ein weingut, eine nekropole und eine wallfahrtskirche…

ein weingut, eine nekropole und eine wallfahrtskirche, das waren unsere nächsten ziele, nachdem wir von termoli weiterfuhren. erstes ziel, ein renommiertes weingut in der kleinen, noch weniger bekannten, region molise – „di majo norante“.

das weingut blickt auf eine lange geschichte zurück, die bis ins späte 18. jh. reicht. gegründet wurde es von der familie di majo, die über generationen hinweg weinbau als leidenschaft und ihr lebenswerk versteht. die ländereien rund um das gut sind geprägt von alten weinbergen, die das spezielle mikroklima der region sowie die lockeren und teilweise sandigen böden optimal nutzen.

besonders seit den 1960er jahren entwickelte sich das weingut zu einem vorzeigeunternehmen, das traditionelle techniken mit moderner technologie verbindet. heute ist „di majo norante“ international bekannt für seine charaktervollen rotweine wie den „tintilia“, den „ramitello“, den „sassius“ und den „don luigi“, die aus autochthonen traubensorten gekeltert werden (autochthone rebsorten sind alteingesessene reben, die ihren ursprung in einer spezifischen region haben und kaum anderswo angebaut werden).

die weine von „di majo norante“ tragen alle die qualitätsbezeichnung „denominazione di origine controllata“ (doc). diese kontrollierte ursprungsbezeichnung ist ein italienisches gütesiegel, das die qualität und herkunft von weinen aus bestimmten anbaugebieten unter einhaltung strenger vorschriften bescheinigt. es garantiert, dass der wein nach bestimmten technischen vorgaben, rebsorten und standards hergestellt wird. oder die bezeichnung „denominazione di origine protetta“ (dop) diese geschützte ursprungsbezeichnung ist das höchste eu-siegel für herkunft und tradition, das landwirtschaftlichen erzeugnissen und lebensmitteln verliehen wird, deren gesamter produktionsprozess (anbau, verarbeitung und herstellung) in einem bestimmten, abgegrenzten geografischen gebiet stattfindet.

während eines rundganges durften wir die produktions- und weitläufigen lagerhallen besichtigen und erhielten viele interessante informationen zur verarbeitung.

„di majo norante“ füllt jährlich 600.000 bis 700.000 flaschen ab, wobei 60% bis 70% rotweine sind. einige davon durften wir im rahmen einer weinverkostung genießen 😉.
wir verkosteten drei rotweine – „tintilia“, „sassius“ und „ don luigi riserva“. ausgezeichnete rotweine, wobei unser favorit der „sassius“ (100% aglianico trauben – ein rubinroter wein, mit weichen tanninen) gefolgt vom „tintilia“ (100% tintilia trauben – ein tiefdunkler, tanninreicher und würziger wein) war, aber das ist eine rein persönliche geschmacksache.

ein wein, der etwas aus der produktionsreihe heraussticht, ist der „apianae“ (100 % moscato reale trauben – ein wein mit goldgelber farbe, intensivem aroma und orangenblüten- und muskatgeschmack). diese von den päpsten sehr geliebte urzeitliche rebe wurde bereits um 200 v. chr. in italien kultiviert. die trauben werden bis mitte oktober auf der pflanze zum trocknen gelassen und anschließend kryomatisiert, d.h. die traubenmaische wird vor der eigentlichen alkoholischen gärung stark abgekühlt um ihre aromen zu verstärken. sie fermentieren langsam, bei kontrollierter temperatur und altern nur in stahltanks.
alterung: 1 Jahr in stahltanks und 6 monate in der flasche.wir haben den „meditationswein“ angesicht der tageszeit nicht vor ort verkostet – das werden wir in den nächsten tagen zu einem passenden anlass nachholen.
die charakteristik hört sich jedenfalls sehr gut an, und wir werden nach unserer verkostung, im späteren verlauf dieses blogeintrags noch berichten.

wir haben dieses weingut, mit dem eindruck ein tolles familienunternehmen mit außergewöhnlichem weinpotenzial kennengelernt zu haben, verlassen – vielen dank für die führung und verkostung.

im anschluss fuhren wir nach „isola varano“, einem schmalen 10 km langen sandstreifen in apulien, der den lago di varano vom meer trennt, wo wir uns eine kleine auszeit nahmen und uns auf dem campingplatz „mecca club“ für die nächsten drei tage einquartierten. an dieser stelle einen ganz herzlichen dank an die besitzer „cinzia und massimo“, dass sie, obwohl der platz noch nicht offiziellen saisonstart hatte und sie u.a. noch die restlichen neuen „glamping-zelte“ aufbauten, uns die drei tage übernachten ließen.

wenn der platz anfang juni wieder vollumfänglich geöffnet hat, wird es sehr viel komfort und gemütlichkeit geben. eine insgesamt sehr tolle cp-anlage, umgeben von einem schattenspendenden pinienwald und der fußläufige weg zum langen sandstrand, auf dem wir ausgedehnte spaziergänge gemacht haben, ist nur wenige minuten entfernt.

für längere aufenthalte bieten sich bootsfahrten und vogelbeobachtungen auf dem varano-see an sowie zahlreiche aktivitäten im nahen gargano-nationalpark (z.b. wanderungen und jeep-touren im flächenmässig einer der grössten nationalparks italiens).

in der stille und einsamkeit des mecca-club‘s haben wir endlich auch unseren neuen campingbackofen, den „roadbaker“, zum ersten mal ausprobiert. nachdem wir jahrelang mit unserem bewährten omnia backofen unterwegs waren, war es spannend, ob der „roadbaker“ wirklich vorteile bringt. und in der tat, er ist vom inhalt größer – was mehr essen bedeutet 😉. auch der glasdeckel, zur kontrolle des garvorgangs ohne hitzeverlust, hat sich als praktisch erwiesen und ebenso die beiden griffe, mit denen sich die heiße form leichter handhaben lässt. einen weiteren vorteil sehen wir in der pflegeleichten antihaft-beschichtung – langes mühevolles topfschruppen ist für camper ein no-go 🙄.
einziges manko, der deckelknauf sowie die beiden griffe werden extrem heiß und sind jedenfalls nur mit geschirrtuch, topflappen oder den im zubehör beinhalteten speziellen silikon-griffen handzuhaben. zum glück ist der mensch lernfähig, die finger verbrennt man sich sicher nur einmal 😅.
alles in allem war es für uns ein guter umstieg – wir sind zufrieden und das essen schmeckte uns auch.

nach diesen ruhigen drei tagen ging es wieder weiter südwärts und wir legten einen zwischenstopp beim bahnhof „peschici-calenella“ an der SS89 ein, um die „nekropole di monte pucci“, an den hängen des monte pucci, zu besichtigen. diese frühchristlichen „hypogäen“ (unterirdische, mit einem gewölbe versehene grabbauten, die durch komplexe gänge verbunden sind) zählen zu den bedeutendsten archäologischen stätten der region und beherbergten grabstätten, die sowohl aus der eisenzeit, als auch aus der römischen epoche stammen.
die in den fels gehauenen gräber, „arcosolien“ (bogen-gräber) und „tombe terragne“ (schachtgräber), sind gut sichtbar und zeugen von alten bestattungsritualen und traditionen der damaligen zeit. bei unserem streifzug durch die anlage spürten wir den besonderen reiz dieses ortes, der über jahrhunderte die kulturellen und frühchristlichen geheimnisse von der antike bis zum frühen mittelalter bewahrt hat.

der besuch der nekropole war für uns eine spannende kleine zeitreise und bereicherte unser verständnis für das kulturelle erbe apuliens.

als nächstes besuchten wir die historische kleinstadt „vieste“ auf der halbinsel gargano. wir parkten das cleverchen am hafen undspazierten durch die engen gassen des historischen zentrums mit den weißen häusern,

machten einen jausenstopp in einem der vielen kleinen cafe´s, klassisch mit aperol- und limoncello-spritz, ehe wir uns wieder zu unserem cleverchen zurückbegaben. „vieste“ ist gemütlich und man bekommt den wunsch länger zu bleiben,

aber wir wollten zu unserem nächsten schlafplatz dem „area sosta camper e parcheggio mare azzurro“, wo wir uns für zwei nächte einquartierten.

am nächsten tag machten wir vom campingplatz aus einen tagesausflug. wir besuchten den hoch auf dem bergrücken liegenden historischen wallfahrtsort „monte sant’angelo“, eine der faszinierendsten städte an den südlichen hängen des gargano-gebirges. schon bei der anfahrt über die vielen serpentinen wurden wir von der silhouette der stadt begrüßt, die sich majestätisch über dem weiten tal erhebt. die gassen sind schmal, verwinkelt und voller geschichte – man spürt sofort, dass monte sant’angelo seit jahrhunderten ein bedeutender pilgerort ist.

im herzen der stadt liegt das berühmte und älteste heiligtum des erzengels michael – „santuario di san michele arcangelo“ (von außen ist nur der achteckige glockenturm zu sehen, die kirche selbst liegt im inneren des berges).

bereits seit dem 5. jh. pilgern gläubige aus aller welt hierher, um die mystische grotte und spätere wallfahrtskirche zu besuchen, in der der legende nach der hl. erzengel michael mehrfach erschienen sein soll. die stimmung im sanktuarium ist einzigartig – der duft von weihrauch, das gedämpfte licht und die ehrfürchtige stille haben uns den alltag schnell vergessen lassen.

wir besuchten auch noch das angrenzende „devocionalia-museum“ und staunten nicht nur über die gemälde (geschenke von pilgern), die von gnaden und wundern berichten (zeugnisse der dem hl. erzengel michael entgegengebrachten verehrung), den wertvollen liturgischen schätzen sondern auch die historischen langobardischen krypten unterhalb des museums, deren architektonische überreste tiefer die antiken strukturen des heiligtums offenbaren.

doch „monte sant’angelo“ hat noch mehr zu bieten. beim spaziergang durch das historische viertel „rione junno“ entdeckten wir weiß getünchte häuser, steile treppen, kleine plätze mit brunnen

und besuchten das „castello normanno“. die burg entstand in der ersten hälfte des 9. jh. und wurde später von den normannen und friedrich dem II. um- und ausgebaut. sie liegt strategisch günstig oberhalb der stadt und von dort hatten wir einen tollen ausblick über die landschaft des gargano.

„monte sant’angelo“ verbindet spiritualität, geschichte und italienisches lebensgefühl auf ganz besondere weise. wir sagen, ein besuch dieser stadt ist ein muss, nicht nur für gläubige.

unser nächster längerer routenstopp verlief über die hafenstadt „manfredonia“ (das „tor zum gargano“), direkt am gleichnamigen golf (golfo di manfredonia), wo wir uns reichlich mit lebensmitteln eindeckten, um für 10 lange tage am „camping lido salpi“, direkt am meer gelegen, einfach einmal nichts anderes zu machen als zu faulenzen – lange strandspaziergänge, gut essen & trinken, ausschlafen und uns auf unsere nächsten etappen vorbereiten – einfach urlaub 😉.
so hatten wir schließlich auch noch gelegenheit unseren dessertwein aus molise, den „apianae“ zu verkosten – herrlich leichte süße, mit fruchtiger frische – nach unserem empfinden nicht nur am ende einer mahlzeit zu genießen, sondern für alle momente der geselligkeit und entspannung. dreimal daumen hoch👍👍👍.

nach dem faulenzen ging unsere reise weiter in richtung kalabrien, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

eine schlucht mit gemsen, kleine dörfer und viele gesperrte straßen…

eine schlucht mit gemsen, kleine dörfer und viele gesperrte straßen. das war der plan für die nächsten tage – natürlich nicht die gesperrten straßen. aber alles der reihe nach 😉.

vom dorf popoli terme ausgehend führte uns unsere route entlang des riesigen hochgebirgsgebiets des apennins zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.

wir hatten auch das glück, dass wir gemsen beobachten konnten, die geschickt zwischen den felsen sprangen.

die wanderung durch diese spektakuläre und unberührte umgebung war nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern ist auch geschichtsträchtig, denn das kloster „san martino in valle“ ist ein historischer bau, der direkt am eingang der schlucht liegt und dem ort eine besondere mystische atmosphäre verleiht.
es wurde vermutlich im frühen mittelalter als eremitage gegründet und diente über jahrhunderte hinweg als rückzugsort für mönche, die sich der inneren sammlung und dem gebet widmeten. uns beeindruckten die klosterruinen (werden gerade renoviert) vor allem durch ihre lage mitten in der natur sowie die steinerne architektur, die sich harmonisch in die felsige umgebung einfügt.

wir schauten uns auch noch die „sorgenti del fiume verde“ (quellen des grünen flusses) an. sie liegen unterhalb vom eingang der schlucht von fara san martino und sind kristallklare, smaragdgrüne quellen. das wasser dieser quellen ist einzigartig mikrobiologisch rein und aus diesem grund ist das baden strengstens verboten. sie sind ein wichtiges trinkwasserreservoir und ein beliebtes ausflugsziel der umgebung.

ein weiterer eindrucksvoller tag ging zu ende und wir zogen uns auf unseren nächtigungsplatz zurück – mit eigener neuer toilette 😉.

am nächsten tag starteten wir in richtung roccascalegna. ein kleines, malerisches dorf, das berühmt ist für seine spektakulär auf einer überhängenden felsspitze thronenden burg. schon von weitem sieht man es, das imposante „castello di roccascalegna“, das wie ein wächter über das tal blickt.
im dorf angekommen machten wir uns zu fuß auf den weg nach oben – der anstieg war zwar kurz, aber ziemlich steil. bei der burg angekommen, wurden wir mit einem wundervollen panoramablick auf die umliegenden hügel und olivenhaine belohnt.
die burg selbst wurde hervorragend renoviert und wir konnten die alten mauern, türme und gänge anhand der sachkundigen erklärungen unserer burgführerin „carmen“ erkunden.
seit ihrem bestehen aus der zeit der langobarden (11. oder 12. jh.) wurde die burg vielfach umgebaut, wiederaufgebaut und erweitert, speziell unter der herrschaft der corvis im 16. und 17 jh.

interessant ist auch, dass diese burg im gegensatz zu anderen keinen wasserbrunnen hat. die wasserversorgung funktionierte ausschließlich mit regenwasser – mittels einer rinne wurde das regenwasser gesammlt, das in eine zisterne floss und dort aufgefangen wurde. toll ist auch der schmale steg, der direkt zum höchsten punkt führt – der ausblick lohnt sich.
die besondere lage dieses ortes und die geschichte, die in den steinen steckt, machten unseren besuch zu einem besonderen erlebnis – danke carmen, für die fachkundige führung.

nach unserer burgbesichtigung spazierten wir noch ein wenig im dorf herum, ehe wir unsere reise fortsetzten.

unser nächster besuch galt dem „iuvanum archaeological park“, am fuße des dorfes montenerodomo, eine der bedeutendsten archäologischen stätte der region. im freigelände sind die überreste der ursprünglichen siedlung der samniten zu sehen (ein italischer volksstamm aus dem 4. jh. v. chr.): das heiligtum mit zwei angrenzenden tempeln sowie das kleine theater mit steinerner bühne und sitzreihen. die meisten funde stammen allerdings aus der römerzeit: gepflasterte straßen, der große zentrale platz (das forum), mit steinplatten gepflastert sowie die nahegelegenen thermen. leider hatte zur zeit unseres besuchs das museum geschlossen und so konnten wir uns nur das freigelände ansehen.

vom archäologischen park wollten wir die knapp 50 km zu einem stellplatz am „lago di bomba“ fahren, was sich aber im nachhinein nicht so einfach darstellte. die sp 107 zurück bis colle zingaro, dann auf die sp 133 und diese runter bis pennadomo – „patsch“, und da war die straße auf einmal mit bautafel und sperrschild versehen.
als wir uns bereits darauf einstellten in pennadomo auf einem p4n-parkplatz zu übernachten, kam ein freundlicher mann mit kleinem traktor entlanggefahren und erklärte uns, dass die sp 133 ganz gut befahrbar sei (eigentlich geöffnet wäre 🙄). na dann, schleunigst machten wir uns auf den weg

– bogen nach einigen kilometern auf die sp 135 ab und dachten, dass unser ziel am lago di bomba bald erreicht wäre. fehlanzeige – wieder eine straßensperre und wir mussten, um nicht einen riesigen umweg zu machen, auf einer kleinen nebenstraße bis hinunter zum see fahren. dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
das einzige problem war, dass die uferstraße sehr schadhaft war und immer enger wurde. ein umdrehen war auch nicht mehr möglich, denn die straße war stellenweise in den see abgerutscht, und diesmal gab es keine bautafeln, sperrschilder oder straßenblockaden. obwohl sich die weiterfahrt zum teil als sehr risikoreich darstellte, hieß es – was solls, augen zu und durch (freiwillig würden wir das keinesfalls machen).

endlich unterhalb von colledimezzo angekommen, stellten wir das cleverchen für die nacht auf dem parkplatz eines noch nicht geöffneten ferienparks mit blick auf den see ab – kein mensch weit und breit, einsam und ruhig verbrachten wir die nacht (erholung war dringend angesagt).

der nächste fahrtag richtung termoli begann leider wieder mit weiteren straßensperren und umwegen. wir fanden schlupflöcher, um endlose umwege zu vermeiden, immer entlang kaum befahrbarer straßen, wo auch spaten, säge und gartenschere zum einsatz kamen um durchzukommen 😉.

schlussendlich haben wir die berge in den abruzzen hinter uns gelassen und sind wohlbehalten an der küste in termoli, in der region molise, angekommen.

vor dem schlafengehen haben wir uns diese wirklich schöne stadt angesehen. „termoli“ ist eine lebendige hafenstadt, die den antiken charme seiner vergangenheit beibehalten hat und für die von mauern umgebene altstadt, mit der schwäbischen burg friedrichs II., und ihrem malerischen strand bekannt ist.

die engen gassen der historischen stadt – übrigens, termoli hat mit der rejecelle-gasse, die schmalste gasse in italien und europa, seine breite beträgt an der schmalsten stelle nur 34 cm !!! –

bieten zahlreiche kleine cafés, restaurants sowie eine fußgängerzone und von der alten festung hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).

nach termoli wollten wir u. a. ein bekanntes weingut besichtigen, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

unser nächstes ziel, durch die berge und über pässe von umbrien und den marken…

unser nächstes ziel, durch die berge und über pässe von umbrien und den marken. doch vor den bergpassagen gab es noch einiges zu sehen. so machten wir eine kleine wanderung durch den „coastal botanic gardens of veneto“ im südlichen teil der küste von rosolina mare. leider konnten wir die kompletten 7,5 km durch alle drei landschaftsräume (kiefernwald, süßwasserfeuchtgebiete und  brackfeuchtgebiete) nicht gehen, da das gebiet zum teil überschwemmt war

und entlang der küste verging uns der weitere spaziergang endgültig. wegen des sehr heftigen windes wurden wir vom sand eingehüllt, quasi sandgestrahlt, und so machte uns der strandspaziergang einfach keinen spaß.

trotzdem war es schön auch diese gegend mit den gezeitenflächen und den dünenlandschaften einmal gesehen zu haben.

unser stellplatz am abend belohnte uns mit einem wunderschönen sonnenuntergang (davon können wir nie genug bekommen) und verschönerte uns das abendessen.

am nächsten tag fuhren wir über wackelige brücken, wie die kostenpflichtige mautbrücke „ponte di barche“ über den „po di goro“, in richtung lido di spina.
davor schauten wir uns noch die „treibholzfiguren“ am strand vom „lido delle nazioni“ an,

ehe wir unser ziel, den campingplatz „residenza le saline“, erreichten. dieser campingplatz hat alles was man von einem campingplatz erwartet (außer duschen und wc, aber das haben wir ja an bord). stromversorgung, grauwasser- und kasettenentleerung und ganz wichtig, auch gutes trinkwasser. wir durften zwischen den stellplatzmöglichkeiten auf schotter und kies bzw. auf der großen wiese hinter dem b&b frei wählen und bekamen alle informationen über die örtlichen möglichkeiten und einrichtungen (z.b. radrundtouren und kanuausflüge durch die lagunen sowie museen, denkmäler und strände von comacchio). wir haben eine ruhige nacht verbracht und können uns gut vorstellen, dass man hier auch mehrere angenehme tage mit vielfältigen erkundungstouren verbringen kann – danke für die freundliche aufnahme👍.

unser nächster besuch galt der lagunenstadt „comacchio“, eine charmante stadt, die liebevoll als „klein-venedig“ bezeichnet wird. die zahlreichen kanäle, die sich durch das historische zentrum schlängeln, verleihen dem ort eine tolle atmosphäre. bei einem bummel durch die stadt entdeckt man viele bunte häuser, kleine malerische brücken und gemütliche plätze.

markant ist die berühmte trepponti-brücke (das wahrzeichen der stadt)

sowie die alten fischverarbeitungsanlagen, die von der langen tradition der aal-fischerei zeugen. die stadt bietet zahlreiche cafés und restaurants, in denen lokale spezialitäten probiert werden können.

durch diese stadt zu bummeln können wir nur jedem empfehlen der in der provinz ferrara und dem po-delta regionalpark unterwegs ist.

ein für uns interessanter spot war die „ruine s. alfonso bei argenta“. die anfahrt ist zwar sehr holprig, aber sie lohnte sich. der betrieb war teil der azienda agricola san alfonso, der historisch mit der familie franchi (insbesondere augusto franchi) verknüpft war. s. alfonso diente als „centro aziendale“, also als verwaltungs- und wohnzentrum für arbeiter sowie als lagerhaus. in seiner blütezeit war der betrieb ein wichtiger bestandteil des dichten netzes landwirtschaftlicher güter, die das neu gewonnene land im po-delta bewirtschafteten. heute befinden sich die gebäude in einem zustand des fortgeschrittenen verfalls.

aber gerade dieser schlechte zustand ist entscheidend für ein besonderes erlebnis in der natur.
die ruine ist zu einem der wichtigsten brutplätze des seltenen rötelfalken (falco naumanni) im nördlichen italien geworden. die vögel nutzen die löcher im mauerwerk und die dachbalken als nistplätze. der kleine falke lebt vornehmlich in der region um das mittelmeer und in zentralasien und ist ein langstreckenzieher, der südlich der sahara überwintert. wir hatten große freude die kleinen falken bei ihrem anflug mit ihrer beute in den fängen beobachten zu können – ein seltenes, aber sehr schönes erlebnis.

da es ganz in der nähe von argenta noch ein kleines naturschutzgebiet gibt machten wir einen kurzen abstecher dorthin, ehe wir uns auf den stellplatz in argenta für die nacht zurückzogen. bei unserem abendspaziergang konnten wir verschiedene wasservögel, schildkröten, bisamratten und rosa flamingos sehen – einfach schön.

den nächsten tag starteten wir mit einer stadtbesichtigung. „dozza“ ist ein mittelalterliches, kleines, aber beeindruckendes dorf, und bekannt wegen seiner biennale für zeitgenössische kunst. die straßen sind wie eine open-air-galerie, denn zahlreiche künstler haben im rahmen des biennal stattfindenden „festival der bemalten mauern“ ihre werke direkt auf die gebäude angebracht. so entstand bei unserem rundgang durch den ort eine besondere atmosphäre, die dozza von anderen orten abhebt.

das historische stadtbild mit kleinen gassen und der mächtigen „festung rocca di dozza“, von der man auch einen tollen ausblick über die hügelige landschaft der emilia-romagna hat, hat uns sehr angesprochen.

besonders die lebendige mischung aus kunst und geschichte begeistert – dozza ist definitiv einen besuch wert.

anschließend fuhren wir auf einen campingplatz auf den wir uns schon länger gefreut hatten. warum? dieser cp gehört zu einer therme deren besuch wir fix geplant hatten. „terme dell‘ agriturismo“, wieder einmal wellnes pur erleben – schwimmen im warmen wasser, entspannen im whirlpool & in der sauna, im dampfbad chillen und eine tolle massage genießen. zwar war der gesamte außenbereich inkl. aquapark noch nicht geöffnet, aber der innenbereich mit schleuße zu einem der aussenbecken ist groß genug.

nach dem abendessen, es gibt in der therme eine ausgezeichnete pizzaria, konnten wir nochmals zum abend(nacht)schwimmen bis 01:00 uhr früh, im rahmen der thermal nights oder blue nights. einfach genau das, was wir lieben. es waren sehr entspannende zwei tage 😉.

zügig ging es schließlich weiter richtung berge. vorbei an assisi,

wo wir auf grund des touristenstroms auf einen stadtbesuch verzichteten (es war ostermontag), suchten wir uns einen stellplatz der etwas weiter östlich lag in „armenzano“, am fuße des monte subasio. ruhig, sicher, einsam – perfekt.

der nächste routenabschnitt führte uns über „serravalle di chienti“ in der region marken, wo wir noch schnell bei der „chiesa di santa croce in percanestro“ (aus dem 10. jh., aber leider verschlossen) unseren wasservorrat mit klarem, eiskalten wasser auffüllten. von dort fuhren wir zur nächsten kirche, der „wallfahrtskirche madonna di macereto“, ein marienheiligtum auf der hochebene von macereto, in der nähe von visso, das auf das jahr 1528 zurückgeht und für die außergewöhnliche renaissancearchitektur bekannt ist. aufgrund des erdbebens von 2016 und den noch immer laufenden revovierungsarbeiten ist der komplex leider nicht zugänglich – schade.

also ging es weiter zu unserem nächsten schlafplatz in „borgo sant’antonio“, ein von der gemeinde errichteter stellplatz, derzeit ohne jeglichen service, aber dafür ruhig und einsam 😉.

von borgo sant antonio wollten wir über den „passo forca di presta“, auf 1535 m gelegen und einer der berühmtesten pässe der sibillinischen berge.  von weitem konnte man schon die schneebedeckten gipfel sehen und erahnen, was uns in den nächsten tagen bevorstand.

schnell noch ein zwischenstopp bei der derzeit noch verschlossenen „church of the madonna della còna“, ein wenig im schnee spielen, sich mit einem italienischen tourengeher unterhalten

und feststellen, dass die straße sp156 auf den „monte prata“ unpassierbar war.

also weiter, wir wollten ja über den „passo forca di presta“, der die hochebene von castelluccio, auf 1432 m gelegen, vom tronto-tal trennt und die natürliche grenze zwischen umbrien und den marken ist. unsere route führte unterhalb der durch das letzte erdbeben von 2016 völlig zerstörten bergdorfs „castelluccio“ vorbei. viele der häuser und historischen gebäude sind eingestürzt, oder so schwer beschädigt, sodass die einwohner ihre heimat verlassen mussten. der wiederaufbau geht nur langsam voran, und noch heute prägen ruinen sowie baustellen das ortsbild.
aber die lokalen landwirte haben nicht aufgegeben, denn seit jeher ist das gebiet für seinen linsenanbau bekannt („lénta“, wie sie von den einwohnern von castelluccio genannt wird – das repräsentativste produkt des dorfes schlechthin) und für das blumenfarbspektakel, wenn die linsenfelder der hochebene im frühsommer zusammen mit mohn- und kornblumen, gänseblümchen, narzissen und enzianen in voller blüte stehen und die touristen anlocken.

tja, und dann kam die abzweigung auf die sp477 richtung pass – aber auch dieser war leider noch gesperrt. so hieß es wieder einmal umrouten und einen größeren umweg fahren,

um wieder auf unsere geplante route zu kommen. auf einer kleinen nebenstraße richtung norica, dann nach links nach capodacqua und bei trisungo wieder auf unsere ursprüngliche route. nach ein wenig kurvenfahren 😉 konnten wir schließlich unseren übernachtungsplatz in mascioni, direkt am „lago compotosto“, erreichen, obwohl die straße rund um den see teilweise etwas mühevoll zu befahren war. noch viel schnee, aber alles in allem ein herrlicher fahrtag, trotz einiger umroutung schwierigkeiten.

vom lago compotosto fuhren wir in das dorf popoli terme, wo wir von unserem nächtigungsplatz aus eine wanderung im „pescara springs regional nature reserve“ zu den quellen des flusses pescara unternahmen, eines der wichtigsten quellgebiete in zentral- und süditalien. schön frühlingshaft und wieder schneefrei.

unsere nächste route führt zu den schluchten von „fara san martino“ in den abruzzen, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

zuerst zu den weißen pferden, dann weiter richtung venedig…

zuerst zu den weißen pferden, dann weiter richtung venedig – so war unser plan. früh am morgen, gleich nach unserem frühstück, starteten wir unsere wanderung durch das „isonzo mouth regional nature reserve“, einem rund 2.400 ha großen naturschutzgebiet, mit der “insel cona“ im zentrum des feuchtgebietes.

es liegt im nordosten italiens, nahe der mündung des flusses isonzo. ein paradies für alle naturliebhaber, das für seine reiche flora und fauna bekannt ist und  zahlreiche möglichkeiten zur vogelbeobachtung bietet (über 300 verschiedene vogelarten, je nach jahreszeit).

eine weitere attraktion sind die hier frei lebenden „deltapferde“, die ursprünglich von den „camargue-pferden“ abstammen.

zur zeit unseres besuches konnten wir nicht alle wege in den einzelnen landschaftsteilen mit feuchtgebieten, salzwiesen und flussarmen durchwandern, trotzdem ein schöner morgenspaziergang und unser ziel, die „camargue-pferde“ zu sehen und zu fotografieren, haben wir jedenfalls erreicht.

unser nächster stopp führte uns nach aquileia. diese stadt hat eine beeindruckende geschichte und zählt zu den bedeutendsten archäologischen stätten italiens.

am bekanntesten ist die prachtvolle „patriarchalische basilika“ (der dom der patriarchen von aquileia) mit ihren gut erhaltenen, einzigartigen bodenmosaiken, die einblick in die frühe christliche kunst bieten und mit dem frühen 4. jh. datiert werden.

bei unserem spaziergang durch die antiken ruinen, entlang des forums und während der besichtigung des „domus des tito macro“ (vermutlich ein reicher kaufmann, der es sich leisten konnte gegen ende des 1. jh. v. chr. nebeneinanader liegende grundstücke zu kaufen und darauf ein 1.500 m² großes haus zu errichten – eines der größten römischen stadthäuser, das in norditalien bekannt ist) spürten wir das flair vergangener zeiten und konnten die atmosphäre des einstigen römischen, weitreichenden handelszentrums gut nachempfinden.

eigentlich wollten wir nach portogruaro, um den immer an einem donnerstag stattfindenden wochenmarkt zu besuchen. da es aber den ganzen abend zuvor und die ganze nacht geregnet hatte, waren nur sehr wenige stände aufgebaut. schade, aber gut, denn somit blieb uns mehr zeit für einen stadtrundgang. portogruaro ist eine charmante kleinstadt in venetien, die besonders für ihr mittelalterliches ambiente und die malerischen gassen bekannt ist. die stadt wurde im 12. jh. gegründet und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen handelszentrum, was sich noch heute in den prachtvollen palazzi entlang des flusses lemene widerspiegelt.

beim spaziergang durch die altstadt, entlang der historischen arkaden, gab ja viel zu sehen – die piazza della repubblica mit dem reiterstandbild und den kranich-brunnen; den duomo di sant’andrea; die mühle mit wasserrad am fluss lemene und die kleine, hölzerne marien-kapelle „oratorio della madonna della pescheria“; die brücke mit dem markus-löwen; das alte stadttor „porta san gottardo“ usw.

eine wirklich sehenswerte stadt.

unsere letzte nacht vor venedig verbrachten wir in cavallino-treporti auf einem stellplatz quasi vis-à-vis von venedig, um endlich direkt ans meer zu kommen, einen ersten strandspaziergang zu machen

und uns von dort den sonnenuntergang anzusehen. wie immer, wunderschön.

nun war es soweit. wir checkten für vier nächte auf dem campingplatz „camping fusina“ ein, um wieder einmal venedig zu besichtigen, denn die fähre geht unmittelbar vor dem campingplatz in nur 20 min. direkt nach venedig – praktisch. auch war ein wenig auszuspannen, wäsche waschen und einfach einmal nichts tun geplant.

einen ganzen tag hatten wir für unseren venedig-bummel eingeplant und ja, was soll man über venedig schreiben, was nicht schon geschrieben worden ist…. einfach venedig, dass von seinem charme und zauber nichts eingebüßt hat – es war ein wunderschöner tag 😉

unsere nächsten routen sind entlang der ostküste, also der adriaküste, immer weiter richtung süden geplant, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

die ersten tage unserer italien tour….

die ersten tage unserer italien tour, begannen mit dem start einer ruhigen aber langweiligen anfahrt (wir mögen keine längeren autobahnfahrten) und führte uns zu unserem ersten übernachtungsplatz am stausee soboth, im dreiländereck kärnten-slowenien-steiermark. da noch keine saison war standen wir noch komplett alleine und verbrachten eine ruhige aber kalte nacht -2°celsius.

am nächsten tag, die sonne wollte noch nicht so richtig durchkommen, ging unsere reise in richtung der nordostitalienischen gemeinde trasaghis, an den „lago di cavazzo“. auf der route dorthin legten wir noch einen kurzen zwischenstopp in tarvis ein, um uns mit einem italienischen daten sim für unseren router auszustatten und unsere ersten italienischen „espressi“ zu genießen.
am lago di cavazzo angekommen richteten wir uns für zwei nächte ein – zwar nicht direkt an unserem (lieblings-)stellplatz direkt am see, den haben sie nämlich mit einem verbotsschild „kein camping“ versehen, sondern einige meter weiter, ganz legal neben dem zugang zum seerundwanderweg.

der „lago di cavazzo“ liegt wunderschön eingebettet in den karnischen voralpen, und ist bei touristen kaum bekannt, dafür aber umso mehr bei den italienern, da es ein bekanntes gebiet für gleitschirmflieger ist. wir machten eine gemütliche wanderung rund um den see.

unsere nächste route führte uns nach valvasone. am weg dorthin hielten wir in der prosciutto-stadt „san daniele del friuli“, auf einem hügel über dem tagliamento-tal gelegen, an. wir besichtigten zwei kirchen – die „chiesa della madonna di strada“ und den „duomo di san michele arcangelo“ im zentrum der stadt.
erstere beeindruckte uns mit ihrer schlichten eleganz, eines der bedeutendsten barockgebäude italiens. im inneren befindet sich ein altarbild mit der darstellung der madonna mit kind aus dem jahr 1506 von pellegrino da san daniele. ursprünglich als wallfahrtsort erbaut, diente sie den menschen der region über generationen hinweg als spirituelles zentrum und zufluchtsort.

der „duomo di san michele arcangelo“, im herzen der stadt, besticht durch seine majestätische fassade und sein reich verziertes inneres. er wurde im 14. jh. errichtet, bevor er im 18. jh. von dem venezianischen architekten domenico rossi renoviert und erweitert wurde. besonders sehenswert sind das taufbecken von carlo da carona, ein gemälde von pomponio amalteo und eine der größten orgeln der region.

aber nun zu unserem highlight des tages. für die kullinarische ergänzung unseres reiseblogs erhielten wir von der schinkenmanufaktur „la casa del prosciutto“ die einladung zu einer führung durch ihre produktionsstätte, bei der der umfangreiche herstellungsprozess der traditionsreichen spezialität erklärt wird, mit anschließender verkostung.„la casa del prosciutto“ besteht bereits seit 1906, also genau seit 120 jahren, und wurde von der familie alberti gegründet, die sich der traditionellen herstellung des berühmten san-daniele-schinkens verschrieben hat. die manufaktur befindet sich nach wie vor im herzen von san daniele del friuli und ist heute der einzige betrieb, der noch direkt in der stadt produziert. viele andere schinkenhersteller haben ihre produktion inzwischen ins umland verlagert, doch „la casa del prosciutto“ hält an der historischen lage fest und pflegt die tradition und handwerkliche herstellung vor ort. das unternehmen ist seit der gründung im besitz der familie alberti, was die authentizität und die hohe qualität der produkte garantiert.

