heimreise über das baltikum…

heimreise über das baltikum. eigentlich sollte unser bericht jetzt mit finnland weitergehen. wir haben uns aber entschlossen über finnland in einem eigenen großen blog-beitrag zu berichten. also geht es vorerst mit der heimreise über das baltikum weiter.

nachdem wir die fähre von helsinki nach tallinn verlassen hatten war unsere erste station auf der heimreise das „padise kloster“ in harju county/estland. das renovierte zisterzienserkloster wurde 2020 wieder für besucher geöffnet. ein rundgang zeigte uns leere gräber und eine altaranlage unter dem boden der kirche. viele neue funde und entdeckungen veränderten das wissen über die zisterzienser, die in diesem kloster lebten und arbeiteten.

die reise ging weiter zu unserem zielpunkt – haapsalu, wo wir uns für zwei nächte auf dem einfachen aber sehr netten cp „camping pikseke“ einquartierten, um die stadt haapsalu ausgiebig zu erkunden. am nächsten tag zogen wir los – bischofsburg und domkirche

– eisenbahnmuseum und alter bahnhof

– „haapsalu lace centre“ (haapsalu ist ja berühmt für seine einzigartigen, traditionellen, hauchdünnen strickstücke)

– spaziergang auf der promenade, beginnend am läänemaa museum (rathaus)

und endend am museum der küstenschweden „haapsalu old town hall“.

dieser besichtigungstag war sehr abwechslungsreich, interessant und lehrreich.

von der stadt haapsalu machten wir uns auf den weg nach sääre tirp. vorher haben wir uns noch die ruinen vom „schloss ungru“ angesehen. ein nie fertig gestelltes schloss, welches eine fast genaue kopie des schlosses merseburg in deutschland ist, mit einer romantischen aber traurigen geschichte.

knapp vor mittag nahmen wir die fähre vom festland an der westküste estlands, um auf die insel hiiumaa (zweitgrößte insel des landes) überzusetzen. die „ts laevad“ ist eine estnische fährgesellschaft, die nur die beiden routen zwischen dem estnischen festland und den inseln hiiumaa und muhu betreibt. die überfahrt auf der strecke rohuküla nach heltermaa dauerte eine stunde und 30 minuten und man ist gut beraten, bereits vorab online ein ticket zu kaufen (vor allem in der hochsaison und an wochenenden). wir danken dem marketing and communication department von ts laevad für die großzügige unterstützung.

unser erster besichtigungspunkt auf der insel war die „kapelle in kassari“ in hiiu county. sie ist die einzige steinkirche mit strohdach und es gibt keine stromversorgung. das bedeutet, dass die gottesdienste in dieser lutherischen kapelle nach wie vor nur bei kerzenlicht stattfinden.

als wir am nachmittag an unserem stellplatz ankamen, hatten wir noch genügend zeit um eine gemütliche wanderung zu machen. „sääre tirp“, eine rund 3 km lange schotterlandzunge beim dorf kassari, die sich ins meer erstreckt.

als wir zurückkamen war der parkplatz vor dem kostenlosen rmk-cp leer und wir konnten unser cleverchen zum übernachten in eine schöne ecke plazieren. nach einer ruhigen nacht und einem guten frühstück, war die überraschung groß, als ich einen kleinen morgenspaziergang machte. es war sehr nebelig und alle bäume sowie die zahlreichen wacholderbüsche waren dicht mit spinnennetzen überzogen. ein bild wie aus einem horrorfilm 😉

also verließen wir im morgennebel „den ort des grauens“ um zu einer weiteren geplanten wanderung aufzubrechen, einer promenade im schilfgürtel mit vogelbeobachtungsplattformen beim dorf orjaku (parkplatz mit leuchtturm beim beginn des weges – N58° 48′ 00.5″ E22° 45′ 35.3″). knappe eineinhalb stunden wandern taten uns gut.

den nächsten besichtigungsstopp legten wir bei der „orthodox church in hiiumaa – kirche der geburt des gott-gebers der gehörlosen“ ein. sie steht quasi mitten im wald, von einem moosigen steingarten umgeben und ist das erste und einzige orthodoxe heiligtum auf der insel hiiumaa, das seit 1890 bis heute ununterbrochen in betrieb ist. diese aus gelben ziegeln erbaute kirche ist wirklich seheswert, obwohl wir auf dieser reise schon einige orthodoxe kirchen gesehen haben.

wir mussten wieder einmal mit einer fähre übersetzen um auf die insel saaremaa (größte der estnischen inseln) zu gelangen, kihnu waterways: fährverbindung sõru – triigi. nach 65 minuten fahrt hatten wir wieder festen boden unter den rädern.

eigentlich wollten wir uns noch den windmühlen-park in angla ansehen, da aber der park bereits geschlossen hatte, suchten wir uns einen lauschigen übernachtungsplatz, den wir vor der „st. katharinenkirche von karja“ fanden. kirche geschlossen, pfarrhof aufgelassen, kein mensch weit und breit, was will das camperherz mehr.

am morgen besuchten wir dann den „windmühlen park in angla“,

ehe wir unser tagesziel das „georg ots spa hotel“ in kuressaare ansteuerten, wo wir uns für die nächsten zwei nächte einquartierten unter dem motto „unseren cleverchen-betten eine pause gönnen“ ;-). ein perfekter ort in der nähe des yachthafens, des stadtparks und des malerischen bischofsschlosses um sich auch einmal eine der wohltuenden spa-behandlungen zu gönnen.

in kuressaare gab es in den nächsten tagen viel zu besichtigen. unter anderem das „kuressaare castle“, die othodoxe „st. nicholas church“

und unsere zwei lieblinge „suur tõll und piret“. diese skulptur symbolisiert den helden von saaremaa mit seiner frau. auf unserem stadtbummel entdeckten wir auch das restaurant „saaremaa veski“ (the windmill of saaremaa) – originelle einrichtung über 5 etagen, gutes essen, freundliche bedienung – eine klare empfehlung von uns.

am nächsten tag war ausgibiges frühstücken angesagt, denn um 11:00 uhr hatten wir einen besichtigungs- und verkostungstermin in der „pöide brauerei“ vereinbart. ausgezeichnete biere in den verschiedensten geschmacksvarianten. da ist für jeden das richtige bier dabei – uns haben gleich mehrere seeeehr gut geschmeckt. wer in diesen teil von saarema kommt sollte es unbedingt probieren. gibt es in supermärkten und in fast allen restaurants der gegend.

der nachmittag war einem besonderen ausflug gewidmet. wir erhielten einen tipp zum besuch einer fischräucherei. das war ganz nach unserem geschmack, das mussten wir uns ansehen. nur wenige kilometer von kuressaare entfernt, im dorf nasva, gibt es diese besondere fischräucherei, die „tihemetsa farm“. seit vielen jahren bietet die besitzerin tiina fangfrischen, geräucherten fisch an. je nachdem was in den netzen gefangen wurde gibt es heringe, flunder, barsche und aale. wir konnten zusehen wie die fischkörbe ankamen, wie der fang geräuchert wurde und wir konnten frisch geräucherten fisch verkosten – herrlich, ein klares „muss man besucht haben“ wenn man geräucherten fisch mag.

ja, es ist kaum zu glauben, wir verlassen kuressaare richtung voose und unser erster besichtigungstermin ist um 11:00 uhr ….. in der „brauerei pihtla“, die älteste mikrobrauerei estlands, wo das legendäre bauernhaus bier gebraut wird. ein geschmackvolles craft-bier.

nach der verkostung ging es weiter zum „kaali meteoritics and limestone museum“, wo wir auch den kaali-meteoritenkratersee sahen, der vor etwa 4000 jahren aufgrund eines meteoriteneinschlages entstand.

die nächste besichtigung galt den „ruinen der ordensburg soneburg“ in maasi, direkt an der nordostküste von saaremaa. die burg wurde als sühneburg errichtet und hatte einst einen eigenen hafen, aus dem 1985 reste eines mittelalterlichen schiffs aus 3 m tiefe geborgen werden konnten.

auf zur letzten fähre in estland. über einen straßen-/brückendamm, der die insel saaremaa mit der insel muhu (drittgrößte insel estlands) verbindet, erreichten wir die autofähre „ts laevad“. auf der strecke kuivastu – virtsu musste unser cleverchen nur 27 minuten eingepfercht zwischen riesigen lkw‘s stehen,

bevor wir wieder das festland ereichten. anschließend ging es zum schlafen in voose auf den stellplatz der „voosemetsa tourism farm“.

den folgenden tag begannen wir mit einem besuch des „pärnu museums“,

wo wir von der marketing managerin „maarja padari-kallit“ nicht nur zum museumsbesuch sondern auch einer stadtführung durch pärnu und dem anschließenden besuch des „koidula museum (pärnu ülejõe schoolhouse)“ begleitet wurden. im koidula museum erfährt man die geschichte der tochter des ehenaligen schulmeisters, lydia koidula, die eine berühmte dichterin und publizistin war.

von pärnu führte uns der weg zum ältesten gestüt estlands, dem „gestüt tori“ wo auch die berühmten tori-pferde gezüchtet werden. ja, und meinen namensvetter albert durfte ich auch kennenlernen.

die nächsten beiden nächte verbrachten wir im „soomaa water camp“, das eigentlich schon geschlossen hatte, aber der besitzer hatte erbarmen mit uns und wir durften uns einen schönen stellplatz zum übernachten suchen.

den einen freien tag nutzten wir um zwei wanderungen zu unternehmen. die erste wanderung war der 4,8 km lange „moor riisa“ rundweg. startpunkt: N58° 29′ 19.0″ E24° 58′ 54.3″. die zweite wanderung führte uns auf den 4,4 km langen „ingatsu moorpfad“. startpunkt: N58° 27′ 10.1″ E25° 02′ 14.2″. zwei schöne wanderungen, in der wunderbaren natur estlands.

es ging weiter und nach einem foto stopp bei der ruine der alten „püha nikolai kirche“

fuhren wir auf nebenstraßen weiter richtung der grenze zu lettland.

nach den vielen unbefestigten straßen waren wir wirklich sehr froh, einen g‘scheiten reifen auf unserem cleverchen zu haben – nämlich den „grabber at3 von general tire“.

nachdem wir die lettische grenze an einem kleinen grenzübergang passiert hatten – an dem es überhaupt keine kontrolle gab – änderten wir unseren ursprünglichen plan eine wanderung zu den veczemju klintis zu machen und suchten uns einen schön gelegenen campingplatz, auf dem es sich gut chillen ließ. ja, und den fanden wir dann auch, den cp „camping jūrasdzeņi“ in tüja, direkt am meer gelegen mit topp duschen und wc anlagen. ein wohlfühlplatz, wo wir ausgiebige strandspaziergänge machten und einen wunderschönen sonnenuntergang beim abendessen erleben durften.

am weg von tüja nach cēsis, unserer nächsten etappe, hatten wir einiges zu sehen und zu bewältigen.
zuerst eine kurze 2 km lange wanderung zu den „sarkanas klinits“ (rote felsen)

und anschließend eine 3 km wanderung zu den „erglu klintis“. die wanderung

war nicht so späktakulär wie die anfahrt zum wanderparkplatz. das navi lotste uns nämlich anfangs über einen für uns normalen weg, jedoch in folge wurde es immer enger bis wir schließlich einen wanderweg befuhren, wo wir äste wegbiegen mussten um überhaupt durchzukommen. ja, trau niemals dem navi *hahaha*

den erlebnistag beendeten wir in der „raiskuma brewery“ bei einer bierverkostung.

danach mussten wir natürlich noch etwas ordentliches essen und das haben wir im restaurant auf unserem schlafplatz „camping apaļkalns“ (übrigens ein sehr empfehlunswürdiger cp) in form eines ordentlichen steaks bekommen.

ausgeruht ging es am nächsten tag weiter nach cēsis, wo uns das „cēsis tourism information center“ eine guided tour: 3 h – cēsis old town und cēsis castle ermöglichte. cēsis ist eine interessante stadt mit einem schönen altstadtkern.

einem tipp unseres guides kamen wir nach und kehrten in das beste burgerrestaurant der stadt ein – das waren burger 😉 nicht solche dingerchen wie etwa von burgerketten in österreich.

nach dem essen sind wir weitergefahren um den „äraiši lake castle and archaeological park“ zu besichtigen – vom castle ist eigentlich nur noch ein von steinen umgrenztes wiesenstück vorhanden.

kurzfristig beschlossen wir auch noch ein stück weiter in richtung unseres nächsten zieles zu fahren, der kleinstadt „līgatne“ im gauja nationalpark, um am nächsten tag gleich vor ort zu sein. līgatne ist unter anderem bekannt durch die ehemalige produktionsstätte der papierfabrik. zunächst aber machten wir eine stadtbesichtigung. wir sahen uns die alten ehemaligen fabrikswohnhäuser im historischen stadtteil an (die ältesten holz-reihenhäuser in lettland) und bummelten durch den ort. auffallend in līgatne sind die alten sandsteinstollen, die bis heute als praktische höhlen- und kellersysteme genutzt werden.

als wir zur besichtigung der „papierfabrik ligatne“ kamen, erfuhren wir mehr über das schicksal der mittlerweile stillgelegten industrieruine. die arbeiter beendeten ihren arbeitstag und durften am nächsten tag die fabrik nicht mehr betreten. also blieb alles an seinem platz, genauso wie die arbeiter die fabrik am tage zuvor verlassen hatten, bis heute.

da das wetter umschlug, es wurde vor allem in den nächten immer kälter und es regnete seit tagen, beschlossen wir unsere reise zu beenden und fuhren innerhalb von zwei tagen über litauen, polen und tschechien direkt nach hause, nach wien.

über das was wir in zwei monaten finnland erlebten werden wir wie schon erwähnt in einem eigenen großen blog-beitrag berichten, aber das ist natürlich eine andere geschichte.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet…

der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet. es blieben uns nur mehr wenige tage in der küstenregion von estland, mit blick auf den finnischen meerbusen. aber der reihe nach.

von sillamäe ging es weiter im nordöstlichsten landkreis ida-viru wo wir das „eesti kaevandusmuseum bergbaumuseum“ der „kohtla mine“ besichtigten. imposant, das war unser eindruck nach einer sehr spannenden und fachkundigen führung. mit festem schuhwerk, warmen jacken, schutzhelm und lampen fuhren wir in den stollen mit einem zug ein, wie einst die bergleute. die dimension der mine ist nur zu erahnen, aber wir sahen sogar noch stollenbewohner ;-), wie gesagt imposant.

bevor wir es uns an unserem nächsten schlafplatz gemütlich machten, schauten wir noch an die malerische steilküste und beim wasserfall von valaste (valaste hiking and study trail) vorbei. leider herrschte wassermangel und so war der sonst imposante wasserfall nur eine schmales „wasserfällchen“. aber die vielen stufen taten unserer fitness gut.

unser nachtlager schlugen wir am cp „saka manor camping“ auf. das hotel war gut besucht, aber zu unserer freude war am campground einfach nichts los und so konnten wir uns mitten am platz plazieren.

eine überraschung hatte die hotelleitung noch für uns parat. wir durften das hotel spa benutzen und uns im 30° warmen becken entspannen.

nach dem bad gab es ein ganz besonderes nachtmahl – meine lieblingssuppe: karfiolsuppe.

weiter ging es zur burg purtse, wobei wir vorher noch einen strandbesuch

und den „moldova leuchtturm“ – N59° 25′ 55.7″ E27° 03′ 18.4″ – einbauten.

am späten vormittag trafen wir bei der „burg purtse“, einer mittelalterlichen vasallenburg ein, wo wir vom burgherren „herrn janner eskor“ persönlich geführt wurden. eine burg mit einer langen spannenden geschichte. heute beherbergt die burg auch ein gemütliches café-restaurant, wo es sich lohnt im anschluss an die burgbesichtigung rast zu machen.

der nachmittag war für den besuch im „manor house of sagadi“, einem gutshaus und waldmuseum im lahemaa nationalpark reserviert. sachkundig und mit dem richtigen schuss von humor wurden wir von „frau anne kurepalu“ durch das sehenswerte anwesen mit einer über 500 jahre alten geschichte geführt.

am ende der führung gab es für uns einen workshop – „alte, überlieferte wodka-herstellung im herrenhaus“.
zur zeit der gutsherren war es aufgabe und stolz der „lady of the house“, spirituosen nach ihrem geheimrezept zu mischen. dabei wurden kräuter, beeren und gewürze verwendet, und die besten rezepte waren weithin bekannt.
auch wir durften unter anleitung von „frau anne kurepalu“ unser eigenes geheimrezept für unseren persönlichen „manor wodka“ kreieren und diesen tollen degustiv mitnehmen.

leider mussten wir drei wochen warten, bis unser wodka trinkfertig war.

zum abschluss des tages nahm uns „frau anne kurepalu“ mit ihrem pkw auf eine spritztour durch den nationalpark mit. sie erzählte von erlebnissen mit wildtieren (als ein elch in ihr auto sprang), wir fuhren an ihrer rund 100 jahre alten cottage vorbei (ziemlich versteckt mitten im wald) und durften das „fairy tale house“ besuchen, eine ausstellung und beeindruckende dokumentation der „estonian fairy tale society“ (kunst, die vor 6.000 jahren in klippen gehauen wurde, in form von papierkopien, die direkt auf den Klippen hergestellt wurden).
vielen herzlichen dank für diesen kurzweiligen und lehrreichen nachmittag.

die nacht verbrachten wir in dem am gutshaus angeschlossenen hotel „sagadi manor“ – sehr empfehlenswert und für uns eine schöne abwechslung zu unserem campervan-leben.

die nächsten zwei tage standen wir auf dem “lepispea caravan & camping ground“ in vösu, dem für uns persönlich besten stellplatz in dieser gegend.

die beiden tage waren mit verschieden besichtigungen ausgefüllt. so war es auf der anfahrt die esku-kapelle mit friedhof,

das etwas skurrile, private „käsmu maritime museum“, welches mit der geschichte des legendären kapitänsdorfes vertraut macht

und eine ausgedehnte rundtour um die halbinsel käsmu mit seinen verstreut liegenden riesigen findlingen.

jetzt waren es nurmehr wenige kilometer nach tallinn, ehe wir nach finnland übersetzten. doch davor legten wir noch einen besichtigungsstopp des „palmse manor gutshofes“ ein. eine große anlage wo nicht nur das guthaus, sondern auch ein palmenhaus, eine ehemalige destillerie und ein großer park zu erkunden waren.

eine kurze wanderung führte uns zu einem aus skandinavien angeschwemmten felsen aus der eiszeit, dem „majakivi boulder“ – 15m lang, 11m breit und 7m hoch, mit 584m³ ein ordentliches bröcker´l.

übernachtet haben wir am „rmk-stellplatz_tsitre campsite“, mit schönem strand und tollem sonnenuntergang. wirklich sehr zu empfehlen N59° 31′ 06.0″ E25° 30′ 39.0″.

das abendessen für mich war: geräucherter aal und von ingrid gepflückte walderdbeeren – lecker ;-).

tallinn, die hauptstadt estlands. wir quartierten uns für die nächsten drei tage im „metropol spa hotel“ ein, um unserem cleverchen ein wenig ruhe zu gönnen.

ja, stadtrundgang war angesagt und dabei wurden wir von „visit tallinn management“ ganz toll unterstützt. wir bekamen mit „frau signe paalandi“ einen professionellen tour guide zur seite gestellt. sie zeigte uns nicht nur die stadt, sondern erzählte auch viel über die historie und den wandel den diese stadt mitgemacht hat, verpackt in tolle geschichten und mysterien.

wir sahen tallinn’s mittelalterliche altstadt, die in zwei teile gegliedert ist – the lower town and the upper town, den domberg, den rathausplatz, die vielen kirchen der altstadt, den kalamaja-bezirk mit seinen vielfarbigen holzhäusern und nahmen zum ausklang der tour eine gemütliche jause im „maiasmokk“ dem ältesten café in tallinn ein.

sieht auf den ersten blick anstrengend aus, war es aber überhaupt nicht, tallin ist eine moderne, pulsierende stadt mit einem gemütlichen altstadtkern. tallinn empfiehlt sich aus unserer sicht auch für einen reinen städtetrip. wir waren von stadt und leute begeistert und bedanken uns herzlich.

bevor wir auf die fähre nach finnland gingen war noch genügend zeit für eine ganz besondere tour.

von „sunlines cruise co.tallinn cruises and island tours“ organisiert ging es vom „tallinn seaplane harbor“ mit dem schiff zur insel naissaar (dt. nargen), wo wir eine 4×4 exkursion – obwohl auch der linienbus der insel zur verfügung stand

– zum leuchtturm der insel mit grandioser aussicht

sowie den überwucherten festungsruinen und geheimnisvollen gängen des ehemaligen militärminenlagers der sowjetunion machten – etwas spooky und ohne taschenlampe geht da gar nichts.

dieser tagesausflug war eine kulturelle seereise in die geschichtsträchtige vergangenheit estlands. spannend, gut organisiert und für einen sprung ins kühle nass an einem der schönen sandstrände blieb auch noch genug zeit.

wir haben das ende des ersten teils von unserer baltikumreise erreicht. rauf auf die fähre nach helsinki

und auf wiedersehen tallinn, auf wiedersehen estland, auf wiedersehen baltikum.

was uns in finnland erwartete und welche abenteuer wir erlebten ist natürlich eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

von tartu über narva bis zur verbotenen stadt…

von tartu über narva bis zur verbotenen stadt. verbotene stadt? – ja, aber dazu kommen wir noch später.

nachdem wir tartu verlassen hatten stand endlich wieder wandern auf unserer routenplanung. diesmal entlang des 3 km langen naturlehrpfads „emajõgi river study trail“ mit bohlenwegen im naturschutzgebiet peipsiveere, dem größten deltasumpfgebiet in estland.

am nachmittag besuchten wir das schneeweiße „herrenhaus alatskivi“. die managerin des schlosses, frau laura lillepalu-scott, erzählte uns die geschichte des hauses, welches nach dem vorbild von schloss balmoral in schottland entstand und einen einblick in das leben der adelsfamilie gibt.

später überquerten wir einen fluß auf einer ganz schön engen brücke 😉 – die „holzbrücke von järuska“ und landeten auf dem campingplatz „recreation center suvi“. da dieser campingplatz so gut wie leer war und am peipussee, dem größten see estlands, direkt am über 30 km langen sandstrand liegt, legten wir einen ruhetag ein und machten für zwei nächte halt.

nach dem ruhetag starteten wir mit einem besuch im „iisaku museum“, wo wir unter anderem eine einzigartige ausstellung von hochzeitsgewändern zu sehen bekamen und die verschiedenen wohnungseinrichtungen erinnerungen an die eigene kindheit wach werden ließen 😉

entlang der zwiebelroute (der heimat der altgläubigen, die als zwiebelzüchter bekannt sind) ging es zum nächsten event, eine moorwanderung (start am wanderparkplatz selisoo matkarada N59° 10′ 14.0″ E27° 18′ 28.0″) zum „seli järv“. nicht sehr lang, rund 3 km, aber wirklich schön.

am späteren nachmittag erreichten wir das im jahre 1891 errichtete „nonnenkloster pühtitsa“ (kloster von kuremäe). es ist das einzige in betrieb befindliche russisch-orthodoxe nonnenkloster in estland. bis heute ist das kloster für die esten ein heiliger ort, da unter dem berg eine quelle entspringt und man dem quellwasser heilende wirkung nachsagt.

nach diesem interessanten besuch suchten wir noch ein plätzchen für die nacht. anforderung: still und einsam gelegen, wenn geht an einem see. traaaaraaa wir haben es gefunden 😉 die zufahrt war ein wenig holprig, aber die gegend wunderschön und ideal für eine ruhige nacht.

am nächsten morgen machten wir uns schon zeitig auf den weg nach narva, denn wir hatten am vormittag einen besuchstermin – „narva castle die hermannsburg in narva“.
von außen sehr eindrucksvoll anzusehen, aber vom inneren der burg waren wir etwas entäuscht. das sehenswerteste war für uns der blick nach russland, wo genau gegenüber am anderen ufer der narva „die festung iwangorod“ steht. leider konnten wir diese festung nicht besuchen, da die russische grenze während der corona-pandemie für touristen gesperrt war.

weit interessanter war unser nächster besuchstermin – „die kreenholmi manufaktuur“. heute nur mehr eine industrieruine, die aber ihres gleichen sucht. die berühmte manufaktur war eine textilfabrik, und wurde von dem deutschen kaufmann „ludwig knoop“ 1857 gegründet. ein gigantischer gebäudekomplex aus roten ziegelsteinen, gebaut im englischen stil, und vor dem ersten weltkrieg die bedeutendste russische textilfabrik mit rund 10.000 arbeitern. generell zählte kreenholm zu den größten der welt und ist jederzeit einen besuch wert (rundgänge nur im rahmen einer führung möglich).

interessant ist auch der 1969 fertiggestellte wohnwasserturm – architekt: henno sepmann, baustil: brutalistisch, sowjetische architektur, ehemalige udssr. ursprünglich mit lenin bildnis, das aber heute nicht mehr existiert.

am frühen abend unternahmen wir noch einen ausgiebigen spaziergang am ufer der narva wo wir auch in einem sehr urigen pub „club ro-ro“ unser abendessen einnahmen.

der nächste tag war rein zum chillen geplant und wir fuhren nach narva-jöesuu um zu faulenzen und im finnischen meerbusen zu baden.

genug gefaulenzt, weiter ging es nach „sillamäe“. bis zum zusammenbruch der sowjetunion war sillamäe eine komplett geschlossene stadt. ausländern war der zutritt nur unter strengsten auflagen gestattet. sillamäe existierte auf den landkarten nicht, es gab keine postadressen und briefe wurden nur über codeanschriften zugestellt.
während des bestehens der estnischen ssr entstanden hier unter größter geheimhaltung wichtige betriebe der sowjetischen rüstungsindustrie. uranoxid wurde bis 1952 aus örtlichen abbauprodukten gewonnen. 1969 wurde der lokale abbau endgültig eingestellt
bereits 1948 wurde eine urananreicherungsanlage für sowjetische atomkraftwerke und nuklearwaffen errichtet. sie wurde 1989 geschlossen.

heute kann man von all dem nichts mehr sehen und geblieben sind nur die typischen gebäude aus stalinistischer zeit. im museum in sillamäe kann man aber noch vieles über die geschichte der einst verbotenen stadt erfahren, wie z.b. den umgang mit den von radioaktivität betroffenen menschen – „du musst dir nur gründlich die hände waschen..“ ja, das gab uns schon zu denken.

es blieben uns nur mehr wenige tage in estland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

vom suur taevaskoja nature park bis tartu…

vom suur taevaskoja nature park bis tartu. im suur taevaskoja nature park haben wir uns am „salamaa campingplatz“ einquartiert und es war die richtige entscheidung.

schöner stellplatz,

sauna,

foodtruck – kostprobe inbegriffen – und eine betreiberfamilie, die ihresgleichen sucht: freundlich, hilfsbereit, … einfach perfekt.

mit der tochter diana unternahmen wir ausgiebige spaziergänge über die klippen der schlucht, im suur taevaskoja nationalpark bei denen wir viel über die energetisch kraftvollen plätze lernten.

z.b. saßen wir unter einen baum gegen kopfschmerzen (daruntersetzen und entspannen).

tranken wasser aus der quelle  „lätte-ema“ von der es heißt, dass die lätte-ema (quellenmutter) in der höhle lebt und alle anderen quellen in taevaskoja mit quellwasser versorgt. man sagt und glaubt, dass das wasser aus der läte-ema besonders gut für das augenlicht ist.

staunten über die vielen wunschbänder die wanderer an einen kraftvollen baum gebunden haben.

sahen die große höhle in der välke teavaskoda, die als „neitiskoobas“ (jungfrauenhöhle) bekannt ist, und aus der die quelle, kuldallikas (goldene quelle) fließt. und hörten die legende, dass in der höhle ein blondes junges mädchen lebt. sie webt garn auf den goldenen webstühlen und erscheint nur einmal im jahr – am mittsommertag. ein mann, der das glück hat sie zu sehen, findet sein mädchen am mittsommerabend.

einfach eine sehr schöne gegend in der es sich lohnt wanderungen zu unternehmen um energie und kraft zu tanken.

mit den eltern von diana, die auch die schiffahrt am ahja jögi mit ihrem elektro-ausflugsschiff „der lonny“ betreiben, machten wir einen gemütlichen bootsausflug (rundfahrt) – danke für die tollen erlebnisse.

nach zwei tagen verließen wir den taevaskoja nationalpark und machten uns auf den weg nach  pühajärve.

am weg schauten wir uns noch die „Ilmjärve õigeusu kirik“ an. leider war die kirche zugesperrt.

übernachtet haben wir im „spa & holiday resort pühajärve“. nach einem kleinen abendspaziergang im hotelpark haben wir natürlich den abend im spa mit saunieren und schwimmen ausklingen lassen.

der nächste tag begann mit einer fahrt zum „vörtsjärv /poldri puhkeala aussichtsturm“ mit einem  angel-, bade- und stellplatz. schöner und ruhiger spot zumindestens unter der woche.

danach eine kleine wanderung am „sinialliku wanderweg zur blauen quelle“, wo das wasser aus dem uferboden entspringt.

einen coffebreak mit einer besichtigungsrunde legten wir am „vörtsjärv ojo sadam holzbohlenweg“ ein.

die nacht verbrachten wir mit genehmigung am gelände des „järvemuuseum seemuseum“ das wir auch am nächsten morgen besuchten. frau heli-anneli villako führte uns mit interessanten erklärungen durch das interessante und sehenswerte seemuseum. als abschluss unseres besuches bekamen wir noch eine glas mit eingelegten räucheraalen mit – hmmmm lecker – dankeschön für das köstliche geschenk und die tolle führung.

 

so jetzt ging es nach tartu zu unserer nächsten nächtigung für zwei tage.

zuvor machten wir noch einen abstecher – den wir uns aber ersparen hätten können – zum „linnutee‘ hiking trail and bird observation tower“ im alam-pedja nature reserve and ilmatsalu fish ponds. war früher vielleicht ein toller spot, heute aber alles zugewachsen und verwaist.

in tartu angekommen checkten wir in unser hotel „das dorpat“ ein. ein schönes zimmer im 6. stock mit blick auf den fluß.

nun konnten wir unseren stadtbummel machen. zuerst war das „tartu old observatory“ –  sternwarte dorpat und struve geodetic arc (skandinavisch-russische meridianbogen) in der sternwarte an der reihe.

anschließend genossen wir eine führung durch das universitätsmuseum

und den dom zu tartu – cathedral & tower.

von tartu aus ging es richtung narva, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

das dritte der drei baltischen länder – estland…

das dritte der drei baltischen länder – estland.
landschaftlich ist estland im südöstlichen landesteil lettland sehr ähnlich – seenreich, große waldgebiete und viele moore, aber es ist mehr hügelig. deshalb kletterten wir auch auf zahlreiche aussichtstürme wie z.b. dem ‘suur munamägi‘, nahe dem dorf haanja, auf der höchsten erhebung (318 m) des umliegenden hügellandes und dem ‘turm pesapuu‘ bei rõuge, übersetzt ‘nestbaum‘ – einleuchtend 😊.

das wetter zeigte sich launisch, regen und eher kurze sonnenperioden wechselten sich ab. das verkürzte auch unseren besuch im haanja nature park und die wanderung durch die sandsteinschlucht ‘hinni kanjon‘, wo holzstege und eine treppe durch die schmale kleine schlucht führen.

dem landkreis võru wird zugeschrieben das authentische traditionelle estland widerzuspiegeln, mit rauchsauna-tradition, diversen porridge-mahlzeiten, frischkäse, geräuchertem schinken, typischen roggenbrot, einer speziellen butter und vielem mehr. einen ersten eindruck davon bekamen wir bei unserem besuch auf der mooska farm und während der tollen tour mit eda.
sie stellte uns die drei rauchsaunen am hof vor (zwei zum saunieren und eine zum räuchern von fleisch), erzählte über saunarituale und familientraditionen und gewährte einen ganz persönlichen einblick über ihr reiches wissen an alten bräuchen und den historischen glauben des alten võromaa.

abschließend verkosteten wir das am hof geräucherte fleisch, frisches ganz dunkles brot und tranken kräutertee.

die ruinen der mittelalterlichen bischofsburg von vastseliina, errichtet im 14. jhd. auf einem felsvorsprung und umgeben von einem schlosspark, ist ein fabelhafter ort voller mythen und legenden. heute kann man die überreste des schlosses, den mittelalterlichen themenpark, das pilgerhaus, den gutspark besuchen. bis heute ist es auch zielort vieler wallfahrer.

unser nächster stop galt den piusa sandsteinhöhlen. entstanden durch den manuellen abbau von glassand in den jahren 1922-1966. mit einem guide ist es möglich auf die aussichtsplattform der museumshöhle zu gehen und anschl. ein kleines museum mit verschiedenen glasexponaten und einer kurzfilmpräsentation zu besuchen. in den sandsteinhöhlen befindet sich auch die größte überwinterungskolonie von fledermäusen in ganz osteuropa.

das wetter hatte sich gebessert, aber mit der sonne und der höheren temperatur kamen auch die gelsen. man sagt diese blutsauger mögen keinen wind und dass die gelsen dann weniger auf uns fliegen – wacheln, fächeln, mit blätter wedeln, das half definitiv nicht und da das wandern im feuchtgebiet leider sehr beschwerlich war ging es weiter richtung grenze wo wir von einem aussichtsturm nach russland,

auf vögel, mücken und einen regenbogen schauen konnten.

weiter ging es nach räpina. hier besichtigten wir das schloss sillapää. der herrensitz wurde immer wieder umgebaut, erweitert und saniert und war in unterschiedlicher verwendung – schloss, schule, lazarett, landwirtschaftliche ingenieurschule und heimatkunde- und gärtnereimuseum räpina

und die 1734 erbaute papierfabrik von räpina (anfangs eine papiermühle). dieses bis heute tätige industrieunternehmen ist mit seinem historischen gebäude ein nationales kulturdenkmal und ein  einzigartigstes beispiel der industriearchitektur in europa. 1873 wurde die erste papiermaschine aus deutschland nach räpina gebracht und später noch drei weitere maschinen. eine dieser maschinen wurde umgebaut und arbeitet heute noch. über die jahre wurde ein breites sortiment an papier (wie z. b. filterpapier, löschpapier, rauch- und seidenpapier), wand- und dachpappe sowie verpackungsecken hergestellt.

im suur taevaskoja nature park und am platz von salamaa camping war ein längerer aufenthalt eingeplant, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

unsere lettland-route begann im südosten…

unsere lettland-route begann im südosten, der region lettgallen, mit der besichtigung von daugavpils, der zweitgrößten stadt des landes.

die festung daugavpils, eines der wahrzeichen der stadt, ist eine rund 150 ha große befestigungsanlage, die nach traditionellen vorbildern angelegt wurde – schutzwall mit acht bastionen und schutzgraben, paradeplatz, verwaltungs- und wohngebäude der offiziere und soldaten, kirche mit jesuitenkolleg (später schulgebäude), spital, geheimgänge, wasserhebewerk, …. – eine stadt in der stadt.

daugavpils historisches zentrum (eine bauliche stilmischung zwischen alt und neu, die sowohl staatliche denkmäler als auch wohngebäude charmant vereint) und den berg der kirchen (vier kirchen unterschiedlicher konfessionen die knapp beisammen stehen und für daugavpils stadtpanorama charakteristisch sind) haben wir mit einem guide besichtigt (herzlichen dank der tourismusentwicklungs- und informationsagentur der stadt daugavpils, die uns das ermöglicht hat).

die schrotfabrik in daugavpils ist eine historische produktionswerkstatt und ein industriedenkmal. sie ist die älteste munitionsfabrik in nordeuropa mit alten originalen geräten in der kugelgießerei, einem funktionierenden 31,5 m hohen schrotturm und einem 13,5 m tiefen abkühlungsbrunnen. bis anfang der 60er jahre produzierte man hier noch rund 2.000 tonnen schrot pro jahr. unsere meinung dazu – absolut sehenswert.

restaurants in daugavpils waren zum zeitpunkt unseres besuches nur im außenbereich zugänglich. das park hotel latgola, mit seinem restaurant im 10. stock, hatte für diese pandemiebedingte auflage eine originelle lösung – bestellen im 10. stock im restaurant, schlüsselübergabe für eines der ausgeräumten gästezimmer im 9. stock und einem abendessen zu zweit, bei schönem eingedeckten tisch und mit herrlichen panoramablick, stand nichts mehr im weg.

auf unserem weg nach aglona, der natürlich nicht eine direkte verbindung war, standen wieder ein paar zwischenstopps auf unserer must-see-liste:

burgberg von naujene, mit einem schmalen pfad zur ruine der ordensburg dünaburg

aussichtsturm von vasargeliški, ein über 20 m hoher holzturm mit blick auf die flussschleifen des daugava)

dorf der altgläubigen in slutiški. die einwohnerzahl beläuft sich auf ca. 10 personen – das gesamte dorf wird als ethnographisches denkmal gesehen, eines der letzten in dieser gegend

und der legendenumwobene velnezers see. eher klein, aber außergewöhnlich mit intensiv blaugrünem wasser.

in aglona selbst besuchten wir:

die barocke wallfahrtskirche, die basilika von aglona

im brotmuseum von aglona konnten wir beim backen von roggenbrot zusehen, das nach alten überlieferten rezepten hergestellt wird, und frisches brot und honig verkosten

und ein kurzbesuch am christkönigsberg (skulpturenpark zu ehren gottes) – über 500 biblische figuren, arche noah und holzkirche auf einem hügel

genug gefahren und genug geschaut. ein ruhetag am geranimova-iIza-see im gästehaus und camping zemeņu krastiņi, bei anita reščenko. dieser platz ist wirklich schwer zu beschreiben, denn ein ort mit so viel gastfreundlichkeit, originalität und energetik (erdbeerenergie 😊) ist nicht nur selten, sondern ein unvergessliches erlebnis – DANKE liebe anita!!!

noch drei tage mit vollem besichtigungsprogramm bevor es in den dritten baltischen staat unser tour ging. am ersten tag das freilichtmuseum andrupene

und eine kurze, aber sehr schöne moorwanderung

in rezekne der schlossberg mit seiner burgruine

und im fischerdorf ideņa, eingebettet im feuchtgebiet des lubāns-sees, am campingplatz zvejnieki bei anna macāne, typisch lettische kulinarik – wir bekamen als hauptgericht elch-eintopf, mhhhhh.

der vorletzte tag begann mit einer führung und bierverkostung beim brauer dainis rakstiņš, in seiner kleinen hausbrauerei. lettgallisches bier, zubereitet nach uraltem rezept, gebraut in hölzernen bottichen und mit einem ganz speziellen rauchigen geschmack, der ein wenig an whisky erinnert – stammt von der gerste, die oberhalb der mit erlenholz beheizten (rauch-) sauna getrocknet und geräuchert wird.

es folgte eine wanderung am moorpfad teirumnieki, ein kurzer aber schöner spaziergang über einen etwa 800 m langen holzsteg.

auch das schloss stāmeriena, ein herrenhaus im französischen neo-renaissance stil – ist unserer meinung nach absolut sehenswert

und schließlich alūksne, im nordosten lettlands, die letzte stadt vor unserem grenzübertritt nach estland. wir wurden von elīna und līva erwartet, beide von der städtischen touristeninformation. es war ein wundervoller abendspaziergang am ufer des alūksne-sees, vorbei an der alten schlossruine, entlang des tempelberges, hinauf auf den aussichtsturm und zum abschluss eine romantische bootsfahrt.

am folgenden morgen wurde uns die kirche – mit einer turmbesteigung, das neue schloss von alūksne samt landschaftspark mit pavillon, tempel, palmenhaus, mausoleum und springbrunnen gezeigt (als überraschung per fahrradkutsche).

die eisenbahnfahrt am nachmittag, auf der einzig regelmäßig fahrenden rund 33 km langen (one way) schmalspurbahnstrecke alūksne – gulbene – alūksne

sowie die besichtigung des lokomotivschuppens, der reparaturwerkstätten, eines salonwaggons aus sowjetzeiten und den informativen multimedialen ausstellungen in den jeweiligen endbahnhöfen, bildete das finale ende unserer tour durch den südosten lettlands.

fazit: eine wunderschöne fast durchgängige seenlandschaft und noch viel unberührte natur, eine traditionelle völkermischung (litauer, polen, weißrussen, juden und russische altgläubige) die mit ihren unterschiedlichen kulturellen einflüssen (handwerk, musik, küche, …) das land prägt. einfach viele herzliche, gastfreundliche menschen denen wir begegneten.

der dritte baltische staat unserer tour ist die fahrt durch estland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

die letzten tage in litauen…

die letzten tage in litauen begannen mit einem zwischenstopp vor litauens hauptstadt mit der ende des 14. jh. errichtete wasserburg trakai. eine inselburg im see galvė, die man über eine lange holzbrücke erreicht. vom innenhof führen holztreppen und außengänge in den oberen stock in dem ein museum eingerichtet ist.

die barocke altstadt von vilnius, unesco-kulturerbe, erkundeten wir leider bei dauerregen. wir starteten am kathedralenplatz, bei der st.-stanislaus-kathedrale mit ihrem charakteristischen freistehenden glockenturm.

sahen uns die obere burg und den am burgberg drohnenden gediminas-turm sowie den berg der drei kreuze von unten an.

schlenderten durch verwinkelte gässchen bis zum tor der morgenröte. dies ist ein teil der alten stadtmauer mit einer kleinen kapelle und der schutzheiligen litauens und weißrusslands – der schwarzen madonna. ein christlicher wallfahrtsort und pilgerziel.

lernten einen stadteil der einst jüdisches wohnviertel war und heute ein künstlerviertel ist kennen – die republik užupis (auch engelsrepublik genannt). sie versteht sich symbolisch als einziges gewaltfreies land der welt und an der wand der verfassung sind tafeln in rund 40 sprachen angebracht, die rund 41 artikel umfasst, z.b. ‘jeder mensch hat das recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet‘ oder ‘jeder mensch hat das recht, unverstanden zu bleiben‘.

besuchten den palast der großfürsten von litauen, der einst sitz der polnisch-litauischen großfürsten war, und aufgrund seiner zahlreichen um-, aus- und erweiterungsarbeiten spätgotische/renaissance/und frühbarocke stile vereint. im (national-) museum der historischen residenz werden grabungsfundstücke sowie wiedergergestelltes historisches interieur ausgestellt

und bestaunten die kirche st. peter und paul, mit ganz in weiß gehaltenen stuckarbeiten, die das gesamte kircheninnere ausfüllen

ja, es gäbe noch viel zu sehen in villnius.

ein kulinarisches highlight waren die litauischen spezialitäten im ‘etno dvaras‘ – šaltibarščiai (kalte rote-rüben-suppe) und didžkukuliai (fleischgefüllte kartoffelknödel)

herzlichen dank an ‘dainė juodiškienė‘ für ihre fachkundige führung und vor allem der agentur go vilnius für ihre unterstützung.

auf unserem weiteren weg – moderne kunst, verewigt unter freiem himmel zum thema europa, im europos parkas skulpturenpark. der litauische bildhauer ‘gintaras karosas‘ setzte sich zum ziel, dem geographischen zentrum europas durch teils kuriose, überdimensionale kunstwerke bedeutung zu verleihen, die gemeinsam mit künstlern aus 33 verschiedenen ländern geschaffen wurden und auf einer fläche von rund 55 ha ausgestellt sind.

schön, dass der künstler selbst für ein gespräch zeit fand.

in unmittelbarer nähe befindet sich der mittelpunkt europas – eine im jahr 1989 von geographen des nationalen geographieinstituts frankreichs als flächenschwerpunkt ermittelte stelle, etwas nördlich von vilnius – N54° 54′ 0″, E25° 19′ 0″.

noch stehen ein paar must-see highlighsts auf unserer route durch den südlichen landesteil litauens:

die burg von dubingiai – burgfundamente und überreste einer kirche wo im 16.-17. jh. der palast des adelsgeschlechts radvilos standen, mit schönem panorama auf den see asveja

der baumwipfel-wanderweg bei anykščiai ist 300 m lang und die gehwege steigen nach und nach auf 21 m über dem boden an. der aussichtsturm am ende des weges ist 34 m hoch und bietet einen weiten rundumblick auf den fluss šventoji.

wir wurden von ‘indrė‘ begleitet, die uns auch die (teufels-) geschichte vom findling puntukas erzählte (ein riesiger granitblock, der von skandinavischen berggletschern stammt) und uns durch das ganzjährig geöffnete informationszentrum führte. zuletzt wanderten wir noch über die erst kürzlich fertig gestellte stahlseilbrücke, die die beiden ufer des flusses šventoji miteinander verbindet.

das städtchen anykščiai mit der katholischen st.-matthias-kirche und ihren beiden 79 m hohen türmen und der staustufe beim zusammenfluss der flüsse šventoji und anykšta

der aussichtsturm bijeikiai – 15 m hoch, mit blick auf den rubikiai-see mit seinen 16 inseln

auf wenig befahrenen schmalen straßen und in frühlingshafter natur erreichten wir das litauische museum für ethnokosmologie – ein himmelsobservatorium (ein gebäude mit außergewöhnlicher architektur) mit unterirdischen ausstellungsräumen, in denen es fast alles, was mit der kosmologie zu tun hat zu sehen gibt: von antiken meteorologischen instrumenten bis hin zu astronomischen und astrologischen kalendern und einem observatoriumturm mit zwei teleskope für nachtprogramme

eine schotterpiste führt zum imkereimuseum stripeikiai – museum der altertümlichen bienenzucht mit mehreren hunderten exponaten. man kann auch unterschiedliche sorten honig verkosten und kaufen

knapp 10 fahrminuten weiter liegt die wassermühle ginučiai – ein hölzernes mühlgebäude, das bis 1968 in betrieb war und noch die authentische einrichtung zeigt

der botanische naturlehrpfad in palūšė, am ufer des lūšiai sees, wurde im eilschritt bewältigt und gestaltete sich leider zum wettlauf mit den gelsen

durch die historische kleinstadt salakas führt ein ca. 5 km langer rundweg, der am parkplatz beim see luodis im gražutė regional park beginnt, über einige stege zu einem hölzernen aussichtsturm führt,

durch den ort und vorbei an der kirche der hl. schmerzreichen jungfrau maria

geht und nach einem kurzen waldstück wieder beim see endet

zarasai, mit großem steg und aussichtsbrücke, war für uns nur ein kurzer stopp – es fanden wartungsarbeiten statt und das betreten war verboten

in stelmužė ist die kleine holzkirche (sie wurde ohne einen einzigen nagel gebaut) und die alte eiche  (eine von den ältesten in europa, ungefähr 1500 – 2000 Jahre alt, durchmesser ca. 3,5 m und umfang am boden rund 13 m) sehenswert

das nächste ziel ist die festung daugavpils in lettland, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

ein ungewöhnliches gebäude in den wäldern von merkinė…

ein ungewöhnliches gebäude in den wäldern von merkinė, die pyramide von merkinė. ein riesiges geodätisches kuppelbauwerk umgibt eine pyramide, die nach einer persönlichen offenbarung entstand, die ‘povilas zekas‘ einst im alter von erst sieben jahren erlebte.
es ist keine kirche und kein tempel sondern ein spezieller ort für spirituelle energetik (licht), eine quelle der stärke.
seit der fertigstellung in 2009 besuchten tausende menschen diesen komplex der pyramide, der kuppel und der kreuze. einige auf der suche nach körperlicher, andere nach spiritueller heilung, während andere nach kreativer inspiration suchen.
wir bedanken uns bei povilas für den rundgang und vor allem, dass er seine persönliche geschichte so offen mit uns teilte.

auf der weiterfahrt nach kaunas besuchten wir noch –
turm von merkinė, ein 26 m hoher landschafts-aussichtsturm mit mehreren aussichtsplattformen.

dominikaner-kloster in liškiava, mit der kirche der heiligen dreifaltigkeit.

birštonas aussichtsturm, mit 51 m (und 300 stufen) der höchste in litauen.

birštonas stadtpark und freiluft-mineralwasserverdampfungsanlage, wobei das durch die verdampferwände fließende mineralwasser eine seeeffekt-luft generiert.

freilichtmuseum von rumšiškės, in dem verschiedene ethnographische regionen litauens präsentiert werden und in dessen zentrum ein dorf (marktplatz) mit allen charakteristischen gebäuden nachgebaut wurde.

in kaunas selbst verbrachten wir zwei tage. durch die altstadt von kaunas führte uns ‘linas‘. es beanspruchte nicht viel zeit um das rathaus, die st. peter und paul-kathedrale und die fußgängerzone mit schönen häusern aus dem 16. jh zu besichtigen, aber vielleicht lag es auch am dauerregen, der ein längeres durch die stadt bummeln verdarb.
wir bedanken uns bei ‘kaunas IN‘, zuständig für die entwicklung des lokalen tourismus, für ihre unterstützung.

von der burg kaunas, einer der ältesten steinburgen litauens und eine ehemalige verteidigungsanlage, steht heute nur noch ca. ein drittel. sie wird als museum und für musikfestspiele und theaterstücke genutzt.

ein besichtigungs höhepunkt in kaunas war für uns der besuch der kirche und klosteranlage von pažaislis mit dem sakralmuseum. die italienische barockarchitektur ist absolut sehenswert und die architektonischen lösungen sind beeindruckend (die höhe der sechseckigen kuppel beträgt 53 m).
tragisch hingegen ist die geschichte, die seit der gründung in 1662 überliefert ist:

  • das kloster und die kirche wurden für den orden der camaldolese eremiten gebaut
  • 1832 wurde die kirche von den russischen behörden geschlossen und in eine orthodoxe Kirche umgewandelt
  • nach 1920 kehrte die zerstörte kirche an die katholiken zurück
  • nach dem zweiten weltkrieg wandelten die sowjetischen behörden die kirche und das kloster in ein archiv und ein psychiatrisches krankenhaus um
  • und 1966 schließlich in eine kunstgalerie
  • 1992 wurde der komplex an die nonnen des klosters zurückgegeben und die wiederaufbau- und restaurierungsarbeiten begannen.

wenn man so wie wir wochen- oder monatelang mit dem camper auf reportage ist, gehören nach unserem verständnis auch einmal andere hervorragende übernachtungsmöglichkeiten erwähnt, die für eine stadt, eine gegend ein land etwas ganz besonderes sind. in kaunas ist das der hospitality complex „monte pacis“. untergebracht in einem gebäude das zur klosteranlage pažaislis gehört, ist es nicht nur das historische ambiente sondern die kombination aus jahrhundertalter geschichte und einem restaurant in dem der küchenchef geheime historische rezepte und frische saisonale produkte aus dem eigenen gemüsegarten kombiniert.
wir wurden mit einem 4-gängigen gustationsmenü verwöhnt und lassen die bilder sprechen.

ein stück außerhalb von kaunas liegt das IX. fort. erst war es ein teil eines befestigungssystems, dann ein gefängniss und ab 1941 ein konzentrationslager. heute ist hier ein museum untergebracht – eine gedenkstätte, ein mahnmal und ein wichtiger bestandteil litauischer geschichte.

vilnius, hauptstadt von litauen, mit ihrer langen und wechselhaften geschichte ist unser nächstes ziel, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

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im herzen der masurischen seen…

im herzen der masurischen seen, auf einem schmalen landstreifen zwischen dem niegocin- und kisajno-see, liegt die stadt giżycko, ein zentrum für den wassertourismus. schon allein wegen der niedrigen lufttemperatur und der sicher noch deutlich geringeren wassertemperatur nahmen wir von den zahlreichen bootfahrangeboten (es wimmelte von segelschiffen, jachten, paddelbooten und anderen wassertretern) gerne abstand und stellten uns dafür mit dem camper direkt ans wasser, in den kleinen hafen “port & camp“ (direkt beim hotel st. bruno).

als bekennende landratten besuchten wir lieber die “festung boyen“. auf einer fläche von fast 100 ha wurde diese mächtige befestigungsanlage in der räumlichen form eines unregelmäßigen sechsarmigen sterns errichtet.

weiter, entlang einiger masurischen seen und durch das gebiet des borecka-urwaldes. dieses ökosystem mit seen, sümpfen und waldflächen hat einen sehr hohen tierbestand. die größte attraktion dabei bilden die frei lebenden bison herden (ca. 5), wildpferde, masurische hirsche sowie zahlreiches kleinwild.

den touristen zuliebe wurde bei wolisko ein schaugehege eingerichtet, der “wolisko bison park“, wo bisons während der fütterung von einer aussichtsplattform beobachtet werden könnnen.

wir durften in begleitung von zwei park rangern – magdalena domanska/nature conservation specialist und przemyslaw sarżyński – auch noch weitere typische landschaftliche teile des urwaldes besuchen. dabei gelangten wir auch zum teufelsstein, ein findling, den das wandernde eis einst aus skandinavien mitgebracht hat. unter diesem findling wohnt der sage nach der teufel und wer ihn sehen möchte muss den findling hoch heben – „ggggggg“.

im nationalpark wigry, auf der wigierski-halbinsel steht der ehemalige kamaldulenser-klosterkomplex, welcher einst einer der größten und reichsten in polen war. heute werden die zwöf einsiedeleien als hotel bzw. rückzugsort für ruhe suchende genutzt.

wir haben uns auf dieser halbinsel auch zurückgezogen, auf den “campingplatz u haliny“ und waren dort camping-einsiedler.

ein neues land, wir sind zum ersten mal in litauen und unser erster stop war der kurort druskininkai. wir besuchten:

druskininkai museum (ein kleines stadtmuseum mit sammlungen zur ortsgeschichte)

orthodoxe kirche

kurpromenade und springbrunnen mit musik- (wasser-) schauspiel

grutas park (skulpturenpark als mahnmal gegen den kommunismus)

skulpturenpark naujasonde (antanas cesnulis – bildhauer)

und die pyramide von merkine, aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden.

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wo der wahnsinn fast geendet hätte…

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wo der wahnsinn fast geendet hätte, wenn es der deutsche wehrmachtsoffizier claus philipp maria schenk graf von stauffenberg geschafft hätte, mit seinem attentat am 20. juli 1944 um 12:35 adolf hitler zu  töten und einen bedeutenden umsturzversuch herbeizuführen. wieviele menschen hätten ihr leben behalten und wieviel leid und schmerz wäre der menschheit erspart geblieben?
leider überlebte hitler das stauffenberg-attentat und graf von stauffenberg wurde noch am selben tag hingerichtet.

heute ist das gelände der wolfsschanze (tarnname für eines der militärischen lagezentren des führungsstabes der deutschen wehrmacht) ein mahnmal für das nicht vergessen.
die wolfschanze war neben berlin gewissermaßen die zweite hauptstadt des dritten reiches. bereits zwei tage nach dem überfall der deutschen wehrmacht auf die sowjetunion im juni 1941 zog hitler in sein neues kommandozentrum. auf dem weitläufigen gelände mit seinen 50 bunkern, 70 kasernen, zwei flugplätzen, einem bahnhof und flakbatterien verbrachte hitler 850 tage.

von der wolfsschanze wurden die militäroperationen an allen fronten angeordnet. es gab acht massive bunker allein für die nazi-führung. die dächer wurden immer wieder aufgestockt, um die bunker vor möglichen bomben zu schützen. die decke von hitlers bunker war am ende acht (!!!) meter dick.

den decknamen „wolfschanze“ gab adolf hitler der anlage selbst, angelehnt an das von ihm verwendete pseudonym „wolf“, welches er hauptsächlich in seiner privaten korrespondenz – er unterschrieb mit „herr wolf“ – der 1920er jahre verwendet hatte.

nach dem uns sehr nachdenklich und bedrückend machenden ort fuhren wir in das nur wenige kilometer entfernte ehemalige hauptquartier des oberkommandos des heeres in mauerwald (okh mauerwald). gebaut für 40 generäle des höchsten ranges und feldmarschällen. die bunkeranlage in mauerwald diente als führungszentrum von welchem aus der angriff deutschlands auf die sowjetunion – der barbarossaplan – die größte millitärische operation des 20. jahrhunderts, geleitet wurde.

nach dem für uns spürbar beklemmenden besichtigungstag fuhren wir weiter nach giżycko wo wir uns einen stellplatz in einem kleinen hafen suchten, von dem aus unsere reise weitegehen wird. aber das ist eine andere gschichte über die wir noch berichten werden.

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