unterwegs in der region murgia, die durch ihre raue natur, geschichte und kulinarische traditionen geprägt ist, denn wer rastet der rostet. damit dies nicht passiert ging es zunächst in den nationalpark alta murgia zum berühmten und faszinierenden „castel del monte“, das auf einem felsigen hügel liegt. die burg ist ein bauwerk aus der zeit des stauferkaisers friedrich II. (ab 1212 römisch-deutscher könig und von 1220 bis zu seinem tod kaiser des römisch-deutschen reiches). ein herrscher mit großem interesse an wissenschaft, kunst und philosophie. er sprach mehrere sprachen, förderte den kulturellen austausch und galt als einer der fortschrittlichsten monarchen des mittelalters. sein hang zum geheimnisvollen und sein intellektuelles streben spiegeln sich im „castel del monte“ wider, das nicht nur ein architektonisches meisterwerk, sondern auch ein ausdruck seiner persönlichkeit ist.
die burg ist besonders bekannt für ihre außergewöhnliche oktogonale bauform mit den acht oktogonalen türmen, die zahlreiche historiker und architekten bis heute fasziniert. ursprünglich diente sie vermutlich nicht nur als jagdschloss, sondern auch als machtsymbol und architektonisches manifest der damaligen zeit. das bauwerk besticht durch seine perfekte symmetrie und die harmonische verbindung von elementen aus antike, arabischer und nordischer architektur. die ungewöhnliche kombination verschiedener baustile wird oft als symbol für das universelle wissen interpretiert, das friedrich II. selbst verkörperte.
leider ist von der prunkvollen ausstattung heute nichts mehr zu sehen. das tut aber dem imposanten bauwerk und seiner geschichte keinen abbruch.
wer in der gegend ist, sollte sich die burg unbedingt ansehen – sie zählt seit 1996 auch zum unesco-weltkulturerbe.
genächtigt haben wir auf dem stellplatz „l’altro villaggio“, eingebettet inmitten der natur und nur wenige hundert meter vom „castel del monte“ entfernt. hier herrscht eine ruhige, einladende atmosphäre (nicht wie auf dem danebenliegenden stellplatz, wo auch busse mit pkw und campern gemischt zusammenstehen). einfach perfekt, um nach einem tag voller historischer eindrücke zu entspannen. vom mehreren ha-großen grundstück, zu dem auch eine festwiese, picknickplätze, kinderspielplatz, eine liebevoll gestaltete miniaturwelt, ein derzeit noch in planung befindlicher streichelzoo sowie eine bar und ein in kürze neu eröffnetes restaurant gehört, konnten wir beim abendspaziergang über das weitläufige areal den herrlichen blick über die apulische landschaft genießen.
zu den stellplätzen unter schatten spendenen bäumen, bietet „l’altro villaggio“ jegliches service wie strom, trinkwasser, wc & duschen und entsorgungseinrichtungen. wir wurden mit einer so herzlichen gastfreundschaft empfangen, dass wir uns sofort gut und sicher aufgehoben fühlten👍👍👍
unser nächstes ziel war altamura, die stadt des brotes. trotz anfänglichen regen, hat uns altamura mit seiner verwinkelten altstadt und den kleinen innenhöfen sofort begeistert. beim stadtbummel durch die engen gassen der altstadt landeten wir immer wieder auf hübschen plätzen
und schlüpften auch unter dem nur 1,45m hohen „arco basso“, dem niedrigsten strassentorbogen europas hindurch.
nachdem wir schon in der stadt des brotes waren, schauten wir uns auch die bäckerei „forno di santa chiara“ mit dem ältesten holzofen der stadt an. dieser steht seit dem jahr 1423 bis heute in verwendung.
eine weitere bäckerei – die älteste – war die „antico forno santa caterina“ wo seit 1391 unter anderem das berühmte „pane di altamura“ mit seiner dicken, knusprigen kruste gebacken wird. es schmeckt einfach himmlisch.
einer älteren dame durften wir über die schulter schauen, als sie gerade, natürlich in handarbeit, frische „orecchiette“ herstellte. dabei zog den teig mit dem daumen über das brett und stülpte ihn anschließend um. wow, aber in altamura ganz üblich, dass die älteren frauen das täglich frisch machen – das gehört fast schon zum straßenbild dazu.
zu einem stadtbummel in italien gehört auch der besuch in einer der unzähligen kirchen.
wir besuchten die „parrocchia sant’agostino e santa maria della sanità“ (chiesa di sant’agostino) – sie wurde 1570 eingeweiht und ist seit 1947 pfarrkirche, mit dem titel santa maria della sanità. interssant fanden wir, dass die fassade oben nie ganz fertiggestellt wurde – ein typisches detail, das man erst auf den zweiten blick bemerkt.
fehlen durfte auch nicht die beeindruckende „kathedrale santa maria assunta“ aus dem 13. jh., die, wie so vieles in dieser stadt, auf friedrich II. zurückgeht und ein weiteres stück staufergeschichte präsentiert.
anschließend besichtigten wir noch das dazugehörende diözesanmuseum, in der oberen etage der kirche.
letzter besichtigungstermin in altamura war das weinmuseum in der via solofrano 18. – „la cantina frrud – museo del vino“. ein ruhiger, liebevoll restaurierter ort, nur wenige schritte hinter der kathedrale. von außen wirkt alles unscheinbar, ein schmaler zugang, ein altes tor, ein innenhof, aber sobald man drinnen steht, fühlt es sich an, als hätte jemand ein fenster zu einer anderen zeit aufgemacht.
das bestehen der cantina selbst reicht bis ins 16. jh. zurück und über dem steinbogen findet sich die jahreszahl 1572. nach jahrzehnten der stille wurde der keller quasi wiederentdeckt und nach mühevollen jahren der entrümpelung, reinigung und renovierung als weinmuseum zugänglich gemacht. nein, nicht im rahmen einer sterilen ausstellung, sondern als erlebnis durch die erzählungen über das, was wein in apulien immer war: handwerk, alltag und ein stück lebensgefühl.
im ersten raum stehen alte bottiche, holzfässer, pressen und werkzeuge, die sofort zeigen, welch körperliche arbeit das früher gewesen sein muss. nichts ist „schön dekoriert“, sondern authentisch präsentiert – abgenutztes und verwittertes holz, metall mit patina, seile, hebel – dinge, die viele generationen lang in gebrauch waren. im nächsten bereich geht es mehr um den alltagsgebrauch rund um wein – handgeräte, gefäße und andere gegenstände, die man sonst vielleicht nur aus erzählungen oder von bildern kennt.
richtig atmosphärisch wird es dann, wenn man über eine steile treppe in den fels hinuntersteigt.
unten, im kühlen steinkeller – eine von hand geschlagene kleine grotte – wird die geschichte zu ende erzählt und mit einem kurzen film untermalt, der ein ausflug in den weinberg ist. der zweite „wow“-effekt, denn tatsächlich ist es gelungen in relativer stadtnähe ein stück land zu entdecken, auf dem seit generationen noch weinbau betrieben wird (alle früheren weinbauern und kellereien in und um altamura sind dem erträglicheren und gut geförderten getreideanbau gewichen).
unsere führung war eher ein gespräch, ein austausch und man darf fragen, anfassen und sollte genau hinschauen. reservierungen sind übrigens ein muss, denn besucht kann das weinmuseum nur im rahmen einer geführten tour.
unser besuch im weinmuseum endete nicht ohne genuss. zur verkostung gab es drei weine, alle zu 100% primitivo-traube. interessant ist dabei, dass beim „1572“ die etikette aus holz gefertigt ist, beim „primo“ aus papier und beim „ra“ wird jede flasche direkt mit der hand bemalt (etikettiert), wozu die erde aus dem weinberg verwendet wird. auf diese weise wird die hand-arbeit bei der weinproduktion bis in letzte detail widergespiegelt – tolle idee.
zur weinverkostung wurde typisches aus der region angeboten – „pane di altamura“ und focaccia, käse, oliven und „stracciatella di bufala“. nein, das ist keine eissorte, sondern extrem cremiger, frischer, gezupfter büffelmozzarella, der in sahne eingelegt wird und ebenfalls eine örtliche spezialität ist.
es passte nicht nur geschmacklich zu den verkosteten weinen, sondern machte den besuch im weinmuseum irgendwie „rund“: man sieht und schmeckt die region apulien. wer altamura, die stadt des brotes besucht, sollte für eine führung und verkostung im weinmuseum unbedingt zeit einplanen und jedenfalls vorab reservieren.
unsere nächste route führte uns nach matera, in der region basilikata, auf der hochebene der murgia. in matera angekommen quartierten wir uns für drei tage auf dem „area camper kartodromo matera“ ein, am gelände einer ehemaligen kartbahn,
denn wir hatten uns für die nächsten tage einiges vorgenommen.
mit dem praktischen shuttle service des campingplatzes ging es am nächsten tag in das historische zentrum von matera. von dort aus begannen wir unseren stadtrundgang, und es gab viel zu sehen. matera, die stadt, die in den fels gewachsen ist – der helle kalktuffstein wirkt im sonnenlicht fast warm, und gleichzeitig fühlt sich alles uralt an, als hätte sich die zeit hier irgendwo zwischen den schichten der antiken „sassis“ (höhlenviertel) festgesetzt.
wir liefen erst richtung sasso barisano, der größere der beiden bezirke, und später hinunter in den sasso caveoso, der seinen ursprünglichen, amphitheaterartigen charakter besser bewahrt hat. hier ist nichts gerade, nichts logisch und genau das macht es so schön. treppen sind gleichzeitig dächer, wege werden zu balkonen, und manche häuser sind nur an einer kleinen fassade zu erkennen, während dahinter ganze räume in den fels gegraben sind.
bereits in der jungsteinzeit wurde diese gegend besiedelt, matera gilt als einer der ältesten besiedelten orte der welt, und durch das neben- und übereinander entstand so im laufe der jahrtausende diese höhlenstadt. ein großes architektonisches kunstwerk mit felsen-kirchen, in denen es wertvolle wandmalereien gibt
, oder die kleine versteckte kirche „madonna delle grazie“,
oder die kathedrale auf dem höchsten punkt der stadt zwischen den beiden sassi.
matera hat diese eigenartige doppelwirkung – sie sieht aus wie eine filmkulisse und ist gleichzeitig vollkommen echt. kein wunder, dass die stadt immer wieder als schauplatz für filme gewählt wird.
aber das wirklich beeindruckende für uns ist, die geschichte dahinter. lange galt das leben in den sassi als symbol für armut und rückständigkeit, bevor die stadt ihren weg zurück gefunden hat.
nicht durch „glattpolieren“, sondern durch behutsames wiederbeleben. heute sind in vielen höhlen kleine läden, unterkünfte, ateliers oder restaurants und trotzdem bleibt dieser grundton – stein, stille und diese überraschende weite, wenn man über die kanten der schlucht schaut.
den nächsten tag starteten wir mit einer wanderung, direkt von unserem campingplatz aus. nach so viel steinhöhlen in der stadt wollten wir den stein einmal von der anderen seite erleben – dort, wo matera plötzlich wild wird.
direkt hinter der stadt matera fällt das land in die „gravina“ ab. eine tiefe wilde canyon-landschaft, die sich durch die murgia materana, ein geschütztes natur- und archäologiegebiet, frisst. unten plätschert je nach jahreszeit mehr oder weniger der bach,
oben wartet eine hochebene voller höhlen und in den fels gehauener kirchen
, wie z.b. die „chiesa rupestre di madonna delle tre porte“
oder die „chiesa rupreste die sant agnese“.
es ist diese mischung aus natur und geschichte, die für uns diese wanderung so besonders machte.
wir sind unter anderem dem bekannten sentiero 406 gefolgt, der hinunter in die schlucht führt. zuerst geht’s über einen steinigen pfad bergab, mit immer wieder neuen blickwinkeln auf matera und ihre häuser, die wie schwalbennester am rand kleben.
unten erwartete uns das highlight, die „ponte tibetano della gravina“, eine hängebrücke aus holz und stahl, die die beiden seiten der schlucht miteinander verbindet. beim hinübergehen schwankt sie nur leicht,
aber der blick in die tiefe ist genau der moment, wo man kurz langsamer wird und einfach nur schaut. etwas müde von dem stetigen bergab und bergauf, aber sehr zufrieden mit all den neuen entdeckungen, kamen wir nach fast 9 km wandern, wieder auf unserem campingplatz an.
unser nächstes routenziel war zwar alberobello, aber am weg dorthin lagen noch weitere interessante orte. zum einem das „castello normanno-svevo & nationale archäologische museum von gioia del colle“ in der gleichnamigen stadt (das museum ist direkt im castello untergebracht, also hatten wir beides gleich vor ort).
im inneren war es still und kühl. ein großer innenhof und danach ging’s die steintreppen hinauf. oben wirkt das schloss selbst wie ein geschichtsbuch aus mehreren kapiteln – byzantinischer kern, normannische erweiterungen und die staufische „ordnungs-hand“, die man hier überall spürt.
man läuft an mächtigen ecktürmen vorbei, schaut durch schmale fensteröffnungen und kann sich gut vorstellen, warum diese anlage als festung an einer wichtigen verbindung zwischen adria und dem ionisch-tarentischen gebiet diente.
anschließend ging es die steintreppen wieder hinunter, denn das „national archaeological museum“ liegt im erdgeschoss des castello. die ausstellung nahm uns mit auf eine zeitreise nach „monte sannace“, dem alten peuketischen siedlungsplatz ein paar kilometer außerhalb der stadt.
zwischen gefäßen mit geometrischen mustern, fibeln, bronzeteilen und feineren importstücken aus dem griechischen raum merkt man schnell – apulien war nie „rand“, sondern schon immer „kreuzung“. ein fundstück schöner und interessanter als das andere – helden, kämpfe, mythen – alles auf ton gebannt.
für uns der perfekte zwischenstopp, nicht zu groß und nicht zu touristisch, aber voll von geschichten, beginnend mit der eisenzeit bis in die frühe römerzeit, die man im kopf mitnimmt.
zum anderen nahmen wir am weg nach alberobello den abstecher zur „grotte di castellana“. ganz ehrlich, wir hatten „nur“ mit einer hübschen tropfsteinhöhle gerechnet. aber schon am eingang, wenn man die ersten stufen hinuntergeht
und oben nur noch ein kleines stück himmel zu sehen ist, kippt die welt. die luft wird schlagartig kühler, es riecht nach feuchtigkeit und plötzlich steht man in einer riesigen vorhalle, in die das tageslicht wie ein spot hineinfällt.
die „grotte di castellana“ zählt zu den bekanntesten karsthöhlen italiens. offiziell entdeckt wurde sie am 23. jänner 1938 vom höhlenforscher franco anelli, der sie später gemeinsam mit vito matarrese weiter erforschte.
inoffiziell war die existenz der grotte seit generationen bekannt und wurde im volksmund unter anderm als „höllenschlund“ bezeichnet. weil man es nicht besser wusste und angst hatte wurde nicht geforscht, sondern jahrzehntelang die große öffnung zu müllentsorgung jeglicher art verwendet.
das höhlensystem ist insgesamt rund 3348 meter lang und erreicht stellenweise eine tiefe von etwa 122 metern – entstanden allein durch die kraft des wassers, das über unvorstellbar lange zeit das gestein ausgehöhlt hat, bis stalaktiten, stalagmiten, säulen, vorhänge und bis heute nicht erklärbare formen entstanden sind.
besichtigungen sind nur im rahmen einer führung möglich und es gibt zwei touren. die kurze route ist ca. 1 km lang und dauert ungefähr 50 minuten, die komplette route führt über ca. 3 km und dauert rund eineinhalb stunden. die lange route endet beim highlight – der „grotta bianca“. wir haben unter der kompetenten führung von ivo lacopetta, der perfekt deutsch spricht, die komplette tour gemacht und genau dieser letzte große grottenraum machte bei uns den „wow“-effekt aus.
los gings in dem einzigen bereich, der über die treppe mit außen verbunden ist. eine gigantische höhle (ca. 100 m lang, 50 m breit und etwa 60 m tief), in der am boden stalagmiten stehen wie steinerne figuren. von dort schlängelt sich der weg durch gänge und säle
mit formationen und namen, die sich die ersten entdecker ausgedacht haben, weil man in den gebilden eine eule, den turm von pisa oder eine madonna erkennen könnte.
und dann, ganz am ende, kommt die „grotta bianca“ – alabaster-weiß, fast leuchtend, sodass sie oft als „die glänzendste“ höhle des systems beschrieben wird. ja, sie war auch für uns wirklich beeindruckend.
in der grotte herrschen das ganze jahr über etwa 14–18 °c, also auch im sommer unbedingt etwas zum überziehen einpacken und dazu feste schuhe mit rutschfester sohle (stellenweise ist der boden feucht). tickets am besten vorab online bestellen, dann spart man sich schlange stehen – denn die höhle hat pro jahr ca. 300.000 besucher – und ist sicher im gewünschten zeitslot, denn die gruppen starten pünktlich. wir waren mit unserer langen tour, unter der fachkundigen führung von ivo sehr zufrieden – nochmals vielen dank.
schließlich fuhren wir wirklich weiter in die stadt alberobello, weltberühmt für ihre über 1.500 „trulli“ und haben uns auf dem stellplatz „camperservice nel verde“ einquartiert – teuer, schiefe stellplätze und keine wc´s & duschen – na ja.
am nächsten morgen sind wir zu einem stadtrundgang durch alberobello aufgebrochen. kaum ein paar schritte vom stellplatz weg, standen sie plötzlich da, die ersten „trulli“. wie kleine, weiße zipfelmützen, die sich aneinanderlehnen, und als würden sie sich gegenseitig erzählen, was sie schon alles gesehen haben.
je näher wir dem „rione monti“, dem historischen zentrum, kamen, desto dichter wurde es. gassen, die sich winden, treppen, die irgendwo anfangen und irgendwo aufhören, und über allem diese grauen, schuppenartigen steindächer, die sich in kegeln nach oben drehen.
im monti-viertel ist es lebendig – viele souvenirshops, restaurants und stimmengewirr in allen sprachen.
aber sobald man ein paar ecken weiter richtung „rione aia piccola“ abbiegt, in ein authentisches wohngebiet mit rund 400 bewohnten trulli, wird es ruhiger. hier leben die menschen und genau das spürt man – wäsche auf leinen, ein fernseher hinter einer dicken mauer, der duft von tomatensugo, der kurz aus einer tür entwischt. es ist, als würde man durch ein bewohntes museumsdorf laufen.
was sind eigentlich trulli-häuser? „trulli“ sind traditionelle kalkstein-häuser aus apulien, berühmt für ihre runden oder quadratischen grundrisse und die markanten kegel-, kuppel- oder pyramidenförmigen dächer. das besondere an ihnen ist, sie sind in antiker trockenbauweise errichtet, also ohne mörtel. die wände bestehen aus grob behauenen kalksteinen, die man direkt aus den steinigen feldern der umgebung gewann. das dach wird aus übereinander geschichteten kalksteinplatten im kraggewölbe (auch falsches gewölbe genannt) aufgebaut. dadurch sind trulli überraschend stabil und ganz nebenbei klimatisch genial: im sommer bleibt es innen lange kühl, im winter speichern die dicken wände wärme. auf vielen dächern findet man außerdem weiße symbole -religiöse oder „glücks“-zeichen und oben oft einen dekorativen schlussstein. weil diese bauweise theoretisch schnell zerlegbar war, erzählt man sich für alberobello auch die geschichte, dass trulli früher halfen, die steuern auf „dauerhafte“ häuser zu umgehen. die trulli von alberobello gelten als außergewöhnliches beispiel dieser bis heute erhaltenen trockenmauer-architektur und sind seit 1996 unesco-weltkulturerbe.
obwohl wir keine freunde von unmengen von durch die stadt strömenden touristen sind, fanden wir den stadtrundgang durch alberobello toll – muss oder sollte man einmal gesehen haben.
von alberobello sind wir wieder an die küste gefahren, wo wir vor brindisi einen netten freisteher direkt am meer fanden.
unsere weitere route wird wieder an der küste entlang richtung kalabrien gehen, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour
