unsere lettland-route begann im südosten…

unsere lettland-route begann im südosten, der region lettgallen, mit der besichtigung von daugavpils, der zweitgrößten stadt des landes.

die festung daugavpils, eines der wahrzeichen der stadt, ist eine rund 150 ha große befestigungsanlage, die nach traditionellen vorbildern angelegt wurde – schutzwall mit acht bastionen und schutzgraben, paradeplatz, verwaltungs- und wohngebäude der offiziere und soldaten, kirche mit jesuitenkolleg (später schulgebäude), spital, geheimgänge, wasserhebewerk, …. – eine stadt in der stadt.

daugavpils historisches zentrum (eine bauliche stilmischung zwischen alt und neu, die sowohl staatliche denkmäler als auch wohngebäude charmant vereint) und den berg der kirchen (vier kirchen unterschiedlicher konfessionen die knapp beisammen stehen und für daugavpils stadtpanorama charakteristisch sind) haben wir mit einem guide besichtigt (herzlichen dank der tourismusentwicklungs- und informationsagentur der stadt daugavpils, die uns das ermöglicht hat).

die schrotfabrik in daugavpils ist eine historische produktionswerkstatt und ein industriedenkmal. sie ist die älteste munitionsfabrik in nordeuropa mit alten originalen geräten in der kugelgießerei, einem funktionierenden 31,5 m hohen schrotturm und einem 13,5 m tiefen abkühlungsbrunnen. bis anfang der 60er jahre produzierte man hier noch rund 2.000 tonnen schrot pro jahr. unsere meinung dazu – absolut sehenswert.

restaurants in daugavpils waren zum zeitpunkt unseres besuches nur im außenbereich zugänglich. das park hotel latgola, mit seinem restaurant im 10. stock, hatte für diese pandemiebedingte auflage eine originelle lösung – bestellen im 10. stock im restaurant, schlüsselübergabe für eines der ausgeräumten gästezimmer im 9. stock und einem abendessen zu zweit, bei schönem eingedeckten tisch und mit herrlichen panoramablick, stand nichts mehr im weg.

auf unserem weg nach aglona, der natürlich nicht eine direkte verbindung war, standen wieder ein paar zwischenstopps auf unserer must-see-liste:

burgberg von naujene, mit einem schmalen pfad zur ruine der ordensburg dünaburg

aussichtsturm von vasargeliški, ein über 20 m hoher holzturm mit blick auf die flussschleifen des daugava)

dorf der altgläubigen in slutiški. die einwohnerzahl beläuft sich auf ca. 10 personen – das gesamte dorf wird als ethnographisches denkmal gesehen, eines der letzten in dieser gegend

und der legendenumwobene velnezers see. eher klein, aber außergewöhnlich mit intensiv blaugrünem wasser.

in aglona selbst besuchten wir:

die barocke wallfahrtskirche, die basilika von aglona

im brotmuseum von aglona konnten wir beim backen von roggenbrot zusehen, das nach alten überlieferten rezepten hergestellt wird, und frisches brot und honig verkosten

und ein kurzbesuch am christkönigsberg (skulpturenpark zu ehren gottes) – über 500 biblische figuren, arche noah und holzkirche auf einem hügel

genug gefahren und genug geschaut. ein ruhetag am geranimova-iIza-see im gästehaus und camping zemeņu krastiņi, bei anita reščenko. dieser platz ist wirklich schwer zu beschreiben, denn ein ort mit so viel gastfreundlichkeit, originalität und energetik (erdbeerenergie 😊) ist nicht nur selten, sondern ein unvergessliches erlebnis – DANKE liebe anita!!!

noch drei tage mit vollem besichtigungsprogramm bevor es in den dritten baltischen staat unser tour ging. am ersten tag das freilichtmuseum andrupene

und eine kurze, aber sehr schöne moorwanderung

in rezekne der schlossberg mit seiner burgruine

und im fischerdorf ideņa, eingebettet im feuchtgebiet des lubāns-sees, am campingplatz zvejnieki bei anna macāne, typisch lettische kulinarik – wir bekamen als hauptgericht elch-eintopf, mhhhhh.

der vorletzte tag begann mit einer führung und bierverkostung beim brauer dainis rakstiņš, in seiner kleinen hausbrauerei. lettgallisches bier, zubereitet nach uraltem rezept, gebraut in hölzernen bottichen und mit einem ganz speziellen rauchigen geschmack, der ein wenig an whisky erinnert – stammt von der gerste, die oberhalb der mit erlenholz beheizten (rauch-) sauna getrocknet und geräuchert wird.

es folgte eine wanderung am moorpfad teirumnieki, ein kurzer aber schöner spaziergang über einen etwa 800 m langen holzsteg.

auch das schloss stāmeriena, ein herrenhaus im französischen neo-renaissance stil – ist unserer meinung nach absolut sehenswert

und schließlich alūksne, im nordosten lettlands, die letzte stadt vor unserem grenzübertritt nach estland. wir wurden von elīna und līva erwartet, beide von der städtischen touristeninformation. es war ein wundervoller abendspaziergang am ufer des alūksne-sees, vorbei an der alten schlossruine, entlang des tempelberges, hinauf auf den aussichtsturm und zum abschluss eine romantische bootsfahrt.

am folgenden morgen wurde uns die kirche – mit einer turmbesteigung, das neue schloss von alūksne samt landschaftspark mit pavillon, tempel, palmenhaus, mausoleum und springbrunnen gezeigt (als überraschung per fahrradkutsche).

die eisenbahnfahrt am nachmittag, auf der einzig regelmäßig fahrenden rund 33 km langen (one way) schmalspurbahnstrecke alūksne – gulbene – alūksne

sowie die besichtigung des lokomotivschuppens, der reparaturwerkstätten, eines salonwaggons aus sowjetzeiten und den informativen multimedialen ausstellungen in den jeweiligen endbahnhöfen, bildete das finale ende unserer tour durch den südosten lettlands.

fazit: eine wunderschöne fast durchgängige seenlandschaft und noch viel unberührte natur, eine traditionelle völkermischung (litauer, polen, weißrussen, juden und russische altgläubige) die mit ihren unterschiedlichen kulturellen einflüssen (handwerk, musik, küche, …) das land prägt. einfach viele herzliche, gastfreundliche menschen denen wir begegneten.

der dritte baltische staat unserer tour ist die fahrt durch estland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

die letzten tage in litauen…

die letzten tage in litauen begannen mit einem zwischenstopp vor litauens hauptstadt mit der ende des 14. jh. errichtete wasserburg trakai. eine inselburg im see galvė, die man über eine lange holzbrücke erreicht. vom innenhof führen holztreppen und außengänge in den oberen stock in dem ein museum eingerichtet ist.

die barocke altstadt von vilnius, unesco-kulturerbe, erkundeten wir leider bei dauerregen. wir starteten am kathedralenplatz, bei der st.-stanislaus-kathedrale mit ihrem charakteristischen freistehenden glockenturm.

sahen uns die obere burg und den am burgberg drohnenden gediminas-turm sowie den berg der drei kreuze von unten an.

schlenderten durch verwinkelte gässchen bis zum tor der morgenröte. dies ist ein teil der alten stadtmauer mit einer kleinen kapelle und der schutzheiligen litauens und weißrusslands – der schwarzen madonna. ein christlicher wallfahrtsort und pilgerziel.

lernten einen stadteil der einst jüdisches wohnviertel war und heute ein künstlerviertel ist kennen – die republik užupis (auch engelsrepublik genannt). sie versteht sich symbolisch als einziges gewaltfreies land der welt und an der wand der verfassung sind tafeln in rund 40 sprachen angebracht, die rund 41 artikel umfasst, z.b. ‘jeder mensch hat das recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet‘ oder ‘jeder mensch hat das recht, unverstanden zu bleiben‘.

besuchten den palast der großfürsten von litauen, der einst sitz der polnisch-litauischen großfürsten war, und aufgrund seiner zahlreichen um-, aus- und erweiterungsarbeiten spätgotische/renaissance/und frühbarocke stile vereint. im (national-) museum der historischen residenz werden grabungsfundstücke sowie wiedergergestelltes historisches interieur ausgestellt

und bestaunten die kirche st. peter und paul, mit ganz in weiß gehaltenen stuckarbeiten, die das gesamte kircheninnere ausfüllen

ja, es gäbe noch viel zu sehen in villnius.

ein kulinarisches highlight waren die litauischen spezialitäten im ‘etno dvaras‘ – šaltibarščiai (kalte rote-rüben-suppe) und didžkukuliai (fleischgefüllte kartoffelknödel)

herzlichen dank an ‘dainė juodiškienė‘ für ihre fachkundige führung und vor allem der agentur go vilnius für ihre unterstützung.

auf unserem weiteren weg – moderne kunst, verewigt unter freiem himmel zum thema europa, im europos parkas skulpturenpark. der litauische bildhauer ‘gintaras karosas‘ setzte sich zum ziel, dem geographischen zentrum europas durch teils kuriose, überdimensionale kunstwerke bedeutung zu verleihen, die gemeinsam mit künstlern aus 33 verschiedenen ländern geschaffen wurden und auf einer fläche von rund 55 ha ausgestellt sind.

schön, dass der künstler selbst für ein gespräch zeit fand.

in unmittelbarer nähe befindet sich der mittelpunkt europas – eine im jahr 1989 von geographen des nationalen geographieinstituts frankreichs als flächenschwerpunkt ermittelte stelle, etwas nördlich von vilnius – N54° 54′ 0″, E25° 19′ 0″.

noch stehen ein paar must-see highlighsts auf unserer route durch den südlichen landesteil litauens:

die burg von dubingiai – burgfundamente und überreste einer kirche wo im 16.-17. jh. der palast des adelsgeschlechts radvilos standen, mit schönem panorama auf den see asveja

der baumwipfel-wanderweg bei anykščiai ist 300 m lang und die gehwege steigen nach und nach auf 21 m über dem boden an. der aussichtsturm am ende des weges ist 34 m hoch und bietet einen weiten rundumblick auf den fluss šventoji.

wir wurden von ‘indrė‘ begleitet, die uns auch die (teufels-) geschichte vom findling puntukas erzählte (ein riesiger granitblock, der von skandinavischen berggletschern stammt) und uns durch das ganzjährig geöffnete informationszentrum führte. zuletzt wanderten wir noch über die erst kürzlich fertig gestellte stahlseilbrücke, die die beiden ufer des flusses šventoji miteinander verbindet.

das städtchen anykščiai mit der katholischen st.-matthias-kirche und ihren beiden 79 m hohen türmen und der staustufe beim zusammenfluss der flüsse šventoji und anykšta

der aussichtsturm bijeikiai – 15 m hoch, mit blick auf den rubikiai-see mit seinen 16 inseln

auf wenig befahrenen schmalen straßen und in frühlingshafter natur erreichten wir das litauische museum für ethnokosmologie – ein himmelsobservatorium (ein gebäude mit außergewöhnlicher architektur) mit unterirdischen ausstellungsräumen, in denen es fast alles, was mit der kosmologie zu tun hat zu sehen gibt: von antiken meteorologischen instrumenten bis hin zu astronomischen und astrologischen kalendern und einem observatoriumturm mit zwei teleskope für nachtprogramme

eine schotterpiste führt zum imkereimuseum stripeikiai – museum der altertümlichen bienenzucht mit mehreren hunderten exponaten. man kann auch unterschiedliche sorten honig verkosten und kaufen

knapp 10 fahrminuten weiter liegt die wassermühle ginučiai – ein hölzernes mühlgebäude, das bis 1968 in betrieb war und noch die authentische einrichtung zeigt

der botanische naturlehrpfad in palūšė, am ufer des lūšiai sees, wurde im eilschritt bewältigt und gestaltete sich leider zum wettlauf mit den gelsen

durch die historische kleinstadt salakas führt ein ca. 5 km langer rundweg, der am parkplatz beim see luodis im gražutė regional park beginnt, über einige stege zu einem hölzernen aussichtsturm führt,

durch den ort und vorbei an der kirche der hl. schmerzreichen jungfrau maria

geht und nach einem kurzen waldstück wieder beim see endet

zarasai, mit großem steg und aussichtsbrücke, war für uns nur ein kurzer stopp – es fanden wartungsarbeiten statt und das betreten war verboten

in stelmužė ist die kleine holzkirche (sie wurde ohne einen einzigen nagel gebaut) und die alte eiche  (eine von den ältesten in europa, ungefähr 1500 – 2000 Jahre alt, durchmesser ca. 3,5 m und umfang am boden rund 13 m) sehenswert

das nächste ziel ist die festung daugavpils in lettland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

ein ungewöhnliches gebäude in den wäldern von merkinė…

ein ungewöhnliches gebäude in den wäldern von merkinė, die pyramide von merkinė. ein riesiges geodätisches kuppelbauwerk umgibt eine pyramide, die nach einer persönlichen offenbarung entstand, die ‘povilas zekas‘ einst im alter von erst sieben jahren erlebte.
es ist keine kirche und kein tempel sondern ein spezieller ort für spirituelle energetik (licht), eine quelle der stärke.
seit der fertigstellung in 2009 besuchten tausende menschen diesen komplex der pyramide, der kuppel und der kreuze. einige auf der suche nach körperlicher, andere nach spiritueller heilung, während andere nach kreativer inspiration suchen.
wir bedanken uns bei povilas für den rundgang und vor allem, dass er seine persönliche geschichte so offen mit uns teilte.

auf der weiterfahrt nach kaunas besuchten wir noch –
turm von merkinė, ein 26 m hoher landschafts-aussichtsturm mit mehreren aussichtsplattformen.

dominikaner-kloster in liškiava, mit der kirche der heiligen dreifaltigkeit.

birštonas aussichtsturm, mit 51 m (und 300 stufen) der höchste in litauen.

birštonas stadtpark und freiluft-mineralwasserverdampfungsanlage, wobei das durch die verdampferwände fließende mineralwasser eine seeeffekt-luft generiert.

freilichtmuseum von rumšiškės, in dem verschiedene ethnographische regionen litauens präsentiert werden und in dessen zentrum ein dorf (marktplatz) mit allen charakteristischen gebäuden nachgebaut wurde.

in kaunas selbst verbrachten wir zwei tage. durch die altstadt von kaunas führte uns ‘linas‘. es beanspruchte nicht viel zeit um das rathaus, die st. peter und paul-kathedrale und die fußgängerzone mit schönen häusern aus dem 16. jh zu besichtigen, aber vielleicht lag es auch am dauerregen, der ein längeres durch die stadt bummeln verdarb.
wir bedanken uns bei ‘kaunas IN‘, zuständig für die entwicklung des lokalen tourismus, für ihre unterstützung.

von der burg kaunas, einer der ältesten steinburgen litauens und eine ehemalige verteidigungsanlage, steht heute nur noch ca. ein drittel. sie wird als museum und für musikfestspiele und theaterstücke genutzt.

ein besichtigungs höhepunkt in kaunas war für uns der besuch der kirche und klosteranlage von pažaislis mit dem sakralmuseum. die italienische barockarchitektur ist absolut sehenswert und die architektonischen lösungen sind beeindruckend (die höhe der sechseckigen kuppel beträgt 53 m).
tragisch hingegen ist die geschichte, die seit der gründung in 1662 überliefert ist:

  • das kloster und die kirche wurden für den orden der camaldolese eremiten gebaut
  • 1832 wurde die kirche von den russischen behörden geschlossen und in eine orthodoxe Kirche umgewandelt
  • nach 1920 kehrte die zerstörte kirche an die katholiken zurück
  • nach dem zweiten weltkrieg wandelten die sowjetischen behörden die kirche und das kloster in ein archiv und ein psychiatrisches krankenhaus um
  • und 1966 schließlich in eine kunstgalerie
  • 1992 wurde der komplex an die nonnen des klosters zurückgegeben und die wiederaufbau- und restaurierungsarbeiten begannen.

wenn man so wie wir wochen- oder monatelang mit dem camper auf reportage ist, gehören nach unserem verständnis auch einmal andere hervorragende übernachtungsmöglichkeiten erwähnt, die für eine stadt, eine gegend ein land etwas ganz besonderes sind. in kaunas ist das der hospitality complex „monte pacis“. untergebracht in einem gebäude das zur klosteranlage pažaislis gehört, ist es nicht nur das historische ambiente sondern die kombination aus jahrhundertalter geschichte und einem restaurant in dem der küchenchef geheime historische rezepte und frische saisonale produkte aus dem eigenen gemüsegarten kombiniert.
wir wurden mit einem 4-gängigen gustationsmenü verwöhnt und lassen die bilder sprechen.

ein stück außerhalb von kaunas liegt das IX. fort. erst war es ein teil eines befestigungssystems, dann ein gefängniss und ab 1941 ein konzentrationslager. heute ist hier ein museum untergebracht – eine gedenkstätte, ein mahnmal und ein wichtiger bestandteil litauischer geschichte.

vilnius, hauptstadt von litauen, mit ihrer langen und wechselhaften geschichte ist unser nächstes ziel, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

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im herzen der masurischen seen…

im herzen der masurischen seen, auf einem schmalen landstreifen zwischen dem niegocin- und kisajno-see, liegt die stadt giżycko, ein zentrum für den wassertourismus. schon allein wegen der niedrigen lufttemperatur und der sicher noch deutlich geringeren wassertemperatur nahmen wir von den zahlreichen bootfahrangeboten (es wimmelte von segelschiffen, jachten, paddelbooten und anderen wassertretern) gerne abstand und stellten uns dafür mit dem camper direkt ans wasser, in den kleinen hafen “port & camp“ (direkt beim hotel st. bruno).

als bekennende landratten besuchten wir lieber die “festung boyen“. auf einer fläche von fast 100 ha wurde diese mächtige befestigungsanlage in der räumlichen form eines unregelmäßigen sechsarmigen sterns errichtet.

weiter, entlang einiger masurischen seen und durch das gebiet des borecka-urwaldes. dieses ökosystem mit seen, sümpfen und waldflächen hat einen sehr hohen tierbestand. die größte attraktion dabei bilden die frei lebenden bison herden (ca. 5), wildpferde, masurische hirsche sowie zahlreiches kleinwild.

den touristen zuliebe wurde bei wolisko ein schaugehege eingerichtet, der “wolisko bison park“, wo bisons während der fütterung von einer aussichtsplattform beobachtet werden könnnen.

wir durften in begleitung von zwei park rangern – magdalena domanska/nature conservation specialist und przemyslaw sarżyński – auch noch weitere typische landschaftliche teile des urwaldes besuchen. dabei gelangten wir auch zum teufelsstein, ein findling, den das wandernde eis einst aus skandinavien mitgebracht hat. unter diesem findling wohnt der sage nach der teufel und wer ihn sehen möchte muss den findling hoch heben – „ggggggg“.

im nationalpark wigry, auf der wigierski-halbinsel steht der ehemalige kamaldulenser-klosterkomplex, welcher einst einer der größten und reichsten in polen war. heute werden die zwöf einsiedeleien als hotel bzw. rückzugsort für ruhe suchende genutzt.

wir haben uns auf dieser halbinsel auch zurückgezogen, auf den “campingplatz u haliny“ und waren dort camping-einsiedler.

ein neues land, wir sind zum ersten mal in litauen und unser erster stop war der kurort druskininkai. wir besuchten:

druskininkai museum (ein kleines stadtmuseum mit sammlungen zur ortsgeschichte)

orthodoxe kirche

kurpromenade und springbrunnen mit musik- (wasser-) schauspiel

grutas park (skulpturenpark als mahnmal gegen den kommunismus)

skulpturenpark naujasonde (antanas cesnulis – bildhauer)

und die pyramide von merkine, aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

wo der wahnsinn fast geendet hätte…

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist blog_pobafi_0288.jpg.

wo der wahnsinn fast geendet hätte, wenn es der deutsche wehrmachtsoffizier claus philipp maria schenk graf von stauffenberg geschafft hätte, mit seinem attentat am 20. juli 1944 um 12:35 adolf hitler zu  töten und einen bedeutenden umsturzversuch herbeizuführen. wieviele menschen hätten ihr leben behalten und wieviel leid und schmerz wäre der menschheit erspart geblieben?
leider überlebte hitler das stauffenberg-attentat und graf von stauffenberg wurde noch am selben tag hingerichtet.

heute ist das gelände der wolfsschanze (tarnname für eines der militärischen lagezentren des führungsstabes der deutschen wehrmacht) ein mahnmal für das nicht vergessen.
die wolfschanze war neben berlin gewissermaßen die zweite hauptstadt des dritten reiches. bereits zwei tage nach dem überfall der deutschen wehrmacht auf die sowjetunion im juni 1941 zog hitler in sein neues kommandozentrum. auf dem weitläufigen gelände mit seinen 50 bunkern, 70 kasernen, zwei flugplätzen, einem bahnhof und flakbatterien verbrachte hitler 850 tage.

von der wolfsschanze wurden die militäroperationen an allen fronten angeordnet. es gab acht massive bunker allein für die nazi-führung. die dächer wurden immer wieder aufgestockt, um die bunker vor möglichen bomben zu schützen. die decke von hitlers bunker war am ende acht (!!!) meter dick.

den decknamen „wolfschanze“ gab adolf hitler der anlage selbst, angelehnt an das von ihm verwendete pseudonym „wolf“, welches er hauptsächlich in seiner privaten korrespondenz – er unterschrieb mit „herr wolf“ – der 1920er jahre verwendet hatte.

nach dem uns sehr nachdenklich und bedrückend machenden ort fuhren wir in das nur wenige kilometer entfernte ehemalige hauptquartier des oberkommandos des heeres in mauerwald (okh mauerwald). gebaut für 40 generäle des höchsten ranges und feldmarschällen. die bunkeranlage in mauerwald diente als führungszentrum von welchem aus der angriff deutschlands auf die sowjetunion – der barbarossaplan – die größte millitärische operation des 20. jahrhunderts, geleitet wurde.

nach dem für uns spürbar beklemmenden besichtigungstag fuhren wir weiter nach giżycko wo wir uns einen stellplatz in einem kleinen hafen suchten, von dem aus unsere reise weitegehen wird. aber das ist eine andere gschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

über die geschichte von ungewöhnlichen zuwanderern…

über die geschichte von ungewöhnlichen zuwanderern haben wir im kloster der altgläubigen in wojnowo erfahren.

das kloster liegt am duś-see und war zu beginn des 19. jh. in der damaligen masurischen wildnis ein zufluchtsort für jene altgläubigen (auch philipponen genannt – eine der fanatischsten abzweigungen des orthodoxen glaubens), die sich gegen die im 17. jh. eingeführte liturgiereform (nikon-reform) in der russisch-orthodoxen kirche stellten und vom russischen zar grausam verfolgt wurden.
erst eine einsiedelei, dann ein männerkloster und schließlich ein frauenkloster, in dem die letzte klosterpriorin 1972 verstarb. heute hat das kloster die funktion eines museums und ist ein denkmal religiöser und sittlicher kultur der altgläubigen.

am ortsrand von wojnowo haben wir im vorbei fahren auch noch die blaue kirche, die orthodoxe pfarr- und klosterkirche „entschlafung der gottesmutter“, gesehen.blog_pobafi_7721

über eine rumpelige zufahrtsstraße erreichten wir am nachmittag den wildpark dzikich zwierząt kadzidłowo. die besichtigung des weitläufigen freigeländes ist ausschließlich mit einem guide möglich. einige tiere sind so sehr an menschen gewöhnt, dass sie mit einem mitlaufen (damwild, rotwild) und auf futter warten, andere sind in ihren gehegen so gut verborgen, dass sie nur mit hilfe des geschulten auges des guides zu entdecken sind (wölfe, elche).

nach gut eineinhalb stunden und gerade rechtzeitig vor einem beginnenden gewitter setzten wir die fahrt zu unserem nächsten übernachtungsplatz fort, dem ferienzentrum „wagabunda“ am stadtrand von mikołajki. die cottages, ferienzimmer, zelt- und caravanstellplätze befinden sich nahe dem badestrand am see mikołajskie und über die uferpromenade gelangt man in wenigen minuten in die stadt und zum hafen.blog_pobafi_E7728wir teilten uns mit nur einem anderen camper den großen wiesenstellplatz und genossen vor allem die ruhe.blog_pobafi_7732für die nächsten beiden etappenziele fuhren wir nach mrągowo und spazierten vom amphitheater, einer modernen seebühne,blog_pobafi_7733 dem seeufer entlang zur quelle der liebe, einer stark eisenhältigen quelle, die mitten im wald aus einem felsen hervor tritt.blog_pobafi_0176

den tagesabschluss bildete der besuch der wahlfahrtskirche u. kloster swięta lipka. ein jesuitenpater erzählte uns die entstehungsgeschiche und führte uns zu der stelle im kircheninneren an der einst jener baum stand in dessen krone sich das marienbild befand, das ein zu tode verurteilter in der nacht vor seiner hinrichtung schnitzte und er dadurch sein leben retten konnte.

bewundernswert ist auch die orgel von swięta lipka, mit engelsfiguren die beim orgelspielen in bewegung gesetzt werden. leider hörten wir kein orgelstück (präsentationen werden nur gruppen angeboten), aber allein der barocke reich verzierte stil der kirche war auch schon sehr beeindruckend.

die nacht verbrachten wir in kętrzyn, am stellplatz beim ehemaligen führerhauptquartier „wolfsschanze“, aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

ein guter auftakt zu unserem roadtrip…

ein guter auftakt zu unserem roadtrip durch ost- und nordeuropa war nach der 10-stündigen anfahrt wien – warschau das warszawskie centrum caravaningu „szerokiej drogi“ (warsaw caravanning center „wide road“). obwohl wir erst nach geschäftsschluss eintrafen wurde uns bereitwillig die einfahrt ermöglicht und ein stellplatz frei gemacht. ein perfekter platz für eine transitnacht oder einen kurz-sightseeing-trip in warschau – zentrumsnah, 24 stunden bewacht, tankstelle und lebensmittelgeschäft direkt neben an, wasser- und stromversorgung sowie zubehör für das rollende heim. eine 100%ige empfehlung unsererseits.

ein tipp: unbedingt vorreservieren, da nur für 2 bis 3 mobile platz gemacht werden kann.

so, nun konnten wir fahrt aufnehmen und stiegen ein paar kilometer vor augustów/polen in unsere ursprünglich geplante route ein (aufgrund der corona-bedingten verzögerung unserer abfahrt mussten wir etappen in tschechien und teile von polen leider komplett streichen).

erster stopp: sokólka im erzbistum bialystok. wir trafen uns mit „pater andrzej“, in der kirche des hl. antonius von padua, und hörten die geschichte des eucharistischen zeichens auch als „hostienwunder von 2008“ bekannt. nach dem besuch der rosenkranzkapelle und einem rundgang durch die kirche wurde uns auch schwester julia dubowska vorgestellt. die küsterin, die an jenem sonntag im oktober 2008 die zu boden gefallene, geweihte hostie aufgehoben und in den tresor gesperrt hatte und eine woche später in der mitte der hostie etwas wie einen roten blutklumpen in der form eines blutgerinnsels entdeckte.
es ist für uns vollkommen unerheblich wie gläubig man ist, oder ob man an der wissenschaftlichen, pathomorphologischen untersuchung zweifelt, oder die erklärung der kirchlichen kommission hinterfragt. fakt ist, diese geschichte aus der „jetztzeit“ macht was mit einem und aus diesem grund sind seit der ausstellung des hostienpartikels jederzeit pilger aus der ganzen welt in der rosenkranzkapelle anzutreffen.

zweiter stopp: der cp in augustów, mitten im wald direkt am see sajno – ośrodek wypoczynkowy „królowa woda“.

nach einem ruhetag folgte ein 3-stündiger schiffsausflug entlang des augustów-kanals (the studzieniczna cruise)

mit kurzem aufenthalt auf der halbinsel studzienicza, umgeben von den wäldern des urwalds augustówska.hier befindet sich ein marien-wahlfahrtsort mit der kapelle der heiligen jungfrau maria, die auch johannes paul II im jahr 1999 besuchte, ein brunnen zu einer quelle der magische, heilende kräfte zugeschrieben werden und die historische holzkirche, mit verzierungen aus wildtiergeweihen.

die reise geht weiter und es gibt noch viel zu sehen, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin
alles liebe von den hovi`s on tour

corona änderte unsere pläne…

corona änderte unsere pläne und leider konnten wir nicht wie ursprünglich festgelegt bereits mitte april unsere geplante fotoreportage antreten.

grund: wir erhalten erst anfang mai unsere 2. corona schutzimpfung, eine voraussetzung um diese fotoreportage heuer überhaupt noch durchzuführen.

also musste eine planänderung her. wir werden mitte mai von wien direkt nach augustow/polen fahren und von dort erst wie geplant unsere route und arbeit aufnehmen.

alle interessanten spots in tschechien und polen die jetzt nicht angefahren werden können, verschieben wir auf einen späteren zeitpunkt. wir werden sie aber ganz sicher nachholen, denn bereits bei der planung und recherche haben wir so viel interessantes entdeckt, das sich lohnt zu besichtigen und darüber zu berichten.

impfungen, entsprechende nachweise und registrierungen, ein durchgecheckter servicierter camper van und sonstiges, welches man für eine mehrmonatige fotoreportage braucht, ist geregelt und dem start mitte mai steht dann nichts mehr im weg.

was wir alles auf dieser reise erleben werden ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden

bis dahin alles liebe von den
hovi´s on tour

das hoffen und planen geht weiter…

das hoffen und planen geht weiter, denn wir wollen eine reise über einen längeren zeitraum machen, bei der viele besichtigungstermine am plan stehen, die vorab terminisiert werden müssen.

ja, diesmal wird uns die reise nach tschechien – polen – litauen – lettland – estland – finnland – kaliningrad und über polen, tschechien wieder zurück nach wien führen.

wir starten mitte april, sind 190 tage unterwegs und werden in diesem zeitraum ca. 14700 km mit unserem cleverchen zurücklegen.

ob wir diese reise tatsächlich antreten können hängt ganz von der entwicklung der coronavirus-situation ab. wir bleiben jedenfalls optimistisch und planen zügig weiter.

was wir auf dieser reise erleben werden ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden und wir hoffen ihr seid dann wieder dabei wenn es heißt „die hovi´s sind wieder on tour“

bis dahin

alle liebe von den hovi´s on tour