finnland teil 5 – viele tiere, weniger verkehr und noch viel weniger touristen…

viele tiere, weniger verkehr und noch viel weniger touristen.
ja, hier in der region nordösterbotten treten die gegensätze der finnischen, wirklich wilden natur deutlich zutage – flache küste, weitläufige nationalparks, offene sümpfe, wildes hochland, wasserfälle, schluchten und dünn besiedelte gebiete.

unsere route führte einmal quer durchs finnische hügelland, das durch die typische fjell-landschaft geprägt ist, bis knapp vor die russische grenze. wir suchten die noch unberührten lebensräume, um tiere in freier wildbahn zu beobachten, und wir mussten feststellen, dass das finnische wetter auch im sommer sehr schnell umschlagen kann und reichliche regenfälle zu bieten hat.

wir begannen mit einem besuch im ranua-zoo. das ist der nördlichste zoo finnlands mit 50 verschiedenen arktischen tierarten wovon etwa 200 exemplare in großzügigen gehegen mitten in einer natürlichen waldumgebung gehalten werden.

am weg zu unserem nächsten ziel konnten wir immer wieder tiere auf oder neben der fahrbahn sehen.

übernachtet haben wir am rund 5,5 km entfernten cp – ranuanjärvi camping, direkt am gleichnamigen see mit schönem sandstrand. neben stell- und zeltplätzen, einer gemeinschaftslounge, sanitäreinrichtungen, einem café sowie einfachen hütten in unterschiedlichen größen stehen hier für eine außergewöhnliche übernachtungsmöglichkeit die arctic fox iglus zur verfügung. neben einem schlafzimmer mit glaswänden, einer kochnische, bad und wc, ist jedes iglu auch mit einer eigenen sauna ausgestattet.

zur richtigen jahreszeit sind beim freien blick über den offenen see und den nordhimmel, die nordlichter zu beobachten. das muss im frühjahr und herbst ein wirklich einzigartiges schauspiel sein.

nächstes ziel war die rentierfarm kujala, eine der ältesten und größten rentierfarmen in nissinvaara, nördlich der ortschaft kuusamo. seit 1860 wird auf diesem bauernhof die tradition fortgesetzt und der beruf des rentierhirten von einer generation zur nächsten weitergegeben.

es folgte ein besuch beim bärenmann, sulo karjalainen, im raubtierheim kuusamo (weder zoo noch reservat, eher eine auffangstation), und dieser mann hat eine ganz besondere, extreme beziehung zu finnlands größten raubtieren, den bären. vor vielen jahren arbeitete sulo an einem forschungsprojekt und es ergab sich, dass man ihm bären schickte die z.b. durch autounfälle oder bei der jagd verletzt worden waren. er kümmerte sich um die bären, um ihnen ein gutes leben zu bereiten und baute gleichzeitig eine tiefe auf gegenseitigkeit beruhende bindung mit ihnen auf – videos dazu auf http://karhutv.fi/
juuso, der größte bär in kuusamo mit fast einer halben tonne gewicht, ist fast so populär wie sein zweibeiniger freund sulo. der bär liebt es sich mit farben zu beschäftigen und hat mit pfoten auf leinwand zahlreiche wirklich tolle kunstwerke geschaffen.

ein weiterer stopp auf unserer route war der hossa nationalpark. wir übernachteten am julma-ölkky parkplatz und starteten am nächsten morgen unsere rundwanderung am 5 km langen ölökyn ylitys trail. der weg führt entlang der klippen des julma-ölkky canyon sees (größter canyon see in finnland), über steintreppen hinunter zu einer hängebrücke die die beiden seiten des canyons miteinander verbindet und über stahltreppen wieder hinauf zum anderen klippenrand.

endlich war es so weit, der abend mit unserem erhofften highlight, einer bärenbeobachtung, war gekommen. wir fuhren zu helena and eero auf die arola farm in der region kainuu, die an die russische republik karelien grenzt.
gegen 15:00 uhr sind wir zu den rund 3 km von der farm entfernten hütten aufgebrochen. von einem kleinen parkplatz mitten im wald ging es das letzte stück zu fuß weiter – schweigend, im gänsemarsch und mit steigendem adrenalinspiegel. ausgestattet mit einem picknickkorb bezogen wir dann eine der aus rundholz gebauten beobachtungshütten, die platz für zwei personen bietet. unser fotoequipment mit unterschiedlichen objektiven für verschiedene entfernungen, die ferngläser und das handy für kurze videos lagen griffbereit vor uns und das warten begann.
der ausgelegte lachs hatte bereits eine menge möwen angelockt, die lautstark um den fisch stritten. und dann war es so weit, die ersten wild lebenden bären ließen sich blicken.

die zeit verging wie im flug. nach knapp sechs stunden und zigtausend fotos sowie einigen videosequenzen ging es durch den wald zurück zum parkplatz. ganz ehrlich, nach den vielen bären die wir an diesem abend beobachtet hatten, war uns dabei schon etwas mulmig und tatsächlich tauchte auf dem waldpfad unmittelbar vor uns eine bärenmutter mit ihren beiden jungen auf. die drei waren aber genauso erschrocken wie wir und verschwanden sofort wieder im dichten gebüsch.

die nacht durften wir auf dem gelände der arola farm verbringen. zum glück, denn fasziniert von unseren beobachtungen fanden wir noch lange keinen schlaf.

zeitig am morgen setzten wir unseren weg auf schmalen waldstraßen fort.

ein kurzer fotostopp beim stillen volk, direkt an der fernverkehrsstraße 5. hier stehen über 700 vogelscheuchenähnliche gestalten (diesmal im regen), die vom tänzer und choreographen reijo kela im jahr 1988 konzipiert wurden und zweimal jährlich umgezogen werden (im winter tragen die figuren wärmere kleidung, im sommer leichtere). was stellt dieses stumme ensemble dar, was drückt der künstler damit aus? darauf bekommt man von reijo keine antwort – jeder soll seine eigenen schlußfolgerungen ziehen.

das winterkriegsmuseum raatteen portti informiert über den winterkrieg (november 1939 – märz 1940), speziell über die kämpfe in suomussalmi, der evakuierung, den auswirkungen der kälte auf den kriegsverlauf und dem schicksal der roten armee.

das im museumsareal liegende winterkriegsdenkmal ist ein feld auf dem je ein stein für einen während der schlachten von suomussalmi gefallenen soldaten aufgestellt wurde. diese visualisieren damit die anzahl der kriegsopfer.

egal ob tier-, landschafts-, reise- oder sportfotografie – wir fotografen sind auf der ewigen suche nach dem perfekten motiv und dem perfekten schnappschuss, wir können nicht anders. aus diesem grund haben wir uns ein zweites mal zeit für bärenbeobachtungen genommen und sind ins bear centre in lentiira, nördlich der dünn besiedelten grenzregion von kuhmo stadt gefahren.

hier hat man die möglichkeit die tiere von verschiedenen beobachtungseinrichtungen aus nächster nähe zu fotografieren.
es stehen 29 hütten, ein großes zweistöckiges bärenbeobachtungshaus und am waldrand gelegene chalets zur beobachtung und übernachtung zur verfügung. unser gastgeber, ari sääski, machte den vorschlag eine nacht in einer der einfach gezimmerten holzhütten zu verbringen und die zweite nacht in einer der privaten chalets mit großer glasfront. frühstück und abendessen wird in der hauptlodge serviert, die auch gleichzeitig sammelpunkt vor dem aufbruch zu den jeweiligen abend- und nachtexpeditionen ist.

nacht 1: nach einem frühen abendessen ging es um 17:00 uhr los. bepackt mit einem picknickrucksack, taschenlampen und der fotoausrüstung wurden wir zu unserer hütte begleitet – sprechen, nur mehr im flüsterton. wir richteten uns ein. ein einfaches matratzenlager für zwei personen, eine trockentoilette, zwei stühle und ein fenster mit darunter liegenden fotoschießscharten (mit stoff verhängte öffnungen, damit man das kameraobjektiv durchschieben kann). direkt vor unserem sichtfenster eine sumpfige freifläche, dahinter der wald. wir warteten und das bereits bekannte kribbeln im bauch stellte sich ein. wir übten uns in geduld und dann war es wieder so weit.

gegen 08:00 uhr morgens wurden wir abgeholt. beim frühstück ging es laut zu. die aufregung der letzten nacht stand spürbar im raum, ein gemisch aus faszination und ehrfurcht. alle gäste erzählten von ihren eindrücken und zeigten ihre aufnahmen. alle waren sehr zufrieden auch wenn die lichtverhältnisse an diesem tag nicht die besten waren.

nacht 2: wir hatten im verlauf des vormittags unser privates chalet bezogen und ein paar stunden schlaf nachgeholt.

der plan war, um 17:00 uhr das abendessen wieder in der hauptlodge einzunehmen und danach in unserem chalet position zu beziehen um auf das erscheinen der bären zu warten (die lockköder sollten dann direkt vor unserem panoramafenster ausgelegt werden).
es war 16:00 uhr, als wir vor dem fenster eine bewegung wahrnahmen. tatsächlich, ein bär! offensichtlich war seine innere uhr für abendbrot zu früh eingestellt, oder er wollte einfach der erste an diesem tag sein, der sich beim gedeckten tisch einfand.

für uns, die sowieso eine gehörige portion respekt vor diesen tieren haben, war dann der etwa 5 minütige weg durch den wald zur hauptlodge von einem ungleich erhöhten (an)spannungsfaktor begleitet.

auch in den folgenden abendstunden bekamen wir wieder bären zu sehen

und unseren ersten vielfraß – leider erst spät am abend wo das licht schon sehr schlecht zum fotografieren war.

aufregend, ein einmaliges erlebnis und wirklich jedem, der die möglichkeit hat in diese region finnlands zu reisen, abolut zu empfehlen.

nach diesen aufregenden tagen war ruhe und etwas chillen angesagt, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

 

finnland teil 4 halbzeit, nach knapp fünf wochen auf der geplanten finnlandroute …

halbzeit, nach knapp fünf wochen auf der geplanten finnlandroute und noch so viele kilometer vor uns.

wir besuchten den ähtäri zoo, den zweitgrößten zoo des landes, in dem rund 300 tiere in großzügigen freigehegen mit waldähnlichen elementen sowie wasserstellen und rückzugsgebiete gehalten werden. zu sehen sind mehr als 50 verschiedene tierarten, die in finnland, den nordischen ländern und asien heimisch sind.

geplant war eine vor ort übernachtung im bärenhaus, der villa ursus. durch das große fenster der gemütlichen hütte und aufgrund der erhöhten lage hat man einen guten blick über den zaun des zoos direkt in das bärengehege und kann die tiere abends und wahrscheinlich sogar nachts bei ihrem treiben beobachten.
letztendlich war dies durch einen sanitärdefekt in der villa ursus nicht möglich und die chance auf einmalig schöne tieraufnahmen dahin.

auf der fahrt durch die region südösterbotten hielten wir bei der lakeuden risti kirche an (eine schlicht gehaltene kirche mit einem riesigen innenraum nach dem entwurf des finnischen architekten und designers professor alvar aalto) und dem koskenkorva museum (gibt einblick in die geschichte alkoholischer getränke in finnland, vom zeitalter des schwarzbrennens und der prohibition bis zum bau und betrieb der brennerei koskenkorva. zum abschluss der museumstour steht an der bar eine umfangreiche auswahl an koskenkorva-(wodka)getränken zur verkostung bereit).

zurück an der westküste trafen wir in der region österbotten wieder auf den bottnischen meerbusen und den schärengarten kvarken. kurz vor der historischen hafenstadt vaasa liegt der windmühlenhügel harrström (zwei windmühlen aus den 1840er jahren) und der alte fischereihafen harrström (ältere und neuere bootshäuser an einem rund zweihundert meter langen naturhafen) sowie das kvarken bootsmuseum (zu sehen sind traditionelle holzboote und ihre ausrüstung, z.b. robbenjagd- und fischerboote, ruder- und motorboote sowie ausstellungen über den bootsbau, der robbenjagd im bottnischen meerbusen und des fischfangs von ostseehering).

vaasa liegt an der engsten stelle des bottnischen meerbusens in finnland – gegenüber des meeres liegt in nur ca. 80 km entfernung die schwedische stadt umeå und somit ist hier auch die kürzeste schiffsverbindung zwischen finnland und schweden.
vaasa (oder wasa – nach dem frühzeitlichen königshaus von vasa benannt) ist eine universitätsstadt und quasi das kulturelle herz österbottens, mit zahlreichen museen und kunstgalerien. wir wählten das greenstar hotel vaasa für unseren aufenthalt (gehört zur ersten co2-neutralen hotelkette in finnland). abgesehen von dem wirklich überzeugenden umweltfreundlichen konzept befindet sich das hotel im stadtzentrum, bietet kühlboxsysteme mit zimmerspezifischen schließfächern an, mikrowellen in jeder etage, eine waschmaschine, einen wäschetrockner, ein bügeleisen und ein bügelbrett ohne zusätzliche kosten, eine kinderspielecke, fahrräder und helme zum kostenlosen ausleihen, ….. wow, wo gibt’s denn sowas?

unsere erkundungstour begann im zentrum von vaasa mit einem gemütlichen frühstück im aveny café vasa, wo wir erkki laakso / visit vaasa kennen lernten und unserem tour guide barbro nedermo vorgestellt wurden.
während unseres spaziergangs durch die innenstadt mit marktplatz und wasserturm, zum uni-gelände und hafenviertel mit seinen zahreichen restaurants lernten wir auf dieser tour die wichtigsten eckpunkte vaasas kennen und erfuhren im kontext der grundlegenden historischen ereignisse wie die stadt ihr heutiges gesicht erhalten hat.

ganz herzlichen dank für die fachkundige führung und vor allem für den tipp sowie die organisation der bootstour durch die schärenwelt.

über die replot-brücke, der längsten brücke finnlands, erreichten wir das eigentliche schärengebiet kvarken (wurde 2006 auf die liste der welterbe aufgenommen ist damit das erste unesco-naturdenkmal finnlands). die inseln des schärengartens ragen jedes jahr etwa 8 mm höher durch die landhebung empor – das bedeutet, jährlich ein quadratkilometer von neuer landmasse. diese landhebung ist eine der schnellsten in der ganzen welt.
in der halle des world heritage gateway besucherzentrums werden kurzvideos zum phänomen der landhebung gezeigt, es gibt kostenlose broschüren mit ausflugstipps sowie eine kunstgalerie und eine austellung.

vom abfahrtshafen direkt beim besucherzentrum starteten wir mit der m/s corina zu einer rund einstündigen bootsfahrt ins kvarken-archipel. eine gemütliche sache, wenn man an den vielen verschiedenen moräneninseln vorbei gleitet, wissenswertes über die fischerei und den geringhaltigen salzanteil im wasser des bottnischen meerbusens, das sogenannte brackwasser lernt und die vielen sommerhäuser bewundern kann.

die insellandschaft des finnischen kvarken-archipels hatte es uns angetan. nach einer ruhigen nacht auf einem schönen stellplatz,

entschieden wir uns die gegend noch ein wenig länger zu erkunden und fuhren nach svedjehamn auf der insel björkö, wo wir zum ausichtsturm saltkaret wanderten und zurück zur insel replot, ins grönasund fischereimuseum beim dorf södra vallgrund. hier wird in verschiedenen gebäuden das leben auf dem archipel gezeigt, zu einer zeit, in der die meisten menschen für ihren lebensunterhalt auf fischfang, robbenjagd, landwirtschaft und kunsthandwerk angewiesen waren.

nächstes geplantes etappenziel war die stadt jakobstad. am weg dorthin besuchten wir die munsala kirche mit ihrer rekonstruierten beijer-orgel (diese ursprünglich 1696 erbaute orgel war damals das größte instrument des jahrhunderts)

und die st. birgitta kirche in nykarleby (die 1708 erbaute holzkirche gilt als eine der ältesten finnlands und eine der schönsten in der region österbotten, die sich auch nach wie vor im täglichen gebrauch befindet).

einem tipp folgend bauten wir ein weiteres zwischenziel ein, den naturlehrpfad bei der fäboda kaffestuga, etwa 10 km vom zentrum von jakobstad entfernt. ein schöner mit holzbohlen ausgebauter pfad entlang der küste, mit aussichtsplattformen und strandzugängen inmitten fast unberührter natur.

kurz vor jakobstad, etwas versteckt mitten im wald gelegen, befindet sich das arktische museum nanoq (nanoq ist grönländisch und bedeutet „eisbär“). der museumsgründer ist pentti kronqvist, ein arktischer abenteurer und polarreisender. das seit seiner eröffnung im jahr 1991 stetig wachsende museum zeigt neben den unzähligen gegenständen im hauptgebäude, die kronqvist während seiner reisen zusammengetragen hat, das bärennest (private hütte des museumsgründers) sowie derzeit elf weitere gebäude mit historischen exponaten. alle originalgetreu nachgebaut, um die arktische lebensweise realistisch zu zeigen und mit der arktischen kultur vertraut zu machen. wir waren beeindruckt, von diesem einzigartigen museum.

ein weiterer museumsbesuch – strengbergs tabakfabrik, eine der größten und erfolgreichsten tabakindustrien finnlands. gegründet 1762 wurde in den 1840er jahren begonnen, maschinen zu installieren und die bis dato handwerkliche produktion zu industrialisieren. die tabakproduktion wuchs schnell und beinhaltete alles, von snus, zigarillos, pfeifentabak und zigaretten bis hin zu handgerollten zigarren und kautabak. in der zweiten hälfte des 19. jh war die fabrik der größte arbeitgeber der region und beschäftigte rund 1000 mitarbeiter. erst 1998 wurde die fertigung ins ausland verlagert und die 236-jährige tradition der tabakproduktion in jakobstad ging damit zu ende.

mittagspause am ufer des larsmo-sees in der fischräuchererei strandis. hier sollen die besten fische in der gegend geräuchert werden, mit einer traditionellen methode, die schon seit generationen verwendet wird. davon wollten wir uns selbst überzeugen und ließen uns vom eigentümer, anders högberg, die fischräucherei zeigen und verkosteten anschließend räucherfisch, der gerade frisch aus dem rauchofen kam – mhhhh, einfach köstlich.

langsam näherten wir uns der stadt kemi und somit dem auf unserer route nördlichsten teil des bottnischen meerbusens in der region (finnisch) lappland, bevor es wieder ins landesinnere ging. davor waren aber ein paar längst fällige ruhetage angesagt. wir bezogen im feriendorf nallikari quartier, unweit vom zentrum der stadt oulu in der region nordösterbotten. ein langer sandstrand, ausreichend ruhig gelegene stellplätze, moderne sanitäreinrichtungen und ein nettes kleines café.

ein schöner abstecher führte uns auf der weiterfahrt zu den koiteli-stromschnellen am fluss kiiminkijoki. ein beliebtes ziel für paddelausflüge und schlauchboot-raftingtouren.

die schneeburg von kemi, oder snowexperience365, ist eine indoor-ausstellung aus echtem schnee und eis. wir spazierten auf verschneiten böden, bewunderten die verschiedenen eisskulpturen, probierten die eisrutsche aus und saßen an eistischen an der bar – alles vollständig aus eis gebaut.
das tatsächliche snowcastle wird seit 1996 jedes jahr von schneearchitekten mit einem neuen design von hand gebaut und gliedert sich in das schneehotel, schneerestaurant und die schneekapelle. selbstredend, dass im sommer davon nichts mehr zu sehen war.

schließlich kehrten wir uns von der küste ab und für die nächsten wochen lagen die dichten wälder ostfinnlands vor uns, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

finnland teil 3 – finnlands manchester, die sporthauptstadt finnlands…

finnlands manchester, die sporthauptstadt finnlands, wasserstraßen und schleusenkanäle, um nur einige beispiele zu nennen, allesamt kulturelle zeugnisse der vergangenheit und gegenwart in städten und in der natur.

