von der grünen auf die große insel und dazu mussten wir mit der fähre von dublin nach holyhead übersetzen. weil wir beim letzten mal mit dem service und der gesamtabwicklung sehr zufrieden gewesen waren, buchten wir wieder mit „stena line“, diesmal mit der stena adventurer, eine ropax-fähre.
nachdem wir irland verlassen hatten und in wales, genauer gesagt in holyhead angekommen waren, begannen wir unsere besichtigungstour mit dem „south stack lighthouse“, an der nordwestlichen spitze von wales.
der leuchtturm thront spektakulär auf einer kleinen felseninsel, die über eine steile treppe sowie eine brücke erreichbar ist. von dort oben würden sich beeindruckende ausblicke auf die zerklüftete küste und das tosende meer bieten, und man könnte sogar seevögel wie papageientaucher beobachten, wenn das liebe wetter mitspielt, aber an diesem tag, leider „very british“.
die nacht verbrachten wir auf dem „valley of the rocks rv park“ bei holyhead. es gibt großzügig angelegte stellplätze, sowie moderne duschen und waschmöglichkeiten. die atmosphäre auf dem platz ist angenehm und bot uns einen guten ausgangspunkt für unsere weiteren touren durch wales.
am nächsten tag starteten wir mit einer ausgedehnten wanderung. wir wanderten den „porth wen brickworks rundweg“, der ziemlich abgelegen an der nordküste von anglesey in wales liegt. es ging über den könig-edward-VII-krönungsturm, einer stillgelegten porzellanfabrik
bis schließlich zur ziegelei „porth wen brickworks“. diese ist eine verlassene viktorianische ziegelei. die markanten bienenkorb-öfen, alten schornsteine, rostigen überreste alter maschinen und ein verfallener pier sind eine hommage an eine scheinbar ferne vergangenheit.
die fabrik war von etwa 1900 bis zu beginn des ersten weltkriegs in betrieb und wurde dann einfach sich selbst überlassen – daher sieht heute alles so wild und verwittert aus. besonders cool: die ziegelfabrik ist zwar heute ein lost place, aber ein echter tipp für alle, die auf ein bisschen abenteuer und fotografieren stehen.
am abend bot uns der „kingsbridge caravan park“ einen gemütlichen, ruhigen stellplatz mit heißen duschen. ein vier-sterne-caravan park, durchdrungen von natur auf der wunderschönen insel anglesey. es war schön hier zu stehen.
von unserem übernachtungsplatz waren es nur wenige kilometer zum „beaumaris castle“, eines der beeindruckendsten beispiele mittelalterlicher festungsbaukunst in großbritannien. es wurde ende des 13. jh. von könig edward I. als teil seiner nordwalisischen burgenkette zur eroberung von wales errichtet. die anlage, wenn auch ein unvollendeter bau, besticht durch ihre perfekte, symmetrische architektur und die ausgeklügelten verteidigungsanlagen, die damals als revolutionär galten. faszinierend sind die breiten wassergräben und die massiven rundtürme, die dem schloss sein markantes erscheinungsbild verleihen. bei unserem besuch konnten wir die imposanten ringmauern erkunden und die tollen ausblicke in richtung der snowdonia-berge genießen.
bei unserer durchfahrt durch bangor, blieben wir kurz bei der „bangor kathedrale“ stehen. sie liegt mitten im herzen der stadt und ist eines der ältesten durchgehend genutzten gotteshäuser von wales. sie beeindruckte uns durch ihre schlichte romanische architektur und ihre lange geschichte, die bis ins frühe mittelalter zurückreicht. schön ist die ruhige atmosphäre im inneren, die historischen grabmäler und platten sowie die bunten glasfenster, die das licht so stimmungsvoll brechen.
besonders interessant fanden wir, dass in der kathedrale zwei zeitgenössische gemälde des künstlers „john granville gregory“ hängen, die menschen in der kleidung des 20. jh. zeigen. das eine „still doubting“, eine moderne interpretation des gemäldes des italienischen barock-meisters caravaggio „der ungläubige thomas“.
das andere „die grablegung christi – oder entombment“, basierend auf caravaggio´s original.
ein kurzer stopp, der sich wirklich gelohnt hat.
unser weiterer weg führte zum „penrhyn castle & garden“, dass nur wenige kilometer außerhalb von bangor liegt. das imposante schloss im neugotischen stil wurde im 19. jh. erbaut und ist von weitläufigen, kunstvoll angelegten gärten und einem großen parkgelände umgeben. im inneren beeindruckt das anwesen mit prächtigen räumen, aufwendigen holzarbeiten, großzügigen treppenhäusern und einer bemerkenswerten sammlung von kunst und historischen gegenständen. der besuch im penrhyn castle gab uns spannende einblicke in die industriegeschichte der region und lässt die luxuriöse welt der früheren schlossbewohner lebendig werden.

wir erreichten eines der bedeutendsten bauwerke nordwales, das „castell caernarfon“, das weltweit als eines der größten bauwerke des mittelalters gilt. schon von weitem beeindruckte uns diese festung, die am ufer des flusses seiont thront und das stadtbild prägt. die mächtigen türme und die massiven mauern lassen sofort erkennen, dass dieser festungspalast einst nicht nur als königliche residenz, sondern vor allem als symbol der macht und zu verteidigungszwecke errichtet wurde.
castell caernarfon wurde am ende des 13. jh. erbaut und ist teil einer ganzen kette von burgen, die zum schutz und zur kontrolle der region dienten. besonders auffällig ist die raffinierte architektur, die inspiriert von den mauern der römischen stadt konstantinopel ist. während unseres rundgangs durch die gewaltigen toranlagen, die verschlungenen korridore und die vielen innenhöfe erhielten wir einen guten eindruck wie das leben im mittelalter hier ausgesehen haben mag.
walisische verbindungen zur britischen krone: im castell caernarfon wurden auch traditionell die prinzen von wales gekrönt – ein bedeutendes ereignis. der dienstälteste „prince of wales“ war der derzeitig amtierende könig charles. er wurde 1969 bei einer zeremonie in caernarfon castle zum prinzen von wales ernannt und trat damit in die fußstapfen seines großonkels edward VIII., dessen amtseinführung 1911 ebenfalls in caernarfon stattgefunden hatte. charles hatte den titel bis zum tode seiner mutter, königin elisabeth II. im jahr 2022 inne. aktuell trägt prinz william den titel „prince of wales“.
unser nächster tag begann mit einem morgenspaziergang zu den ruinen des „dolbadarn castle“ am südlichen ende des llanberis-passes, am fuße der snowdonia-berge. die ruine stammt aus dem frühen 13. jh. und wurde von llywelyn dem großen, einem der bedeutendsten fürsten von gwynedd, erbaut. besonders markant ist der runde bergfried, der noch heute imposant über die umgebung wacht. von oben hatten wir einen tollen ausblick auf den llyn padarn see und die umliegenden berge. die burg spielte einst in der walisischen geschichte eine wichtige rolle als machtsymbol und strategischer stützpunkt in zahlreichen konflikten um die vorherrschaft in nordwales.
der nachmittag gehörte einer zugfahrt mit der „snowdon mountain railway“ von der llanberis station rauf auf den berg zur hafod eryri summit station. die fahrt war ein tolles erlebnis. schon die historischen zahnradbahnwaggons und die dampfende lokomotive versetzen einen in eine andere zeit. gemächlich schlängelte sich der zug von der llanberis station durch atemberaubende gebirgslandschaften, vorbei an steilen felsen, rauschenden bächen und weiten tälern. während der gut einstündigen fahrt eröffneten sich uns immer wieder spektakuläre ausblicke auf die umliegenden berge und seen. leider war das wetter sehr wechselhaft, denn bei klarer sicht würde der blick bis zur irischen see gehen.
oben an der hafod eryri summit station angekommen, wurden wir mit einer dichten nebelsuppe und nieselregen berüßt. schade, denn der gipfel des snowdon ist der höchste berg von wales. im besucherzentrum stärkten wir uns mit tee und kuchen und genossen die einmalige atmosphäre, bevor es mit der bahn wieder talwärts ging. diese nostalgische fahrt war, abgesehen vom nebel am gipfel, eine perfekte möglichkeit, die schönheit des snowdon-nationalparks ganz entspannt zu erleben und wird uns uns noch lange in erinnerung bleiben.
nach unserer fahrt auf den berg ging unser nächster besuch unter die erde. wir schauten uns die „sygun copper mine“ an. die mine liegt im snowdonia nationalpark und bietet einen einblick in den historischen kupferbergbau von wales. bei der audiotour durch die alten stollen tauchten wir in die welt der bergleute des 19. jh. ein. enge gänge, beeindruckende höhlen und bunte mineralablagerungen machten alles sehr authentisch. interaktive ausstellungsstücke und anschauliche erklärungen vermittelten uns, wie hart und gefährlich die arbeit unter tage einst war.
wandern, und dazu bot sich der „rnli porthdinllaen national trust walk“ an. dieser ca. 4 km lange küstenwanderweg liegt auf der halbinsel llŷn. die rundstrecke bietet fantastische ausblicke auf das meer und die umliegende landschaft. der rundweg ist ein echter tipp für naturliebhaber, die die schönheit der walisischen küste hautnah erleben möchten.
für die nacht haben wir wieder einmal ein schönes stellplätzchen gefunden – auf der „treheli farm caravan and campsite“. sehr naturbelassene stellplätze, kein stromanschluss (brauchten wir eh nicht) aber mit einer wahnsinns aussicht. wenn man in der gegend ist, sollte man sich dort hinstellen und die natur genießen.
nach dem frühstück besuchten wir „plas yn rhiw“, ein charmantes herrenhaus am westlichen rand der llŷn-halbinsel. das historische anwesen stammt ursprünglich aus dem 16. jh. und wurde von den keating sisters liebevoll restauriert, sodass die atmosphäre vergangener zeiten bis heute spürbar bleibt. wunderschön ist der gepflegte garten, mit seinen alten bäumen und den blühenden rabatten, der auch einen blick auf die cardigan bucht bietet. im inneren des hauses konnten wir einen kleinen einblick in das leben der familie erhalten, die plas yn rhiw über generationen hinweg bewohnt und bewahrt hat. ein toller ort.
auf unserem weiteren weg sahen wir uns „portmeirion“ an. ein einzigartiges, im süden von snowdonia gelegenes küstendorf, das vom architekten sir clough williams-ellis im italienischen stil entworfen wurde. das dorf wurde als touristisches ziel konzipiert, ohne dauerhafte einwohner, und besticht durch seine farbenfrohen gebäude, verwinkelten gassen und die mediterrane atmosphäre, die in starkem kontrast zur wildromantischen landschaft von nordwales steht. beim durchschlendern von portmeirion fühlten wir uns fast wie am mittelmeer: überall blühen exotische pflanzen, kleine cafés und kunsthandwerksläden laden zum verweilen ein, und von den terrassen aus hat man herrliche ausblicke auf die dünen der dwyryd-mündung. bekannt wurde portmeirion auch als drehort der kultserie „the prisoner“. ein ort, der wirklich seinesgleichen sucht und den man in wales nicht verpassen sollte.
in portmeirion ist auch ein toller campingplatz angeschlossen, auf dem wir die nacht verbrachten.
unsere fahrt ging weiter in richtung llwyngwern. am weg dorthin durfte ein weiteres berühmtes bauwerk nicht fehlen, das „harlech castle“. mächtig thront die mittelalterliche festung auf einem steilen felsen mit weitem blick über die küste und das umland. erbaut wurde harlech castle im 13. jh. während der herrschaft von edward I. und zählt heute zum unesco-weltkulturerbe. die burg beeindruckt besonders durch ihre strategische lage und die ausgeklügelte verteidigungsarchitektur, die in vergangenen jahrhunderten zahlreichen belagerungen standhielt.
in harlech gibt es noch etwas, das wir uns ansahen, aber keinesfalls mit dem cleverchen befahren wollten – die ffordd pen llech – die „40%ige-straße“. sie war mit bis zu 37,45 % steigung (auf 40 % gerundet) einst die steilste straße der welt, bevor die messmethode geändert wurde. auch gut, sie bleibt eine extrem steile straße und eine bekannte sehenswürdigkeit in nordwales.
am nachmittag entschieden wir uns für einen kleinen verdauungsspaziergang am ca. 2,1 km langen „rhaeadr nantcol waterfalls“ rundweg. gemütlich in freier natur, einfach schön und erholsam.
für die nacht machten wir es uns auf der „llwyngwern farm“ gemütlich und fanden auch ein schönes einsames plätzchen – so lieben wir es 😉.
nächster stopp war aberystwyth, um mit der „aberystwyth cliff railway“ zu fahren. diese historische standseilbahn, die seit 1896 in betrieb ist, führt vom stadtzentrum hinauf zum constitution hill. während der kurzen, aber eindrucksvollen fahrt eröffnen sich fantastische ausblicke über die bucht von cardigan. oben angekommen, haben wir das herrliche panorama genossen. da die camera obscura an diesem tag leider nicht zu besichtigen war, haben wir einen kleinen spaziergang entlang der klippen unternommen. bei einem besuch in aberystwyth sollte eine fahrt mit der längsten elektrischen standseilbahn großbritanniens nicht fehlen.
auf unserem weg entlang der walisischen küste machten wir auch halt im küstenort new quay. dort entschieden wir uns bei „new quay boat trips“ für eine dolphin spotting and wildlife bootsfahrt, um die tierwelt der cardigan bay zu erleben. leider war das wetter nicht besonders und so hatten wir an diesem tag während der tour weniger glück, delfine und seevögel zu beobachten. aber immerhin, wir konnten eine delphin mutter mit ihrem baby sehen – das ist halt so, wenn man in der natur unterwegs ist. wir haben die fahrt aber trotzdem genossen.
ein kurzer stopp bei der ruine von „newcastle emlyn castle“ und den drachentoren, jenem platz an dem der letzte drache getötet worden ist – bekannt für die sage eines fliegenden wyvern (drachen), der einst die gegend bewachte.
unser nächster besuch galt dem „national wool museum“ in felindre. das museum widmet sich eindrucksvoll der geschichte der walisischen wollindustrie, die einst eine bedeutende rolle für die region spielte. in den historischen fabrikhallen konnten wir traditionelle webmaschinen bestaunen und erfuhren, wie aus schafwolle hochwertige stoffe gefertigt wurden. das museum vermittelte uns ein stück lebendiger kulturgeschichte von wales.
der „national botanic garden of wales“ in llanarthne ist ein beeindruckendes ziel für natur- und gartenliebhaber. die weitläufigen anlagen boten uns eine mischung aus historischen und modernen gärten, darunter das spektakuläre „great glasshouse“, das größte freitragende gewächshaus der welt, in dem mediterrane pflanzen aus verschiedenen regionen gedeihen.
wir spazierten auf den gepflegten wegen, sahen prächtige blumenbeete und bestaunten innovative landschaftsgestaltung. gefallen haben uns auch die ruhigen teiche die idyllisch in der anlage liegen. wir fanden den besuch ausgesprochen entspannend und empfehlenswert.
zum abschluss des tages besichtigtn wir „paxton’s tower“. dieser imposante neugotische turm wurde 1811 von sir william paxton zum gedenken an seinen freund admiral lord nelson gebaut, um damit an dessen siege zu erinnern. er thront malerisch auf einem hügel oberhalb des tywi-tals. von dort oben hat man einen beeindruckenden rundumblick über die sanfte landschaft carmarthenshire bis hin zu den black mountains.
die ruhige, einsame nacht haben wir am parkplatz zum paxton’s tower verbracht.
am morgen ging es auf typisch „walisischen“ straßen
weiter bis zur beeindruckenden ruine von „dryslwyn castle“. die mittelalterliche burg thront auf einem markanten hügel mitten im tywi-tal und bietet einen tollen rundumblick auf die umliegende landschaft. die burg wurde im 13. jh. von walisischen fürsten erbaut und war schauplatz zahlreicher kämpfe. heute laden die weitläufigen ruinen zum verweilen ein. wir genossen die aussicht und stellten uns vor, wie lebendig es hier einst gewesen sein muss.
noch drei weitere besuche standen an diesem tag auf unserem programm. zuerst besuchten wir „aberglasney gardens“ in carmarthenshire. die historischen gärten sind für ihre einzigartige mischung aus mittelalterlicher architektur und prachtvoll angelegten gartenräumen bekannt. beim spaziergang durch die alten mauern auf verwinkelten wegen entdeckten wir idyllische ecken, die immer wieder zum verweilen einluden. schön fanden wir das restaurierte herrenhaus und den berühmten „ninfarium“, ein verglaster innenhof mit exotischer bepflanzung.
gleich im anschluss an aberglasney besuchten wir das „newton house“ im dinefwr park. das herrschaftliche landhaus aus dem 17. jh. wurde ursprünglich für die familie rice gebaut, die über viele generationen hinweg die geschicke des dinefwr-anwesens prägte. während des englischen bürgerkriegs diente das anwesen als strategischer mittelpunkt und das herrenhaus sah zahlreiche veränderungen und erweiterungen im laufe der jahrhunderte. besonders im viktorianischen zeitalter erhielt das newton house seine markante neugotische fassade und wurde zu einem gesellschaftlichen treffpunkt der region. im inneren erzählen noch heute historische möbel, portraits und kunstvoll gestaltete räume von vergangenen zeiten. bis ins 20. jh. hinein blieb das haus bewohnt, ehe restaurierungsarbeiten es in ein museum verwandelten. spannend fanden wir die geschichten rund um die ehemaligen bewohner und die kleinen geheimnisse des hauses.
der letzten besuch an diesem tag war „carreg cennen castle“, das dramatischste ruinen-erlebnis in wales. gelegen am westlichen rand des bannau brycheiniog nationalparks, thront die festung aus dem 13. jh. majestätisch auf einem zerklüfteten felsen, brecon beacons, und bietet eine kulisse, die direkt aus einem fantasy-epos stammen könnte. die geheime natürliche kalksteinhöhle tief unter der burg konnten wir an diesem tag leider nicht besuchen. im gegensatz zu den bekannteren schlössern von edward I. – conwy oder caernarfon – ist carreg cennen wilder und weniger überlaufen.
„talley abbey“ – wo die stille spricht. sie liegt im ländlichen carmarthenshire in westwales und zählt zu den bedeutensten klosterruinen der region. das ehemalige prämonstratenserkloster wurde im 12. jh. gegründet und war über jahrhunderte ein religiöses und wirtschaftliches zentrum für die umgebung. sie ruht wie ein vergessenes gebet aus stein, zeit hat hier keine eile. talley abbey ist kein ort zum durchgehen, sondern zum innehalten.
„strata florida abbey“, auch die westminster abbey von wales genannt, ist eine ehemalige zisterziensische abtei, deren ursprung bis 1164 zurückgeht und die über die jahrhunderte zu einem der wichtigsten spirituellen und kulturellen zentren wales’ wurde. sie liegt in einem tal am fluss teifi nahe pontrhydfendigaid und strahlt historische bedeutung aus. sie ist auch die letzte ruhestätte für generationen mittelalterlicher walisischer prinzen. hier wurden wichtige texte wie die frühe walisische „brut y tywysogion (chronik der fürsten) gepflegt. strata florida war ein ort, an dem fürsten und dichter zusammenkamen – so ist zum beispiel der große walisische dichter „dafydd ap gwilym“ hier unter einer alten eibe begraben.
das große westportal ist das beeindruckendste erhaltene bauelement und nach wie vor majestätisch. in den ruinen sind auch noch einige originale, reich verzierte bodenfliesen aus dem 14. jh. zu sehen und geben einen eindruck vom einstigen prunk. ein ort, den man gesehen haben sollte.
nach so vielen abbey´s wollten wir wieder einmal eine kleine wanderung machen. dazu haben wir uns die wanderung zum „devil’s bridge waterfall“ in pontarfynach ausgesucht. mit etwas mehr als 2 km nicht lange, aber dafür mit 675 steilen, unebenen natursteinstufen, ist dieser ort in wunderbarer stiller natur gelegen wirklich zum genießen.
immer wieder begegneten wir den sogenannten „coin tree´s – münzbäume“. Dies sind bäume wo menschen in dessen stamm hunderte von münzen durch die rinde und das holz getrieben haben, in dem glauben und der hoffnung, dass ihre wünsche in erfüllung gehen.
von unserem letzten schlafplatz führten uns typische walisische straßen bei walisischen wetter
zu unserem ersten besichtigungspunkt des tages – den „craig goch dam“. er ist der höchstgelegene obere teil einer reihe von staudämmen im elan valley. der bau begann 1897 und wurde 1904 fertig gestellt. der craig goch war auch für uns der attraktivste der dämme, mit seiner gebogenen stützmauer und einer reihe von bögen, die eine schmale straße über die dammspitze führen. er besitzt einen, typisch für den ‚birmingham baroque‘-stil kuppelförmigen ventilturm. die länge des damms beträgt 156 m und die höhe 36 m.
ein stück weiter machten wir dann die rundwanderung um den „pen y garreg dam“ einem der eindrucksvollen bauwerke im elan valley. der steinerne staudamm wurde um 1900 errichtet, um die stadt birmingham mit trinkwasser zu versorgen, und fügt sich bis heute erstaunlich harmonisch in die wilde landschaft der cambrian mountains ein. seine bögen und die ruhige wasserfläche dahinter bilden einen spannenden kontrast zu den offenen mooren und sanften hügeln.
beim umrunden des sees erlebten wir nicht nur weite natur, sondern auch ein stück britischer industriegeschichte – still, monumental und zeitlos. ein lohnender spaziergang, bei dem wir auch bei der „nantgwyllt church“ vorbeikamen, die in unmittelbarer nähe des dammes steht.
da wir uns immer wieder gerne lost places ansehen besuchten wir „bryn tail leadworks“ – ein stück verlassener industriegeschichte in wilder landschaft. die ruinen der ehemaligen bleiverhüttung liegen eingebettet im tal des afon twymyn, umgeben von grünen hügeln. im 19. jh. war dies ein lauter und rauchiger ort, da blei abgebaut und verarbeitet wurde, bevor es in das nahegelegene llanidloes transportiert und über den fluss severn verschifft wurde. beim erkunden der weitläufigen anlage sind wir auf alte mauern, schornsteine und fundamentreste gestoßen, die von der intensiven industriellen nutzung erzählen. spannend fanden wir den kontrast zwischen der einstigen lauten schwerindustrie und der heutigen stille vor ort.
trotz ihres verfallenen zustands sind die bryn tail leadworks (bryn-tail wurde 1884 geschlossen ) gut zugänglich. sie sind kein spektakulärer ort im herkömmlichen sinn, aber genau darin liegt der besondere reiz.
gleich am morgen des nächsten tages besuchten wir „powis castle and garden“. was heute als prachtvolles schloss mit barocken gärten erscheint, begann im 13. jh. als wehrhafte burg der walisischen fürsten von powys – ein bollwerk gegen die ausbreitung englischer macht.
sein bekanntester früher herrscher, „owain ap gruffydd ap gwenwynwyn“, traf eine folgenschwere entscheidung – er unterwarf sich der englischen krone und rettete so besitz und einfluss – allerdings um den preis der unabhängigkeit. damit begann die wandlung powis’ von einer walisischen fürstenburg zu einem anglo-walisischen adelssitz.
im späten 16. jh. ging das schloss an die familie herbert über, die powis grundlegend veränderte. die düsteren mauern der festung wurden zu den fundamenten eines repräsentativen schlosses.
fenster, wohnräume und prunkvolle säle ersetzten nach und nach schießscharten und wehrgänge. powis verlor seine militärische funktion und gewann an kultureller bedeutung.
eine entscheidende phase folgte im 17. jh., als europäische einflüsse das erscheinungsbild prägten. inspiriert von frankreich und italien entstanden die berühmten terrassengärten, die powis castle bis heute unverwechselbar machen – dieses schloss wollte nicht mehr verteidigen, sondern beeindrucken.
im 18. jh. verband sich powis mit der geschichte des britischen empire. durch die familie clive, nachfahren von „clive of india“, gelangten zahlreiche kunstwerke und objekte aus südasien nach wales. sie erzählen bis heute von einer zeit, in der britische macht weit über europa hinausreichte und werfen zugleich fragen nach herkunft und bedeutung dieser schätze auf.
im 20. jh. verlor powis castle zunehmend seine funktion als privater wohnsitz. 1952 wurde das anwesen dem national trust übergeben.
nach dem schönen anwesen von powis machten wir einen stopp beim „pontcysyllte aqueduct“. es ist ein meisterwerk georgianischer ingenieurskunst und nicht umsonst ein unesco-weltkulturerbe, das über den llangollen-kanal und über das dee-tal in nordwales führt. die 300 m lange und 1,6 m tiefe kanalbrücke, auch bekannt als „fluss im himmel“, wurde 1805 eröffnet.
wir machten keine bootsfahrt, sondern überquerten das aquädukt zu fuß über einen schmalen weg neben der wasserrinne, sahen den booten zu und genoßen die aussicht.
nicht immer sind unsere übernachtungsplätze einsam und attraktiv, aber der wanderparkplatz bei bala war ruhig – wir standen einsam und kostenlos 😉
so starteten wir ausgeruht unser nächste wanderung, von „glanypwll zum cwmorthin old quarry“ (schiefersteinbruch). unser startpunkt war der cwmorthin waterfalls car park, wo wir mit viel glück einen parkplatz für unser cleverchen ergatterten, denn diese wanderung ist eine sehr bekannte und beliebte tour in wales, da sie die industrielle geschichte mit spektakulärer natur verbindet.
unsere runde umfasste ca. 5 bis 6 km. und die schwierigkeit war moderat. der aufstieg von glanypwll/tanygrisiau ist zu beginn steil und steinig, flachte aber am llyn cwmorthin deutlich ab.
zu beginn führte unser weg zum cwmorthin wasserfall, entlang beeindruckender kaskaden und steinbruchruinen. wir passierten verlassene mill-gebäude, arbeiterhütten (cwmorthin terraces) und die ruinen der rhosydd-kapelle. beim llyn cwmorthin, einem malerischen see, in dem sich die umliegenden berge spiegeln, machten wir eine längere pause, ehe wir wieder den rückweg antraten.

nachdem wir schon einiges von dieser schieferlandschaft gesehen hatten, wollten wir auch mit „the quarryman“ fahren. ffestiniog railway ist eine historische schmalspurbahn auf einer eingleisigen strecke, die blaenau ffestiniog mit dem hafen von porthmadog verbindet und dabei den weg der alten schieferzüge folgt.
die bahn gilt als eine der ältesten noch in betrieb befindlichen schmalspurbahnen der welt. sie wurde 1832 gegründet und 1836 fertiggestellt, um schiefer aus den steinbrüchen effizient zum neu entwickelten hafen in porthmadog zu transportieren. dort wurde der schiefer auf segelschiffe verladen und in alle welt verschifft.
ursprünglich war die bahn als pferdebahn konzipiert. beladene wagen rollten dank der schwerkraft bergab in richtung porthmadog. die leeren wagen wurden von pferden wieder bergauf gezogen, wobei die pferde auf der talfahrt in speziellen „dandy“-wagen mitfuhren.
1863 wurden die ersten dampflokomotiven eingeführt, um längere und schwerere züge ziehen zu können. zwei Jahre später, 1865, begann der offizielle personenverkehr. die ca. 22 km lange strecke führt durch eine abwechslungsreiche landschaft aus wäldern und bergen im snowdonia-nationalpark.
1946 stillgelegt, wurde sie 1955 als museumsbahn wiederbelebt und fährt heute als dampfbahn für touristen.
nach der rauen schönheit der schieferberge suchten wir einen kontrast und fand diesen nur eine kurze fahrt entfernt im „bodnant garden“ bei conwy. wenn die ffestiniog railway die geschichte der arbeit erzählt, dann ist bodnant ein denkmal für die leidenschaft zur natur – ein paradies aus farben.
2024 feierte der bodnant garden sein 150-jähriges bestehen, seit er 1874 von dem viktorianischen industriellen henry davis pochin und seiner frau agnes ersteigert wurde.
pochin nutzte die fähigkeiten des landschaftsarchitekten edward milner, um den formalen viktorianischen strauchgarten rund um das haus zu entwickeln, einschließlich des berühmten laburnum arch. auch wenn dieser nur für wenige wochen im jahr in leuchtendem gelb erstrahlt, ist die struktur dieses lebenden tunnels das ganze jahr über beeindruckend. der garten ist besonders berühmt für seine asiatischen rhododendren und gilt als der schönste rosengarten in wales,
mit seinen fünf formellen terrassen im italienischen stil.
wir spazierten hinab in „the dell“, ein tiefes, grünes tal, in dem die zeit stillzustehen scheint. hier ragen mammutbäume in den himmel, die so alt sind, dass sie die anfänge der eisenbahn noch miterlebt haben könnten. der garten ist zu jeder jahreszeit einen besuch wert.
der nachmittag war mit der stadtbesichtigung von conwy ausgefüllt. wir sahen uns „conwy castle“ an
– eine gut erhaltene, 700 jahre alte mittelalterliche festung, wanderten auf den „conwy town walls“ – den stadtmauern von conwy und statteten „the smallest house in great britain“, mit einer grundfläche von nur 3,05 m × 1,8 m, in der lower gate street 11, einen besuch ab.

conwy ist eine schöne kleinere stadt in der man viel sehen kann.
ein weiterer stadtbesuch war in llandudno geplant, wo wir die „great orme mines“ bei der mittelstation der great orme tramway besuchten. in einer self-guided tour durchstreiften wir die tunnel, die vor über 3.500 jahren angelegt wurden. sie vermittelten uns ein gefühl für die harten bedingungen, denen unsere prähistorischen vorfahren bei ihrer suche nach kupfer ausgesetzt waren.
im angrenzenden museum konnten wir auch interessante ausstellungsstücke sehen wie z.b. eine bronze-sockel-axt die 3000 – 2500 jahre alt war.
nach der „anstrengenden“ tour musste etwas süßes her und da waren wir bei „llandudno chocolate experience“ gerade richtig. ein museum, wo sich alles um die geschichte von schokolade dreht – ja, kostproben gab es auch 😉
ein interessanter besuch, ehe wir uns auf den weg zum „llandudno pier“ machten, aber da es am wasser sehr windig war, fiel unser spaziergang eher kurz aus. trotzdem eine schöne stadtbesichtigung.

stellt euch vor, ihr fahrt entlang der walisischen küste und plötzlich ragt aus den grünen wäldern von abergele eine gewaltige steinfront auf. das ist „gwrych castle“, ein ort, der so spektakulär ist, dass man kaum glaubt, dass er echt ist.gwrych castle ist kein mittelalterliches verteidigungswerk, auch wenn die 18 zinnentürme das vermuten lassen. es wurde anfang des 19. jh. als luxuriöser landsitz für die familie hesketh erbaut.

es war das nonplusultra britischer eleganz, mit einer prunkvollen marmortreppe, die heute noch – zumindest in skelettform – zu bewundern ist. das schloss verfiel nach dem zweiten weltkrieg und wurde zum schauplatz für mittelalter-märkte, verfiel zur ruine und wurde schließlich von der natur zurückerobert.
das schloss wurde auch immer wieder als drehort genutzt – die verfallenen mauern und dunklen verliese boten die perfekte kulisse dazu.
kein walisisches schloss wäre komplett ohne eine geistergeschichte. in gwrych soll die „countess of dundonald“ spuken.
besucher und mitarbeiter berichten regelmäßig von einer weißen gestalt, die in den fenstern der ruine schwebt oder auf der verfallenen treppe steht. ob man nun an geister glaubt oder nicht, wenn der nebel von der küste heraufzieht und sich um die türme legt, fängt man unweigerlich an zu flüstern. uns ist sie leider nicht begegnet 😉
schließlich verließen wir wales und planten noch ein wenig england zu bereisen – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour
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