langsam naht das ende…

…langsam naht das ende unserer ghana-tour.

nachdem wir die kinder in nkoranza im „hand in hand“ verlassen haben, ging die reise weiter nach kumasi.

unterwegs blieben wir bei peter stehen, um uns in seinem familienunternehmen die herstellung schwarzer stempelfarbe für textildruck anzusehen. in diesem stempeldruckverfahren werden alte adinkra symbole auf kente-webbahnen aufgebracht. ein mühsames verfahren, doch ist die farbe einmal aufgestempelt, lässt sie sich nicht mehr auswaschen und bleibt trotz x-maligen waschens schwarz.

kumasi – ein pflichtbesuch ist der „manhyia palast“ der offizielle sitz des ashanti königs. mir hat nicht nur die bewegte geschichte des ashanti-volkes und seiner könige gefallen, sondern auch ein detail am rande des besuches – als wir von dem museumsführer in einem der räume gebracht wurden, teile er mit stolzer stimme mit „dieser kühlschrank steht schon seit 1952 hier an diesem platz – und… er funktioniert noch immer“ schwupps riss er die kühlschranktüre auf und zeigte uns den total vereisten aber funktionierenden kühlschrank. da drehte ich mich zu ingrid um und sagte „ich stehe schon seit 1949 herum und funktioniere auch noch *ggggggggg*.

zum abschluss des tages fuhr ben mit uns, weil ich ja soooo gerne menschen sehe und fotografiere, durch den „kejetia markt“ in kumasi, dem größten offenen markt in westafrika.

müde und geschlaucht von der hitze checkten wir am abend im „kumasi catering resthouse“ ein. irgendwie war unsere reservierung „verschwunden“ – doch ben schaffte es doch noch in dem ausgebuchten hotel ein zimmer mit klima für uns zu bekommen. zwei worte zum catering resthouse: schönes großes zimmer, unfreundliches und verschlafenes personal und beim frühstück der nepp schlechthin. ein kleiner plastikbecher 1/8 l orangensaft (natürlich nicht in so einem großen hotel im frühstück inkludiert) 10,00 cedi – sind zwar nur 2,00 euronen, aber im vergleich bezahlten wir in anderen hotels z.b. im mole nationalpark für 1,0 liter!!!!! 9,00 cedi – na ja – irgendwie hat sich der kellner ein taschengeld gemacht, denn auf meine bitte um eine rechnung, habe ich ihn nicht mehr gesehen. ist nicht richtig, ärgert mich, bringt mich aber nicht um ;-).

das positive beispiel war aber am vorabend. ingrid gings nicht so besonders und ich wollte noch bananen essen. also machte ich mich auf die socken bananen zu kaufen. finster wars und als ich die gesicherte hotelanlage verliess, schlug ich den weg richtung mainstreet ein. als ich nach zehn minuten von allen möglichen ghanesen bestaunt wurde, kamen mir fünf frauen mit schwerer last am kopf entgegen. mein blick suchte in ihren schüsseln nach bananen – nichts. die vier schauten mich mit großen augen an – was ein „bruni (weisser)“ um diese zeit hier macht. „what you doing here?“ – i need bananas – „what you need?“ bananas – nach ihrem schallenden gelächter und dem hinweis, wenn ich bananen möchte müsste ich noch 20 minuten richting downtown gehen, was sie aber strikte ablehenen müssen, schnappten sie mich und brachten mich sicher und heil wieder zum hoteleingang zurück. is this afrika? no – this is ghana ;-).

nach dem frühstück mit dem vergoldeten orangensaft stand ein besuch des „prempeh II jubilee museum“ auf dem programm. ein kleines aber feines museum, mit weiteren artifakten und geschichten der ashanti könige.

jetzt verlassen wir kumasi und hatten gelegenheit zur besichtigung eines alten traditionellen village schreins (ca. 18. jh), wo bis heute – am vortag unseres besuches war gerade ein ritual – rituale durchgeführt werden.

endziel für samstag ist der „lake bosumtwi“, wo wir mittags unser quartier im „cocoa village“ bezogen.

ehe wir im see badeten und uns ein wenig in die hängematte warfen, bot sich die seltene gelegenheit in einem nachbardorf einer trauerzeremonie nach der erdbestattung beizuwohnen. unser ben machte möglich, dass wir der familie und dem dorf chief vorgestellt wurden.

das läuft so ab: ben fand ein mitglied der trauerfamilie, dieser ging zum dorfältesten und trug unseren wunsch der trauerzeremonie beizuwohnen vor, dieser genehmigte dies und so mussten wir an der familie und dem dorfrat vobeigehen und jedem die hand schütteln, ca 30 enge familienmitglieder und ca. 20 vom dorfrat begrüßen, anschließend bekamen wir zwei sitze angeboten. jetzt wo wir saßen kamen alle die wir zuvor begrüßten zu uns und begrüßten uns von ihrer seite – herzlich und berührend. wir erfuhren auch, dass auf der feier gesungen, gelacht und getanzt wird – man feiert hier halt anders als in unserem kulturkreis. ein wenig glück und ein sehr guter tourguide und schon kann man ganz besondere erlebnisse geniessen.

im quartier wieder angekommen ging es schnurgerade in den 26°c warmen see, und dann ab in die hängematte bis zum abendessen.

sonntagmorgen auf der fahrt von der „cocoa village“ nach elmina besuchten wir auch einen gottesdienst der ccc catholic church. ein sehr erfreuter pastor mit seiner familie und seine ganze kirchengemeinschaft waren überrascht, als wir im house of lord einmaschierten – der empfang war aber so herzlich und wir durften mitsingen und klatschen und tanzen – ich bin der meinung mit solcher gestaltung der messe wären auch unsere kirchen voller.

nach gottes segen legten wir auch im dorf „anssin-manso“ am sogenannten „slave river“ einen stop ein.

dieser für so manche „gutmenschen nation“ nicht so rühmliche ort war jener platz an dem die sklaven – nach dem sie 2000 meilen zu fuß mit kaum verpflegung gelaufen sind –  ihr letztes bad erhalten haben und anschließend in bambusverschlägen auf ihre käufer warteten. wenn dann die engländer, hölländer, franzosen etc. kamen und die sklaven kauften – der preis war u.a. gin und tabak – wurden sie noch schnell mit dem brandzeichen des neuen „eigentümers“ versehen, ehe dieser sie nach elmina zum verschiffen wegbrachte. schlecht könnte einem werden, wenn man darüber nachdenkt, dass dieser handel über 300 jahre betrieben wurde.

um vieles erfreulicher wurde es anschließend im „nationalpark kakum“, wo wir natüüüürlich den „canopy walk“, ein in sechs zusammenhängenden wackelnden und schwingenden seilhängebrückensystem über den baumkronen des afrikanischen busch mit dem höchsten punkt in 70m höhe, erlebt haben.

das tagesende war in elmina „bridege house“  – einen kleinen abendspaziergang, abendessen, blog schreiben und ab ins bett, denn morgen müssen wir zeitig aufstehen – ein besuch des morgentlichen fischmarktes und die besichtigung des sklavenforts in elmina ist angesagt.

danach brechen wir auf nach accra, wo wir unsere letzte nacht in ghana vebringen werden.

am dienstag den 28. märz geht es dann mit dem flugzeug nach johannesburg – start der südafrika tour.

also, bis zum nächsten wlan-empfang alles liebe von den

hovis´s on tour

2 Kommentare zu “langsam naht das ende…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s