bevor wir einen mehrtägigen stopp in tampere einlegten besichtigten wir die alte kirche des heiligen st. olaf in tyrvää, am ufer des sees rautavesi die uns auch als gemütliches „schlafplatzer´l“ diente. die spätmittelalterliche steinkirche, ursprünglich eine katholische kirche und danach eine lutherische, fiel 1997 einer brandstiftung zum opfer. eine volksbewegung mit zahlreichen freiwilligen helfern hat mit traditionellen arbeitsmethoden die kirche wieder restauriert.
2009 wurde der innenraum der kirche mit rund 100 malereien von zwei finnischen künstlern gestaltet. die motive sind nach dem vorbild der malereien der alten kirche aus dem 18. jh. gewählt.

wir erreichten tampere und den cp härmälä. dieser liegt rund 4 km außerhalb der stadt am see pyhäjärvi, wobei dank der guten verkehrsanbindung das stadtzentrum mit einem regelmäßig verkehrenden öffentlichen bus leicht erreichbar war. tampere wird wegen seiner roten backsteinhäuser und industriedenkmäler auch finnlands manchester genannt und ist eine interessante museumsstadt. die bandbreite reicht von historischen themen und ungewöhnlichen sammlungen bis hin zu moderner darstellenden kunst und interaktiven ausstellungen.

unter der führung von pirjo rantanen / visit tampere sammelten wir unsere ersten eindrücke –
frühstück in der 120 jahre alten markthalle:die kulinarische spezialität der gegend ist mustamakkara (finnische blutwurst) und sie schmeckt am besten mit preiselbeermarmelade

dann ein stadtrundgang: vanha kirkko, der hauptplatz keskustori, die orthodoxe kirche, das renovierte finlayson-industriegebiet (hier entstand die erste papierfabrik finnlands), die tammerkoski stromschnellen, das tampella-gelände, ….

und abschließend ein besuch in der öffentlichen sauna rauhaniemi am see näsijärvi: schwimmen im see, sonnen auf den felsen und aufwärmen in der sauna – relaxte finnische saunakultur.

das war ein wirklich facettenreicher tag für den wir uns nochmals herzlich bedanken.

den zweiten tag in tampere hatten wir diversen museumsbesuchen gewidmet –
vaprikki museumscenter:naturhistorisches museum, medienmuseum, mineralienmuseum, finnische hockey hall of fame, puppenmuseum, postmuseum und das finnische museum der spiele

spionagemuseum (große sammlung von spionagegeräten)

leninmuseum (1905 trafen in diesem gebäude lenin und stalin erstmals aufeinander. die sammlungen und museumsexponate beinthalten material über die finnisch-sowjetischen beziehungen, den politischen umwälzungen sowie den zusammenbruch der sowjetunion bis hin zu putins russland und den einfluss lenins in finnland).

nach unseren sightseeing-tagen in tampere folgte ein abstecher richtung finnische seenplatte, in die region päijät-häme. wir nutzten die tage und besuchten das iittala glasmuseum (vom besucherbalkon der fabrik kann man den glasbläsern bei ihrer arbeit zuschauen und im designmuseum die geschichte der glasfabrik, die 1881 mit der gründung einer glashütte im dorf iittala begann, nachvollziehen)

die kultasuklaa schokoladenfabrik (produktion von handgefertigter schokolade die u.a. schokoriegel, schokoladenkonfekt, pralinen mit personalisierten logos und bildern sowie schokoladen-visitenkarten umfasst) – naschen inbegriffen 😉

das panzermuseum (ein militärhistorisches spezialmuseum, welches gepanzerte fahrzeuge in hallen und auf einem außengelände zeigt sowie rüstungen und panzerabwehrwaffen. ein seltenes exponat ist ein gepanzerter zug, der im zweiten weltkrieg eingesetzt wurde)

und hämes älteste kirche, die kirche des heiligen kreuzes in der gemeinde hattula (ein seltener roter backsteinbau mit über 200 wandmalereien und vielen holzskulpturen die wir nicht sehen konnten da die kirche geschlossen war).

bei der stadtbesichtigung von hämeenlinna besuchten wir das geburtshaus von jean sibelius, dem bekanntesten und angesehensten finnischen nationalkomponisten (er spielte violine und begann früh, selbst zu komponieren. heute sind mehr als 500 kompositionen von ihm bekannt)

und die mittelalteriche königsburg häme mit waffenraum und rittersaal

sowie das gefängnismuseum, dessen einrichtungen, zellen und objekte, geschichten des gefängnisalltags erzählen.

dank eines tollen übernachtungstipps fanden wir den neuen cp kirstula camping am ufer des vanajavesi sees, auf dem areal des über 200 jahre alten herrenhauses kirstula. der beschauliche platz verfügt über ein strandcafé, einen gästebootanleger, eine fasssauna sowie zwei rental cottages und wird ganzjährig betrieben.

schließlich erreichten wir lathi, die sporthauptstadt finnlands im zentrum der finnischen seenplatte, eingebettet zwischen nationalparks, seen und wasserstraßen. bevor wir unseren stellplatz direkt am see vesijärvi und mit blick auf die bucht von lathi bezogen, machten wir einen abstecher zum restaurant kommodori beim lahti yacht club. der kurze spaziergang führte über drei brücken zu dem auf der kleinen insel myllysaari gelegenen lokal in einem historischen holzpavillon. wir fanden einen platz auf der gemütlichen sommerterrasse mit schönem ausblick und können das lokal als ruhig und angenehm nur weiter empfehlen.

der nächste morgen stand im zeichen des sports. im salpaussalkä-skistadion gelangten wir per aufzug auf eine der drei sprungschanzen – ein gigantisches bauwerk und ein unglaubliches gefühl über den langen schanzentisch hinunter zu schauen (springen unvorstellbar).

anschließend besuchten wir das skimuseum und die nordic ski hall of fame. hier wird die geschichte des nordischen skisports sowie die goldene ära des finnischen skirennsports erzählt.

wetterbedingt verschoben wir einen spaziergang entlang des schleusenkanals (schon seit stunden schüttete es wie aus kübeln) und flüchteten uns in die kanavan-mikrobrauerei. die 2015 gegründete kanalbrauerei, mit einer produktpalette von über 100 verschiedenen bieren, bietet betriebsführungen und bierverkostungen an und natürlich kann man hier auch die eigenen vorräte wieder aufstocken. was für ein gelungener tagesabschluss.

das wetter hatte sich deutlich gebessert und nach unserer nacht auf einem stellplatz direkt neben der mikrobrauerei holten wir den besuch des vääksy-wassermühlenmuseums nach. das museum besteht aus einer wassermühle und einem nach wie vor funktionsfähigen wasserkraftwerk, welches durch die nutzung der wasserkraft zum mahlen von getreide und zur stromerzeugung diente. der schleußenwärter muß bis heute die schleuße manuell öffnen und schließen.

auf den nächsten fahrkilometern stoppten wir immer wieder um brücken und kanalschleusen zu fotografieren. das kanal- und wasserstraßengebiet vääksy, das die seen vesijärvi und päijänne verbindet, ist ein historisch bedeutender knotenpunkt für den wasserverkehr. früher nutzte man den vääksy-kanal zum flößen sowie als verkehrsweg für fracht- und passagierschiffe und bis heute ist der 1,3 km lange kanal die verkehrsreichste finnische binnenwasserstraße für den bootsverkehr und linienschiffe.

das wetter meinte es wieder gut mit uns und so konnten wir wanderungen im pyhä-häkki nationalpark (markierte rundwege führen auf bohlenwege durch unberührte Wälder) machen.

als nächstes war ein besuch mit einer kleinen konzertvorführung beim finnischen akkordeonmuseum in sysmä (das älteste artefakt im museum ist eine deutsche löffelbassharmonika aus dem Jahr 1850) angesagt.

wir sahen uns auch das steinzeitdorf in saarijärvi (rekonstruktion eines spätsteinzeitlichen dorfes am ufer des sees summasjärvi an, eine authentische ausgrabungsstätte mit rekonstruierten steinzeitlichen jagd- und fischereigeräten. darüber hinaus gibt es einen separaten antiken pfad, der einem jagdgrubensystem folgt und aus über 60 Gruben besteht.)

die alte kirche von petäjävesi (dieses unesco-weltkulturerbe ist ein einzigartiges beispiel für die tradition der langen nordischen holzkirchenarchitektur. in den 1820er jahren gab es nummerierte kirchenbänke und eine feste sitzordnung – die damen saßen links, die herren rechts und das gesinde auf der empore. gottesdienste waren zu dieser zeit auch dorftreff und ablenkung vom alltag und konnten bis zu vier stunden dauern) war unser letztes tagesziel

ehe wir es uns auf einem schönen plätzchen gemütlich machten.

für die nächsten tage war unter anderem das ziel der ähtäri zoo, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

finnland teil 2 die westküste…

finnland teil 2 die westküste…

die westküste finnlands und ihr archipel – lange strände, blaues meer, idyllische fischerdörfer, leuchttürme und ein insellabyrinth.

bevor wir turku erreichten, legten wir einen stopp im kylämäki village ein. das ländliche dorf hat einen bauernhof im stil der 50er jahre sowie experimentierwerkstätten mit workshops, kursen und arbeitsshows.

und einen weiteren stopp in naantali. mit ihrer holz-altstadt, die zu den ältesten finnlands gehört, der seit dem 18. jh. entstandenen kurorttradition, ihrer mittelalterlichen klosterkirche, den kopfsteinpflasterstraßen, dem naantali museum (eine kombination aus zwei holzhausgebäuden mit innenhöfen und gärten) und als heimat der mumins bekannt (flusspferdähnliche Figuren, geschaffen 1940 von der schriftstellerin und künstlerin tove jansson) vermittelt naantali charmant den geist und die atmosphäre der vergangenheit.

turku, die älteste stadt finnlands (schon 1229 auf landkarten verzeichnet) ist reich an finnischer geschichte und beherbergt zahlreiche sehenswürdigkeiten. olga henriksson / visit turku war unser stadt-guide und neben den top-sehenswürdigkeiten (dom von turku, burg von turku, markthalle und innenstadt mit historischen gebäuden, schrägaufzug auf den ehemaligen gefängnishügel kakolanmäki, seefahrtsmuseum forum marinum, das gut erhaltene holzhausviertel, …)

besuchten wir auch eines der neuen hippen restaurants der stadt.

die flusspromenade lädt zu spaziergänge ein und mit einer kleinen fähre kann man kostenlos auch den fluss aurajoki überqueren.

es hat uns sehr gut gefallen und war eine tolle bereicherung. turku ist jedenfalls einen mehrtägigien besuch wert.

nächste etappe, die autonome region aland mit seinem archipel aus bewohnten inseln und tausenden von schären. wir starteten von der insel kuusisto, wo wir uns die ruinen der bischofsburg ansahen

und ein stück entlang des naturlehrpfades von kappelinmäki (rundweg) wanderten.

unser ziel, wir wollten in die regionalhauptstadt, nach mariehamn,

d.h. inselhopping im schärengarten. in den sommermonaten sind die kapazitäten der kleinen aland-fähren beschränkt. entweder man reserviert die teilstrecken vorab, oder man nimmt gelegentliche wartezeiten in kauf, wenn der camper keinen platz mehr hat.

mariehamn ist überschaubar und lässt sich gut zu fuß erkunden. das stadtbild prägen repräsentative lindenalleen (esplanaden), zwei stadthäfen (osthafen mit bootsschuppen und schiffswerften und westhafen mit seefahrtsmuseum und hochschule der schifffahrt), der marktplatz mit glockenturm und musikpavillon sowie der rathaushügel, umgeben von gepflegten parkanlagen.

für die tage der stadtbesichtigung übernachteten wir im park alandia hotel. das gemütliche und vor kurzem neu gestaltete hotel ist in familienbesitz, in ruhiger zentrumslage von mariehamn und nur wenige gehminuten von den häfen, einkaufsmöglichkeiten, restaurants und cafés entfernt. es stehen ein restaurant & bar, konferenzräume mit modernster technischer ausstattung sowie kostenlose parkmöglichkeiten zur verfügung. wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

für ein paar entspannende badetage wählten wir gröna uddens camping, rund 2 km vom zentrum von mariehamn entfernt mit café & pizzeria und einem eigenen strandbereich.

auf unserem weiteren weg durch die schären besuchten wir im gemeindegebiet von sund die brauerei & pub stallhagen, eine innovative kleinbrauerei mit verkauf, pub und bierdegustation von variantenreichen herrlichen bier.

burg kastelholm, im 14. jh. auf einer kleinen insel gebaut. das schloss wurde immer wieder zu teilen zerstört und anschließend neu um- und aufgebaut. dabei änderten sich die ursprünglichen aufgaben von einer verteidigungsanlage zu hauptsächlich administrativen aufgaben.

sowie das angrenzende vita björn prison museum. fast 200 jahre lang wurde das gebäude als gefängnis genutzt, wobei eine hälfte dem gefängniswärter und seiner familie als wohnung diente und die andere gebäudehälfte die zellen für die gefangenen beherbergte.

unser ganz persönliches fazit: das inselgewirr im finnischen schärenmeer ist ein touristenmagnet und inselhopping in den sommermonaten kann zeitraubend sein und bedarf daher einer vorangehenden planung – online-buchung der fährstrecken und campingplätze. campingplätze direkt am wasser und vor allem deren einrichtungen werden auf den schären mit den bootsurlaubern geteilt, d.h. die gemeinschaftseinrichtungen sowie der sanitärbereich sind oft überbelastet, selbst wenn die stellplatzkapazität für camper nicht ausgelastet ist. die befahrbaren inseln bieten nur begrenzte alternativrouten zu badebuchten und strände an. diese sind mehr den bootstouristen vorbehalten und selbstredend vor allem die unbefahrbaren und/oder unbewohnten kleineren inseln.
die ganze vielfalt und schönheit der aland-inseln lässt sich vermutlich per motorboot, selgelboot oder kanu / kajak leichter und stressfreier erkunden.

wieder zurück am festland fuhren wir in die stadt uusikaupunki und bezogen quartier am cp santtioranta, rund 1 km vom marktplatz entfernt,

d.h. das zentrum war auch gut zu fuß erreichbar. neben einer gut erhaltenen altstadt

gibt es mehrere besuchenswerte museen, z.b. das bonk museum (bei einer lustigen reise in die welt der fantasie zeigt es u.a. nicht funktionierende maschinen, kosmische therapieanwendungen, desinformationssysteme und lokalisierte schwarze löcher)

das saab automobile museum (viele saab-prototypen und andere klassische autos)

und das wolkenschloss pilvilinna. die künstlerin raija nokkala führt persönlich durch das hauptgebäude in dem wände, böden und decken mit bildern bemalt sind sowie den im garten gelegenen kunstpfad mit humorvollen skulpturen. penti, der herr des hauses, zeigt seine mehr als hundert abwechselnd blühenden rosenarten im garten des wolkenschlosses.

auf der etappe von uusikaupunki nach rauma legten wir einen stopp bei der alten kirche von pyhämaa (opferkirche) ein. ein roter turmloser holzbau, der aber im inneren eine herrlich bemalte holzdecke zeigt.

bei der stadtbesichtigung von rauma, der drittältesten stadt finnlands, begleitete uns riina hannula / rauma tourist information. unsere tour begann bei der kirche des heiligen kreuzes, neben dem kleinen fluss raumanjoki, und führte weiter nach alt-rauma, der größten einheitlichen historischen holzstadt skandinaviens mit rund 600 gebäuden.

während unseres aufenthaltes, das war ende juli, fand ein regionales sehr beliebtes festival statt, die rauma lace week. in dieser klöppelwoche dreht sich fast alles nur um das thema spitze.

es gab aber auch konzerte und die bewohner der altstadt öffneten ihre innenhöfe und einige veranstalteten einen flohmarkt.

nach einer absolut ruhigen nacht am großen kostenlosen parkplatz unmittelbar bei der kirche des heiligen kreuzes, besichtigten wir am nächsten tag sammallahdenmäki, eine begräbnisstätte aus der bronzezeit, die zum unesco-weltkulturerbe erklärt wurde und über 3.000 jahre alt ist.

zum übernachten fanden wir einen einsamen romantischen stellplatz an einem see.

weiter ging es, immer entlang der westküste in der region satakunta, richtung pori.

am nächsten tag nach einem ausgiebigen frühstück liefen wir den endlosen sandstrand beim yyteri hotel & spa entlang,

fanden ein tolles fotomotiv, die eisenbahnbrücke zwischen isojoenranta und kalaholmaund besuchten das emil cedercreutzin museum. emil cedercreutz (1879-1949) war ein vielseitiger künstler – bildhauer, scherenschnittgestalter, sammler und autor einer ethnographischen sammlung. das museum ist einen besuch wert.

nach diesem kulturausflug war uns der sinn nach wandern. dafür hatte sich auf unserem geplanten weiteren streckenverlauf das ronkansuo moor und der vogelturm kärjenkallio im puurijärvi und isosuo nationalpark, einem bekannten vogelschutzgebiet, angeboten.

nächstes ziel mit einem mehrtägigen aufenthalt war die region pirkanmaa, genauer beschrieben die hauptstadt dieser region, tampere, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

finnland teil 1wordrap…

finnland teil 1wordrap…

wordrap – schärenlandschaften, holzhäuser, saunen, mumins, seebäder & sandstrände, mystische wildnis & nationalparks, land der 1000 seen und tiefen wälder, finnisch-lappland & weihnachtsmann, mitternachtssonne, jedermannsrecht, pilze, beeren, rentiere & elche, fische, bären, …

nachdem es bei einem finnland-urlaub offenbar wirklich viel zu sehen und erleben gibt, hatten wir uns knapp über zwei monate zeit genommen und das land quasi im uhrzeigersinn bereist, um in den 19 regionen finnlands die besonderheiten jedes landstriches kennen zu lernen.

von tallinn aus erreichten wir mit einer der schnellen und mehrfach täglichen fährverbindungen der tallink silja line nach nur zwei stunden überfahrt den hafen von helsinki. die überfahrt selbst sowie das prozedere rund um die online ticketbeschaffung, das boarding mit unserem camper van und der online check-in per tallink silja app waren unkompliziert, schnell und das boardservice trotz aller covid-19-pandemie bedingten zusätzlichen sicherheitsmaßnahmen sehr zuvorkommend und professionell.

unmittelbar nach unserer ankunft in helsinki verließen wir auch gleich wieder die stadt und fuhren auf die halbinsel porkkala, die engste stelle des finnischen meerbusens in der uusimaa-region (die mehrtägige stadtbesichtigung von helsinki war erst für den rückweg geplant, d.h. bevor wir ende des sommers wieder ins baltikum übersetzten).
unser erster eindruck – zahlreiche wandermöglichkeiten, aussichtsplattformen und ein vogelschutzgebiet. über die strategische und historische bedeutung dieses ortes, eine spannende und gefährliche epoche in der politischen geschichte finnlands, erfuhren wir erst am nächsten tag.

nach unserer ersten nacht auf einem ruhigen stellplatz

fuhren wir zuerst bei der sankt mikaels kyrka, einer mittelalterlichen steinkirche in kirkkonummi vorbei und dann weiter ins museum degerby igor.

wir lernten lena selén und berndt gottberg kennen. zwei enthusiasten, die sich seit vielen jahren engagieren, um die porkkala-geschichte zu beleuchten und nicht in vergessenheit geraten zu lassen.
für uns war dieser besuch eine zeitreise in die finnische geschichte. dass sich in finnland im verlauf der jahrhunderte zigfache kriege abspielten und immer wieder herrschaftswechsel vollzogen worden sind ist bekannt –

