auf in den äußersten nordwesten von irland, das war unser ziel für die nächsten tage. den beginn machten wir in foxford bei „the foxford experience“. die foxford experience ist ein interaktives besucherzentrum, dass die geschichte der foxford woollen mills erzählt. in der modernen ausstellung erfuhren wir alles über die entstehung der berühmten wollweberei und konnten den produktionsprozess hautnah miterleben. beeindruckend war, wie hier tradition und innovation miteinander verschmelzen und man die gelegenheit hat, echte irische handwerkskunst zu bestaunen. in einem shop kann man die hochwertigen produkte direkt vor ort kaufen.
im anschließenden restaurant ließen wir unsere eindrücke bei einem ausgezeichneten lunch ausklingen. sehr interessanter besuch.
nach dem herrlichen lunch ging es am nachmittag nach knock, wo wir dem „knock shrine & knock museum“ einen besuch abstatteten. der knock shrine ist wahrscheinlich die bedeutenste pilgerstätte irlands, die jährlich mehr als 1million menschen aus der ganzen welt anzieht. wie bedeutend knock shrine für die katholische kirche war und ist, zeichnet sich durch die besuche von papst johannes paul II. (1979) und papst franziskus 2018 aus.
wir besichtigten die beeindruckende basilika und tauchten ein in die bewegende geschichte der marienerscheinung von 1879, die knock zu dem ort der hoffnung und andacht gemacht hat, der er heute ist. die ruhige atmosphäre und die gepflegten, weitläufigen anlagen luden uns zum verweilen und nachdenken ein.
im anschluss besuchten wir auch das knock museum, das auf anschauliche weise die lokale geschichte und die bedeutung des schreins vermittelt. interaktive ausstellungen und persönliche erzählungen machen deutlich, welche rolle knock für generationen von pilger und diese region spielt. ein bewegender besuch, der unsere reise durch den nordwesten irlands bereicherte.
für die nacht haben wir wieder einmal ein stellplätzchen nach unserem geschmack gefunden, am ufer des see annaghmore 😉
in strokestown, unserer nächsten station, konnten wir an einer führung durch das „strokestown’s palladian house“ und das angrenzende „national famine museum“ teilnehmen. das prachtvolle anwesen, mit seiner eleganten architektur und den gepflegten gärten, bot uns einen faszinierenden einblick in die georgianische vergangenheit irlands. im inneren sahen wir aufwendig gestaltete historische räume und möbel und erfuhren bemerkenswerte fakten und spannende aspekte über das leben der familien, die das haus einst bewohnten. die fachkundige führung mit ausführlichen details zur geschichte des anwesens sowie dessen bedeutung für die region, war ein schönes und interessantes erlebnis.
im national famine museum, einem hochmodernen, interaktiven museum, wird das parallele leben der aristokratischen vermieter aus dem strokestown’s palladian house – deren macht und deren dilemma – und ihrer mieter im strokestown park estate – geprägt von hunger, räumung und exil – dramatisch zum leben erweckt. wir erhielten einzigartige einblicke über das traurige kapitel der großen irischen hungersnot, eine katastrophe die irland für immer veränderte.
ein stück weiter, in carrick-on-shannon, warfen wir einen blick in die „costello memorial chapel“. ein echtes kuriosum, denn sie ist die kleinste kirche europas und wurde 1877 von edward costello als gedenkstätte für seine verstorbene frau errichtet. die winzige kapelle beeindruckt mit liebevollen details und einer ganz besonderen, fast intimen atmosphäre. trotz ihrer geringen größe ist sie ein ort voller geschichte und emotion.
unsere route führte uns zu einer weiteren spannenden station, „the shed distillery of pj rigney“. in dieser modernen, aber liebevoll traditionell geführten destillerie, tauchten wir in die welt der irischen spirituosen ein. wir lernten den handwerklichen herstellungsprozess des berühmten „drumshanbo gunpowder irish gin“ kennen – von der auswahl der exotischen botanicals bis zur destillation in klassischen kupferkesseln. die leidenschaft und innovationskraft von gründer pj rigney ist hier in jedem detail zu spüren. wir hatten auch die gelegenheit uns über verschiedene andere produkte zu informieren, wie z.b. den „drumshanbo sausage tree pure irish vodka“, und verkosteten einen ausgezeichneten „drumshanbo single pot still irish whiskey“ direkt vor ort. ein echtes erlebnis für uns, da wir neugierig auf traditionelle destillationskunst und irische ursprünglichkeit sind.
