sommerverlängerung auf sardinien…

sommerverlängerung auf sardinien in zeiten der coronavirus-krise eine gute idee? – eindeutig, JA.

wir haben allerdings unsere reisegewohnheiten der situation angepasst, d.h. größere städte, menschenansammlungen, großveranstaltungen und solch ähnliche situationen vermieden. restaurantbesuche, marktbummel und lebensmittelbesorgungen auf ein minimum beschränkt und wenn, dann auch mit den nötigen sicherheitsvorkehrungen.

also machten wir uns auf den weg nach genua von wo uns die fähre der „GNV-grand navi veloce“ auf die insel sardinien brachte.

auf der anfahrt verbrachten wir die erste nacht in kärnten – „camping village wörthersee“

und die zweite nacht standen wir auf einem offiziellen stellplatz in venetien – area communale montebello vicentino – N45°27‘10.4“ E11°22‘43.6“.


am dritten tag erreichten wir genua und verbrachten zwangsweise die letzte nacht vor unserer überfahrt auf dem campingplatz „villa doria“, da die GNV die abfahrt vom 09. auf den 10. september verschoben hatte.

zwei stunden vor abfahrt kamen wir im hafen an und es herrschte massig verkehr – stau, stau, stau. es dauerte über eine stunde bis wir uns in unserer lane einreihen konnten. kurzes fiebermessen und das war es dann auch schon mit coronavirus-beschränkungen. niemanden interessierte unsere online-registrierung, die ja im september verpflichtend war. na gut die realität sieht halt anders aus als die theorie.

als wir dann auf der fähre unsere gebuchte kabine zugewiesen bekamen, war unsererseits auch als covid-19 schutzmaßnahme gedacht, war die freude groß. wir bekamen eine familien-suite mit meerblick.

bisher war das wetter sonnig und warm, aber je näher wir sardinien und dem zielhafen porto torres kamen, schlug das wetter um und es begann heftig zu regnen. so landeten wir spät abends bei dunkelheit und heftigem gewitter auf sardinien. den empfang bei meinem ersten besuch auf der insel habe ich mir auch etwas freundlicher vorgestellt.

die ersten drei nächte wollten wir auf einem größeren campingplatz verbringen, um uns einmal ein bild von der coronavirus-situation vor ort zu machen. nach der ankunft fuhren wir die 36 km bei finsternis und strömenden regen zum „camping village laguna blu“, oberhalb von alghero bei fertilia.

am cp wurde wegen der schweren regenfälle und den damit einhergehenden überschwemmungen die platzbeleuchtung großteils abgeschaltet. also machten wir uns im finsteren auf die suche nach unserem stellplatz. dann passierte was passieren musste – als wir vom gepflasterten zufahrtsweg rückwärts in den stellplatz hineinschieben wollten versank unser cleverchen. kein vorwärts und kein rückwärts war mehr möglich. so verbrachten wir die erste nacht quer über den weg stehend und hofften, dass man uns am nächsten morgen mit hilfe eines baggers aus unserer misslichen lage befreit.  als wiedergutmachung durften wir die nächsten nächte auf einem der premium plätze stehen.

der regen hatte aufgehört und wir begannen die umgebung und den strand zu erforschen. der strand unmittelbar vor dem cp hat uns nicht zum baden eingeladen, also spazierten wir weiter richtung alghero und fanden einen zum baden einladenderen strand. jetzt gab es kein halten mehr. rein in die fluten und bei knapp 30°C außentemperatur und 26°C wassertemperatur begann unsere sommerverlängerung.
sehenswert war auch die bogenbrücke aus der römerzeit, deren reste sich über das wasser erheben.

der nächste tag war für einen ausflug zur tropfsteinhöhle „grotta di nettuno (neptungrotte)“ reserviert. entlang der nord-west küste, auf den kleinstmöglichen straßen, bis zum parkplatz der grotte, und wir hatten glück und konnten direkt vor dem kassenhäuschen parken.
der eingang der grotte ist über 654 stufen, immer entlang der fast senkrechten steilwand zu erreichen, und da der grotteneingang nur einen meter über dem meeresspiegel liegt, ist sie nur bei ruhiger see zu besichtigen. von dem ca 4 km langen höhlensystem kann man nur einige hundert meter besichtigen. sie ist aber trotzdem sehenswert mit ihren tropfsteingebilden, kalksinterablagerungen und dem etwa 120 m langen salzwassersee, der mit dem meer verbunden ist.

am abend stellten wir uns auf dem oberhalb vom yachthafen gelegenen großen parkplatz in fertilia – N40°35‘32.1“ E8°17‘10.0“, und nachdem wir uns in der kleinen ortschaft noch einen schlaftrunk gegönnt hatten verbrachten wir eine ruhige nacht in fertilia.

nach einem einkaufsstop in alghero nutzten wir die gelegenheit uns die bezaubernde historische altstadt anzusehen, die sich auf einem felsvorsprung erhebt.

weiter ging die reise, immer entlang der westküste. wir ließen uns einfach treiben, verzichteten auf großartige besichtigungen, machten immer wieder halt an einem der zahlreichen strände und landeten schließlich auf einem kleinen campingplatz mit drei kleinen badebuchten und nur wenigen campern – „camping s`abba druche“. der platz bietet einfache sanitäre einrichtungen, ist aber sauber und hat alles was man braucht, inkl. kleinem restaurant.

nun ging es ein wenig in das landesinnere, wo wir uns die „terme romane fordongianus“ angesehen haben. therme und heißes wasser, klar das mussten wir sehen. der kleine badebereich der kaum als  therme zu bezeichnen ist, hat nur vier kammern mit je einer bodenwanne. 15 min baden kosten 5,- € und wer anschließend kalt duschen möchte legt noch 1,- € drauf – badehaube und badeanzug sind pflicht.

muss man nicht haben, denn 100 m weiter kann man im gleichen heißen thermalwasser, das in den fluss abgeleitet wird, in freier natur kostenlos baden.


sehenswert aber sind die archeologischen ausgrabungen „terme romane di forum traiani“ – die überreste der stadt forum traiani mit dem römischen badekomplex. hier kann man sich gut vorstellen, wie bereits im 3. jahrhundert die römer ihrem badevergnügen nachgegangen sind.

am ende der ortschaft gibt es auch die möglichkeit auf dem stellplatz der gemeinde fordongianus zu übernachten – N 39°59’48.30″ E 8°48’47.60″.

tags darauf stand die bucht von „torre dei corsari“ auf unserem reisezettel. schwimmen, chillen und übernachten. dazu fuhren wir bei marceddì über die „ponte di collegamento tra s.antonio di santadi e marceddì“, die schmale verbindungsbrücke zwischen dem ort sant’antonio di santadi und dem fischerdorf marceddi – nicht ganz so legal, aber wir wurden von einheimischen „autorisiert“ und ersparten uns eine gewaltigen umweg.

dann, in der wunderschönen bucht von „torre dei corsari“ angekommen, den stellplatz bezogen, badesachen an und rein ins warme wasser. ausgiebig schwimmen, strandspaziergang, chillen und am abend ausgezeichnet im restaurant neben unserem stellplatz gegessen – ein toller tag ging zu ende.

der nächste tag begann mit einem romantischen sonnenaufgang. immer wieder beeindruckt von der natur folgten wir der sp65 durch eichen- und korkwälder richtung montevecchio. auf den weg durch die berge begegnet man immer wieder fördertürmen und bergwerksanlagen, die schon sehr verfallen sind, sowie einem fluss, der durch seine eiseneinlagerungen rot gefärbt ist.

das montevecchio-gebiet hat eine sehr belebte vergangenheit. in den heute aufgelassenen bergwerksstollen wurde bereits in der römerzeit zum ersten mal zink und blei abgebaut.

wir verliessen die sp65 und folgten der sp66 – einer schotterpiste, die uns zu unserem zwischenziel den dünen und den strand von piscinas bringt. bei naracauli, am beginn der unbefestigten straße, gab es noch ein interessantes objekt zu sehen. die imposante industrie-ruine miniera di naracauli „laveria brassey“, dessen besitzer der englische lord thomas allnutt brassey war. sie wurde das erste mal anfang 1900 in betrieb genommen. diese mechanische waschanlage für mineralien hatte den sinn den quarzsand von mineralien – zink, cadmium, gallium und indio – zu trennen. die waschanlage war für jahre eine der wichtigsten hydrographischen anlagen in sardinien. sie wurde in den letzten jahrzehnten mehrmals restauriert, dann aber in den 60er jahren abgebaut. trotz ihres verfalls übt die „laveria brassey“ einen besonderen reiz auf ihre betrachter aus.

so, aber jetzt ging es auf der holprigen straße weiter zu den dünen und dem strand von piscinas. am meer angekommen mußten wir feststellen, dass gerade ein größeres fotoshooting eines italienischen brillenherstellers stattfand und aus diesem grund keine übernachtung möglich war. na gut, dann wird es halt nur ein badestop – aber ein wunderschöner.


also mußten wir uns ein neues ziel mit schlafmöglichkeit suchen und wir fanden es – die bucht „cala domestica“ wo nicht nur eine traumhaft schöne bucht zum baden eingeladen hat, sondern auch ein großer, einfacher aber ruhiger stellplatz für unser cleverchen vorhanden war.

der nächste tag stand ganz im zeichen von „suchen wir uns eine schöne badebucht wo wir auch auf einem cp übernachten können“. na das ist ja auf sardinien ganz einfach, dachten wir. also ging es immer an der küste entlang

– golfo di gonnesa – nein, spiaggia di porto paglia – nein, spiaggia di portovesme – nein, spiaggia di punta trettu – nein, eine komplette runde auf der insel sant´antioco – nein, wieder am festland die hochgepriesene bucht „spiaggia di porto pino“ – nein danke (fluchtartig verlassen, gut es war sonntag und stellplatz la dune ist für camper nicht mehr anfahrbar).
jetzt hatten wir genug, ran ans navi, campingplatz ausgewählt und hingefahren. „camping torre chia“ und siehe da wir fanden was wir suchten. zwar keinen freistehplatz, aber einen ganz tollen cp der direkt am meer an einer malerischen bucht, die von felsen umrahmt wird, liegt. auch am cp war alles top – duschen, wc, restaurant usw. einfach zum wohlfühlen und so blieben wir drei tage.

nach den erholungstagen waren wir schon gespannt auf die viel gelobte ostküste. na dann mal hin – costa rei war das begehrte ziel. es kam für uns die große entäuschung – tourismus, tourismus und nochmal tourismus. ein ganz anderes bild als an der westküste. überfüllte campingplätze (wo sind die sicherheitsvorkehrungen?) und viele touristische restaurants und bars (wo ist das inselflair). genau das war es was wir auf sardinien nicht wollten. wir suchten eher die einsamkeit, schon alleine wegen der coronavirus-situation. aber wir fanden dann noch ein einsames plätzchen „spiaggia di porto corallo“ unmittelbar vor porto di villaputzu.

für den nächsten tag erhielten wir einen tipp von einem unserer follower – „camping coccorrocci“ direkt am strand „spiaggia di coccorocci“ gelegen. herrlicher platz inmitten der natur mit sehr guter infrastruktur – swimming pool, saubere duschen und wc-anlagen, restaurant usw. ein platz der nicht mitten an der hauptstraße liegt und den man nicht im vorbeifahren findet. der küstenabschnitt ladet nicht nur zum baden ein, sondern auch für ausgedehnte spaziergänge. einfach empfehlenswert.

da für die kommenden tage regen angesagt war, leisteten wir uns den luxus unserem cleverchen eine pause zu gönnen und buchten uns ein hotel, das „arbatax park resort – cottage **** superior“ mit halbpension und allem schnick-schnack – na wenn schon denn schon *ggg*.
das resort ist eine riesige anlage auf einer gesamtfläche von ca. 60 hektar und erstreckt sich über die halbinsel des capo bellavista in arbatax. wir fühlten uns hier sehr wohl.

nach unserm „luxus“ ging es die ss125 entlang der ostküste weiter in richtung norden. wir fuhren durch kleine ortschaften, quälten uns nach der ortschaft cala gonone eine steile, für größere fahrzeuge wegen der engen spitzkehren nicht geeigneten, mit betonplatten aus den 60er jahren gepflasterte straße hoch. ein blick auf cala gonone war die belohnung.

tagesendziel sollte der strand von cala cartoe sein, was aber durch die schweren regenfälle der vorigen tage und den vielen straßenüberschwemmungen mit unserem fahrzeug nicht möglich war. 200 m vor der bucht mussten wir schließlich umkehren. was tun, ein ersatzplatz musste gefunden werden. dieser bot sich nach einigen kilometern in form eines campingplatzes an „camping osalla beach garden“ am golfo di orosei an. da es leider immer wieder regnete machten wir in einer längeren regenpause einen spaziergang. den breiten feinsandigen strand erreicht man über eine hängebrücke und bei gutem wetter ist das hier auch aufgrund der schattenplätze sicher ein sehr schöner badestrand.

das wetter blieb wechselhaft und daher nutzten wir eine schönwetterphase um wieder einen geeigneten badestrand zu finden. wir fanden ihn bei tiriarzu – den strand von posada. es gibt einen campingplatz vor ort und trotzdem hat die gemeinde von tiriarzu zusätzlich vor dem strandzugang den parkplatz mit wasser und toiletten ausgestattet auf dem man kostenlos übernachten konnte. perfekt – super toller sandstrand, einige wolken am himmel aber auch sonne, sonne sonne. so hatten wir uns die verlängerung des sommers vorgestellt.

leider mussten wir weiter, immer richtung norden. nach einer nacht auf einem cp an der costa esmeralda sind wir schließlich auf die nordküste eingebogen.

an der nordküste hatten mitlerweilen fast alle campingplätze dicht gemacht und wir fanden auch kein wirklich ansprechendes plätzchen zum übernachten. also haben wir uns für die letzten tage auf einem noch offenen cp einquartiert – „camping villaggio li nibari“. bis auf einen abend waren keine anderen camper auf der anlage – ideal für uns. wir konnten herrliche strandspaziergänge unternehmen, unsere lebensmittelvorräte verkochen, wein und bier austrinken *ggg* einfach urlaub machen.

….. manchmal zwang uns das wetter in unserem cleverchen zu bleiben, aber das war auch nicht schlimm und gehört zur camperromantik dazu.

….. manchmal war das wetter so schön, dass wir z.b. am 1. oktober noch bei 24,5° wassertemperatur baden konnten.

….. manchmal war es so windig, dass es den zugang zum strandrestaurant verwehte und wir selber kochen mussten.

alles in allem, ein schöner abschluss unserer „sommerverlängerung auf sardinien“.

wir haben auf dieser reise sicher nicht alles sehen können und konnten bedingt durch den coronavirus auch nicht das wahre insel-feeling erleben, trotzdem werden wir sardinien in schöner erinnerung behalten.

was wir auf der heimfahrt von genua nach wien erlebt haben ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin

alle liebe von den hovi´s on tour

ps: das war unsere route

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