  • ab dem 12. jh. schwedische herrschaft
  • nach dem großen nordischen krieg (1700-1721) unter russischer kontrolle
  • der russisch-schwedische krieg führte 1808 dazu, dass finnland ein großfürstentum innerhalb des russischen kaiserreichs wurde
  • 1917 führte die februarrevolution finnland zur unabhängigkeit
  • dann, zwei jahre später ein bürgerkrieg, rote (sozialistische) gegen weiße (bürgerliche) truppen, der finnland zur verfassung als parlamentarische republik führte
  • schließlich der zweite weltkrieg, wobei es in dessen rahmen in finnland selbst zu zwei weiteren kriegen mit russland kam – dem winterkrieg (1939-1940) und dem fortsetzungskrieg (1941-1944)

jahrhundertelange bedrohungen, eroberungen und unterwerfungen und quasi immer im besitz von jemand anderem. was wir allerdings nie in unserem geschichtsunterricht gehört und gelernt hatten, waren die details und bedingungen die die finnen bei der unterzeichnung des friedensvertrages und als bedingung des waffenstillstandes von moskau eingehen mussten.
eine davon war die verpachtung der gebiete rund um die gemeinde porkkala auf 50 jahre and die russen (ab 1944 bis 1994) zur errichtung eines russischen flottenstützpunktes. rund 8300 bewohner mussten innerhalb von nur zehn tagen ihre heimat verlassen. somit war dieses gebiet nicht mehr finnisch sondern unterlag der sowjetunion, was einer militärischen besetzung des landes gleichkam.
von porkkala aus hätte jederzeit helsinki unter beschuss kommen können. somit hatte die sowjetunion kontrolle über die halbinsel porkkala, die gemeinden kirkkonummi, ingå, porkkala, degerby und siuntio sowie über das ganze baltikum (die spitze der halbinsel ist nur 36 km von der gegenüberliegenden küste estlands entfernt).
erst mit dem ende der sowjetunion, der aufgabe des stalinismus, wurde das gebiet 1956 frühzeitig an finnland zurück gegeben und die ehemaligen bewohner erhielten ihr grundeigentum zurück.

während der führung durch das museum erzählten uns lena und berndt viele authentische geschichten, zeigten uns fotos und kriegsartefakte und machten uns auf einen sowjetischen bunker aufmerksam, der sich ganz in der nähe des museums befindet.
der zif-25 bunker ist ein zweistöckiger kanonenbunker, einer von rund 195 betonbunker die im bereich der porkkala-basis errichtet wurden.

vorläufig genug von finnischer (kriegs)geschichte. wir fuhren zur sankt lars kyrka (laurentius-kirche von lohja), eine der größten mittelalterlichen steinkirchen in finnland, mit zahlreichen bedeutenden wandmalereien aus dem 16. jh.

und weiter zum erlebnisbergwerk tytyri. die führung geht durch teile eines weit verzweigten und rund 60 km langen stollennetzes in fast 400 m tiefe, in einer mine in der auch heute noch kalkstein abgebaut wird. übrigens hat die firma kone einen fahrstuhl zur einfahrt ins bergwerk installiert der mit 350m tiefe der tiefste fahrstuhl der welt ist.

von unserem stellplatz am lohja-see

fuhren wir nach raseborg und besichtigten svartå manor. dieses über 200 jahre alte herrenhaus ist das größte nicht-kirchliche holzgebäude in finnland, umgeben von einem großen historischen park im englischen stil.

nicht weit davon liegt die burg raseborg, eine mittelalterliche burgruine die einst als verwaltungszentrum diente.

nach einem kurzen stopp bei der sankta katarina kyrka (katharinenkirche in karis) fuhren wir nach fiskars, bekannt für das älteste unternehmen finnlands. heute ist fiskars als zentrum der finnischen kunst, des finnischen designs und als handwerkerdorf bekannt. entlang der dorfstraße reihen sich die gebäude, die mit der eisenproduktion verbunden sind und das fiskars museum präsentiert die geschichte der fiskars eisenhütte, die 1649 von einem niederländischen geschäftsmann gegründet wurde.

in hanko, der südlichsten stadt finnlands, haben wir uns für ein paar tage am cp silversand einquartiert, der an einem langen flachen sandstrand liegt.

die halbtägige führung durch die charmante alte bäderstadt machten wir mit leena immonen / saaritours. unsere tour führte durch den alten kurpark zum hanko casino (ein schickes restaurant mit historischen sälen für veranstaltungszwecke), dem neuen spa sowie vorbei an den zahlreichen architektonisch verspielten villen mit türmchen und balkone, bis zur hanko-kirche und dem neben der kirche stehenden rot leuchtenden wasserturm.

am meisten beeindruckt waren wir vom abschluss dieser tour – leena gab in ihrem haus ein kleines pianokonzert, u.a. mit werken von jean sibelius (einer der bedeutendsten komponisten finnlands) und servierte kaffee in ihrem garten, wo wir neben fakten auch interessante authentische geschichten über die sogenannte „finnische riviera“ hörten.

nach einem ruhigen strandtag war auf dem weg nach ekenäs wieder etwas finnische (kriegs)geschichte am programm. wir besichtigten das hanko front museum, mit artilleriehalle und freiflächen (kommunikations- und schützengräben) sowie den restaurierten irma-bunker in harparskog, etwa 5 km vom hanko front museum entfernt. die einzelnen ausstellungen beleuchten und belegen die bedeutung und auswirkung der wirren des winterkriegs und insbesondere des fortsetzungskriegs speziell in dieser region. hierfür benötigt man schon ein paar stunden, sofern man zu diesem kapitel finnischer geschichte offenheit und anteilnahme erübrigt.

ekenäs liegt auf einer halbinsel und ist von wasser umgeben. gemeinsam mit unserem tour guide, tuula kleiman / raseborg tourist information, erkundeten wir die charmante altstadt des einstigen fischerdorfes mit seinen malerischen holzhäusern, schlenderten durch die fußgängerzone und über den marktplatz, besichtigten die stadtkirche, eine finnische steinkirche, und hörten faszinierende details, z.b. über die beobachtungsspiegel in den fenstern.

übernachtet haben wir auf einem stellplatz an der strandpromende beim stadtpark mit blick auf den archipel,

bevor es richtung turku weiter ging, der ältesten stadt finnlands direkt am fluss aurajoki in der region varsinais-suomi, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

heimreise über das baltikum…

heimreise über das baltikum. eigentlich sollte unser bericht jetzt mit finnland weitergehen. wir haben uns aber entschlossen über finnland in einem eigenen großen blog-beitrag zu berichten. also geht es vorerst mit der heimreise über das baltikum weiter.

nachdem wir die fähre von helsinki nach tallinn verlassen hatten war unsere erste station auf der heimreise das „padise kloster“ in harju county/estland. das renovierte zisterzienserkloster wurde 2020 wieder für besucher geöffnet. ein rundgang zeigte uns leere gräber und eine altaranlage unter dem boden der kirche. viele neue funde und entdeckungen veränderten das wissen über die zisterzienser, die in diesem kloster lebten und arbeiteten.

die reise ging weiter zu unserem zielpunkt – haapsalu, wo wir uns für zwei nächte auf dem einfachen aber sehr netten cp „camping pikseke“ einquartierten, um die stadt haapsalu ausgiebig zu erkunden. am nächsten tag zogen wir los – bischofsburg und domkirche

– eisenbahnmuseum und alter bahnhof

– „haapsalu lace centre“ (haapsalu ist ja berühmt für seine einzigartigen, traditionellen, hauchdünnen strickstücke)

– spaziergang auf der promenade, beginnend am läänemaa museum (rathaus)

und endend am museum der küstenschweden „haapsalu old town hall“.

dieser besichtigungstag war sehr abwechslungsreich, interessant und lehrreich.

von der stadt haapsalu machten wir uns auf den weg nach sääre tirp. vorher haben wir uns noch die ruinen vom „schloss ungru“ angesehen. ein nie fertig gestelltes schloss, welches eine fast genaue kopie des schlosses merseburg in deutschland ist, mit einer romantischen aber traurigen geschichte.

knapp vor mittag nahmen wir die fähre vom festland an der westküste estlands, um auf die insel hiiumaa (zweitgrößte insel des landes) überzusetzen. die „ts laevad“ ist eine estnische fährgesellschaft, die nur die beiden routen zwischen dem estnischen festland und den inseln hiiumaa und muhu betreibt. die überfahrt auf der strecke rohuküla nach heltermaa dauerte eine stunde und 30 minuten und man ist gut beraten, bereits vorab online ein ticket zu kaufen (vor allem in der hochsaison und an wochenenden). wir danken dem marketing and communication department von ts laevad für die großzügige unterstützung.

unser erster besichtigungspunkt auf der insel war die „kapelle in kassari“ in hiiu county. sie ist die einzige steinkirche mit strohdach und es gibt keine stromversorgung. das bedeutet, dass die gottesdienste in dieser lutherischen kapelle nach wie vor nur bei kerzenlicht stattfinden.

als wir am nachmittag an unserem stellplatz ankamen, hatten wir noch genügend zeit um eine gemütliche wanderung zu machen. „sääre tirp“, eine rund 3 km lange schotterlandzunge beim dorf kassari, die sich ins meer erstreckt.

als wir zurückkamen war der parkplatz vor dem kostenlosen rmk-cp leer und wir konnten unser cleverchen zum übernachten in eine schöne ecke plazieren. nach einer ruhigen nacht und einem guten frühstück, war die überraschung groß, als ich einen kleinen morgenspaziergang machte. es war sehr nebelig und alle bäume sowie die zahlreichen wacholderbüsche waren dicht mit spinnennetzen überzogen. ein bild wie aus einem horrorfilm 😉

also verließen wir im morgennebel „den ort des grauens“ um zu einer weiteren geplanten wanderung aufzubrechen, einer promenade im schilfgürtel mit vogelbeobachtungsplattformen beim dorf orjaku (parkplatz mit leuchtturm beim beginn des weges – N58° 48′ 00.5″ E22° 45′ 35.3″). knappe eineinhalb stunden wandern taten uns gut.

den nächsten besichtigungsstopp legten wir bei der „orthodox church in hiiumaa – kirche der geburt des gott-gebers der gehörlosen“ ein. sie steht quasi mitten im wald, von einem moosigen steingarten umgeben und ist das erste und einzige orthodoxe heiligtum auf der insel hiiumaa, das seit 1890 bis heute ununterbrochen in betrieb ist. diese aus gelben ziegeln erbaute kirche ist wirklich seheswert, obwohl wir auf dieser reise schon einige orthodoxe kirchen gesehen haben.

wir mussten wieder einmal mit einer fähre übersetzen um auf die insel saaremaa (größte der estnischen inseln) zu gelangen, kihnu waterways: fährverbindung sõru – triigi. nach 65 minuten fahrt hatten wir wieder festen boden unter den rädern.

eigentlich wollten wir uns noch den windmühlen-park in angla ansehen, da aber der park bereits geschlossen hatte, suchten wir uns einen lauschigen übernachtungsplatz, den wir vor der „st. katharinenkirche von karja“ fanden. kirche geschlossen, pfarrhof aufgelassen, kein mensch weit und breit, was will das camperherz mehr.

am morgen besuchten wir dann den „windmühlen park in angla“,

ehe wir unser tagesziel das „georg ots spa hotel“ in kuressaare ansteuerten, wo wir uns für die nächsten zwei nächte einquartierten unter dem motto „unseren cleverchen-betten eine pause gönnen“ ;-). ein perfekter ort in der nähe des yachthafens, des stadtparks und des malerischen bischofsschlosses um sich auch einmal eine der wohltuenden spa-behandlungen zu gönnen.

in kuressaare gab es in den nächsten tagen viel zu besichtigen. unter anderem das „kuressaare castle“, die othodoxe „st. nicholas church“

und unsere zwei lieblinge „suur tõll und piret“. diese skulptur symbolisiert den helden von saaremaa mit seiner frau. auf unserem stadtbummel entdeckten wir auch das restaurant „saaremaa veski“ (the windmill of saaremaa) – originelle einrichtung über 5 etagen, gutes essen, freundliche bedienung – eine klare empfehlung von uns.

am nächsten tag war ausgibiges frühstücken angesagt, denn um 11:00 uhr hatten wir einen besichtigungs- und verkostungstermin in der „pöide brauerei“ vereinbart. ausgezeichnete biere in den verschiedensten geschmacksvarianten. da ist für jeden das richtige bier dabei – uns haben gleich mehrere seeeehr gut geschmeckt. wer in diesen teil von saarema kommt sollte es unbedingt probieren. gibt es in supermärkten und in fast allen restaurants der gegend.

der nachmittag war einem besonderen ausflug gewidmet. wir erhielten einen tipp zum besuch einer fischräucherei. das war ganz nach unserem geschmack, das mussten wir uns ansehen. nur wenige kilometer von kuressaare entfernt, im dorf nasva, gibt es diese besondere fischräucherei, die „tihemetsa farm“. seit vielen jahren bietet die besitzerin tiina fangfrischen, geräucherten fisch an. je nachdem was in den netzen gefangen wurde gibt es heringe, flunder, barsche und aale. wir konnten zusehen wie die fischkörbe ankamen, wie der fang geräuchert wurde und wir konnten frisch geräucherten fisch verkosten – herrlich, ein klares „muss man besucht haben“ wenn man geräucherten fisch mag.

ja, es ist kaum zu glauben, wir verlassen kuressaare richtung voose und unser erster besichtigungstermin ist um 11:00 uhr ….. in der „brauerei pihtla“, die älteste mikrobrauerei estlands, wo das legendäre bauernhaus bier gebraut wird. ein geschmackvolles craft-bier.

nach der verkostung ging es weiter zum „kaali meteoritics and limestone museum“, wo wir auch den kaali-meteoritenkratersee sahen, der vor etwa 4000 jahren aufgrund eines meteoriteneinschlages entstand.

die nächste besichtigung galt den „ruinen der ordensburg soneburg“ in maasi, direkt an der nordostküste von saaremaa. die burg wurde als sühneburg errichtet und hatte einst einen eigenen hafen, aus dem 1985 reste eines mittelalterlichen schiffs aus 3 m tiefe geborgen werden konnten.

auf zur letzten fähre in estland. über einen straßen-/brückendamm, der die insel saaremaa mit der insel muhu (drittgrößte insel estlands) verbindet, erreichten wir die autofähre „ts laevad“. auf der strecke kuivastu – virtsu musste unser cleverchen nur 27 minuten eingepfercht zwischen riesigen lkw‘s stehen,

bevor wir wieder das festland ereichten. anschließend ging es zum schlafen in voose auf den stellplatz der „voosemetsa tourism farm“.

den folgenden tag begannen wir mit einem besuch des „pärnu museums“,

wo wir von der marketing managerin „maarja padari-kallit“ nicht nur zum museumsbesuch sondern auch einer stadtführung durch pärnu und dem anschließenden besuch des „koidula museum (pärnu ülejõe schoolhouse)“ begleitet wurden. im koidula museum erfährt man die geschichte der tochter des ehenaligen schulmeisters, lydia koidula, die eine berühmte dichterin und publizistin war.

von pärnu führte uns der weg zum ältesten gestüt estlands, dem „gestüt tori“ wo auch die berühmten tori-pferde gezüchtet werden. ja, und meinen namensvetter albert durfte ich auch kennenlernen.

die nächsten beiden nächte verbrachten wir im „soomaa water camp“, das eigentlich schon geschlossen hatte, aber der besitzer hatte erbarmen mit uns und wir durften uns einen schönen stellplatz zum übernachten suchen.

den einen freien tag nutzten wir um zwei wanderungen zu unternehmen. die erste wanderung war der 4,8 km lange „moor riisa“ rundweg. startpunkt: N58° 29′ 19.0″ E24° 58′ 54.3″. die zweite wanderung führte uns auf den 4,4 km langen „ingatsu moorpfad“. startpunkt: N58° 27′ 10.1″ E25° 02′ 14.2″. zwei schöne wanderungen, in der wunderbaren natur estlands.

es ging weiter und nach einem foto stopp bei der ruine der alten „püha nikolai kirche“

fuhren wir auf nebenstraßen weiter richtung der grenze zu lettland.

nach den vielen unbefestigten straßen waren wir wirklich sehr froh, einen g‘scheiten reifen auf unserem cleverchen zu haben – nämlich den „grabber at3 von general tire“.

nachdem wir die lettische grenze an einem kleinen grenzübergang passiert hatten – an dem es überhaupt keine kontrolle gab – änderten wir unseren ursprünglichen plan eine wanderung zu den veczemju klintis zu machen und suchten uns einen schön gelegenen campingplatz, auf dem es sich gut chillen ließ. ja, und den fanden wir dann auch, den cp „camping jūrasdzeņi“ in tüja, direkt am meer gelegen mit topp duschen und wc anlagen. ein wohlfühlplatz, wo wir ausgiebige strandspaziergänge machten und einen wunderschönen sonnenuntergang beim abendessen erleben durften.

am weg von tüja nach cēsis, unserer nächsten etappe, hatten wir einiges zu sehen und zu bewältigen.
zuerst eine kurze 2 km lange wanderung zu den „sarkanas klinits“ (rote felsen)

und anschließend eine 3 km wanderung zu den „erglu klintis“. die wanderung

war nicht so späktakulär wie die anfahrt zum wanderparkplatz. das navi lotste uns nämlich anfangs über einen für uns normalen weg, jedoch in folge wurde es immer enger bis wir schließlich einen wanderweg befuhren, wo wir äste wegbiegen mussten um überhaupt durchzukommen. ja, trau niemals dem navi *hahaha*

den erlebnistag beendeten wir in der „raiskuma brewery“ bei einer bierverkostung.

danach mussten wir natürlich noch etwas ordentliches essen und das haben wir im restaurant auf unserem schlafplatz „camping apaļkalns“ (übrigens ein sehr empfehlunswürdiger cp) in form eines ordentlichen steaks bekommen.

ausgeruht ging es am nächsten tag weiter nach cēsis, wo uns das „cēsis tourism information center“ eine guided tour: 3 h – cēsis old town und cēsis castle ermöglichte. cēsis ist eine interessante stadt mit einem schönen altstadtkern.

einem tipp unseres guides kamen wir nach und kehrten in das beste burgerrestaurant der stadt ein – das waren burger 😉 nicht solche dingerchen wie etwa von burgerketten in österreich.

nach dem essen sind wir weitergefahren um den „äraiši lake castle and archaeological park“ zu besichtigen – vom castle ist eigentlich nur noch ein von steinen umgrenztes wiesenstück vorhanden.

kurzfristig beschlossen wir auch noch ein stück weiter in richtung unseres nächsten zieles zu fahren, der kleinstadt „līgatne“ im gauja nationalpark, um am nächsten tag gleich vor ort zu sein. līgatne ist unter anderem bekannt durch die ehemalige produktionsstätte der papierfabrik. zunächst aber machten wir eine stadtbesichtigung. wir sahen uns die alten ehemaligen fabrikswohnhäuser im historischen stadtteil an (die ältesten holz-reihenhäuser in lettland) und bummelten durch den ort. auffallend in līgatne sind die alten sandsteinstollen, die bis heute als praktische höhlen- und kellersysteme genutzt werden.

als wir zur besichtigung der „papierfabrik ligatne“ kamen, erfuhren wir mehr über das schicksal der mittlerweile stillgelegten industrieruine. die arbeiter beendeten ihren arbeitstag und durften am nächsten tag die fabrik nicht mehr betreten. also blieb alles an seinem platz, genauso wie die arbeiter die fabrik am tage zuvor verlassen hatten, bis heute.

da das wetter umschlug, es wurde vor allem in den nächten immer kälter und es regnete seit tagen, beschlossen wir unsere reise zu beenden und fuhren innerhalb von zwei tagen über litauen, polen und tschechien direkt nach hause, nach wien.

über das was wir in zwei monaten finnland erlebten werden wir wie schon erwähnt in einem eigenen großen blog-beitrag berichten, aber das ist natürlich eine andere geschichte.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet…

der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet. es blieben uns nur mehr wenige tage in der küstenregion von estland, mit blick auf den finnischen meerbusen. aber der reihe nach.

von sillamäe ging es weiter im nordöstlichsten landkreis ida-viru wo wir das „eesti kaevandusmuseum bergbaumuseum“ der „kohtla mine“ besichtigten. imposant, das war unser eindruck nach einer sehr spannenden und fachkundigen führung. mit festem schuhwerk, warmen jacken, schutzhelm und lampen fuhren wir in den stollen mit einem zug ein, wie einst die bergleute. die dimension der mine ist nur zu erahnen, aber wir sahen sogar noch stollenbewohner ;-), wie gesagt imposant.

bevor wir es uns an unserem nächsten schlafplatz gemütlich machten, schauten wir noch an die malerische steilküste und beim wasserfall von valaste (valaste hiking and study trail) vorbei. leider herrschte wassermangel und so war der sonst imposante wasserfall nur eine schmales „wasserfällchen“. aber die vielen stufen taten unserer fitness gut.

unser nachtlager schlugen wir am cp „saka manor camping“ auf. das hotel war gut besucht, aber zu unserer freude war am campground einfach nichts los und so konnten wir uns mitten am platz plazieren.

eine überraschung hatte die hotelleitung noch für uns parat. wir durften das hotel spa benutzen und uns im 30° warmen becken entspannen.

nach dem bad gab es ein ganz besonderes nachtmahl – meine lieblingssuppe: karfiolsuppe.

weiter ging es zur burg purtse, wobei wir vorher noch einen strandbesuch

und den „moldova leuchtturm“ – N59° 25′ 55.7″ E27° 03′ 18.4″ – einbauten.

am späten vormittag trafen wir bei der „burg purtse“, einer mittelalterlichen vasallenburg ein, wo wir vom burgherren „herrn janner eskor“ persönlich geführt wurden. eine burg mit einer langen spannenden geschichte. heute beherbergt die burg auch ein gemütliches café-restaurant, wo es sich lohnt im anschluss an die burgbesichtigung rast zu machen.

der nachmittag war für den besuch im „manor house of sagadi“, einem gutshaus und waldmuseum im lahemaa nationalpark reserviert. sachkundig und mit dem richtigen schuss von humor wurden wir von „frau anne kurepalu“ durch das sehenswerte anwesen mit einer über 500 jahre alten geschichte geführt.

am ende der führung gab es für uns einen workshop – „alte, überlieferte wodka-herstellung im herrenhaus“.
zur zeit der gutsherren war es aufgabe und stolz der „lady of the house“, spirituosen nach ihrem geheimrezept zu mischen. dabei wurden kräuter, beeren und gewürze verwendet, und die besten rezepte waren weithin bekannt.
auch wir durften unter anleitung von „frau anne kurepalu“ unser eigenes geheimrezept für unseren persönlichen „manor wodka“ kreieren und diesen tollen degustiv mitnehmen.

leider mussten wir drei wochen warten, bis unser wodka trinkfertig war.

zum abschluss des tages nahm uns „frau anne kurepalu“ mit ihrem pkw auf eine spritztour durch den nationalpark mit. sie erzählte von erlebnissen mit wildtieren (als ein elch in ihr auto sprang), wir fuhren an ihrer rund 100 jahre alten cottage vorbei (ziemlich versteckt mitten im wald) und durften das „fairy tale house“ besuchen, eine ausstellung und beeindruckende dokumentation der „estonian fairy tale society“ (kunst, die vor 6.000 jahren in klippen gehauen wurde, in form von papierkopien, die direkt auf den Klippen hergestellt wurden).
vielen herzlichen dank für diesen kurzweiligen und lehrreichen nachmittag.

die nacht verbrachten wir in dem am gutshaus angeschlossenen hotel „sagadi manor“ – sehr empfehlenswert und für uns eine schöne abwechslung zu unserem campervan-leben.

die nächsten zwei tage standen wir auf dem “lepispea caravan & camping ground“ in vösu, dem für uns persönlich besten stellplatz in dieser gegend.

die beiden tage waren mit verschieden besichtigungen ausgefüllt. so war es auf der anfahrt die esku-kapelle mit friedhof,

das etwas skurrile, private „käsmu maritime museum“, welches mit der geschichte des legendären kapitänsdorfes vertraut macht

und eine ausgedehnte rundtour um die halbinsel käsmu mit seinen verstreut liegenden riesigen findlingen.

jetzt waren es nurmehr wenige kilometer nach tallinn, ehe wir nach finnland übersetzten. doch davor legten wir noch einen besichtigungsstopp des „palmse manor gutshofes“ ein. eine große anlage wo nicht nur das guthaus, sondern auch ein palmenhaus, eine ehemalige destillerie und ein großer park zu erkunden waren.

eine kurze wanderung führte uns zu einem aus skandinavien angeschwemmten felsen aus der eiszeit, dem „majakivi boulder“ – 15m lang, 11m breit und 7m hoch, mit 584m³ ein ordentliches bröcker´l.

übernachtet haben wir am „rmk-stellplatz_tsitre campsite“, mit schönem strand und tollem sonnenuntergang. wirklich sehr zu empfehlen N59° 31′ 06.0″ E25° 30′ 39.0″.

das abendessen für mich war: geräucherter aal und von ingrid gepflückte walderdbeeren – lecker ;-).

tallinn, die hauptstadt estlands. wir quartierten uns für die nächsten drei tage im „metropol spa hotel“ ein, um unserem cleverchen ein wenig ruhe zu gönnen.

ja, stadtrundgang war angesagt und dabei wurden wir von „visit tallinn management“ ganz toll unterstützt. wir bekamen mit „frau signe paalandi“ einen professionellen tour guide zur seite gestellt. sie zeigte uns nicht nur die stadt, sondern erzählte auch viel über die historie und den wandel den diese stadt mitgemacht hat, verpackt in tolle geschichten und mysterien.

wir sahen tallinn’s mittelalterliche altstadt, die in zwei teile gegliedert ist – the lower town and the upper town, den domberg, den rathausplatz, die vielen kirchen der altstadt, den kalamaja-bezirk mit seinen vielfarbigen holzhäusern und nahmen zum ausklang der tour eine gemütliche jause im „maiasmokk“ dem ältesten café in tallinn ein.

sieht auf den ersten blick anstrengend aus, war es aber überhaupt nicht, tallin ist eine moderne, pulsierende stadt mit einem gemütlichen altstadtkern. tallinn empfiehlt sich aus unserer sicht auch für einen reinen städtetrip. wir waren von stadt und leute begeistert und bedanken uns herzlich.

bevor wir auf die fähre nach finnland gingen war noch genügend zeit für eine ganz besondere tour.

von „sunlines cruise co.tallinn cruises and island tours“ organisiert ging es vom „tallinn seaplane harbor“ mit dem schiff zur insel naissaar (dt. nargen), wo wir eine 4×4 exkursion – obwohl auch der linienbus der insel zur verfügung stand

– zum leuchtturm der insel mit grandioser aussicht

sowie den überwucherten festungsruinen und geheimnisvollen gängen des ehemaligen militärminenlagers der sowjetunion machten – etwas spooky und ohne taschenlampe geht da gar nichts.

dieser tagesausflug war eine kulturelle seereise in die geschichtsträchtige vergangenheit estlands. spannend, gut organisiert und für einen sprung ins kühle nass an einem der schönen sandstrände blieb auch noch genug zeit.

wir haben das ende des ersten teils von unserer baltikumreise erreicht. rauf auf die fähre nach helsinki

und auf wiedersehen tallinn, auf wiedersehen estland, auf wiedersehen baltikum.

was uns in finnland erwartete und welche abenteuer wir erlebten ist natürlich eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

von tartu über narva bis zur verbotenen stadt…

von tartu über narva bis zur verbotenen stadt. verbotene stadt? – ja, aber dazu kommen wir noch später.

nachdem wir tartu verlassen hatten stand endlich wieder wandern auf unserer routenplanung. diesmal entlang des 3 km langen naturlehrpfads „emajõgi river study trail“ mit bohlenwegen im naturschutzgebiet peipsiveere, dem größten deltasumpfgebiet in estland.

am nachmittag besuchten wir das schneeweiße „herrenhaus alatskivi“. die managerin des schlosses, frau laura lillepalu-scott, erzählte uns die geschichte des hauses, welches nach dem vorbild von schloss balmoral in schottland entstand und einen einblick in das leben der adelsfamilie gibt.

später überquerten wir einen fluß auf einer ganz schön engen brücke 😉 – die „holzbrücke von järuska“ und landeten auf dem campingplatz „recreation center suvi“. da dieser campingplatz so gut wie leer war und am peipussee, dem größten see estlands, direkt am über 30 km langen sandstrand liegt, legten wir einen ruhetag ein und machten für zwei nächte halt.

nach dem ruhetag starteten wir mit einem besuch im „iisaku museum“, wo wir unter anderem eine einzigartige ausstellung von hochzeitsgewändern zu sehen bekamen und die verschiedenen wohnungseinrichtungen erinnerungen an die eigene kindheit wach werden ließen 😉

entlang der zwiebelroute (der heimat der altgläubigen, die als zwiebelzüchter bekannt sind) ging es zum nächsten event, eine moorwanderung (start am wanderparkplatz selisoo matkarada N59° 10′ 14.0″ E27° 18′ 28.0″) zum „seli järv“. nicht sehr lang, rund 3 km, aber wirklich schön.

am späteren nachmittag erreichten wir das im jahre 1891 errichtete „nonnenkloster pühtitsa“ (kloster von kuremäe). es ist das einzige in betrieb befindliche russisch-orthodoxe nonnenkloster in estland. bis heute ist das kloster für die esten ein heiliger ort, da unter dem berg eine quelle entspringt und man dem quellwasser heilende wirkung nachsagt.

nach diesem interessanten besuch suchten wir noch ein plätzchen für die nacht. anforderung: still und einsam gelegen, wenn geht an einem see. traaaaraaa wir haben es gefunden 😉 die zufahrt war ein wenig holprig, aber die gegend wunderschön und ideal für eine ruhige nacht.

am nächsten morgen machten wir uns schon zeitig auf den weg nach narva, denn wir hatten am vormittag einen besuchstermin – „narva castle die hermannsburg in narva“.
von außen sehr eindrucksvoll anzusehen, aber vom inneren der burg waren wir etwas entäuscht. das sehenswerteste war für uns der blick nach russland, wo genau gegenüber am anderen ufer der narva „die festung iwangorod“ steht. leider konnten wir diese festung nicht besuchen, da die russische grenze während der corona-pandemie für touristen gesperrt war.

weit interessanter war unser nächster besuchstermin – „die kreenholmi manufaktuur“. heute nur mehr eine industrieruine, die aber ihres gleichen sucht. die berühmte manufaktur war eine textilfabrik, und wurde von dem deutschen kaufmann „ludwig knoop“ 1857 gegründet. ein gigantischer gebäudekomplex aus roten ziegelsteinen, gebaut im englischen stil, und vor dem ersten weltkrieg die bedeutendste russische textilfabrik mit rund 10.000 arbeitern. generell zählte kreenholm zu den größten der welt und ist jederzeit einen besuch wert (rundgänge nur im rahmen einer führung möglich).

interessant ist auch der 1969 fertiggestellte wohnwasserturm – architekt: henno sepmann, baustil: brutalistisch, sowjetische architektur, ehemalige udssr. ursprünglich mit lenin bildnis, das aber heute nicht mehr existiert.

am frühen abend unternahmen wir noch einen ausgiebigen spaziergang am ufer der narva wo wir auch in einem sehr urigen pub „club ro-ro“ unser abendessen einnahmen.

der nächste tag war rein zum chillen geplant und wir fuhren nach narva-jöesuu um zu faulenzen und im finnischen meerbusen zu baden.

genug gefaulenzt, weiter ging es nach „sillamäe“. bis zum zusammenbruch der sowjetunion war sillamäe eine komplett geschlossene stadt. ausländern war der zutritt nur unter strengsten auflagen gestattet. sillamäe existierte auf den landkarten nicht, es gab keine postadressen und briefe wurden nur über codeanschriften zugestellt.
während des bestehens der estnischen ssr entstanden hier unter größter geheimhaltung wichtige betriebe der sowjetischen rüstungsindustrie. uranoxid wurde bis 1952 aus örtlichen abbauprodukten gewonnen. 1969 wurde der lokale abbau endgültig eingestellt
bereits 1948 wurde eine urananreicherungsanlage für sowjetische atomkraftwerke und nuklearwaffen errichtet. sie wurde 1989 geschlossen.

heute kann man von all dem nichts mehr sehen und geblieben sind nur die typischen gebäude aus stalinistischer zeit. im museum in sillamäe kann man aber noch vieles über die geschichte der einst verbotenen stadt erfahren, wie z.b. den umgang mit den von radioaktivität betroffenen menschen – „du musst dir nur gründlich die hände waschen..“ ja, das gab uns schon zu denken.

es blieben uns nur mehr wenige tage in estland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

vom suur taevaskoja nature park bis tartu…

vom suur taevaskoja nature park bis tartu. im suur taevaskoja nature park haben wir uns am „salamaa campingplatz“ einquartiert und es war die richtige entscheidung.

schöner stellplatz,

sauna,

foodtruck – kostprobe inbegriffen – und eine betreiberfamilie, die ihresgleichen sucht: freundlich, hilfsbereit, … einfach perfekt.

mit der tochter diana unternahmen wir ausgiebige spaziergänge über die klippen der schlucht, im suur taevaskoja nationalpark bei denen wir viel über die energetisch kraftvollen plätze lernten.

z.b. saßen wir unter einen baum gegen kopfschmerzen (daruntersetzen und entspannen).

tranken wasser aus der quelle  „lätte-ema“ von der es heißt, dass die lätte-ema (quellenmutter) in der höhle lebt und alle anderen quellen in taevaskoja mit quellwasser versorgt. man sagt und glaubt, dass das wasser aus der läte-ema besonders gut für das augenlicht ist.

staunten über die vielen wunschbänder die wanderer an einen kraftvollen baum gebunden haben.

sahen die große höhle in der välke teavaskoda, die als „neitiskoobas“ (jungfrauenhöhle) bekannt ist, und aus der die quelle, kuldallikas (goldene quelle) fließt. und hörten die legende, dass in der höhle ein blondes junges mädchen lebt. sie webt garn auf den goldenen webstühlen und erscheint nur einmal im jahr – am mittsommertag. ein mann, der das glück hat sie zu sehen, findet sein mädchen am mittsommerabend.

einfach eine sehr schöne gegend in der es sich lohnt wanderungen zu unternehmen um energie und kraft zu tanken.

mit den eltern von diana, die auch die schiffahrt am ahja jögi mit ihrem elektro-ausflugsschiff „der lonny“ betreiben, machten wir einen gemütlichen bootsausflug (rundfahrt) – danke für die tollen erlebnisse.

nach zwei tagen verließen wir den taevaskoja nationalpark und machten uns auf den weg nach  pühajärve.

am weg schauten wir uns noch die „Ilmjärve õigeusu kirik“ an. leider war die kirche zugesperrt.

übernachtet haben wir im „spa & holiday resort pühajärve“. nach einem kleinen abendspaziergang im hotelpark haben wir natürlich den abend im spa mit saunieren und schwimmen ausklingen lassen.

der nächste tag begann mit einer fahrt zum „vörtsjärv /poldri puhkeala aussichtsturm“ mit einem  angel-, bade- und stellplatz. schöner und ruhiger spot zumindestens unter der woche.

danach eine kleine wanderung am „sinialliku wanderweg zur blauen quelle“, wo das wasser aus dem uferboden entspringt.

einen coffebreak mit einer besichtigungsrunde legten wir am „vörtsjärv ojo sadam holzbohlenweg“ ein.

die nacht verbrachten wir mit genehmigung am gelände des „järvemuuseum seemuseum“ das wir auch am nächsten morgen besuchten. frau heli-anneli villako führte uns mit interessanten erklärungen durch das interessante und sehenswerte seemuseum. als abschluss unseres besuches bekamen wir noch eine glas mit eingelegten räucheraalen mit – hmmmm lecker – dankeschön für das köstliche geschenk und die tolle führung.

 

so jetzt ging es nach tartu zu unserer nächsten nächtigung für zwei tage.

zuvor machten wir noch einen abstecher – den wir uns aber ersparen hätten können – zum „linnutee‘ hiking trail and bird observation tower“ im alam-pedja nature reserve and ilmatsalu fish ponds. war früher vielleicht ein toller spot, heute aber alles zugewachsen und verwaist.

in tartu angekommen checkten wir in unser hotel „das dorpat“ ein. ein schönes zimmer im 6. stock mit blick auf den fluß.

nun konnten wir unseren stadtbummel machen. zuerst war das „tartu old observatory“ –  sternwarte dorpat und struve geodetic arc (skandinavisch-russische meridianbogen) in der sternwarte an der reihe.

anschließend genossen wir eine führung durch das universitätsmuseum

und den dom zu tartu – cathedral & tower.

von tartu aus ging es richtung narva, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

das dritte der drei baltischen länder – estland…

das dritte der drei baltischen länder – estland.
landschaftlich ist estland im südöstlichen landesteil lettland sehr ähnlich – seenreich, große waldgebiete und viele moore, aber es ist mehr hügelig. deshalb kletterten wir auch auf zahlreiche aussichtstürme wie z.b. dem ‘suur munamägi‘, nahe dem dorf haanja, auf der höchsten erhebung (318 m) des umliegenden hügellandes und dem ‘turm pesapuu‘ bei rõuge, übersetzt ‘nestbaum‘ – einleuchtend 😊.

das wetter zeigte sich launisch, regen und eher kurze sonnenperioden wechselten sich ab. das verkürzte auch unseren besuch im haanja nature park und die wanderung durch die sandsteinschlucht ‘hinni kanjon‘, wo holzstege und eine treppe durch die schmale kleine schlucht führen.

dem landkreis võru wird zugeschrieben das authentische traditionelle estland widerzuspiegeln, mit rauchsauna-tradition, diversen porridge-mahlzeiten, frischkäse, geräuchertem schinken, typischen roggenbrot, einer speziellen butter und vielem mehr. einen ersten eindruck davon bekamen wir bei unserem besuch auf der mooska farm und während der tollen tour mit eda.
sie stellte uns die drei rauchsaunen am hof vor (zwei zum saunieren und eine zum räuchern von fleisch), erzählte über saunarituale und familientraditionen und gewährte einen ganz persönlichen einblick über ihr reiches wissen an alten bräuchen und den historischen glauben des alten võromaa.

abschließend verkosteten wir das am hof geräucherte fleisch, frisches ganz dunkles brot und tranken kräutertee.

die ruinen der mittelalterlichen bischofsburg von vastseliina, errichtet im 14. jhd. auf einem felsvorsprung und umgeben von einem schlosspark, ist ein fabelhafter ort voller mythen und legenden. heute kann man die überreste des schlosses, den mittelalterlichen themenpark, das pilgerhaus, den gutspark besuchen. bis heute ist es auch zielort vieler wallfahrer.

unser nächster stop galt den piusa sandsteinhöhlen. entstanden durch den manuellen abbau von glassand in den jahren 1922-1966. mit einem guide ist es möglich auf die aussichtsplattform der museumshöhle zu gehen und anschl. ein kleines museum mit verschiedenen glasexponaten und einer kurzfilmpräsentation zu besuchen. in den sandsteinhöhlen befindet sich auch die größte überwinterungskolonie von fledermäusen in ganz osteuropa.

das wetter hatte sich gebessert, aber mit der sonne und der höheren temperatur kamen auch die gelsen. man sagt diese blutsauger mögen keinen wind und dass die gelsen dann weniger auf uns fliegen – wacheln, fächeln, mit blätter wedeln, das half definitiv nicht und da das wandern im feuchtgebiet leider sehr beschwerlich war ging es weiter richtung grenze wo wir von einem aussichtsturm nach russland,

auf vögel, mücken und einen regenbogen schauen konnten.

weiter ging es nach räpina. hier besichtigten wir das schloss sillapää. der herrensitz wurde immer wieder umgebaut, erweitert und saniert und war in unterschiedlicher verwendung – schloss, schule, lazarett, landwirtschaftliche ingenieurschule und heimatkunde- und gärtnereimuseum räpina

und die 1734 erbaute papierfabrik von räpina (anfangs eine papiermühle). dieses bis heute tätige industrieunternehmen ist mit seinem historischen gebäude ein nationales kulturdenkmal und ein  einzigartigstes beispiel der industriearchitektur in europa. 1873 wurde die erste papiermaschine aus deutschland nach räpina gebracht und später noch drei weitere maschinen. eine dieser maschinen wurde umgebaut und arbeitet heute noch. über die jahre wurde ein breites sortiment an papier (wie z. b. filterpapier, löschpapier, rauch- und seidenpapier), wand- und dachpappe sowie verpackungsecken hergestellt.

im suur taevaskoja nature park und am platz von salamaa camping war ein längerer aufenthalt eingeplant, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour