die irische hauptstadt dublin…

die irische hauptstadt dublin war für die nächsten tage unser ziel. wir quartierten uns im „the castle hotel“ ein und gaben dem cleverchen eine pause. von dem recht zentral gelegenen hotel starteten wir unsere dublin besichtigungen.
der erste weg führte uns zum „dodublin – dublin bus head office“. Dort holten wir unsere tickets für den „go city – 3-choice explorer pass“, der u.a. die fahrt mit dem hop-on-hop-off-bus inkludierte. eine sehr empfehlenswerte methode, um die highlights dublins bequem und stressfrei zu entdecken und von den vielen vergünstigungen zu profitieren, wie z.b. von 2-für-1-menüs in ausgewählten lokalen, bis hin zu freien museumseintritte.

unser erstes tagesziel war eine reise zurück ins dublin der wikingerzeit, das „dublinia viking and medieval museum“. das museum bietet faszinierende einblicke in das mittelalterliche dublin, rund um die mythen und geheimnisse der wikinger. anhand der interaktiven ausstellungen und anschaulichen nachbildungen erfuhren wir mehr über verbrechen & strafe, tod & krankheit und wie sich das bunte  leben auf einem mittelalterlichen markt abspielte.

als nächstes besuchten wir das „trinity college“. es zählt zu den bedeutendsten sehenswürdigkeiten dublins und ist zugleich die älteste universität irlands. gegründet im jahr 1592 auf anordnung von königin elisabeth I. ihr ziel war es, eine bildungsstätte nach dem vorbild von oxford und cambridge zu schaffen und so den protestantischen einfluss in irland zu stärken. über die jahrhunderte hinweg entwickelte sich das college zu einem international anerkannten ort akademischer exzellenz, an dem viele berühmte persönlichkeiten wie jonathan swift, oscar wilde und samuel beckett studierten.

 

berühmt ist das trinity college auch für seine eindrucksvolle bibliothek, die zu den größten und schönsten europas zählt.
hier wird das legendäre „book of kells“ aufbewahrt, ein kunstvoll illustriertes evangelienbuch aus dem 9. jh., das als eines der bedeutendsten werke mittelalterlicher buchkunst gilt.

der „long room“, eine zweistöckige halle mit beeindruckendem holzgewölbe, ist der imposante hauptsaal der bibliothek. er faszinierte uns mit seinen hohen regalen, alten handschriften und gedruckten büchern, büsten bedeutender gelehrter und der ältesten harfe irlands, die brian boru’s harp.

 

wir schlenderten über den weitläufigen, von historischen gebäuden und gepflegten grünflächen geprägten universitätscampus und hörten anekdotisches über das studentenleben. so z.b., dass die studierenden es peinlichst vermeiden, unter dem großen glockenturm hindurchzulaufen. denn sollte gerade dann die glocke läuten, wenn man sich darunter befindet, wird man niemals seine prüfungen bestehen.

es war schon sehr beeindruckend, sich inmitten dieser traditionsreichen institution zu bewegen und einen einblick in die reiche vergangenheit des trinity college zu gewinnen.

im anschluss machten wir uns auf den weg zur berühmten „christ church cathedral“. dieses eindrucksvolle gotteshaus zählt zu den ältesten bauwerken dublins und ist ein gutes beispiel für mittelalterliche architektur. beeindruckend sind die prächtigen gewölbe, historischen bodenfliesen,  und die größte kathedralenkrypta in großbritannien und irland (die mittelalterlichen mauern tragen das ganze kirchenschiff), in der zahlreiche ausstellungsstücke zur geschichte der kathedrale und der stadt zu sehen sind, u.a. die älteste erhaltene kopie der magna carta.

 

neben dem grabmal von richard de clare („strongbow“), welches allerdings nicht sein eigentliches grabmal ist, da dieses bereits vor jahrhunderten zerstört wurde, ist eine besondere kuriosität der christ church cathedral, eine reliquie, das „herz von laurence o’toole“. laurence o’toole war im 12. jh. erzbischof von dublin und wurde später heilig gesprochen (dublin’s schutzpatron). sein herz wurde nach seinem tod als reliquie in der kathedrale aufbewahrt, galt aber lange als verschollen, nachdem sie 2012 gestohlen worden war. sie wurde jedoch 2018 wiedergefunden und an ihren ursprünglichen platz zurückgebracht. das herz symbolisiert für viele besucher den tiefen glauben und die bewegte geschichte der kathedrale. sie ist ein bedeutendes religiöses zentrum, an dem die bewegte vergangenheit dublins spürbar wird.

dublin castle“ befindet sich im herzen der stadt und bildet seit mehr als 800 jahren ein zentrales element der irischen geschichte. ursprünglich wurde dublin castle im frühen 13. jh. von den normannen auf den überresten einer alten wikingerfestung erbaut, um die englische herrschaft in irland zu sichern. die anlage diente über jahrhunderte als sitz der englischen und später britischen verwaltung – hier wurden gesetze beschlossen, wichtige dokumente aufbewahrt und politische entscheidungen getroffen.

 

das schlossensemble besteht aus unterschiedlichen gebäuden, die verschiedene architektonische stile von mittelalter bis barock und viktorianischer zeit widerspiegeln. besonders sehenswert ist der „record tower“, das älteste erhaltene bauwerk des schlosses, dessen mächtige mauern und schmale fenster die ehemalige verteidigungsfunktion noch heute erahnen lassen. die prächtigen „state apartments“ beeindrucken mit kunstvoll ausgestatteten räumen, in denen einst britische vizekönige residierten und heute bedeutende offizielle staatsempfänge und zeremonien stattfinden.

ein highlight unseres rundgangs war auch die „chapel royal“, eine neugotische kapelle mit geschnitztem holzinterieur und farbenprächtigen glasfenstern, die den religiösen aspekt des schlosslebens eindrucksvoll unterstreichen.

dublin castle hat eine wechselvolle geschichte und war immer ein spiegel politischer, kultureller und gesellschaftlicher entwicklungen. heute ist das schloss nicht nur ein museum, sondern auch ein sinnbild für die wandlungsfähigkeit und stärke von dublin selbst.

nun besuchten wir die „marsh’s library“, irlands älteste öffentliche bibliothek, die 1707 gegründet wurde. die original erhaltenen eichenschränke, die kunstvoll gearbeiteten rollregale und die rund 25.000 seltenen bücher und handschriften, die hier aufbewahrt werden (viele davon stammen aus den bereichen theologie, wissenschaft und literatur), machten den besuch zu einem besonderen erlebnis.
interessant fanden wir, dass es sich hier um eine historische „chained library“ (kettenbibliothek) handelt. diese waren im mittelalter üblich, um teure bücher sicher aufzubewahren und vor beschädigung zu schützen. bekannt ist auch, dass einst leser in kleine zellen/käfige gesperrt wurden, um den zugang zu den seltenen büchern zu beschränken und sie vor diebstahl zu bewahren. im hinteren teil der bibliothek konnten wir drei dieser käfige sehen.

 

aber diese bibliothek hat mehr als nur bücher zu bieten. man hat den geist eines alten mannes gesehen, der um mitternacht die bücherregale durchwühlt. es heißt, es sei der geist von erzbischof narcissus marsh, dem gründer der bibliothek.
neben dem geisterhaften besucher hatte marsh’s library auch viele berühmte besucher. schriftsteller wie „bram stoker“, „jonathan swift“ und „james joyce“ waren hier.
stoker wurde ein regelmäßiger leser in marsh’s library und besuchte sie während seines studiums am trinity college häufig. es gibt detaillierte aufzeichnungen über das, was er bei seinen besuchen zu rate zog – bücher über religion, hexerei und reisen in osteuropa.
der besuch in dieser historischen bibliothek bot uns einen faszinierenden einblick in die literarische und geistige geschichte der stadt.

im anschluss besuchten wir die beeindruckende „saint patrick’s cathedral“, die größte kirche irlands und ein wahrzeichen dublins. die kathedrale wurde im 12. jh. erbaut und ist dem nationalheiligen irlands, dem heiligen patrick, gewidmet.der mächtige, gotische bau und die prächtigen glasfenster erzählen von der langen geschichte des gotteshauses, das über jahrhunderte hinweg „das“ zentrum religiösen lebens und kultureller bedeutung war. faszinierend fanden wir die zahlreichen denkmäler und grabstätten berühmter persönlichkeiten aus verschiedenen epochen, darunter auch das grab von jonathan swift, dem autor von gullivers reisen und ehemaligen dekan der kathedrale.
für uns war der besuch in einem der spektakulärsten gebäude irlands absolut lohnenswert.

am nachmittag machten wir noch eine teeling trinity tasting tour in der „teeling whiskey distillery“. die destillerie, die sich im belebten liberties-viertel befindet, ist die erste „neue“ whiskey-brennerei, die seit über 125 jahren in der stadt eröffnet wurde. bei der trinity tasting tour erhielten wir wieder einblicke in den herstellungsprozess des irischen whiskeys, von der auswahl der gerste bis zur abfüllung in die charakteristischen flaschen.
wir sahen moderne anlagen, die trotzdem viele traditionelle elemente bewahrt haben, und erfuhren auch viel über die bewegte geschichte des familienunternehmens teeling und die wiederbelebung der whiskey-tradition in dublin. highlight war für uns die verkostung. wir probierten vier verschiedene teeling whiskeys und konnten die feinen unterschiede in aroma und geschmack erkennen. eine empfehlung für alle, die die irische whiskeykultur hautnah erleben möchten.

natürlich durfte bei unserem aufenthalt in dublin ein besuch im weltberühmten „guinness storehouse“ nicht fehlen. das markante gebäude in den liberties, einst die fermentationshalle der guinness-brauerei, beherbergt heute eine interaktive erlebnisausstellung rund um das irische nationalgetränk. auf sieben etagen erfuhren wir alles über die geschichte und herstellung des guinness – vom brauprozess mit wasser aus den wicklow mountains bis hin zur kunst, das perfekte pint zu zapfen.

eine tasting station gab es natürlich auch – hier konnten wir das guinness schon einmal vortesten 😉.

begeistert waren wir von der „gravity bar“, der legendären rooftop-bar im obersten stockwerk des guinness storehouses. ein ikonisches, rundes gebäude, das wie der schaum eines gezapften guinness-glases aussieht. von hier aus bot sich uns ein atemberaubender 360°-blick über die dächer dublins, während ingrid ein frisch gezapftes guinness und ich ein hop house lager genossen.

der besuch im storehouse war ein toller tagesabschluss und wir konnten nicht nur die bedeutung der braukunst für dublin, sondern auch die besondere rolle, die guinness für diese stadt und das land spielt, nachempfinden.

am nächsten tag nahmen wir in einem „dublin hop on hop off bus“ platz und genossen es gemütlich über die „rote route“ durch dublins verschiedene stadtviertel kutschiert zu werden. wir stiegen einige male aus, machten besichtigungen und fuhren dann wieder weiter. toll war auch, dass der bus ganz in der nähe von unserem hotel eine seiner stationen hatte.

ein halt für einen besuch war im „irish whiskey museum“. es liegt zentral am college green und widmet sich ganz der geschichte und vielfalt des irischen whiskeys. in der unterhaltsamen führung erfuhren wir u.a. viel über die unterschiede zu schottischem whisky und die bedeutung von whiskey für die irische kultur.  ein höhepunkt der führung war die verkostung. in stilvollem ambiente konnten wir verschiedene sorten irischen whiskeys probieren und die feinen nuancen zwischen den verschiedenen brennereien kennenlernen. unsere guide erklärte geduldig, worauf es bei aroma und geschmack ankommt und wie man whiskey richtig genießt. der besuch war ein genussvolles erlebnis – eine echte empfehlung für alle, die tiefer in die welt des irischen whiskeys eintauchen möchten.

ein weiterer halt führte uns in das „epic the irish emigration museum“, an den ufern des river liffey im herzen der dubliner docklands. dieses moderne, interaktive museum widmet sich den geschichten der millionen menschen aus irland, die ihre heimat verlassen und auf der ganzen welt spuren hinterlassen haben.
in multimedialen ausstellungen und eindrucksvollen lebensgeschichten erfuhren wir, warum so viele iren auswanderten, welchen herausforderungen sie sich stellen mussten und wie die irische diaspora (hauptsächlich entstanden durch das historische ereignis, der große hungersnot im 19. Jh.) die welt bis heute prägt. für alle, die sich für die bewegte geschichte und kultur irlands interessieren, ist dieses museum unbedingt zu empfehlen.

anschließend folgte der besuch des „jeanie johnston“ grossseglers, der fest verankert am custom house quay am ufer des river liffey liegt. das originalgetreu nachgebaute segelschiff erinnert an die dramatische zeit der großen irischen auswanderungswellen im 19. jh., insbesondere während der großen hungersnot. wir erfuhren wie tausende irische auswanderer auf schiffen, ähnlich wie der jeanie johnston, die gefährliche überfahrt nach nordamerika wagten, auf der suche nach hoffnung und einem besseren leben. an bord konnten wir die beengten und hygenischen verhältnisse und mißstände, in denen die passagiere wochenlang auf see lebten sehen. beeindruckend war die tatsache, dass auf der jeanie johnston, anders als auf vielen anderen auswandererschiffen, während ihrer elf überfahrten niemand ums leben kam. dieses schwimmende museum sollte man nicht verpassen.

unser fazit – dublin ist eine tolle und sehenswerte stadt, in der man viel besichtigen und erleben kann. wir haben die drei tage in dublin sehr genossen, konnten aber natürlich nicht alles sehen, aber vielleicht kommen wir ja wieder.

wir verließen irland und planten noch ein wenig wales und england zu bereisen – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

whiskey, wanderungen und sonstiges…

whiskey, wanderungen und sonstiges – das war unser programm für die nächsten tage durch irland.
begonnen haben wir diesen reiseabschnitt mit einer kleinen wanderung, die „ballysaggartmore tümel schleife“. knapp 2 km lang, aber mit einer besonderen sehenswürdigkeit. unser startpunkt war der kleine parkplatz entlang der r666. von dort aus führt der pfad durch einen ruhigen, bewaldeten bereich und über einen steinernen bogen zur toranlage, den „towers“, und weiter über die torbrücke zu ruinen, den „gate lodges“.
eckdaten: so um 1834 ließ der anglo-irische großgrundbesitzer arthur keily-ussher die gotischen türme und torhäuser nach entwürfen des gärtners john smyth bauen. sie sollten den eingang zu einem prächtigen herrenhaus markieren, das jedoch nie fertiggestellt wurde.

das mahon valley, mitten in den comeragh mountains, ist wirklich ein besonderer ort. über den rund 4,2 km langen rundweg erreicht man den 80 m hohen „mahon fall“, von wo aus das wasser malerisch ins tal plätschert. ein herrlicher platz zum durchatmen, staunen und fotos machen – einfach natur pur, so wie wir es lieben.

ein weiteres architektonisches highlight in dieser region ist das „dromana gate“. dieses hindu-gotische torbauwerk, das wie ein indischer tempeleingang aussieht und ursprünglich aus holz und pappmaché erbaut wurde, befindet sich nahe dem dorf villierstown und an einer brücke über den fluss finisk (ein zufluss des blackwater flusses).
eckdaten: erbaut im jahr 1830, als romantisches hochzeitsgeschenk für henry villiers-stuart und seine frau mary, die von ihrer hochzeitsreise in indien zurück kamen und von diesem land außerordentlich begeistert waren. das romantische tor mit seinen zinnen und bögen ist heute noch befahrbar und bildet den eingang zu „dromana house & gardens“ (teile des anwesens, welches sich nach wie vor im besitz der familie villiers-stuart befindet, sind für besucher geöffnet).

nun stand der „ardmore cliff walk“ auf dem programm. dieser rund 4 km lange küstenweg führte uns auf schmalen pfaden hoch über dem atlantik entlang und bot uns großartige ausblicke auf das meer und die steilen klippen.

unterwegs kamen wir auch an „st. declan’s well & church“ vorbei, ein historischer ort mit symbolischer bedeutung.
eckdaten: die legende besagt, dass der heilige declan bereits im 5. jh. das christentum nach ardmore brachte, lange bevor st. patrick nach irland kam. die pilgerquelle, dessen brunnenwasser für taufen genutzt wurde, sowie die daneben erbaute einsiedlerzelle (überreste sind heute noch zu sehen) wird seit jahrhunderten als heiliger ort verehrt.

jetzt war es so weit, wir besuchten die „old midleton distillery“ in der grafschaft cork. die historische brennerei wurde bereits 1825 gegründet und ist heute das zuhause einiger der bekanntesten irischen whiskeys, darunter jameson, redbreast und powers. während einer führung durch die historische old midleton distillery (besucherzentrum „jameson experience“) erfährt man, wie seit jahrhunderten whiskey nach traditionellem verfahren hergestellt wird – grain whiskey mittels säulenbrennverfahren sowie single pot still whiskey im pot still verfahren. die einzelnen produktionsvorgänge – mälzen, maischen, fermetieren, destillieren und schließlich lagern wurden uns bei einem rundgang anschaulich vermittelt und den abschluss bildete eine whiskey verkostung.

eckdaten: in der ursprünglichen old midleton brennerei wird zwar nicht mehr gebrannt, aber dafür wurde im jahr 1975 die moderne midleton brennerei (unmittelbar neben der bisherigen old midleton distillery) in betrieb genommen, eine zeitgemäße und ökonomische großproduktionsanlage.
fazit: ein ort um die ursprünge des irischen whiskeys kennenzulernen. die alten backsteinbauten, riesigen brennblasen, maischbehälter und washbacks sowie das charakteristische aroma in den lagerhäusern und das testen der whiskeys machten den besuch zu einem besonderen erlebnis für uns. und wir haben jetzt einen neuen lieblingswhiskey – den red brest 10 year – nein, nicht den 13 year. der 10er hat unser herz erobert 😊

nach unserer whiskey verkostung stand am nächsten tag ein besuch des „fota house, arboretum & gardens“ am programm. das elegante viktorianische herrenhaus, ursprünglich ein jagdschloss, liegt auf der gleichnamigen insel nahe der stadt cork und beeindruckt mit seinen prunkvollen räumen, die aufwendig restauriert wurden. faszinierend war eine führung durch die serviceräume und die salons, die die geschichte der familie smith-barry sowie das leben auf einem irischen anwesen lebendig werden lässt.

im gepflegten weitläufigen garten auf fota island gedeihen aufgrund klimatisch optimalen bedingungen sowie der geschützten lage seltene und exotische bäume und büsche und bei  spaziergängen lässt sich die geprägte struktur und das aussehen der gärten aus der zeit der familie smith-barry noch sehr gut erkennen.

nach dem besuch von fota house führte uns unser weg nach cobh (früher queenstown), wo wir das „cobh heritage centre“ erkundeten. dieses eindrucksvolle museum widmet sich der bewegten vergangenheit dieser hafenstadt, zum einem als auswanderungshafen und zum anderen der rolle als letzter abfahrtshafen der titanic.
im heritage centre taucht man tief in die geschichten der menschen ein, die von hier aus ihre reise in die neue welt antraten, nach amerika und australien – darunter viele, die auf den sogenannten „coffin ships“ emigrierten im zuge der irischen auswanderungswelle von 1912.
die titanic experience, eine faszinierende self-guided tour, führt durch das historische white star line gebäude, das als letzter anlaufhafen des schiffes diente. auf den spuren der letzten passagiere wird die geschichte durch nacherzählte schicksale, interaktive elemente und holografischen bildern lebendig.
wir haben viel über das leben der auswanderer, das schicksal der passagiere und die bedeutung dieser hafenstadt für irland erfahren. der besuch im cobh heritage centre war ein bewegendes und lehrreiches erlebnis – definitiv zu empfehlen.

wenn man in cobh ist, darf natürlich ein bild vom „annie moore monument“ am hafen nicht fehlen. es erinnert an annie moore, die 1892 als erste irische einwanderin ellis island im hafen von new york city durchlief.

das wetter hatte sich, wie schon so oft auf dieser tour, wieder verschlechtert und so fuhren wir bei regen mit „cross river ferries“ vom carrigaloe ferry port in 5 minuten zum glenbrook ferry port, wodurch wir uns einiges an meilen ersparten, um an unser tagesziel in kinsale zu kommen. übernachtet haben wir am asphaltierten parkplatz unterhalb von „charles fort military fortress“ und das war gut so, denn das wetter wollte sich einfach nicht bessern und so war unser besuch im „charles fort military fortress“ durchgehend vom regen begleitet.
das hielt uns aber nicht auf die festungsanlage zu besichtigen, denn das „charles fort military fortress“ ist eine der bedeutendsten architektonischen festungsanlagen irlands und liegt eindrucksvoll an der hafeneinfahrt von kinsale. die sternförmige festung wurde im 17. jh erbaut und spielte eine schlüsselrolle bei der verteidigung der region. heute kann man die gut erhaltenen mauern, bastionen und das weitläufige gelände besichtigen und dabei viel über die geschichte des forts und die militärischen konflikte, wie z.b. dem irischen bürgerkrieg erfahren.

nach dieser besichtigung mussten wir uns dringend aufwärmen und haben in kinsale die gelegenheit genutzt etwas über „die kinsale mead co.“ zu erfahren. mead (miodh auf irisch) gilt als das älteste alkoholische getränk der welt und wird aus honig, wasser und manchmal früchten oder gewürzen hergestellt. die kinsale mead co. hat diese alte tradition wieder belebt und produziert in ihrer modernen manufaktur eine auswahl an köstlichen meads. während einer verkostung konnten wir nicht nur verschiedene sorten probieren, sondern auch wissenswertes über die geschichte und herstellung dieses einzigartigen getränks erfahren. es war faszinierend zu entdecken, wie mead in irland schon zu keltischen zeiten bekannt und hergestellt wurde und heute wieder neue fans findet. ein großartiges erlebnis.

da sich das wetter immer noch nicht gebessert hatte legten wir nur einen kurzen fotostop bei  der timoleague franciscan friary ein. eine beeindruckende klosterruine aus dem 13. jh, die malerisch am rand des dorfes timoleague liegt. perfekt für ein paar fotos.

für diesen tag hatten wir genug vom fahren und fanden einen schönen übernachtungsplatz in timoleague am „sextons caravan and camping park“. ein familiengeführter, idyllisch gelegener campingplatz, der für seine freundliche atmosphäre und gepflegte ausstattung bekannt ist. er bietet großzügige stellplätze, moderne sanitäranlagen und einen kleinen shop. besonders geschätzt haben wir die herzliche betreuung durch die besitzerin, elaine sexton, die gerne auch mit tipps für ausflüge und aktivitäten weiterhilft. danke und jederzeit gerne wieder.

von timoleague nach mizen head. am weg dorthin besuchten wir noch den „drombeg stone circle“. der steinkreis, auch „druid’s altar“ genannt, ist einer der bekanntesten steinkreise irlands und liegt malerisch in der nähe von glandore im county cork. die prähistorische kultstätte besteht aus 17 aufrecht stehenden steinen, die einen nahezu perfekten kreis bilden und vermutlich aus der bronzezeit stammen. eine besonderheit ist die ausrichtung des steinkreises: zur wintersonnenwende fällt das licht der untergehenden sonne exakt auf den zentrierstein, auch altarstein genannt. dieser besuch vermittelte uns eindrucksvoll die mystik und die archäologische bedeutung vergangener zeiten.

nur wenige kilometer vom drombeg stone circle entfernt war unser nächster stop, die „glandore church of ireland“, ein charmantes gotteshaus dessen zugang nur über einen steintunnel möglich ist. die kirche stammt aus dem 19. jh. und beeindruckt durch ihre schlichte architektur sowie ihre idyllische lage oberhalb der bucht. sehenswert ist auch der kleine friedhof, der von alten bäumen umgeben ist. der kurze spaziergang zur kirche lohnte sich, auch wenn die kirche, so wie bei unserem besuch, verschlossen war.

zeit für eine weitere kleine wanderung, die wanderung auf den knockomagh hill bei lough hyne. durch einen schönen, teils steilen waldweg gelangten wir zum gipfel, von wo aus wir einen beeindruckenden ausblick auf die bucht und die umliegende landschaft genießen konnten. die ruhe und die natur haben uns begeistert, absolut empfehlenswert.

nach der wanderung auf den knockomagh hill führte uns unser weg weiter zum „altar wedge tomb“ – einem keilgrab aus der späten bronzezeit. das grab liegt oberhalb der altar bay und besteht aus mehreren aufrecht stehenden steinen, die einen keilförmigen raum bilden.

wir setzten unsere reise fort und erreichten schließlich das tagesend ziel, „mizen head“, den südwestlichsten punkt irlands. die spektakuläre klippenlandschaft und die tosende brandung machen diesen ort zu einem echten highlight. über eine beeindruckende brücke gelangt man zur berühmten mizen head signal station, die einst als wetter- und signalstation diente und heute ein spannendes besucherzentrum beherbergt.
von den zahlreichen aussichtspunkten bot sich uns ein atemberaubender blick auf den atlantik und die schroffen felsen, an denen sich die wellen brechen.
die ausstellung im signal station visitor centre informiert anschaulich über die geschichte der schifffahrt, die bedeutung des leuchtturms und das leben der menschen an diesem abgelegenen ort. mit etwas glück (wir hatten es leider nicht) kann man sogar robben oder delfine beobachte. mizen head war für uns ein absolutes muss und ein unvergesslicher abschluss eines erlebnisreichen tages.

weiter ging unsere reise in richtung der malerischen hafenstadt bantry in west cork, aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour