sind ja nicht aus zucker, und mit ordentlichen regenjacken stiegen wir zur wallfahrtskirche hoch.
dafür ist die geschichte dieses ortes interessant. das „santuario di santa maria de finibus terrae“ steht an einem platz, der schon in vorchristlicher zeit bedeutend war. der überlieferung nach befand sich hier einst ein minerva-tempel aus dem heraus sich einer der wichtigsten wallfahrtsorte des salento entwickelte.






denn wir hatten uns für die nächsten tage einiges vorgenommen.

, wie z.b. die „chiesa rupestre di madonna delle tre porte“

unten erwartete uns das highlight, die „ponte tibetano della gravina“, eine hängebrücke aus holz und stahl, die die beiden seiten der schlucht miteinander verbindet. beim hinübergehen schwankt sie nur leicht,
aber der blick in die tiefe ist genau der moment, wo man kurz langsamer wird und einfach nur schaut. etwas müde von dem stetigen bergab und bergauf, aber sehr zufrieden mit all den neuen entdeckungen, kamen wir nach fast 9 km wandern, wieder auf unserem campingplatz an.
inoffiziell war die existenz der grotte seit generationen bekannt und wurde im volksmund unter anderm als „höllenschlund“ bezeichnet. weil man es nicht besser wusste und angst hatte wurde nicht geforscht, sondern jahrzehntelang die große öffnung zu müllentsorgung jeglicher art verwendet.



wir haben den „meditationswein“ angesicht der tageszeit nicht vor ort verkostet – das werden wir in den nächsten tagen zu einem passenden anlass nachholen.
spazierten durch die engen gassen des historischen zentrums mit den weißen häusern,
ehe wir uns wieder zu unserem cleverchen zurückbegaben. „vieste“ ist gemütlich und man bekommt den wunsch länger zu bleiben,

den wertvollen liturgischen schätzen sondern auch die historischen langobardischen krypten unterhalb des museums, deren architektonische überreste tiefer die antiken strukturen des heiligtums offenbaren.

zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.



dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).


über den „po di goro“, in richtung lido di spina.

in der region marken, wo wir noch schnell bei der „chiesa di santa croce in percanestro“ (aus dem 10. jh., aber leider verschlossen)
unseren wasservorrat mit klarem, eiskalten wasser auffüllten. von dort fuhren wir zur nächsten kirche, der „wallfahrtskirche madonna di macereto“, ein marienheiligtum auf der hochebene von macereto, in der nähe von visso, das auf das jahr 1528 zurückgeht und für die außergewöhnliche renaissancearchitektur bekannt ist. aufgrund des erdbebens von 2016 und den noch immer laufenden revovierungsarbeiten ist der komplex leider nicht zugänglich – schade.

viele der häuser und historischen gebäude sind eingestürzt, oder so schwer beschädigt, sodass die einwohner ihre heimat verlassen mussten. der wiederaufbau geht nur langsam voran, und noch heute prägen ruinen sowie baustellen das ortsbild.
– aber auch dieser war leider noch gesperrt. so hieß es wieder einmal umrouten und einen größeren umweg fahren,
nach ein wenig kurvenfahren 😉 konnten wir schließlich unseren übernachtungsplatz in mascioni, direkt am „lago compotosto“, erreichen, obwohl die straße rund um den see teilweise etwas mühevoll zu befahren war. noch viel schnee, aber alles in allem ein herrlicher fahrtag, trotz einiger umroutung schwierigkeiten.