gleich beim betreten der manufaktur wurden wir von dem intensiven duft des luftgetrockneten schinkens begrüßt. während der führung erhielten wir spannende einblicke in den gesamten produktionsprozess – angefangen bei der auswahl der besten schweinehinterkeulen (mindestens 12 kg), über das sorgfältige pökeln mit meersalz (keine anderen gewürze), gefolgt von einer ersten ruhephase und dem anschließenden massieren und in form pressen der keulen (damit das salz tiefer in das gewebe eindringt und der schinken die typische gitarren-form bekommt), über die mindestens 13 bis maximal 20 – 24 monatige mehrstufige reifung im speziellen mikroklima (meeresluft trifft auf gebirgsluft), bis hin zum reifungsabschluss und zur qualitätsprüfung durch das punktuelle einstechen in die schinkenkeulen mittels eines pferdeknochen (u.a. um auch aromen und düfte wahrzunehmen). sind alle parameter erfüllt erhält der prosciutto das brandzeichen vom san daniele schinken-konsortium (wurde 1961 von einer gruppe von bürgern von san daniele gegründet).

im anschluss an diese interssante führung durften wir im rahmen einer verkostung die unterschiedlichen prosciutto-varianten probieren, d.h. zarte schinkenscheiben aus drei verschiedenen stellen der keule herausgeschnitten. die feinen aromen und die zarte konsistenz machten jede einzelne scheibe zu einem echten hochgenuss für uns.

der besuch bei familie alberti in der „la casa del prosciutto“ war nicht nur „die“ kulinarische bereicherung für uns, sondern bot uns einen authentischen einblick in die regionale handwerkskunst und das kulturelle erbe von san daniele del friuli. eine klare empfehlung von uns an alle, die in dieser region unterwegs sind, besucht dieses traditionsreiche familienunternehmen im rahmen einer tour durch die manufaktur – ein erlebnis, das lange in erinnerung bleibt.

unser nächster kurzer zwischenstopp war in „spilimbergo“, dem zentrum der mosaikkunst.

wir bummelten durch die stadt über den „corso roma“ (gesäumt von arkadengängen, historischen gebäuden und palästen mit prächtig bemalten fassaden), besuchten das „castello di spilimbergo“ dessen bekanntester teil der „bemalte palast“ ist (leider kann man das castello nur von außen besichtigen) und schauten uns den „duomo di santa maria maggiore“ an.
der bau des doms wurde in der zweiten hälfte des 13. jh. begonnen und wahrscheinlich in der ersten hälfte des 14. jh. abgeschlossen. er galt als beeindruckendes beispiel gotischer sakralarchitektur in friaul. auffällig ist die massive gotische fassade, die mit einem charakteristischen rosettenfenster und eleganten portalen geschmückt ist.
im inneren lebt der dom durch seine hohen, lichtdurchfluteten gewölbe, den wertvollen fresken und altären aus verschiedenen epochen sowie der krypta mit kreuzgewölbe.

tagesendziel war valvasone, eines der schönsten dörfer italiens, wo wir auf dem von der gemeinde für camper bereitgestellten stellplatz übernachten. das service der stadt ist hier einzigartig – trinkwasser / brauchwasser / abwasserentsorgung / toilettenentleerung / mistkübel und das beste, es gibt auch kostenlosen strom. vorbildlich, so sollten alle städte in europa stellplätze für camper einrichten.

am nächsten morgen stand ein kleiner stadtspaziergang durch valvasone auf unserem programm. wir schauten uns die wandmalereien in der „chiesa di s. pietro e paolo“ an

und bummelten weiter zum „duomo valvasone“. dieser beeindruckte uns mit seiner mischung aus gotischen- und renaissance-elementen. das äußere ist sehr schlicht gehalten, doch im inneren ist u.a. eine historische orgel mit ihren prachtvollen flügeln zu sehen, die zu den ältesten noch spielbaren instrumenten italiens zählt. das eingangstor mit seinen außergewöhnlichen bronze motiven vermittelt einen authentischen eindruck vom religiösen und kulturellen leben der region.

auf unserem rundgang durch die kopfsteingepflasterten gassen kamen wir auch am „castello di valvasone“ vorbei, das aber leider nur von außen besichtigt werden kann, ehe wir uns den alten waschplatz der stadt ansahen – war schon mühsamer in früheren zeiten die wäsche sauber zu halten.

alles in allem ein gemütlicher morgenspaziergang.

den nachmittag verbrachten wir mit einem weiteren stadtrundgang, diesmal in „cividale del friuli“. eine bemerkenswerte stadt, mit einigen besonderen sehenswürdigkeiten. eine davon ist das „kloster santa maria in valle & langobardentempel“.  das ursprüngliche frauenkloster der benediktinerinnen, das gegen ende des 8. jh. gegründet wurde, liegt malerisch über dem fluss natisone und diente seinerzeit auch als rückzugs- und zufluchtsort für junge langobardische frauen, oft aus adligen familien. es gilt als eines der bedeutendsten kunstdenkmäler norditaliens und beherbergt den berühmten „tempietto longobardo“ (langobardentempel), heute ein teil des klosterkomplexes.
nachdem die benediktinerinnen das kloster verlassen hatten, wurde die anlage im jahr 1841 den ursulinen (ordo sanctae ursulae) anvertraut. diese richteten dort ein bedeutendes mädcheninternat und eine schule ein, die das leben in cividale del friuli über 150 jahre lang prägten. die religiöse tätigkeit im kloster endete endgültig im jahr 1999.

der berühmte langobardentempel aus dem 8. jh. (ursprünglich eine palastkapelle für den königlichen hof und später klosterkapelle der nonnen) ist ein einzigartiges bauwerk, das einen bedeutenden teil der geschichte norditaliens widerspiegelt. er zeugt von der faszinierenden geschichte der langobarden, die zwischen 568 und 774 n. chr. norditalien beherrschten.
ein kurzes einführungsvideo (rund 10 min) vermittelt gekonnt das ursprüngliche erscheinungsbild des inneren (hohe marmorsockel; ein großer mittelbogen mit heiligenfiguren zu beiden seiten; religiöse bilder und hochreliefdekorationen mit stuckverzierungen).
mit seinen kunstvollen reliefs und fresken aus dem frühen mittelalter gilt er als meisterwerk der frühmittelalterlichen sakralarchitektur und gibt einen eindrucksvollen einblick in das religiöse leben und die künstlerische entwicklung der langobarden. die einzigartige atmosphäre und die historische substanz machen den tempel zu einem muss für kulturinteressierte und geschichtsbegeisterte. seit 2011 zählt der tempel zum unesco-weltkulturerbe.

nach dem kloster besuchten wir den „dom santa maria assunta“ an der piazza del duomo. dieses prächtige gotteshaus, das vermutlich ursprünglich teil des bischofskomplexes bereits zu beginn des 8. jh. war, wurde vom 10. – 15. jh. erweitert, erneuert und wiederaufgebaut und beeindruckt heute mit einer mischung aus romanischen und gotischen elementen. im inneren erwarteten uns kostbare kunstschätze, darunter der berühmte silberne altaraufsatz und zahlreiche gemälde regionaler künstler. da zum zeitpunkt unseres besuches gerade eine totenmesse abgehalten wurde, verzichteten wir auf detailreiche fotos.

zur stadtbesichtigung gehörte auch ein blick auf die statue von „julius caesar“ und die berühmte teufelsbrücke. die „ponte del diavolo“ überspannt den fluss natisone und fällt durch ihre ungewöhnliche konstruktion mit zwei unterschiedlich hohen bögen auf. einer alten legende zufolge soll der teufel geholfen haben die brücke zu erbauen, nachdem die einwohner cividales ihn um unterstützung baten. allerdings forderte er als gegenleistung die erste seele, die darüber ging. heute ist die teufelsbrücke nicht nur ein beeindruckendes bauwerk, sondern auch ein symbol der stadt.

am nächsten tag führte uns unsere tour nach duino-aurisina. von einem parkplatz oberhalb der küste gelegen wanderten wir den rund 2 km langen „rilke-weg“, benannt nach dem österreichischen lyriker rainer maria rilke, entlang der steilküste mit spektakulären aussichtspunkten auf den golf von triest

zum „schloss duino“.
schloss duino, malerisch auf einem felsen über dem meer gelegen, blickt auf eine lange und bewegte geschichte zurück. es wurde 1389 auf den ruinen eines römischen vorpostens errichtet, die als verteidigungsanlage gegen angriffe vom meer diente (die ganz alte burg von duino stammt aus dem 11. jh. und liegt gut sichtbar auf der nächsten klippe, war aber leider für eine besichtigung gesperrt).

die heutige form des schlosses entstand erst im 14. jh. als die familie wallsee die burg zu einem repräsentativen adelssitz ausbaute. im laufe der jahrhunderte wechselte das schloss mehrfach den besitzer und wurde kontinuierlich erweitert und umgestaltet, insbesondere im 17. und 18. jh., als die fürstenfamilie von thurn und taxis das anwesen übernahm – die heutigen eigentümer des schlosses von duino.
durch die nähe zu triest und die strategische lage entwickelte sich schloss duino zu einem gesellschaftlichen und kulturellen treffpunkt der region. zahlreiche prominente persönlichkeiten, darunter dichter, künstler und sogar mitglieder des europäischen hochadels, besuchten das schloss – am bekanntesten wohl rainer maria rilke, der während seines aufenthalts im jahr 1912 die arbeit an seinen “duineser elegien“ begann. aber auch der österreichisch-ungarische klaviervirtuose franz liszt besuchte das schloss duino im jahr 1849. während seines aufenthalts komponierte er an einem wiener hammerklavier, das sich noch heute im schloss befindet, einige seiner werke. liszt war zu dieser zeit auf einer konzertreise und nutzte die inspirierende atmosphäre des schlosses, um neue musikalische ideen zu entwickeln.
im 20. jh. wurde das schloss nach schweren schäden im zweiten weltkrieg restauriert und dient heute der öffentlichkeit als museum und veranstaltungsort. die prunkvollen säle, der romantische park und die atemberaubende aussicht machen schloss duino zu einem bedeutenden zeugnis der geschichte und kultur friaul-julisch venetiens.

bevor wir den schlosspark verließen stiegen wir die rund 100 stufen in den bunker von duino hinunter. dieser wurde seinerzeit von zwangsarbeitern in den fels geschlagen, nachdem das militärkommando adria, eine deutsche marine-befehlsstelle, die provinz triest 1943 besetzt hatte. hier fand die bevölkerung schutz im 2. weltkrieg und hier ergaben sich auch im mai 1945 die deutschen den alliierten.

nach unserer schlossbesichtigung, und dem rückweg über den rilke-weg, fuhren wir weiter zu unserem übernachtungsplatz auf der halbinsel „isola della cona“. ein ruhiger gemütlicher platz mit einer impossanten aussicht, besonders bei sonnenuntergang.

unser plan war, gleich früh am nächsten morgen, eine wanderung durch das „isonzo mouth regional nature reserve“, einem rund 2.400 ha großen schutzgebiet, zu unternehmen, um u.a. frei lebende camargue-pferde zu fotografieren.

aber was wir noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

auf nach bella italia….

auf nach bella italia, einmal bis zur stiefelspitze und dann weiter nach sizilien. so sieht unser diesjähriges alternativprogramm zur transafrika-tour aus.

wir legen unsere routen in drei abschnitte an:

  1. von der po-ebene durch die provinzen – emilia-romagna – friaul-julisch venetien – ligurien – lombardei – venetien – toskana – umbrien – kalabrien, bis zum fährhafen villa san giovanni für die überfahrt nach messina, sizilien.
  2. einmal rund um sizilien, mit einigen abstechern auch ins landesinnere.
  3. der westküste italiens entlang über neapel – rom – toskana, oder als alternative, von brindisi nach griechenland verschiffen und dort noch einige wochen durchs land streifen – aber das entscheiden wir spontan von unterwegs.

wir werden den schwerpunkt auf straßen legen, die wir bis dato noch nie gefahren sind (autobahnen meiden wir prinzipiell) – gar nicht so leicht in italien 😉 und versuchen neue, landschaftliche ecken zu finden, die nicht in jedem reiseführer stehen. eine neunmonatige entdeckungstour entlang kurviger küstenstraßen, historischen zentren mit kulturellem reichtum und malerischen dörfern.

mal schauen, ob wir auch neue kochrezepte bekommen – die geheimnisse der italienischen hausfrauen lüften – und natürlich all das genießen, was italien zu italien macht – sonne, meer, essen und trinken, kurz die leidenschaftliche lebensart („dolce vita“).

eine etwas andere reise als die geplante transafrika-tour, aber sicher auch sehr spannend, und was wir auf dieser reise so alles erleben werden ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

 

eigentlich hätte heute unser aufregendes abenteuer beginnen sollen…

eigentlich hätte heute unser aufregendes abenteuer beginnen sollen, die transafrika-tour auf dem landweg von wien nach kapstadt. alles war fertig gepackt und unser cleverchen komplett eingeräumt, doch leider ist es jetzt gewiss, dass wir unsere geplante route unter den letzter woche entstandenen politischen unruhen im mittleren osten nicht durchführen können. die durchreise ist sowohl aus sicherheitsgründen sowie den logistischen transportgegebenheiten, eine verschiffung über das rote meer, nicht mehr zu verantworten.

fast stündlich haben sich die geopolitischen spannungen erheblich verschärft und gleich mehrere staaten sind jetzt offiziell mit der höchsten reisewarnstufe versehen worden.

länder wie irak, jordanien und saudi-arabien haben ihre grenzen für den tourismus teilweise ganz geschlossen, bzw. sind die länderübergänge nur unregelmäßig geöffnet.

die versicherungen lehnen jegliche haftung an personen- und fahrzeugschäden ab. auch ist die medizinische versorgung für reisende nicht mehr in vollem umfang aufrecht.

diese plötzliche entwicklung war nicht vorhersehbar und ist nicht nur für uns als reisejournalisten schwerwiegend, sondern vor allem für die bevölkerung vor ort sehr bedauerlich. wir hoffen aufrichtig, dass sich die lage schnell stabilisiert und frieden einkehrt.

es fällt schwer, sich so kurzfristig von einer traumroute zu verabschieden – wir hatten uns auf dieses abenteuer schon sehr, sehr gefreut. aber, das geplante abenteuer ist nicht aufgehoben, sondern nur verschoben. 2027 starten wir wieder neu durch und werden die transafrika hoffentlich im nächsten jahr bereisen können.

jetzt arbeiten wir intensiv an einer alternative. einer route, auf der wir die nächsten neun monate in europa unterwegs sein werden. natürlich würden wir euch sehr gerne auch auf dieser reise mitnehmen, aber wohin es uns verschlägt und was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den im moment etwas geknickten
hovi´s on tour

ein aufregendes abenteuer beginnt in kürze…

ein aufregendes abenteuer beginnt in kürze, denn wir starten wieder neu durch. diesmal geht es auf der transafrikaroute am landweg von wien über ungarn – rumänien – bulgarien – türkei – irak – jordanien – saudi-arabien – dschibuti – äthiopien – kenia – uganda – ruanda – burundi – tansania – eswatini – malawi – sambia – simbabwe und schließlich südafrika bis nach kapstadt.
auf straßen, die wir noch nie gefahren sind, durch einige länder, die wir noch nie gesehen haben und mit dem unbeschreiblichen gefühl von freiheit, das uns immer wieder zu neuen reiseabenteuer verführt. es wird nicht immer einfach werden, aber genau das macht diese reise so besonders.

in nicht einmal zwei wochen geht es los und die umfangreichen vorbereitungen für diese tour wären fast geschafft. zusätzlich hatten wir auch noch kleinigkeiten an unserem cleverchen zu beheben, zu verbessern und zu ergänzen.

so entfernten wir für eine „größere bodenfreiheit“ unsere elektrische trittstufe und für einen „erhöhten sicherheitsfaktor“ ließen wir uns einen fahrzeugsafe fix verbauen.

zwei „silberkraft moskitonetze“, die wir oberhalb unserer längsbetten aufhängen werden, haben wir erworben, um uns zusätzlich zu schützen und nicht nur mit der chemiekeule gegen die in afrika zu hauf vorkommenden moskitos zu wehren.

für die nicht immer geteerten, glatten straßen wurden „gfk-blattdedern von mubea“ verbaut. wir haben uns beim kauf für die „firma musketier“ entschieden – ein sehr guter preis und eine zuverlässige, schnelle lieferung.

unser original-heiki im schlafbereich ersetzten wir durch den dachlüfter super fan v.3.0 von „belluna“. wir haben lange verglichen und werden sehen, ob der belluna in der praxis das hält, was er verspricht.

auf dieser reise ist die mitnahme von zwei vollwertigen ersatzreifen eine voraussetzung und so haben wir wieder, wie schon für unsere panamericanatour, den „reifenträger von hymer“ montieren lassen (unser erster träger ist auf der panamericana kaputt gegangen – selbstverschulden). na schauen wir, ob er afrika diesmal überlebt.

interessant ist auch, dass einige länder im verlauf unserer tour die anbringung der alten weißen, ovalen plakette mit einem schwarzen A unbedingt am fahrzeug sehen wollen und ja, der aufkleber „left hand drive“ (linkslenker) musste auch hinten drauf, um in den ländern mit linksverkehr zu signalisieren, dass sich das lenkrad und der fahrer auf der linken seite befinden – quasi auf der „falschen“ seite sitzen 😉.

sehr, sehr gespannt sind wir auf den neuen reifensatz von 6 stück – 4 fürs cleverchen, 2 als vollwertiger ersatz. wir haben für diese abenteuertour ganz bewusst auf at-reifen verzichtet und testen zum ersten mal den „michelin crossclimate camping“ – sauberes profil, sehr leise, weniger treibstoffverbrauch als die at´s (bei 40.000 km nicht unwesentlich) und guter flankenschutz. ein reifen für roadtrips und abenteuer zu jeder jahreszeit, also genau was wir für unser vorhaben brauchen.

die üblichen servicearbeiten wie ölwechsel, neue bremsbacken, alle filter austauschen usw. haben wir auch bereits machen lassen.

einen umstieg in sachen essenszubereitung haben wir vorgenommen, nachdem wir einige jahre mit unserem omnia auf reisen gekocht, gebraten und gebacken haben.
künftig wird der „roadbaker backofen“ bei uns zum einsatz kommen. warum? ganz einfach, weil der roadbaker einige vorteile aufweist wie z.b. einen „glasdeckel“, der es ermöglicht den fortschritt des back- oder kochvorgangs jederzeit zu überwachen, ohne hitze zu verlieren und sein „größeres volumen mit 2,8 liter“, gegenüber 2 liter beim omnia.
unsere persönliche erfahrung mit dem roadbaker werden wir nach mehreren koch-, brat- und backvorgängen posten.

die große frage bei jeder längeren reise ist immer „haben wir alles mit was wir brauchen“? und „sind wir noch mit dem gewicht unter 3,5 t“?
nun, unsere jahrelange erfahrung hat uns gezeigt, es ist nicht möglich sich gegen alle „was-wäre-wenn“ situationen bereits im vorfeld abzusichern. wir glauben, dass wir gut (aus-)gerüstet und mit einem angemessenen „ersatzteillager“ für unser cleverchen in unser neues abenteuer starten.

die etappen der ersten neun tage führen uns von wien über ungarn, rumänien und bulgarien in die türkei, in die region kappadokien.

wir würden euch sehr gerne wieder auf unsere reise mitnehmen, aber was wir da noch erleben werden, ist eine andere geschichte, die wir euch später erzählen werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

die letzten tage unserer mehrmonatigen reise…

die letzten tage unserer mehrmonatigen reise durch irland, wales und england waren angebrochen.
wir fuhren zum crosby beach, am strand der mündung des river mersey, nördlich von liverpool. dort befindet sich „another place“ eine skulptureninstallation des künstlers antony gormley. sie besteht aus 100 eisernen figuren, die nach dem körper gormleys gestaltet wurden, und sich über einen langen strandabschnitt erstrecken. die figuren, mit blickrichtung über das meer zum horizont, vermitteln die vorstellung des unendlichen und ein gefühl von einsamkeit und nachdenklichkeit. besonders bei wechselnden gezeiten wirkt die szenerie immer wieder anders, wenn einige der figuren teilweise im wasser stehen oder vom sand fast begraben sind.

von dort aus machten wir einen abstecher nach „dunham massey“, ein nobler landsitz, ein intimes familienhaus und eine kulisse für politik, arbeit und freizeit. die geschichte von dunham massey ist in erster linie die geschichte zweier großer familien, der booths und der greys. die kombination aus geschichte, natur und architektur machte unseren besuch zu einem interessanten erlebnis.

weiter ging es nach manchester, um der stadt einen kurzbesuch abzustatten. wir begannen mit dem „national football museum“, das für mich, im gegensatz zu ingrid, interessant war – aber selbstverständlich begleitete sie mich geduldig durch alle ausstellungsräume 😉.

danach tauchten wir ein in die lebendige atmosphäre der stadt. um uns einen groben überblick zu schaffen, machten wir eine 90-minütige „hop-on hop-off“ busrundfahrt, wo wir gemütlich alle wichtigen stationen der stadt sehen konnten. die tour führte uns u.a. zu: bridgewater hall (concert hall) – piccadilly gardens – manchester cathedral – salford cathedral – salford university – the quays – manchester united (sir alex ferguson way) – imperial war museum – museum of science & industry. wenn man nur einen tag zeit hat, um eine stadt wie manchester zu besichtigen, eine ideale möglichkeit.

unser nächster halt war „lyme hall & garden“, dieses elisabethanische haus wurde um 1725 für peter legh errichtet, dessen familie hier seit dem 14. jh. land besaß. das anwesen besticht durch seine architektur

und die weitläufigen gärten, die zum flanieren einladen.

fasziniert hat uns die kombination aus englischer eleganz und der natürlichen schönheit der umliegenden landschaft. im inneren des hauses konnten wir prunkvolle säle sowie liebevoll eingerichtete räume bestaunen. ein besuch, der uns begeistert hat.

wieder einmal wandern und so entschieden wir uns für die tour zum „shining tor“. die erhebung shining tor ist mit 559 m der höchste punkt in der grafschaft cheshire, nahe der stadt buxton. der rundweg führte uns über sanfte hügel und durch weite moorlandschaften und war ein schöner kontrast zu den städten, die wir zuvor besucht hatten.

der nächste tag begann mit dem besuch von „poole’s cavern“, einer tropfsteinhöhle nahe buxton. die höhle ist bekannt für ihre kalksteinformationen, funkelnden stalaktiten und geheimnisvollen grotten. während der führung erfuhren wir spannende details über die entstehungsgeschichte der höhle und bewunderten die faszinierende unterirdische welt. eindrucksvoll war auch die beleuchtete „kathedrale“, ein riesiger höhlensaal, der einen besonderen eindruck hinterließ. der besuch und auch die informative führung durch die höhle war für uns wirklich lohnenswert und brachte uns die geologischen besonderheiten der region näher.

weiter ging es mit einer wanderung zur „lud’s church“. das ist eine geheimnisvolle, moosbedeckte felsspalte, die von hohen, steilen wänden umgeben und von dichter vegetation überwuchert ist.
die atmosphäre dort ist geradezu mystisch – der kühle, schattige pfad und das lichtspiel durch die bäume lassen die schlucht wie einen verwunschenen ort erscheinen. der weg dorthin führt zuerst durch wälder und über sanfte hügel, bis man plötzlich vor der beeindruckenden spalte steht. es gibt zahlreiche legenden rund um „lud’s church“, z.b. dass sie im mittelalter als zufluchtsort für religiös verfolgte diente. uns hat vor allem die ruhe und die einzigartige naturkulisse begeistert.

als nächstes haben wir uns eine richtige kirche angesehen, die „derby cathedral“. auch bekannt als die kathedrale von all saints, beeindruckt sie mit ihrem markanten turm, der weit über die stadt hinausragt und zu den höchsten kirchtürmen englands zählt. das innere der kathedrale ist lichtdurchflutet, mit eleganten bögen und kunstvollen fenstern, die eine besondere, ruhige atmosphäre schaffen. wir genossen hier die stille des raumes und ließen die geschichte und architektur auf uns wirken.

der nächste tag begann mit dem besuch des „great british car journey interactive car museum“. dieses außergewöhnliche museum hat mich auf eine faszinierende zeitreise durch die geschichte des britischen automobilbaus und auch meine eigene „autogeschichte“ mitgenommen, da ich früher sehr viele brittische fahrzeuge gefahren bin und auch besessen habe. von klassikern wie dem morris mini, über den triumph spitfire, oder der berkeley T60, bis hin zu modernen ikonen werden über 130 britische fahrzeuge ausgestellt, die die entwicklung der britischen automobilindustrie und meine erinnerungen lebendig werden ließen. ingrid war tapfer und hörte sich meine schwärmereien aus frühen jugendtagen mit viel geduld an 😉.

leider hatten wir viel zu wenig zeit, denn besonders spannend ist, dass viele der autos nicht nur betrachtet, sondern im rahmen spezieller ausfahrten sogar selbst gefahren werden können. ich hätte da schon gerne das ein oder andere auto meiner früheren fahrzeugriege wieder gefahren – wirklich schade.
die interaktive ausstellung, mit zahlreichen historischen geschichten und anekdoten rund um die ausgestellten fahrzeuge, machten den museumsbesuch für mich zu einem besonderen erlebnis und ist für technikinteressierte wie auch für nostalgiker ein absolutes must-see-highlight.

unser nächster besuch galt der „white peak distillery“, in derbyshires erster vollwertigen craft-brennerei am ufer des flusses derwent in ambergate. da wir zu einer zeit gekommen waren wo keine offiziellen führungen stattfanden, nahm sich sarah mangan, destillatorin und echte whiskyliebhaberin und -sammlerin, ein herz und führte uns durch die distillery. wir erhielten einblick in die traditionellen herstellungsprozesse von wire works whisky, shining cliff gin und rum, alle vor ort destilliert und gereift, sowie informationen über das junge, erst 2016 gegründete unternehmen. beeindruckt hat uns auch das historische backsteingebäude des ehemaligen johnson & nephew drahtwerks, das liebevoll restauriert wurde und heute die moderne produktionsstätte beherbergt. nach der tour durften wir auch verschiedene sorten verkosten – darunter den preisgekrönten „wire works whisky“, der durch sein komplexes aroma hervorstach (zurückzuführen auf einer der markantesten aspekte in deren whiskyherstellungsverfahren, durch die verwendung von frischer brauhefe). ein besuch, der viel spaß machte.

weiter ging es zu „cromford mills“, die als geburtsort des modernen fabriksystems gilt. die von richard arkwright im 18. jh. gegründete baumwollspinnerei war die erste ihrer art und veränderte die arbeits- und lebenswelt nachhaltig. schön fanden wir auch die historischen fabrikgebäude, die heute liebevoll restauriert sind und spannende einblicke in die geschichte des fabriksystems geben.

direkt im anschluss an diesen besuch machten wir einen kurzen abstecher zu den „masson mills“, die ebenfalls von richard arkwright gegründet wurden. die masson mills sind ein eindrucksvolles beispiel für die industrielle revolution und zeigen wie die technologische weiterentwicklung den arbeitsalltag und das leben der menschen verändert hat.

wir haben in den restaurierten gebäuden viele historische maschinen bestaunen können und wurden über die faszinierende geschichte des unternehmens und der baumwollspinnerei informiert.

unser letzter stopp führte uns zu den „heights of abraham“, einem bekannten ausflugsziel im peak district. die anreise selbst war bereits ein erlebnis, denn wir schwebten mit der modernen seilbahn über das matlock-tal. oben angekommen erwartete uns weit mehr als ein reiner aussichtspunkt. wir entschieden uns für den besuch der historischen schauhöhlen, die einen einblick in die geschichte des bergbaus in dieser region gaben. bei den führungen durch die great masson cavern und die great rutland cavern konnten wir sehen, mit welchen mühen die bergleute einst nach blei suchten. die höhlen sind beleuchtet und teils mystisch inszeniert.

wieder zurück an der oberfläche genossen wir die frische luft und ließen den blick immer wieder über die weite landschaft schweifen. insgesamt war unser ausflug zu den heights of abraham ein schöner tagesabschluss.

der nächste tag war wieder einmal ein wandertag im peak district national park. der „birchover and stanton moor circular“ führte uns durch eine abwechslungsreiche landschaft, die sowohl historische als auch natürliche highlights bietet. der rundweg beginnt im kleinen dorf birchover und schlängelt sich durch das weitläufige hochmoor von stanton moor. besonders beeindruckend fanden wir die alten prähistorischen steinkreise, wie den berühmten „nine ladies stone circle“ – die geschichte sagt, dass er neun mädchen darstellt, die als strafe für das tanzen am sonntag in stein verwandelt wurden.

aber auch die malerischen sandsteinformationen, verschiedene archäologische überreste, die in der landschaft verstreut sind und auf die bronzezeit zurückgehen, wie z.b. der cork stone – ein sandsteinfelsen, der an einen korken oder pilz erinnert – verleihen der strecke einen mystischen charakter.

am ende der rund 6 km langen wanderung kehrten wir zufrieden zurück nach birchover und kehrten im „the old original bakewell pudding shop“ ein und gönnten uns eine gute jause – hmmm lecker 😉.

da noch ein wenig zeit vom tag übrig war, nutzten wir diese um in der „thornbridge brewery“ bier zu verkosten. die thornbridge brewery ist eine renommierte brauerei im herzen von derbyshire, die für ihre craft-biere bekannt ist – von klassischen pale ales bis zu kreativen brau-spezialitäten. beliebt ist das „jaipur“, ein mehrfach ausgezeichnetes india pale ale, dass sich durch seinen intensiven hopfengeschmack und eine angenehme frische auszeichnet. wer auf sehr hopfige biere steht ist hier gerade richtig.

unser besuch war ein guter abschluss eines abwechslungsreichen tages im peak district.

die nacht haben wir an einem sehr ruhigen, aber etwas „anderen“ stellplatz verbracht.

nach einer ruhigen nacht besuchten wir das beeindruckende „chatsworth house“, eines der bekanntesten herrschaftshäuser englands. das anwesen begeisterte uns mit seiner prachtvollen architektur und den weitläufigen gartenanlagen, die uns zum schlendern und staunen einluden.

beeindrucket haben uns auch die kunstsammlungen und die prunkvollen räume, in denen man sich fast wie in einem königlichen palast fühlt. wir genossen die atmosphäre und ließen uns von der geschichte und dem charme des hauses verzaubern.

den nachmittag verbrachten wir am „padley gorge trail“ einen fast 4 km langen rundwanderweg. der weg führt durch einen uralten eichenwald, in dem der fluss zwischen moosbewachsenen felsen und kleinen wasserfällen hindurchrauscht. eine idyllische atmosphäre und ein toller ort zum abschalten und genießen.

einen interessanten besuch machten wir im „yorkshire sculpture park“ in wakefield, einem der bekanntesten skulpturenparks großbritanniens. die weitläufige parkanlage beeindruckt nicht nur durch ihre wunderschöne landschaft, sondern auch durch die vielfalt moderner und zeitgenössischer kunstwerke, die harmonisch in die natur eingebettet sind. spannend fanden wir die werke von international renommierten künstlern, die an jeder ecke für überraschungen sorgen und zum nachdenken anregen. unser spaziergang durch den park war wie eine kreative entdeckungsreise, bei der kunst und natur auf einzigartige weise miteinander verschmelzen.

ein neuer tag, ein neues ziel – eine underground tour im „national coal mining museum“, mit dem wahrscheinlich ältesten kohlebergwerksschacht in großbritannien. leider ist währen der tour das fotografieren verboten. macht nichts, die tour ist interessant und wirklich zu empfehlen.

schon lange kein schloss mehr besichtigt, also auf zum „allerton castle“, das zu den schönsten neugotischen herrschaftshäusern yorkshires zählt. bereits die auffahrt durch den park stimmt auf das imposante bauwerk ein, das mit seinen türmen und spitzen, wie ein schloss aus einem märchen wirkt.

während der geführten tour konnten wir die prachtvollen salons, das beeindruckende treppenhaus und den großen ballsaal bestaunen. besonders auffallend ist die detailverliebte inneneinrichtung sowie die historischen möbel, die einen authentischen einblick in das leben der viktorianischen zeit vermitteln. der blick aus den großen fenstern auf den gepflegten park rundete das erlebnis ab. ein highlight für uns und sicher auch für alle freunde englischer geschichte und architektur.

mystisch war unser nächster besuch, wir machten einen abstecher zu „mother shipton’s cave“ in knaresborough. die höhle und der angrenzende versteinerte brunnen sind eng mit der legende über englands berühmteste wahrsagerin, heilerin und verfolgten, angeblichen hexe aus yorkshire, „mother shipton“ (eigentlich ursula southeil) verbunden, die im 16. jh. dort gelebt hat. sie soll u.a. unheimlich genau historische ereignisse, wie den großen brand von london (1666) und die niederlage der spanischen armada, vorausgesagt haben.

interessant fanden wir, wie das eisenhaltige wasser der quelle gegenstände in kürzester zeit mit einer steinähnlichen schicht überzieht – ein faszinierendes naturphänomen. der ort lädt dazu ein, in die welt von sagen und prophezeiungen einzutauchen. der idyllische park rund um die höhle machten den besuch zu einem schönen erlebnis.

wir fuhren nach harrogate, wo wir dem „rhs garden harlow carr“ einen besuch abstatteten. dieser wunderschöne botanische garten zählt zu den bekanntesten gärten in nordengland und ist besonders für seine farbenprächtigen beete, duftenden kräutergärten und die liebevoll angelegte gartenlandschaften bekannt. wir konnten beim spaziergang durch die weitläufige anlage nicht nur die beeindruckende vielfalt an pflanzen, sondern auch die kreativen gartengestaltungsideen bewundern. ein besuch, der uns sehr begeistert hat.

den tag ließen wir mit einer kurzen wanderung zu den beeindruckenden „brimham rocks“ ausklingen. diese markanten sandsteinformationen ragen wie riesige skulpturen aus der landschaft und bieten spektakuläre ausblicke über die umgebung. faszinierend sind die teils bizarr geformten felsen, die im laufe von millionen jahren durch wind, wetter und erosion entstanden sind. ein schöner tagesausklang.

unsere besichtigungstour begann in ripon, im „workhouse museum“. das museum bietet einblick in die traurige geschichte der bereits 1776 von den behörden betriebenen einrichtung, basierend auf den strengen viktorianischen gesetzen (poor laws), die als letzter ausweg für die ärmsten, obdachlosen, kranken und arbeitsunfähigen diente. diese sogenannten „armenhäuser“ waren keine soziale einrichtung im modernen sinne, sondern eine abschreckungsmaßnahme, um armut zu „bestrafen“ und menschen zur arbeitssuche anzuhalten.
der tagesablauf war streng geregelt, die nahrung war dürftig. familien wurden bei der aufnahme getrennt (männer, frauen und kinder schliefen in getrennten schlafsälen) und die insassen mussten harte körperliche arbeit verrichten, wie das zerkleinern von steinen (zum straßenbau) oder das „oakum-picking“ (zerzupfen von altem tauwerk). hier wurden die ärmsten der armen in klassen eingeteilt und ausgebeutet, bis sie starben.

 

die originalgetreu erhaltenen räumlichkeiten, von den schlafsälen über die speisesäle bis hin zu den arbeitsbereichen, dokumentieren, dass dies ein ort der extremen armut, der sozialen isolation und der harten körperlichen arbeit für diejenigen, die in der gesellschaft keinen anderen ausweg mehr fanden war. ein besuch der uns sehr sehr nachdenklich gestimmt hat.

direkt im anschluss besuchten wir das „prison & police museum“ in ripon, dass sich mit der geschichte der kriminalität und polizeiarbeit in england beschäftigt – authentische gefängnis atmosphäre mit den noch erhaltenen zellen, originale uniformen und alte polizeiausrüstung sowie ausstellungen zur entwicklung der strafverfolgung. nicht unspannend.

später besuchten wir noch die „ripon cathedral“, eine der ältesten kirchen nordenglands und ein frühes zentrum des benediktinischen mönchtums. die kathedrale besticht durch ihre normannische architektur, die hohen gewölbe und die kunstvollen fenster. besonders sehenswert sind die prachtvollen steinmetzarbeiten und die berühmte „sächsische krypta“ aus dem jahr 672 n. chr..
eine einzigartige besonderheit ist das historisches ritual: jeden abend um 21:00 uhr ertönt das glockenspiel, die „curfew“-glocke, als teil des rituellen „setting the watch“.

tagesabschluss war ein halt an einem ort von wahrhaft historischer bedeutung, der „fountains abbey & studley royal water garden“. die eindrucksvolle ruine der einst mächtigen zisterzienserabtei, gegründet im jahr 1132, zeugt bis heute von der blütezeit des klösterlichen lebens in england bis hin zur wechselvollen geschichte der reformation, als die anlage im 16. jh. aufgelöst wurde.auf dem ca. 6 km langen rundweg wanderten wir durch überreste imposanter steinmauern, die trotz der jahrhunderte noch immer ehrfurcht gebieten

und vorbei an weitläufigen wiesen und kunstvoll angelegten wasseranlagen, die im 18. jh. von den besitzern des benachbarten studley royal geschaffen wurden.

die verbindung aus mittelalterlicher klosterruine und eleganter gartenkunst vermittelte uns einen eindruck, wie sich geschichte und landschaft in england über die zeiten hinweg miteinander verschränken. ein ort, an dem die vergangenheit lebendig bleibt.

in yorkshire dales liegt „the forbidden corner“, eine wirklich einzigartige sehenswürdigkeit, die für spaß und abenteuer bekannt ist. ursprünglich als privater rückzugsort angelegt, besteht dieser verschlungene garten aus geheimen wegen, versteckten türen, skurrilen statuen und überraschenden entdeckungen hinter jeder ecke. wir haben uns auf eine fantasievolle reise begeben, bei der wir rätsel gelöst und labyrinthe durchquert haben – immer begleitet von der kreativen gestaltung, die das gesamte areal durchzieht. durch diese mischung aus einem einzigartigen labyrinth von tunneln, kammern, verrücktheiten und überraschungen in oft gruseliger umgebung, bietet the forbidden corner ein tolles erlebnis – wir haben die außergewöhnliche auszeit vom alltag genossen.

weil wir schon in yorkshire dales waren, machten wir im national park eine kleine rundwanderung zu den „aysgarth falls“, einem dreistufigen wasserfall. nichts aufregendes, aber ein schöner tagesausklang.

die nacht haben wir dann auf einem einsamen ruhigen wiesenplatz verbracht.

der nächste tag begann mit einem besuch im „dales countryside museum“. das museum bot uns einen umfassenden einblick in das leben, die geschichte und die traditionen der yorkshire dales. von alten arbeitsgeräten über historische fotos bis hin zu rekonstruierten szenen aus vergangenen zeiten. die interaktiven stationen machen das museum interessant.

im anschluss machten wir der berühmten „wensleydale creamery“ in hawes unsere aufwartung 😉. die käserei ist weit über die grenzen yorkshires hinaus für ihren traditionellen wensleydale-käse bekannt, der hier seit generationen mit handwerklichem geschick hergestellt wird. wir konnten einen vortrag über die käseerzeugung hören und waren von der vielfalt der käsesorten beeindruckt, die wir im anschluss natürlich auch probieren druften – von klassisch mild bis hin zu ausgefallenen varianten mit cranberries, trüffel oder kräutern. ein köstlicher reisetag.

wir starteten mit einer morgenwanderung, einem mehr als 6 km langen rundwanderweg zum „ingleton waterfalls“. der weg zählt zu den schönsten wanderungen der region. auf dem gut ausgeschilderten rundweg wurden wir von tosenden wasserfällen, steilen felswänden und üppiger vegetation begleitet.

immer wieder begegneten wir der alte tradition „münzen in den baum schlagen“.das rauschen des wassers und die beeindruckende naturkulisse machten die wanderung zu einem echten highlight.

die folgende schlossbesichtigung war „sizergh castle“, südlich von kendal. dieses beeindruckende herrenhaus stammt ursprünglich aus dem 14. jh. und wird bis heute von der familie hornyold-strickland bewohnt.

besonders bemerkenswert sind die elisabethanischen holzvertäfelungen, seltene wandbehänge, eine reiche sammlung an familienporträts, viele historische originalmöbel und die kunstvoll angelegten gärten mit einem großen steingarten. beim rundgang durch die einzelnen räume tauchten wir in jahrhunderte alte geschichte ein und spürten wie wohnlich und „lebendig“ sich das schloss anfühlt.

eine weitere wandermöglichkeit führte uns nach monk coniston, im herzen des lake district nationalparks in cumbria, wo wir die rundwanderung zu „tarn hows“ geplant hatten. der etwa 8 km lange weg bot herrliche ausblicke auf die umliegenden wälder und seen, begleitet von idyllischen pfaden durch das naturschutzgebiet. besonders die friedliche atmosphäre rund um den tarn hows see machten diese wanderung zu einem weiteren highlight auf unserer tour.

da im anschluss an unsere wanderung noch etwas zeit übrig war, machten wir einen besuch im „ruskin museum“ in coniston. es ist ein kleines, aber sehr liebevoll gestaltetes museum, dass sich dem leben und werk von john ruskin widmet – einem denker, künstler und sozialreformer des 19. jh. neben persönlichen gegenständen und gemälden von ruskin zeigt

das museum auch interessante exponate über die geschichte der region,

bis hin zur jet-ära der 50er und 60er jahre. der zeit, als das speed-ass donald campbell im bluebird k7 auf dem coniston water 4 geschwindigkeitsweltrekorde brach, ehe er tödlich verunglückte.

der besuch war eine schöne ergänzung zu unserem tag.

und weil wir so viele kilometer brav gewandert waren, gab es am abend einen wohlschmeckenden drink – unsere rezeptur: 6cl irischen (weil uns der englische nicht schmeckt 😉) jameson whiskey, 3 scheiben limetten und mit 250ml ginger ale aufgegossen – „sláinte“ (ausgesprochen „slahn-cheh“, ist gälisch und wird beim anstoßen verwendet).

ein neuer morgen, an dem wir den „steinkreis von castlerigg“ besuchten. diese eindrucksvolle prähistorische stätte liegt inmitten der hügel des lake district und zählt zu den ältesten steinkreisen in england. die mystische atmosphäre, das panorama der umliegenden berge und die uralte geschichte, die die steine umgibt, machen den ort zu einem faszinierenden erlebnis. wir verbrachten einige zeit dort, ließen die besondere stimmung auf uns wirken und stellten uns vor, wie der steinkreis vor tausenden von jahren genutzt wurde – ein magischer ort.

nach dem besuch am steinkreis machten wir uns auf den weg zu einer weiteren rundwanderung, dem „aira force-wasserfall“. der beliebte wanderweg im lake district führt durch wälder und entlang plätschernder bäche, bis wir schließlich den wasserfall erreichten. durch die moosbewachsenen felsen und die alten bäume wirkt die landschaft fast märchenhaft, eine wanderung die sich wirklich lohnt und uns die vielfalt der natur im lake district einmal mehr vor augen geführt hat.

nun stand ein weiteres seltsames schloss bzw. landhaus auf unserem besuchsprogramm, „lowther castle & gardens“ nahe penrith. von diesem imposanten komplex ist nur mehr die hülle übrig geblieben, denn die familie gab das landhaus bereits 1937 auf. im 2. weltkrieg diente es noch als quartier für ein panzerregiment. die ausstattung wurde ende der 1940er jahre entfernt und 1957 wurde dann das dach abgedeckt und damit das gebäude dem verfall preisgegeben. aber wie muss es zu der zeit ausgesehen haben, als es noch von der familie lowthers bewohnt war? sicher prächtig – heute dient es bestenfalls als fotomotiv.

unser nächster besuch war für uns etwas enttäuschend. wir fuhren extra nach „gretna green the famous blacksmiths“, weltbekannt als traditioneller ort für romantische „durchbrenn-hochzeiten“, weil wir anhand vieler erzählungen selbst einmal die legendäre schmiede sehen wollten. ja, sie gibt sie noch, aber von romantik keine spur – ein modernes hochzeitszentrum bzw. museum, das hochzeiten am laufenden band und viel touristischem schnick-schnack organisiert. na gut, wir machten einige fotos, zogen dann wieder ab und suchten uns ein gemütliches schlafplätzchen – schade auf gretna green haben wir uns gefreut.

auf nicht ganz flachen straßen ging es zügig zu unserem nächsten ziel – „hadrian’s wall path“. die fahrt entlang des „hadrian’s wall path“ war kein echtes abenteuer. die straße folgt dem verlauf der historischen römischen grenzmauer, die einst das römische britannien vor den nördlichen stämmen schützen sollte. viel ist ja nicht mehr über von den einstigen befestigungstürmen. ein kurzer stopp bei „banks east“ – der am besten erhaltene turm oder aussichtsturm im westlichen sektor des hadrianswalls

– spazierten weiter zu „pike hill signal tower“ – eines der wenigen sichtbaren elemente der ehemaligen grenzbefestigung –

und setzten unsere fahrt in richtung hexham abbey fort.

hexham abbey“, eine der ältesten erhaltenen kirchen englands. die abtei stammt aus dem 7. jh. und begeisterte uns mit ihrer faszinierenden mischung aus normannischer und gotischer architektur, den gemeißelten steinskulpturen sowie den kunstvollen buntglasfenstern, die die innenräume in ein farbenfrohes licht tauchen.

nächster stopp war „wallington hall“. dieses herrenhaus aus dem 18. jh. liegt inmitten von gärten, in der nähe des dorfes cambo, in der englischen grafschaft northumberland und beeindruckt mit seiner eleganten architektur. beim rundgang durch die historischen räume tauchten wir in die geschichte der familie trevelyan ein und bestaunten die zahlreichen kunstwerke, antiquitäten und die gemütliche atmosphäre, die das haus umgibt.

auf unserer weiteren route lag auch das beeindruckende „cragside house“ nahe rothbury, dass wir im anschluss an unsere wanderung am „cragside rundwanderweg“ besuchten.
der cragside rundwanderweg führt 7 km durch das weitläufige gelände rund um das cragside house. auf dem abwechslungsreichen weg entdeckt man idyllische waldabschnitte, kleine bäche und zahlreiche aussichtspunkte. die wanderung ist gut ausgeschildert – ein herrlicher spaziergang, der natur und geschichte von cragside verbindet.

„cragside house“, ein viktorianisches herrenhaus, war einst das zuhause von william armstrong und gilt als das erste haus weltweit, das mit hydroelektrischer energie versorgt wurde. cragside erzählt nicht nur die geschichte eines technischen pioniers, sondern begeistert auch mit seiner originellen architektur. wir schlenderten durch die innovativen räume, bestaunten die zahlreichen technischen raffinessen und genossen die ruhige atmosphäre im park.

die nacht verbrachten wir auf einem parkplatz bei „howick sands“ und hatten am nächsten morgen zum frühstück einen herrlichen ausblick – so muss ein guter tag beginnen.

nach dem frühstück besuchten wir „howick hall gardens & arboretum“. die weitläufigen gärten und das arboretum beeindrucken uns mit ihrer vielfalt an pflanzenarten und den harmonisch angelegten landschaften

. natürlich besuchten wir auch das berühmte „earl grey tea house“, denn howick ist die heimat des earl grey tees. der tee wurde von einem chinesischen mandarin speziell für charles, den 2. earl grey, gemischt, um diesen optimal auf das wasser aus der howick-quelle abzustimmen.

dabei wurde insbesondere bergamotte verwendet, um den limettengeschmack auszugleichen.

lady grey trank den tee als gastgeberin eines politischen events in london und er erfreute sich so großer beliebtheit, dass sie gefragt wurde, ob er auch an andere verkauft werden könne. so kam es, dass twinings ihn vermarktete und er heute weltweit verkauft wird. leider versäumten es die greys, die marke einzutragen, da sie nicht überlegt und geschäftsmäßig handelten, und erhielten daher nie einen cent an lizenzgebühren. diese story rundete unser erlebnis ab und bot uns eine willkommene pause inmitten der natur.

ehe wir auf die fähre zurück zum europäischen festland gingen, quartierten wir uns für zwei nächte am „proctors stead caravan park“ ein. ein kleiner, aber sehr netter caravan park, bei dem man merkt, dass er sehr familiär geführt wird. wir haben uns sehr wohlgefühlt und konnten von dort aus einen gemütlichen spaziergang zum „dunstanburgh castle“ machen. leider war dieses bereits geschlossen, sodass wir es nur von außen und aus der vogelperspektive besichtigen konnten, was aber dem schönen spaziergang nicht schadete.

am weg zu unserer fähre war „seaton delaval hall“ unser letzter halt. dieses herrenhaus aus dem frühen 18. jh. besticht durch seine barocke architektur, die von sir john vanbrugh entworfen wurde. die imposante fassade ladet zum erkunden ein, denn sie vermittelt einen faszinierenden eindruck von der geschichte und dem lebensstil vergangener zeiten.
die delavals liebten es, sich zu präsentieren und veranstalteten events von seiltänzern bis hin zu maskenbällen und sogar eigenen theaterproduktionen. das haus erlebte im laufe der jahrhunderte viele höhen und tiefen, und heute trägt es die spuren der verheerenden brände, die es vor zweihundert jahren beinahe dem untergang geweiht hätten.

noch schnell einen letzten „earl grey tee“ mit scones und clotted cream und dann ging es ab auf die fähre.

zum dfds north shields terminal in newcastle waren es nur 65 km, wo unser fährschiff die „princess seaways“ schon auf uns wartete. rauf auf die fähre,

das cleverchen im bauch des schiffes ordentlich abgestellt und unsere sehr komfortable kabine für die überfahrt bezogen.

die princess seaways ist ein tolles schiff mit allem komfort und annehmlichkeiten – sky bar, lounges, kino, geschäfte, tolles essen, usw.

es war die richtige entscheidung die längere überfahrt mit rund 16 bis 17 stunden und komfortabler übernachtungsmöglichkeit von der „dfds group“ von newcastle nach amsterdam zu nehmen. durch die gemütliche und komfortable überfahrt, vergleichbar mit einer kleinen kreuzfahrt, fiel uns der abschied von der insel nicht allzu schwer.

so, das waren unsere letzten erlebnisse und eindrücke von unserer langen irland, england und wales reise. über holland und deutschland sind wir zurück nach wien gefahren um unsere nächstes großes reiseabenteuer zu planen.

wohin die reise geht und was wir da noch so alles erleben wollen ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

you´ll never walk alone…

you´ll never walk alone – kaum hört man diese worte, denkt man sofort an liverpool und ja, als alter „fc liverpool“ fan und selbst ehemaliger österreichischer fußballspieler, musste ich auch endlich einmal dort hin 😉. aber, alles der reihe nach.
von wales fuhren wir richtung liverpool, und blieben davor für einen nachmittags spaziergang in chester stehen. erstes highlight war die „chester cathedral“, das herzstück der stadt und weit mehr als nur eine kirche. sie ist ein majestätisches kunstwerk aus rotem sandstein.

ursprünglich als benediktinerabtei erbaut, ist sie heute der sitz des bischofs von chester und blickt auf über 1.000 jahre geschichte zurück, die architekturstile von der normannenzeit bis zur gotik vereint. sie hat uns gleich beim betreten mit ihrer ruhe, dem spektakulären kreuzgang

sowie dem chorgestühl mit mittelalterlichen holzschnitzereien aus dem 14. jh. schwer beeindruckt. ein absolut magischer ort.

wir haben uns auch einer geführten tower tour angeschlossen. auf dieser einstündigen tour stiegen wir 216 stufen bis zur spitze des turms in 39 meter höhe und wurden von verschiedenen aussichtsplattformen aus mit beeindruckenden ausblicken auf das innere der kathedrale belohnt.

oben angekommen erwartete uns nicht nur ein wunderschöner panoramablick über die stadt sondern auch der besuch der glockenkammer, wo wir faszinierende geschichtliche fakten erfuhren sowie weitere verborgene bereiche entdeckten.

anschließend sind wir auf unserem stadtspaziergang auf der fast 2.000 jahre alten „chester city wall“, die als vollständigster mauerring großbritanniens gilt und das stadtzentrum umschließt, einmal komplett herum spaziert. in der fußgängerzone bewunderten wir die berühmte „eastgate clock (chester clock)“ – angeblich die zweitmeistfotografierte uhr englands nach big ben.

chester ist kompakt, fußläufig gut erkundbar und unfassbar fotogen. aus unserer sicht ist nur ein nachmittag absolut zu wenig für diese stadt.

ehe wir nach liverpool weiterfuhren, machten wir noch zwei stopps. den ersten stopp legten wir beim „chester zoo“ ein. ja, ok schön, aber da haben wir schon ganz andere zoos kennengelernt. ein paar fotos zur erinnerung haben wir natürlich trotzdem gemacht.

der zweite stopp war beim „ness botanic gardens“ in neston. hier versinkt die zeit im farn. besonders im spätsommer zeigte sich ness von seiner farbenfrohsten seite. überall summte und brummte es, die wildblumenwiesen standen in voller pracht und der duft von lavendel und sommerblüten hing schwer in der luft.
hier begann einst alles mit dem britischen baumwollhändler, pflanzensammler und allem voran gartenbau-visionär „arthur kilpin bulley“. während andere baumwollhändler in liverpool ihr geld zählten, schickte er im späten 19. jh. pflanzensammler bis in den himalaya und nach china. wenn man vor den riesigen, uralten rhododendren steht, ist zu spüren wie viel abenteuerlust in jedem blatt steckt. heute wird dieses erbe von der university of liverpool bewahrt.

endlich in liverpool, und gleich zu einem meiner persönlichen highlights entlang dieser langen reise, das legendäre „anfield stadium“. schon beim ersten blick auf das stadion spürt man die besondere atmosphäre, die diesen ort so einzigartig macht, und für mich als liverpool-fan war es fast wie eine pilgerreise, wenn man durch das berühmte shankly gate schreitet und im inneren die tribünen und das spielfeld sieht. leider gabe es an diesem wochenende kein spiel, aber das gefühl, in anfield zu stehen, wo die geschichte des l.f.c. lebendig wird und die hymne „you’ll never walk alone“ durch die ränge hallt, ist einfach unvergleichlich.
wir haben an einer stadionführung teilgenommen, konnten einen blick hinter die kulissen werfen und dabei auch die umkleidekabinen und den pressebereich bestaunen. besonders beeindruckend war für mich der moment, als wir durch den tunnel direkt auf das spielfeld gingen – ein echter gänsehaut-moment. der l.f.c. präsentiert sich hier von seiner leidenschaftlichsten seite und die erinnerung an diesen besuch wird sicher noch lange nachklingen.

liverpool hat natürlich einiges mehr zu bieten was auch uns interessierte, und so machten wir einen ausgedehnten stadtbummel. wir besuchten u.a. die „tate liverpool“, eine dependance der berühmten tate gallery in london, schauten uns das „albert dock“ an

und waren beeindruckt von der wundervollen architektur der „three graces“ – port of liverpool building; royal liver building und cunard building – und fanden die berühmte „beatles statue“ direkt am fährterminal der mersey ferries.

wir besuchten „the beatles story museum“, wo wir interessante bilder und geschichten über die beatles erfuhren,

wanderten entlang der „bold street“, mit ihrem alten kopfsteinpflaster und den vielen vintage-läden, delikatessen-geschäften und indie-stores und durchstreiften china town.
zum abschluss unseres ausgedehnten stadtspazierganges sahen wir uns noch zwei kirchen an. die „liverpool metropolitan cathedral“, ein architektonisches highlight ganz eigener art. die kathedrale, auch bekannt als „cathedral of christ the king“, ist ein modernes meisterwerk mit ihrer markanten, kegelförmigen silhouette und dem imposanten turm, der wie eine gigantische krone über der stadt thront. beim betreten wurden wir von der lichtfülle und den leuchtenden glasfenstern empfangen, die ein farbenfrohes spiel auf den innenraum warfen. die außergewöhnliche gestaltung der kathedrale macht sie zu einem einzigartigen spirituellen wie kulturellen mittelpunkt liverpools.

die „liverpool cathedral“ ist gleichfalls ein beeindruckendes bauwerk, das nicht nur durch ihre größe besticht – mit 10.000 m² die größte anglikanische kirche der welt – sondern auch durch ihre imposante architektur. mit einer länge von fast 190 m und ihrem markanten turm, der als einer der höchsten kirchtürme der welt gilt, dominiert sie die skyline der stadt. erbaut wurde sie im 20. jh. und vereint traditionelle gotische elemente mit modernen einflüssen. beim rundgang durch das riesige kirchenschiff spürten wir die besondere akustik und die feierliche atmosphäre, die diesen ort einzigartig macht.

am abend war „the cavern club” angesagt. der cavern club ist ein absolutes muss für musikliebhaber und liverpool-fans und vor allem für die generation, die mit den beatles aufgewachsen ist. schon beim betreten tauchten wir in die faszinierende geschichte dieses legendären clubs ein, der die geburtsstätte der beatles war. die atmosphäre ist unverwechselbar: backsteinwände, gedämpftes licht, die bühne und die einrichtung noch immer wie zu beatles zeiten sowie live-musik sorgten für echtes underground-feeling. wir genossen die energiegeladene stimmung und die vielen beatles songs versetzten uns in ein anderes zeitalter – da wurden wieder erinnerungen wach 😀

 

ein ort, an dem musikgeschichte lebendig wird und der geist der 1960er jahre noch heute zu spüren ist. wir können einen abend im „cavern club“ nur jeden empfehlen, der in liverpool zu besuch ist.

weil man von den beatles nicht genug bekommen kann, zumindest wir, starteten wir am nächsten tag gleich am morgen die „magical mystery tour“. zwei stunden bei denen man, im gegensatz zum normalen linienbus und liverpool hop on hop off bus, viele anekdoten über die orte und das leben der beatles zu hören bekommt. außerdem hält der tourbus direkt vor den beatles-geschichtsbezogenen häusern und plätzen und der tourguide hat immer die passenden geschichten parat. z.b., dass das geburtshaus von „george harrisons“ in arnold grove,

im vergleich zu den anwesen von „john lennon“ in mendips und „paul mc cartney“ in 20 forthlin road besonders bescheiden ist. george harrison wurde am 25. februar 1943 im haus nummer 12 geboren. er wuchs in dieser kleinen sackgasse in sehr bescheidenen verhältnissen auf und das haus hatte damals weder eine zentralheizung noch eine innentoilette. seit mai 2024 erinnert dort auch eine offizielle „blue plaque“ (gedenktafel) an den „stillen beatle“. die inschrift lautet schlicht – „george harrison, 1943–2001, musician and songwriter was born here“.
solche und viele weitere stories über die „großen vier“ oder oft auch „fab four“ genannt erzählte uns der tourguide nebst toller beatles musik im bus.

wir fuhren auch an dem berühmten „the shelter in the middle of a roundabout“ vorbei und es war schon ein besonderes gefühl, genau dort zu sein, wo paul und john früher auf den bus gewartet haben.

eine weiter station war „strawberry field“. die leuchtend roten tore am eingang sind heute detailgetreue nachbildungen. die originale aus dem jahr 1912 wurden 2011 ersetzt, um sie vor souvenirjägern zu schützen. die originaltore sind jedoch sicher verwahrt, im inneren der gärten.
johns persönlicher hintergrund zu strawberry field – es war ein kinderheim der heilsarmee, direkt neben dem haus von johns tante mimi, und er kletterte als junge oft über die mauer, um in den verwilderten gärten zu spielen.

„penny lane“ – da die schilder ständig gestohlen wurden, begann die stadt liverpool irgendwann, den namen einfach direkt auf die hauswände zu malen. ein 1976 gestohlenes schild wurde erst 2023 – nach 47 jahren – anonym zurückgegeben und ist heute im „the beatles story museum“ ausgestellt. während paul in „penny lane“ das bunte treiben der straße feiert, ist johns strawberry fields forever eine eher nachdenkliche, fast traumartige erinnerung an seinen geheimen rückzugsort.

das waren nur einige auszüge von unserer spannenden beatles-tour durch liverpool und wir können sie wirklich weiterempfehlen.

nachdem wir liverpool verlassen haben fuhren wir richtung manchester weiter – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour