eine schlucht mit gemsen, kleine dörfer und viele gesperrte straßen. das war der plan für die nächsten tage – natürlich nicht die gesperrten straßen. aber alles der reihe nach 😉.
vom dorf popoli terme ausgehend führte uns unsere route entlang des riesigen hochgebirgsgebiets des apennins
zur schlucht von „fara san martino“. die tiefe, enge schlucht ist ein beeindruckendes naturwunder in den abruzzen. zwischen steilen felswänden windet sich ein schmaler weg durch das bergmassiv der majella. bereits am eingang der schlucht hörten wir das stetige rauschen des wassers, das sich seinen weg durch das gestein bahnt.
wir hatten auch das glück, dass wir gemsen beobachten konnten, die geschickt zwischen den felsen sprangen.
die wanderung durch diese spektakuläre und unberührte umgebung war nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern ist auch geschichtsträchtig, denn das kloster „san martino in valle“ ist ein historischer bau, der direkt am eingang der schlucht liegt und dem ort eine besondere mystische atmosphäre verleiht.
es wurde vermutlich im frühen mittelalter als eremitage gegründet und diente über jahrhunderte hinweg als rückzugsort für mönche, die sich der inneren sammlung und dem gebet widmeten. uns beeindruckten die klosterruinen (werden gerade renoviert) vor allem durch ihre lage mitten in der natur sowie die steinerne architektur, die sich harmonisch in die felsige umgebung einfügt.
wir schauten uns auch noch die „sorgenti del fiume verde“ (quellen des grünen flusses) an. sie liegen unterhalb vom eingang der schlucht von fara san martino und sind kristallklare, smaragdgrüne quellen. das wasser dieser quellen ist einzigartig mikrobiologisch rein und aus diesem grund ist das baden strengstens verboten. sie sind ein wichtiges trinkwasserreservoir und ein beliebtes ausflugsziel der umgebung.
ein weiterer eindrucksvoller tag ging zu ende und wir zogen uns auf unseren nächtigungsplatz zurück – mit eigener neuer toilette 😉.
am nächsten tag starteten wir in richtung roccascalegna. ein kleines, malerisches dorf, das berühmt ist für seine spektakulär auf einer überhängenden felsspitze thronenden burg. schon von weitem sieht man es, das imposante „castello di roccascalegna“, das wie ein wächter über das tal blickt.
im dorf angekommen machten wir uns zu fuß auf den weg nach oben – der anstieg war zwar kurz, aber ziemlich steil. bei der burg angekommen, wurden wir mit einem wundervollen panoramablick auf die umliegenden hügel und olivenhaine belohnt.
die burg selbst wurde hervorragend renoviert und wir konnten die alten mauern, türme und gänge anhand der sachkundigen erklärungen unserer burgführerin „carmen“ erkunden.
seit ihrem bestehen aus der zeit der langobarden (11. oder 12. jh.) wurde die burg vielfach umgebaut, wiederaufgebaut und erweitert, speziell unter der herrschaft der corvis im 16. und 17 jh.
interessant ist auch, dass diese burg im gegensatz zu anderen keinen wasserbrunnen hat. die wasserversorgung funktionierte ausschließlich mit regenwasser – mittels einer rinne wurde das regenwasser gesammlt, das in eine zisterne floss und dort aufgefangen wurde. toll ist auch der schmale steg, der direkt zum höchsten punkt führt – der ausblick lohnt sich.
die besondere lage dieses ortes und die geschichte, die in den steinen steckt, machten unseren besuch zu einem besonderen erlebnis – danke carmen, für die fachkundige führung.
nach unserer burgbesichtigung spazierten wir noch ein wenig im dorf herum, ehe wir unsere reise fortsetzten.
unser nächster besuch galt dem „iuvanum archaeological park“, am fuße des dorfes montenerodomo, eine der bedeutendsten archäologischen stätte der region. im freigelände sind die überreste der ursprünglichen siedlung der samniten zu sehen (ein italischer volksstamm aus dem 4. jh. v. chr.): das heiligtum mit zwei angrenzenden tempeln sowie das kleine theater mit steinerner bühne und sitzreihen. die meisten funde stammen allerdings aus der römerzeit: gepflasterte straßen, der große zentrale platz (das forum), mit steinplatten gepflastert sowie die nahegelegenen thermen. leider hatte zur zeit unseres besuchs das museum geschlossen und so konnten wir uns nur das freigelände ansehen.
vom archäologischen park wollten wir die knapp 50 km zu einem stellplatz am „lago di bomba“ fahren, was sich aber im nachhinein nicht so einfach darstellte. die sp 107 zurück bis colle zingaro, dann auf die sp 133 und diese runter bis pennadomo – „patsch“, und da war die straße auf einmal mit bautafel und sperrschild versehen.
als wir uns bereits darauf einstellten in pennadomo auf einem p4n-parkplatz zu übernachten, kam ein freundlicher mann mit kleinem traktor entlanggefahren und erklärte uns, dass die sp 133 ganz gut befahrbar sei (eigentlich geöffnet wäre 🙄). na dann, schleunigst machten wir uns auf den weg
– bogen nach einigen kilometern auf die sp 135 ab und dachten, dass unser ziel am lago di bomba bald erreicht wäre. fehlanzeige – wieder eine straßensperre und wir mussten, um nicht einen riesigen umweg zu machen, auf einer kleinen nebenstraße bis hinunter zum see fahren.
dort angekommen stellten wir fest, dass der von uns angepeilte stellplatz nicht zu nutzen war und so fuhren wir am see entlang richtung colledimezzo.
das einzige problem war, dass die uferstraße sehr schadhaft war und immer enger wurde. ein umdrehen war auch nicht mehr möglich, denn die straße war stellenweise in den see abgerutscht, und diesmal gab es keine bautafeln, sperrschilder oder straßenblockaden. obwohl sich die weiterfahrt zum teil als sehr risikoreich darstellte, hieß es – was solls, augen zu und durch (freiwillig würden wir das keinesfalls machen).
endlich unterhalb von colledimezzo angekommen, stellten wir das cleverchen für die nacht auf dem parkplatz eines noch nicht geöffneten ferienparks mit blick auf den see ab – kein mensch weit und breit, einsam und ruhig verbrachten wir die nacht (erholung war dringend angesagt).
der nächste fahrtag richtung termoli begann leider wieder mit weiteren straßensperren und umwegen. wir fanden schlupflöcher, um endlose umwege zu vermeiden, immer entlang kaum befahrbarer straßen, wo auch spaten, säge und gartenschere zum einsatz kamen um durchzukommen 😉.
schlussendlich haben wir die berge in den abruzzen hinter uns gelassen und sind wohlbehalten an der küste in termoli, in der region molise, angekommen.
vor dem schlafengehen haben wir uns diese wirklich schöne stadt angesehen. „termoli“ ist eine lebendige hafenstadt, die den antiken charme seiner vergangenheit beibehalten hat und für die von mauern umgebene altstadt, mit der schwäbischen burg friedrichs II., und ihrem malerischen strand bekannt ist.
die engen gassen der historischen stadt – übrigens, termoli hat mit der rejecelle-gasse, die schmalste gasse in italien und europa, seine breite beträgt an der schmalsten stelle nur 34 cm !!! –
bieten zahlreiche kleine cafés, restaurants sowie eine fußgängerzone und von der alten festung
hat man einen wunderbaren blick aufs meer und die hölzerne struktur des „trabucco di celestino“ (traditionelle pfahlbauten am meer, die zum fischen errichtet wurden).
nach termoli wollten wir u. a. ein bekanntes weingut besichtigen, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour
