vom norden irlands nach dublin…

vom norden irlands nach dublin. der erste streckenabschnitt führte uns von malin head nach barnesmore.
unterwegs machten wir noch einige stopps auf der inishowen-halbinsel. den ersten bei „clonca church & cross“. die kirche aus dem 17. oder 18. jh. steht an der stelle eines klosters, das um das 6. jh. von st. baudan gegründet wurde. im inneren befindet sich der grabstein von magnus mac orristin (ein irischer krieger aus dem mittelalter), der eine kombination aus krieger- (schwert) und sportsymbolen (stock und ball) zeigt – vermutlich eine frühere form des hurlings. auf dem feld gegenüber dem kircheneingang, stehen zwei kreuze. eines von ihnen liegt im hohen gras (das konnten wir leider auch nicht finden), während das andere aufrecht steht. das kreuz zeigt das wunder der brote und fische sowie andere weniger identifizierbare szenen.

„kinnagoe bay“ war unser nächster halt. die versteckt gelegene bucht mit ihrem feinen sandstrand wirkt wie ein wohlgehütetes geheimnis. ein spannender geschichtlicher aspekt: im jahr 1588 strandete hier das spanische armada-schiff „la trinidad valencera“. heute erinnert ein gedenkstein an dieses dramatische ereignis, dass der kinnagoe bay einen hauch seefahrtsromantik und abenteuer verleiht.

auf einer für die gegend typischen straßen fuhren wir zum „inishowen lighthouse“, auch bekannt als stroove lighthouse. der standort des leuchtturms war schon immer strategisch, da er sich in der nähe mehrerer wichtiger seewege befindet. einer region, die für ihre manchmal schwierigen seebedingungen bekannt ist. der leuchtturm ist seit 1838 in betrieb und wurde 1979 vollständig automatisiert. leider ist er für die öffentlichkeit nicht zugänglich, aber dennoch ein schönes fotomotiv.

wir haben danach das „inishowen maritime museum“ besucht. es liegt in der nähe des hafens von greencastle und bietet spannende einblicke in die maritime geschichte der region. wir fanden ausstellungen über die lokale fischerei, schifffahrt und die bedeutung des seehandels für die region. beeindruckt haben uns modelle historischer schiffe, nautische instrumente und zahlreiche erinnerungsstücke aus vergangenen zeiten. es gab auch interaktive stationen und audiovisuelle präsentationen, die den lebensalltag der seeleute und fischer lebendig machen. der besuch vermittelte uns eindrucksvoll die enge verbindung der hier ansässigen menschen mit dem meer.

von barnesmore ging es nach ballyconnell, wo wir einen tollen stellplatz am parkplatz ballyconnell slipway fanden, der teil des shannon-erne waterways ist. mit den übriggebliebenen punkten unserer „waterways ireland karte“ konnten wir auch den serviceblock nutzen – saubere toiletten, heiße duschen, waschmaschine und wäschetrockner – sehr bequem.

am morgen besuchten wir die klosterstätte „monasterboice“, eine der bedeutendsten frühchristlichen religiösen zentren in irlands historischem osten. die ruinen stammen aus dem 10. jh. und bestehen aus einem alten friedhof, zwei kirchen, einer sonnenuhr, einem 35 m hohen rundturm und beeindruckenden keltischen kreuzen. das 5,5 m hohe muiredach-hochkreuz gilt als das schönste hochkreuz in ganz irland.

im anschluss besuchten wir eine weitere historische sehenswürdigkeit, das erste zisterzienserkloster in irland, die „old mellifont cistercian abbey“. die ehemalige abtei wurde im jahr 1142 gegründet und war die erste ihrer art in irland. beeindruckend sind die überreste des einzigartigen achteckigen waschhauses und die mittelalterlichen strukturen, die einblicke in das klösterliche leben vergangener jahrhunderte bieten. die friedliche atmosphäre und die malerische lage am fluss mattock machten mellifont abbey zu einem besonderen zwischenstopp für uns auf dem weg richtung dublin.

