ein weingut, eine nekropole und eine wallfahrtskirche, das waren unsere nächsten ziele, nachdem wir von termoli weiterfuhren. erstes ziel, ein renommiertes weingut in der kleinen, noch weniger bekannten, region molise – „di majo norante“.
das weingut blickt auf eine lange geschichte zurück, die bis ins späte 18. jh. reicht. gegründet wurde es von der familie di majo, die über generationen hinweg weinbau als leidenschaft und ihr lebenswerk versteht. die ländereien rund um das gut sind geprägt von alten weinbergen, die das spezielle mikroklima der region sowie die lockeren und teilweise sandigen böden optimal nutzen.
besonders seit den 1960er jahren entwickelte sich das weingut zu einem vorzeigeunternehmen, das traditionelle techniken mit moderner technologie verbindet. heute ist „di majo norante“ international bekannt für seine charaktervollen rotweine wie den „tintilia“, den „ramitello“, den „sassius“ und den „don luigi“, die aus autochthonen traubensorten gekeltert werden (autochthone rebsorten sind alteingesessene reben, die ihren ursprung in einer spezifischen region haben und kaum anderswo angebaut werden).
die weine von „di majo norante“ tragen alle die qualitätsbezeichnung „denominazione di origine controllata“ (doc). diese kontrollierte ursprungsbezeichnung ist ein italienisches gütesiegel, das die qualität und herkunft von weinen aus bestimmten anbaugebieten unter einhaltung strenger vorschriften bescheinigt. es garantiert, dass der wein nach bestimmten technischen vorgaben, rebsorten und standards hergestellt wird. oder die bezeichnung „denominazione di origine protetta“ (dop) diese geschützte ursprungsbezeichnung ist das höchste eu-siegel für herkunft und tradition, das landwirtschaftlichen erzeugnissen und lebensmitteln verliehen wird, deren gesamter produktionsprozess (anbau, verarbeitung und herstellung) in einem bestimmten, abgegrenzten geografischen gebiet stattfindet.
während eines rundganges durften wir die produktions- und weitläufigen lagerhallen besichtigen und erhielten viele interessante informationen zur verarbeitung.
„di majo norante“ füllt jährlich 600.000 bis 700.000 flaschen ab, wobei 60% bis 70% rotweine sind. einige davon durften wir im rahmen einer weinverkostung genießen 😉.
wir verkosteten drei rotweine – „tintilia“, „sassius“ und „ don luigi riserva“. ausgezeichnete rotweine, wobei unser favorit der „sassius“ (100% aglianico trauben – ein rubinroter wein, mit weichen tanninen) gefolgt vom „tintilia“ (100% tintilia trauben – ein tiefdunkler, tanninreicher und würziger wein) war, aber das ist eine rein persönliche geschmacksache.
ein wein, der etwas aus der produktionsreihe heraussticht, ist der „apianae“ (100 % moscato reale trauben – ein wein mit goldgelber farbe, intensivem aroma und orangenblüten- und muskatgeschmack). diese von den päpsten sehr geliebte urzeitliche rebe wurde bereits um 200 v. chr. in italien kultiviert. die trauben werden bis mitte oktober auf der pflanze zum trocknen gelassen und anschließend kryomatisiert, d.h. die traubenmaische wird vor der eigentlichen alkoholischen gärung stark abgekühlt um ihre aromen zu verstärken. sie fermentieren langsam, bei kontrollierter temperatur und altern nur in stahltanks.
alterung: 1 Jahr in stahltanks und 6 monate in der flasche.
wir haben den „meditationswein“ angesicht der tageszeit nicht vor ort verkostet – das werden wir in den nächsten tagen zu einem passenden anlass nachholen.
die charakteristik hört sich jedenfalls sehr gut an, und wir werden nach unserer verkostung, im späteren verlauf dieses blogeintrags noch berichten.
wir haben dieses weingut, mit dem eindruck ein tolles familienunternehmen mit außergewöhnlichem weinpotenzial kennengelernt zu haben, verlassen – vielen dank für die führung und verkostung.
im anschluss fuhren wir nach „isola varano“, einem schmalen 10 km langen sandstreifen in apulien, der den lago di varano vom meer trennt, wo wir uns eine kleine auszeit nahmen und uns auf dem campingplatz „mecca club“ für die nächsten drei tage einquartierten. an dieser stelle einen ganz herzlichen dank an die besitzer „cinzia und massimo“, dass sie, obwohl der platz noch nicht offiziellen saisonstart hatte und sie u.a. noch die restlichen neuen „glamping-zelte“ aufbauten, uns die drei tage übernachten ließen.
wenn der platz anfang juni wieder vollumfänglich geöffnet hat, wird es sehr viel komfort und gemütlichkeit geben. eine insgesamt sehr tolle cp-anlage, umgeben von einem schattenspendenden pinienwald und der fußläufige weg zum langen sandstrand, auf dem wir ausgedehnte spaziergänge gemacht haben, ist nur wenige minuten entfernt.
für längere aufenthalte bieten sich bootsfahrten und vogelbeobachtungen auf dem varano-see an sowie zahlreiche aktivitäten im nahen gargano-nationalpark (z.b. wanderungen und jeep-touren im flächenmässig einer der grössten nationalparks italiens).
in der stille und einsamkeit des mecca-club‘s haben wir endlich auch unseren neuen campingbackofen, den „roadbaker“, zum ersten mal ausprobiert. nachdem wir jahrelang mit unserem bewährten omnia backofen unterwegs waren, war es spannend, ob der „roadbaker“ wirklich vorteile bringt. und in der tat, er ist vom inhalt größer – was mehr essen bedeutet 😉. auch der glasdeckel, zur kontrolle des garvorgangs ohne hitzeverlust, hat sich als praktisch erwiesen und ebenso die beiden griffe, mit denen sich die heiße form leichter handhaben lässt. einen weiteren vorteil sehen wir in der pflegeleichten antihaft-beschichtung – langes mühevolles topfschruppen ist für camper ein no-go 🙄.
einziges manko, der deckelknauf sowie die beiden griffe werden extrem heiß und sind jedenfalls nur mit geschirrtuch, topflappen oder den im zubehör beinhalteten speziellen silikon-griffen handzuhaben. zum glück ist der mensch lernfähig, die finger verbrennt man sich sicher nur einmal 😅.
alles in allem war es für uns ein guter umstieg – wir sind zufrieden und das essen schmeckte uns auch.
nach diesen ruhigen drei tagen ging es wieder weiter südwärts und wir legten einen zwischenstopp beim bahnhof „peschici-calenella“ an der SS89 ein, um die „nekropole di monte pucci“, an den hängen des monte pucci, zu besichtigen. diese frühchristlichen „hypogäen“ (unterirdische, mit einem gewölbe versehene grabbauten, die durch komplexe gänge verbunden sind) zählen zu den bedeutendsten archäologischen stätten der region und beherbergten grabstätten, die sowohl aus der eisenzeit, als auch aus der römischen epoche stammen.
die in den fels gehauenen gräber, „arcosolien“ (bogen-gräber) und „tombe terragne“ (schachtgräber), sind gut sichtbar und zeugen von alten bestattungsritualen und traditionen der damaligen zeit. bei unserem streifzug durch die anlage spürten wir den besonderen reiz dieses ortes, der über jahrhunderte die kulturellen und frühchristlichen geheimnisse von der antike bis zum frühen mittelalter bewahrt hat.
der besuch der nekropole war für uns eine spannende kleine zeitreise und bereicherte unser verständnis für das kulturelle erbe apuliens.
als nächstes besuchten wir die historische kleinstadt „vieste“ auf der halbinsel gargano. wir parkten das cleverchen am hafen und
spazierten durch die engen gassen des historischen zentrums mit den weißen häusern,
machten einen jausenstopp in einem der vielen kleinen cafe´s, klassisch mit aperol- und limoncello-spritz,
ehe wir uns wieder zu unserem cleverchen zurückbegaben. „vieste“ ist gemütlich und man bekommt den wunsch länger zu bleiben,
aber wir wollten zu unserem nächsten schlafplatz dem „area sosta camper e parcheggio mare azzurro“, wo wir uns für zwei nächte einquartierten.
am nächsten tag machten wir vom campingplatz aus einen tagesausflug. wir besuchten den hoch auf dem bergrücken liegenden historischen wallfahrtsort „monte sant’angelo“, eine der faszinierendsten städte an den südlichen hängen des gargano-gebirges. schon bei der anfahrt über die vielen serpentinen wurden wir von der silhouette der stadt begrüßt, die sich majestätisch über dem weiten tal erhebt. die gassen sind schmal, verwinkelt und voller geschichte – man spürt sofort, dass monte sant’angelo seit jahrhunderten ein bedeutender pilgerort ist.
im herzen der stadt liegt das berühmte und älteste heiligtum des erzengels michael – „santuario di san michele arcangelo“ (von außen ist nur der achteckige glockenturm zu sehen, die kirche selbst liegt im inneren des berges).
bereits seit dem 5. jh. pilgern gläubige aus aller welt hierher, um die mystische grotte und spätere wallfahrtskirche zu besuchen, in der der legende nach der hl. erzengel michael mehrfach erschienen sein soll. die stimmung im sanktuarium ist einzigartig – der duft von weihrauch, das gedämpfte licht und die ehrfürchtige stille haben uns den alltag schnell vergessen lassen.
wir besuchten auch noch das angrenzende „devocionalia-museum“ und staunten nicht nur über die gemälde (geschenke von pilgern), die von gnaden und wundern berichten (zeugnisse der dem hl. erzengel michael entgegengebrachten verehrung),
den wertvollen liturgischen schätzen sondern auch die historischen langobardischen krypten unterhalb des museums, deren architektonische überreste tiefer die antiken strukturen des heiligtums offenbaren.
doch „monte sant’angelo“ hat noch mehr zu bieten. beim spaziergang durch das historische viertel „rione junno“ entdeckten wir weiß getünchte häuser, steile treppen, kleine plätze mit brunnen
und besuchten das „castello normanno“. die burg entstand in der ersten hälfte des 9. jh. und wurde später von den normannen und friedrich dem II. um- und ausgebaut. sie liegt strategisch günstig oberhalb der stadt und von dort hatten wir einen tollen ausblick über die landschaft des gargano.
„monte sant’angelo“ verbindet spiritualität, geschichte und italienisches lebensgefühl auf ganz besondere weise. wir sagen, ein besuch dieser stadt ist ein muss, nicht nur für gläubige.
unser nächster längerer routenstopp verlief über die hafenstadt „manfredonia“ (das „tor zum gargano“), direkt am gleichnamigen golf (golfo di manfredonia), wo wir uns reichlich mit lebensmitteln eindeckten, um für 10 lange tage am „camping lido salpi“, direkt am meer gelegen, einfach einmal nichts anderes zu machen als zu faulenzen – lange strandspaziergänge, gut essen & trinken, ausschlafen und uns auf unsere nächsten etappen vorbereiten – einfach urlaub 😉.
so hatten wir schließlich auch noch gelegenheit unseren dessertwein aus molise, den „apianae“ zu verkosten
– herrlich leichte süße, mit fruchtiger frische – nach unserem empfinden nicht nur am ende einer mahlzeit zu genießen, sondern für alle momente der geselligkeit und entspannung. dreimal daumen hoch👍👍👍.
nach dem faulenzen ging unsere reise weiter in richtung kalabrien, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour


zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.



dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).


über den „po di goro“, in richtung lido di spina.

in der region marken, wo wir noch schnell bei der „chiesa di santa croce in percanestro“ (aus dem 10. jh., aber leider verschlossen)
unseren wasservorrat mit klarem, eiskalten wasser auffüllten. von dort fuhren wir zur nächsten kirche, der „wallfahrtskirche madonna di macereto“, ein marienheiligtum auf der hochebene von macereto, in der nähe von visso, das auf das jahr 1528 zurückgeht und für die außergewöhnliche renaissancearchitektur bekannt ist. aufgrund des erdbebens von 2016 und den noch immer laufenden revovierungsarbeiten ist der komplex leider nicht zugänglich – schade.

viele der häuser und historischen gebäude sind eingestürzt, oder so schwer beschädigt, sodass die einwohner ihre heimat verlassen mussten. der wiederaufbau geht nur langsam voran, und noch heute prägen ruinen sowie baustellen das ortsbild.
– aber auch dieser war leider noch gesperrt. so hieß es wieder einmal umrouten und einen größeren umweg fahren,
nach ein wenig kurvenfahren 😉 konnten wir schließlich unseren übernachtungsplatz in mascioni, direkt am „lago compotosto“, erreichen, obwohl die straße rund um den see teilweise etwas mühevoll zu befahren war. noch viel schnee, aber alles in allem ein herrlicher fahrtag, trotz einiger umroutung schwierigkeiten.


„la casa del prosciutto“ besteht bereits seit 1906, also genau seit 120 jahren, und wurde von der familie alberti gegründet, die sich der traditionellen herstellung des berühmten san-daniele-schinkens verschrieben hat. die manufaktur befindet sich nach wie vor im herzen von san daniele del friuli und ist heute der einzige betrieb, der noch direkt in der stadt produziert. viele andere schinkenhersteller haben ihre produktion inzwischen ins umland verlagert, doch „la casa del prosciutto“ hält an der historischen lage fest und pflegt die tradition und handwerkliche herstellung vor ort. das unternehmen ist seit der gründung im besitz der familie alberti, was die authentizität und die hohe qualität der produkte garantiert.
und schauten uns den „duomo di santa maria maggiore“ an.
ehe wir uns den alten waschplatz der stadt ansahen – war schon mühsamer in früheren zeiten die wäsche sauber zu halten.
mit einigen besonderen sehenswürdigkeiten. eine davon ist das „

und die berühmte teufelsbrücke. die „ponte del diavolo“ überspannt den fluss natisone und fällt durch ihre ungewöhnliche konstruktion mit zwei unterschiedlich hohen bögen auf. einer alten legende zufolge soll der teufel geholfen haben die brücke zu erbauen, nachdem die einwohner cividales ihn um unterstützung baten. allerdings forderte er als gegenleistung die erste seele, die darüber ging. heute ist die teufelsbrücke nicht nur ein beeindruckendes bauwerk, sondern auch ein symbol der stadt.
dieser wurde seinerzeit von zwangsarbeitern in den fels geschlagen, nachdem das militärkommando adria, eine deutsche marine-befehlsstelle, die provinz triest 1943 besetzt hatte. hier fand die bevölkerung schutz im 2. weltkrieg und hier ergaben sich auch im mai 1945 die deutschen den alliierten.


und natürlich all das genießen, was italien zu italien macht – sonne, meer, essen und trinken, kurz die leidenschaftliche lebensart („dolce vita“).






also spazierten wir weiter richtung alghero und fanden einen zum baden einladenderen strand. jetzt gab es kein halten mehr. rein in die fluten und bei knapp 30°C außentemperatur und 26°C wassertemperatur begann unsere sommerverlängerung.
die schmale verbindungsbrücke zwischen dem ort sant’antonio di santadi und dem fischerdorf marceddi – nicht ganz so legal, aber wir wurden von einheimischen „autorisiert“ und ersparten uns eine gewaltigen umweg.
immer wieder beeindruckt von der natur folgten wir der sp65 durch eichen- und korkwälder richtung montevecchio. auf den weg durch die berge begegnet man immer wieder fördertürmen und bergwerksanlagen, die schon sehr verfallen sind, sowie einem fluss, der durch seine eiseneinlagerungen rot gefärbt ist.


quälten uns nach der ortschaft cala gonone eine steile, für größere fahrzeuge wegen der engen spitzkehren nicht geeigneten, mit betonplatten aus den 60er jahren gepflasterte straße hoch. ein blick auf cala gonone war die belohnung.
was tun, ein ersatzplatz musste gefunden werden. dieser bot sich nach einigen kilometern in form eines campingplatzes an













auf einem stellplatz der kommune fornoli – trinkwasser und strom gratis – ganz super.