swaziland, mehr als nur zuckerrohrfelder…

… swaziland, mehr als nur zuckerrohrfelder

nach den wirklich aufregenden tagen in den lodges der privaten game concessions im kruger park machten wir uns auf den weg richtung swaziland.

die durch- und ausfahrt aus dem kruger park war für uns eine herbe enttäuschung. keine ahnung was  daran interessant ist, wenn besucher zu hunderten auf einer asphaltierten straße fahren und wenn tiere gesichtet werden, stehen zig autos drum herum und man sieht nichts. das ist massentourismus pur. am schlimmsten sind die autobusse der reiseveranstalter – na ja, einmal kruger park und nie wieder, und wenn, dann nur in privat game reserves, denn dort begegnest du keinen autobussen und meidest autokolonnen.

am weg nach swaziland legten wir noch eine übernachtung in komatipoort ein. die „river hill lodge“ (www.riverhilllodge.co.za),  eine top übernachtungsadresse. große und gut ausgestattete chalets, swimmingpool mit toller aussicht, gutes essen und richard, ein ganz cooler besitzer, der tolle geschichten und informationen über die region, land und leute auf lager hat. übrigens für fischer ein super spot, denn richard bietet in komatipoort und umgebung fishingtouren an – manchmal mit krokodil begegnungen, d.h. für spannung ist gesorgt ;-)))))).

am nächsten tag war es so weit, ohne erwartungshaltung und auf der suche nach  m e i n e m  afrika ging es nach swaziland. wir wählten nicht die westliche touristenroute mit der hauptstadt und dem königssitz, nein, wir nahmen die östliche route und schlugen unser erstes quartier im shewula mountain camp auf (www.shewulacamp.org/thecamp.php). nach einer ruhigen fahrt wurde es auf den letzten 20 km vor dem camp wieder sehr afrikanisch J. tiefe auswaschungen auf der roten staubpiste brachten unseren bescheidenen ford fiesta an seine grenzen. 1 stunde und 16 minuten für 20 km – hahahaha – ja, das war nicht schlecht, aber die fahrt lohnte sich. entlang der straße freundliche menschen die sich freuten, dass wir ihre community besuchten.

im mountain camp angekommen gab es zwei überraschungen – 1. wir waren für diese nacht die einzigen gäste, 2. trotzdem stand die ganze crew zur verfügung.

sofort war eine fröhliche und herzliche stimmung zu spüren und wir konnten unsere rundhütte, die wieder einmal ohne elektrischen strom und mit einer dusche im freien ausgestattet war, beziehen.

bei einem rundgang durch das village lernten wir einige dorfbewohner kennen und hatten das glück, dass gerade an diesem tag im village bier, jawohl bier, gebraut wurde.

cindy, die verwalterin vom shewula mountain camp die uns begleitete, fragte, ob wir auch bier trinken wollten – „na klar“, war meine spontane antwort. also rein in die bar – eine kleine runde hütte in der ca. 10 personen bereits anwesend waren. upps, da stand der braukessel – eine große schwarze plastiktonne. bier der anderen art, ähnlich wie es im 16. – 17. jahrhundert in europa von den mönchen gebraut wurde.

ok, jetzt gab es kein zurück mehr – ingrid zückte die geldtasche und lud gleich das ganze dorf zu einer runde freibier ein. die freude war groß und ich bekam ein leeres nescafeglas randvoll mit bier.

nach großem zuprosten kam der erste schluck – süßlich, nach hefe schmeckend, nicht gefiltert – ja, da schwammen einige dinge darin herum, wahrscheinlich die maische, oder… na ist doch egal – prost und runter damit. huch, es ist doch ein wenig stärker als unser bier so ungefähr 18 – 20° und natürlich brauwarm. ich hab‘s überlebt, und als dankeschön begann ein mädchen und zwei männer aus dem dorf zu tanzen. ein toller nachmittag, der aber noch nicht vorbei war.

zu allen ehren durfte ich mit dem dorfältesten einen amarula teilen – eine richtige zeremonie. die frauen müssen abseits auf den strohmatten sitzen und nur ich durfte auf einem stuhl neben dem dorfältesten sitzen. wer jetzt meint „oh, amarula kenn ich doch, ein lecker likör“ der irrt. dieser amarula ist nur aus der amarulafrucht mit zucker und wasser vergoren. na ja, schmeckt wie ein flüssiger hefeteig, süss und stark.

als wir wieder im camp eintrafen war ich ziemlich locker drauf.

beim abendessen, bei dem wir assistieren durften, überraschte uns cindy mit einer tanzgruppe junger dorfbewohner, die einen traditionellen swazitanz für uns tanzten.

am darauf folgenden tag – ohne kopfschmerzen aufgewacht – gab es zum frühstück unter anderem „incwancwa“ ein soft porridge aus der sorghum pflanze. schmeckt mit zucker und milch einfach köstlich.

nach dem frühstück stand ein besuch eines sangomar (heiler, der mittels traditioneller afrikanischer medizin heilt) auf dem programm. der sangomar ist ein wichtiger bestandteil der komune, da ein (schulmedizinisches) spital mehr als 50 km entfernt ist.

nach einem strengen ritual durften wir vor dem sangomar platz nehmen und ihm unsere fragen stellen. ingrid hatte mit cindy ausgemacht, dass er speziell für mich eine persönliche beratung (diagnose) macht.

so und jetzt kann jeder denken wie er will – der sangomar, der mich noch nie gesehen hat und noch nie mit mir gesprochen hat nahm einen sack, schüttelte ihn und leerte den inhalt auf die strohmatte. steine, muscheln, holzstücke etc, etc. verteilten sich auf der matte. er legte die hand auf seine stirne, murmelte immer wieder etwas, verschob dies und jenes und dann sah er mich an und sagte:

„dein problem liegt im blut“ dann schaute er wieder auf seine matte und sagte weiter „es git auch ein problem mit den ohren (die ja bekanntlich für den gleichgewichtssinn mitverantwortlich sind), und ich sollte ein spital aufsuchen und mir medizin geben lassen, dann wird es sich bessern, aber nicht ausheilen“ sonst sähe er nichts und damit könne ich alt werden.

wenn ich etwas erstaunt, aber auch respektvoll, den sangomar ansah lag es daran, dass seine diagnose tatsächlich mein gesundheitlsbild  spiegelt. nicht schlecht, was der sangomar heraus lesen konnte.

so, die nächste station war der mkhaya nationalpark, mit übernachtung im „stone camp“ (https://biggameparks.org/properties/mkhaya-game-reserve-3). sensationell, fast eine stunde anfahrt vom vereinbarten treffpunkt. unsere unterkunft – nicht viel mehr als ein strohdach über dem kopf und sonst komplett im freien. petroleum lampen, also kein strom, gästekommunikation, z.b. wenn eine safari beginnt oder das essen fertig ist, mittels buschtrommeln, aber fünf* ausstattung und am abend ein 5-gang dinner bei kerzenschein. das muss man erlebt haben.

in den mkhaya nationalpark fährt man wegen der black und white rhinos, und die sieht man hautnah. der guide stieg mit uns aus dem wagen als die rhinos ca. 10 meter vor uns standen – wooooow. ich habe aber noch nie so schnell vier leute in das auto einsteigen gesehen, als sich die tiere in bewegung setzten. zwei meter nach vorne mit dem auto, die rhinos schauten uns nach und entschlossen sich uns einfach zu folgen – nicht aggressiv, aber mit flottem, lockerem schritt. wahnsinns begegnung mit diesen kolossen. auf der restlichen pirschfahrt konnten wir auch noch giraffen, zebras und hippos – die aber nicht aus dem wasser kamen (leider, nein gott sei dank J) sehen.

alles in allem drei aufregende tage in swaziland, wo wir wieder  u n s e r  afrika fanden.

nach swaziland gings wieder weiter in südafrika, an den indischen ozean – aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch schreiben werden.

bis dahin alles liebe von den

hovi´s on tour

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