letztes tageshighlight war ein halt beim historischen „slane castle“, das am ufer des flusses boyne thront. die anfahrt führte uns durch eine von alten baumalleen gesäumte landschaft, bis plötzlich das beeindruckende schloss mit seinen zinnenbewehrten türmen und der weitläufigen parkanlage vor uns auftauchte. slane castle wurde im jahr 1785 für die adelige, anglo-irische familie conyngham erbaut und befindet sich seitdem in ihrem familienbesitz.

der heutige besitzer von slane castle ist „alex conyngham, der 9. marquess conyngham“, der die nachfolge seines verstorbenen vaters, henry vivien pierpont conyngham, bekannt als lord mount charles, angetreten hat. er hat die verantwortung für das schloss übernommen, um die geschichte und den ruhm der familie conyngham fortzuführen, obwohl  1991 ein katastrophaler brand einen teil des gebäudes so stark beschädigte, dass die anschließende restauration ganze zehn jahre benötigte.
wir hatten die große ehre von sir alex conyngham persönlich durch das schloss geführt zu werden. beeindruckend ist die mischung aus neugotischer und klassizistischer architektur – hohe fenster, mächtige steinfassaden und prunkvolle säle spiegeln die wechselvolle geschichte wider. besonders faszinierend war der große festsaal, dessen wände zahlreiche portraits zieren und erinnerungen an gäste aus aller welt wiedergeben. die führung vermittelte uns einen eindruck vom adeligen leben vergangener jahrhunderte und in den fluren spürt man die lange geschichte von slane castle und die rolle des schlosses als schauplatz politischer ereignisse und gesellschaftlicher feste.

hier fand seit 1981 fast jährlich auch das slane festival auf den wiesen vor dem schloss statt. bei diesen weltberühmten open-air-konzerten traten immer wieder internationale musiklegenden auf, u.a. U2, die rolling stones, madonna, metallica und bruce springsteen. sir alex conyngham plant die tradition der konzertveranstaltungen fortzusetzen.

abseits von musik und geschichte hat slane castle aber noch mehr zu bieten. in den ehemaligen stallungen wird heute whiskey destilliert und bei unterschiedlichen touren über das gelände der brennerei mit anschließendem tasting und mit einem glas „slane irish whiskey“ lässt sich der tag besonders stilvoll ausklingen.

 

insgesamt war unser besuch im slane castle eine wunderbare bereicherung unserer irlandreise – ein ort, der vergangenheit und gegenwart auf besondere weise vereint.

die nacht durften wir mit unserem cleverchen auf der nahegelegenen „rock farm“ verbringen, eine nachhaltige bio-farm auf dem historischen gelände des slane castle, die auch von der eigentümerfamilie betrieben wird. ein charmanter camping- und glampingplatz, der idyllisch eingebettet in der hügeligen landschaft rund um slane liegt und aktivitäten wie kajakfahren auf dem boyne-fluss, angeln und baden in holz-hot-tubs anbietet. die rock farm, mit ihrer entspannten, naturverbundenen atmosphäre, passte perfekt zu unserer irlandreise. wir können sie jedem irlandreisenden nur empfehlen.

am nächsten tag ging es weiter zum „brú na bóinne visitor centre“. wir wurden mit einem shuttlebus vom visitor centre zu den denkmälern gebracht.
newgrange, knowth und dowth zählen zu den bedeutendsten neolithischen stätten der welt und beherbergen die größte sammlung megalithischer kunst in westeuropa. sie sind teil des unesco-weltkulturerbes brú na bóinne.
newgrange beeindruckt besonders durch sein über 5.000 jahre altes ganggrab, dessen innere kammer jedes jahr zur wintersonnenwende von der sonne erleuchtet wird.
knowth ist bekannt für seine vielzahl an nebenhügeln und die größte sammlung megalithischer kunst in westeuropa. dowth ist weniger erforscht, aber ebenfalls ein faszinierender ort mit geheimnisvollen gravuren und einer besonderen atmosphäre.
ein besuch dieser neolithischen monumente vermittelt einen einzigartigen eindruck von der hochentwickelten kultur und den spirituellen vorstellungen der menschen, die vor jahrtausenden hier lebten. der zugang zu newgrange und knowth ist nur durch eine geführte tour möglich.

am pubparkplatz der „swans bar“ in obertstown durften wir uns für die nacht zu den blumen kuscheln. 😉

gleich nach dem frühstück besuchten wir die nächste archäologische stätte, den „hill of tara“, einem der geschichtsträchtigsten orte irlands in der grafschaft meath. der hill of tara war einst der sitz der hochkönige von irland und gilt als spirituelles und politisches zentrum der keltischen kultur. die sanften, grünen hügel bieten nicht nur einen herrlichen panoramablick über die umliegende landschaft, sondern auch zahlreiche relikte vergangener zeiten sind hier zu bestaunen, von runden erdwerken bis zu alten grabhügeln.
interessant ist der „stein des schicksals“ (lia fáil), der auf dem höchsten punkt des hügels steht und dem der legende nach besondere kräfte zugeschrieben werden. es heißt, dass der stein zu singen begann, wenn ein rechtmäßiger könig ihn berührte.
die atmosphäre am hill of tara ist einzigartig – man spürt die mystik und die bedeutung dieses ortes für die irische geschichte und mythologie.

nach diesem eindrucksvollen besuch stand „russborough house & park“ auf unserem programm. das prächtige landhaus aus dem 18. jh. liegt in der nähe von blessington und gilt als eines der schönsten beispiele palladianischer architektur in irland. die imposante fassade, die eleganten säle und die kunstvoll gestalteten innenräume zeugen von der langen geschichte des hauses.
beeindruckend ist auch die bedeutende kunstsammlung, die werke alter meister sowie irischer künstler umfasst. bei der führung durch russborough house haben wir viel über die wechselvolle geschichte der besitzerfamilien und die bewegten zeiten, die das anwesen erlebt hat erfahren.

für uns war russborough house & park ein beeindruckender zwischenstopp auf unserer reise – empfehlenswert.

da am nächsten tag die letzten beiden besuche vor dem eintreffen in der hauptstadt dublin auf unserem programm standen – das „powerscourt house“ und die „powerscourt distillery“ – übernachteten wir einfach am parkplatz der destillery.

09:30 uhr und wir starteten unseren besuch im „powerscourt house“. es ist ein imposantes herrenhaus aus dem 18. jh, das südlich von dublin liegt. ursprünglich als residenz für die familie wingfield erbaut, besticht das anwesen durch seine elegante architektur und die prächtig angelegten gärten, die zu den schönsten in irland zählen. besonders beeindruckend waren die weitläufigen italienischen und japanischen gärten, die mit kunstvollen wasserspielen, skulpturen und seltenen pflanzen zum verweilen einladen.

im inneren des hauses erwarteten uns stilvoll restaurierte räume, in denen sich geschichte und moderne nutzung harmonisch verbinden. die aussicht von der terrasse auf die wicklow mountains ist spektakulär.

nach der besichtigung wanderten wir in die „powerscourt distillery“, die sich direkt am anwesen befindet und irischen whiskey produziert. bei der führung durch die destillerie haben wir viel über die kunst der whiskeyherstellung in der powerscourt distillery erfahren. natürlich haben wir auch das edle getränk verkosten dürfen 😉

insgesamt war der besuch im powerscourt house und der powerscourt distillery ein gelungener abschluss, ehe wir uns der hauptstatt zuwendeten. sollte man gesehen und erlebt haben.

jetzt ging es nach dublin – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

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