ab in die tiefe. das besucherzentrum „arigna mining experience“ bietet einen einzigartigen einblick in die geschichte des kohlebergbaus im nordwesten irlands. in einer authentischen, ehemaligen mine wurden wir von ehemaligen bergleuten durch die engen stollen geführt und erfuhren aus erster hand, wie hart und entbehrungsreich die arbeit unter tage war. anschaulich werden die lebens- und arbeitsbedingungen der bergleute dargestellt – von den einfachen werkzeugen bis hin zu den herausforderungen des alltags. die führung war spannend und vermittelte nicht nur technisches wissen, sondern auch bewegende persönliche geschichten. für uns hat dieser besuch eindrucksvolle blicke in die vergangenheit ermöglicht, die uns den respekt vor dem leben und wirken der bergleute noch einmal ganz neu vor augen geführt hat.
von arigna aus führte uns unser weg weiter nach boyle, wo wir die berühmte „boyle cistercian abbey“ besichtigten. die abbey ist eine beeindruckende klosteranlage aus dem 12. jh., die zu den besterhaltenen zisterzienserabteien irlands zählt. beim rundgang durch die ruinen konnten wir die kunstvollen romanischen und frühgotischen steinmetzarbeiten bewundern und die besondere atmosphäre dieses historischen ortes auf uns wirken lassen. wir bekamen einblicke in das klösterliche leben und die bewegte geschichte der abtei, die über jahrhunderte als geistiges und kulturelles zentrum der region diente.
unweit der abbey machten wir noch einen abstecher zum „king house“ im herzen von boyle. dass herrenhaus aus dem 18. jh. war einst sitz der familie king und diente später als kaserne sowie verwaltungssitz.
bevor wir boyle verließen, machten wir noch halt an der „tobernalt holy well“. diese uralte heilige quelle liegt idyllisch in einem kleinen wäldchen am lough gill und ist ein besonderer ort der spiritualität und ruhe. seit jahrhunderten pilgern gläubige hierher, um wasser zu schöpfen, zu beten und kleine opfergaben zu hinterlassen. die friedliche atmosphäre, umgeben von moosbewachsenen steinen und alten bäumen, regt einem zum nachdenken, reflektieren und sich besinnen an.
auf dem weiteren weg durfte ein besuch der „sligo abbey“ nicht fehlen. das im 13. jh. gegründete dominikanerkloster beeindruckt durch seine gut erhaltenen ruinen, in denen noch zahlreiche kunstvolle details wie filigrane steinmetzarbeiten und verzierte grabplatten zu entdecken sind. beim rundgang durch die anlage konnten wir uns lebhaft vorstellen, wie das kloster jahrhundertelang ein zentrum des religiösen lebens in der region war.
nach unserem abbey besuch verspürten wir hunger und nachdem wir in rosses point übernachten wollten, machten wir einen abstecher in das seafood restaurant „fish & bean“, direkt am wild atlantic way. das stilvoll eingerichtete lokal, mit blick auf coney island und die sligo bay, beeindruckte uns mit einem unvergesslichen meeresfrüchte-erlebnis. wir probierten verschiedene spezialitäten wie gebratenen kabeljau, austern und hummer, begleitet von hausgemachtem brot und dazu weißwein. ein kulinarisches highlight, auf unserer reise durch den nordwesten irlands.
bevor wir uns zu unserem schlafplatz begaben, machten wir noch einen spaziergang zum „metal man“. dieses leuchtsignal, das auf einem markanten sockel unmittelbar vor der küste steht, wurde 1821 errichtet und ist eine bekannte sehenswürdigkeit und ist ein beliebtes fotomotiv.
der nächste tag führte uns weiter nach nordwesten, wo wir einen halt in kilcar einlegten, beim „studio donegal“. diese traditionsreiche weberei ist berühmt für ihre hochwertigen, handgewebten tweedstoffe und wollwaren, die seit generationen in echter handarbeit gefertigt werden. bei einer führung durch die werkstatt konnten wir den handwerkern direkt bei ihrer arbeit zusehen und erfuhren viel über die aufwendigen prozesse vom spinnen der wolle bis hin zum fertigen stoff. die leidenschaft und das handwerkliche können, die in jedem einzelnen stück stecken, beeindruckten uns sehr.
im angrenzenden shop fanden wir eine große auswahl an einzigartigen schals, decken und kleidungsstücken – alles „made in donegal“.
wir fuhren weiter nach glencolmcille und konnten am weg dorthin erstaunlicherweise leute baden sehen – brrrrrrr – aber so sind die iren halt 😉.
in glencolmcille angekommen erkundeten wir das „glencolmcille folk village“. dieses liebevoll gestaltete museumsdorf bietet einen faszinierenden einblick in das ländliche leben im county donegal des letzten jahrhunderts. in authentisch eingerichteten cottages, die verschiedene epochen widerspiegeln, konnten wir sehen, wie die menschen früher lebten, arbeiteten und feierten. die ausstellungen zeigen traditionelle haushaltsgegenstände, werkzeuge, möbel und vermitteln dabei das gefühl, in die vergangenheit einzutauchen. eine wunderbare gelegenheit, das authentische irland abseits der bekannten sehenswürdigkeiten zu erleben.
auf der strecke zwischen glencolmcille und donegal lohnte sich der abstecher zur „ardara distillery“. diese noch junge, aber bereits vielfach ausgezeichnete destillerie verbindet moderne technik mit traditionellem handwerk und widmet sich ganz der herstellung charaktervoller irischer whiskeys. bei der führung durch die anlage haben wir einblicke in den herstellungsprozess erhalten. von der auswahl der regionalen gerste bis zur reifung in sorgfältig ausgewählten fässern. auffallend ist die leidenschaft mit der das team von ardara alte rezepturen neu interpretiert und dabei stets wert auf höchste qualität legt. die verkostung am ende der führung bot uns die möglichkeit, die vielfalt der ardara-whiskeys direkt zu erleben – ein genuss irischer destillierkunst.
wenn man schon in donegal ist, dann muss man natürlich das „nancy´s“ auf ein dutzend austern besuchen – frisch und seeeehr lecker. das gemütliche pub, das bereits seit generationen von derselben familie geführt wird, ist weit über donegal hinaus für seine herzliche atmosphäre, die urige einrichtung und die ausgezeichnete küche bekannt.
nach dem besuch im nancy´s begaben wir uns auf unseren übernachtungsplatz am lough akibbon – ruhig, gemütlich und einsam.
am nächsten morgen brachen wir früh in richtung glenveagh nationalpark auf. unser ziel war das „glenveagh visitor centre“, das sich als perfekter ausgangspunkt für die erkundung dieses beeindruckenden naturgebiets erwies.
nach einem informativen rundgang machten wir uns auf den weg zum „glenveagh castle“. das von captain john george adair in den 1870er-jahren, im stil eines schottischen baronialschlosses erbaute große landhaus mit zinnen, beeindruckte uns mit seinen räumlichkeiten und den liebevoll gepflegten gärten. wir erfuhren viel über die wechselvolle geschichte des anwesens und über die vertreibung der pächter durch captain adair als landbesitzer von seinem besitz (der volksmund sagt, das landhaus sei wegen der grausamen vertreibungen mit einem fluch belegt).
jetzt musste wieder eine wanderung her, deshalb führte uns unser weg weiter
zum „ards forest park“. dieses weitläufige naturparadies an der donegal-küste begeistert mit einer abwechslungsreichen landschaft aus wald, sanddünen, moor und langen sandstränden. wir genossen einen ausgedehnten spaziergang auf den gut ausgeschilderten wanderwegen. besonders gefallen hat uns die ruhe, die uns das gefühl gab, allein mitten in der unberührten natur zu sein.
nach unserer wanderung setzten wir unsere reise entlang der küste fort und steuerten zum tagesabschluss das „fanad head lighthouse visitors centre“ an. der majestätisch auf einer landzunge gelegene leuchtturm zählt zu den schönsten in ganz irland und bietet nicht nur spektakuläre ausblicke auf den atlantik, sondern auch spannende einblicke in die geschichte der seefahrt in donegal. wir erfuhren interessantes über das leben der leuchtturmwärter und die wichtige rolle des leuchtturms für die schifffahrt in dieser region. der aufstieg über die enge wendeltreppe, wurde mit einem panoramablick über das meer und die zerklüftete küste belohnt. ein schönes erlebnis.
bevor wir donegal verließen, stand noch ein echtes naturhighlight auf unserem plan, der „great pollet sea arch“. dieser beeindruckende, natürliche felsbogen liegt spektakulär an der rauen küste der fanad-halbinsel und ist über jahrtausende von den wellen des atlantiks in den felsen geschliffen worden.
von dort aus fuhren wir weiter zum „fort dunree“, einer historischen festung, die hoch über dem lough swilly thront und einen panoramablick auf das wasser und die umliegende küstenlandschaft bietet. ursprünglich im 19. jh. zur verteidigung der bucht errichtet, beherbergt das fort heute ein museum zur militärgeschichte und zur strategischen bedeutung der region. beeindruckend fanden wir die gut erhaltenen bunkeranlagen, die alten kanonen und die multimedialen ausstellungen, die die vergangenheit lebendig werden lassen.
weiter ging es zum „mamore gap“. diese spektakuläre passstraße schlängelt sich steil durch die berge der inishowen-halbinsel und bietet ausblicke auf die umliegende landschaft und das meer. da das wetter wieder einmal „irisch“ war, war die fahrt hinauf ein kleines abenteuer, denn die strecke ist schmal und kurvenreich.
wer den mamore gap besucht, sollte sich auch die berühmte „holy well“ und die kleine grotte am pass nicht entgehen lassen. diese spirituellen orte, die sich direkt am straßenrand befinden, sind seit generationen ziel von pilgernden und reisenden. die grotte ist der jungfrau maria gewidmet und liebevoll mit blumen, kerzen und religiösen andenken geschmückt. auch wir haben in der besondere atmosphäre an diesem abgelegenen platz, umgeben von den bergen und der weite der landschaft, den moment der stille genossen und einen wunsch an das universum hinterlassen.
vom marmore gap war es nicht mehr weit bis zu unserem nächsten stopp, dem „doagh famine village“. ein freilichtmuseum auf der inishowen-halbinsel, das sich der irischen geschichte vom 19. jh. bis in die gegenwart widmet.
hier erfuhren wir auch wie der irische poitín (auch als irischer mondschein bekannt – ein traditioneller irischer hochprozentiger schnaps, der ursprünglich illegal gebrannt wurde) nach alten familienrezepten auch noch heutzutage hergestellt wird. eine verkostung durfte selbstverständlich dabei nicht fehlen 😉
wir setzten unsere reise in richtung des nördlichsten punktes irlands fort – malin head, auf der halbinsel inishowen, wo wir auch beim „lloyds signal tower“ die nacht verbrachten.
nach einer sehr windigen nacht machten wir am morgen eine wanderung zum malin head und der felsformation hell’s hole, in die mit voller kraft die wellen schlagen. die raue, windgepeitschte landzunge beeindruckte uns mit ihren dramatischen klippen, tosenden wellen und der endlosen aussicht auf die spektakuläre küstenlandschaft am atlantik. unsere wanderung, entlang der markanten felsformationen, vermittelte uns ein gefühl von weite und freiheit und die donnernden wassermassen sowie das faszinierende farbenspiel machten diesen ort zu einem erlebnis.

hier spürt man die ungezähmte kraft der natur – ein perfekter abschluss unserer entdeckungsreise entlang der nordirischen küste.
weiter ging es entlang der grenze nordirlands, in richtung dublin – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour
