der letzte abschnitt unserer rumänienreise…

der letzte abschnitt unserer rumänienreise war gekommen. nachdem wir für die nacht wieder einmal einen schönen stellplatz gefunden hatten,
machten wir uns auf den weg zu unserem heutigen ersten event. wir besuchten das internationale museum für bemalte eier „lucia condrea“ in moldavita. anfangs war ich etwas skeptisch, was soll an bemalten eiern schon so toll sein. nur als ich das museum betrat und die tausenden exponate sah, war ich fasziniert was die künstlerin lucia hier im laufe der jahre geschaffen hatte. nicht umsonst wurde sie mit unzähligen preisen für ihre arbeit ausgezeichnet. am ende der besichtigung konnten wir nicht mehr sagen welches bemalte ei das schönste ist, denn sie sind alle einzigartig und die schönheit liegt ja immer im auge des betrachters.  danke an die familie für die tolle führung und die erklärungen zu den exponaten der internationalen sammlung.

eine schöne fahrt unternahmen wir mit der wassertalbahn „calea ferată forestieră vişeu (cff) bzw. mocăniţa de pe valea vaserului“. eine gemütliche 43 km lange zugsfahrt mit einer dampfenden und rauchenden lokomotive von vişeu de sus nach comanu und wieder retour. an der endstelle, in comanu, gab es ein üppiges rumänisches mittagessen, wassertalbahn bier und eine folkloregruppe, die für tanz und musik sorgte. entlang der strecke konnten wir nicht nur die natur bewundern, es gab auch ungewöhnliche fahrzeuge zu sehen. ein schöner entspannter ausflug

jetzt war es wieder einmal zeit einen kirchen- und klostertag einzuschieben. also sahen wir uns – die holzkirche „heiliger nikolaus“ in bogdan vodă, die holzkirche „erzengel michael und gabriel“ in rozavlea, die holzkirche „cuvioasa paraschiva“ in botiza, das nonnenkloster in botiza, die holzkirche “poienile glodului“ in poienile izei und das “kloster bârsana“ in bârsana an. jedes hat für sich seine eigene geschichte zu erzählen, und es sind einfach tolle sehenswürdigkeiten, die es lohnt anzusehen.

müde nach so vielen eindrücken haben wir uns in oncesti einen einsamen und ruhigen stellplatz für die nacht gesucht und gefunden.

der nächste tag brachte uns eine besichtigung der anderen art, kein kloster, keine kirche sondern wir besuchten in sighetu das „sighet memorial museum“, eine gedenkstätte für die opfer des kommunismus und des widerstands, im gebäude des ehemaligen politischen gefängnisses. im jahr 1998 nahm der europarat das memorial sighet in die liste der wichtigsten gedenkstätten europas auf.

das meer der bitterkeit – unter diesem titel besuchten wir viele ausstellungsräume die den opfern des kommunismus gewidmet sind. hier werden die lebensgeschichten von menschen gezeigt, die für ihren glauben und ihren charakter eingestanden sind und gelitten haben.
wenn man jeden einzelnen fall betrachtet, erschaudert man mehr, als wenn man nur statistiken über tausende oder millionen von fällen anschaut – der historiker, der in sighet starb, weil er sich weigerte, seinen schriften abzuschwören; der alte oberst, der alle fronten überquerte und an septikämie starb, nachdem ihm die blutegel auf dem reisfeld, wohin er zur zwangsarbeit gebracht worden war, quasi ausgesaugt hatten; die drei kinder aus dem banat,einjährige zwillinge und ihr älterer bruder, die innerhalb einer woche in dem lager erfroren, in das sie nach bărăgan deportiert wurden; der student, der in pitesti selbstmord beging, um den qualen der „umerziehung“ zu entgehen; der bauer der in dem gefängnis starb, in dem er landete, weil er einen brief „mit verunglimpfendem inhalt“ abgeschickt hatte; die söhne und töchter, die als „volksfeinde“ von der schule verwiesen wurden; der wissenschaftler, der sein leben opferte, um einen kleinen jungen vor einer lungenentzündung zu retten; die großen gründer rumäniens, die von den höhen der wiedervereinigung 1918 in die schimmeligen gefängnisse von galati, sighet, aiud und râmnicu sărat gebracht wurden…

eine vom bildhauer aurel vlad geschaffene bronzestatuengruppe im innenhof, die prozession der opfer, ist zum symbol der gedenkstätte geworden.

ein besuch der sehr nachdenklich machte, für den man sich aber die zeit nehmen soll. gut fanden wir auch das sehr viele junge menschen diese gedenkstätte besuchen um zu sehen was ein regime mit menschen anstellen kann.

nun ging es aber mit etwas lustigerem fort wir schauten uns den „fröhlicher friedhof von săpânța“ an. die besondere gestaltung erfolgte über jahrzehnte durch den örtlichen künstler stan ioan pătraș (1908–1977), der die traditionellen hölzernen kreuze der grabstätten mit handgemalten bildern der verstorbenen und mit versen zu ihrem leben verzierte. etwa 700 hat pătraș bis zu seinem tod geschaffen. niemand wusste, was er im falle eines todes auf das kreuz schreiben würde und nicht alle kamen dabei gut weg – sei es die frau, die ihren mann betrogen hat oder der säufer, der sich mit schnaps und tabak selbst vorzeitig ins jenseits beförderte. dann kann auf dessen kreuz auch mal so ein spruch stehen: „der schnaps ist eine schlange, die uns mühsal und trauer bringt. wer dem schnaps zugeneigt ist, dem wird es so ergehen wie mir.“ schade ist, dass wir nicht alles lesen konnten, denn es gibt hier wahrscheinlich sehr sehr fröhliche sprüche. trotzdem war es ein sehenswerter ort.

nach dem fröhlichen friedhof besichtigten wir noch das “kloster peri-săpânța“. die kirche des erzengels michael in săpânța-peri, ist mit ihrem turm das höchste und nach alter handwerkskunst aus eichenholz gefertigte klostergebäude.

in der nähe von adrian fanden wir wieder einmal einen einsamen, ruhigen und romantischen stellplatz für die nacht.

den ruinen der “burg lonyai“ im dorf medieșu aurit galt unser nächster besuch. es war nicht schwer sich vorzustellen wie die burg in ihren glorreichen tagen aussah, als sie als eines der schönsten renaissanceschlösser in siebenbürgen galt. auch wenn der verfall fortgeschritten ist, kann man erkennen, dass sie einst ein seltenes juwel war. ihre geschichte ist mit bedeutenden namen des ungarischen adels verbunden. am eingang kann man noch die inschrift „anno domini MDCXXX magnificus sigismundus de lonia comes comitatus crasnensis a fundamentis extruxit“ entziffern – d.h. aus den fundamenten im jahre unseres herrn 1630 von sigismund von lonja, der grafschaft crasna, erhoben.
die burg verfügte über ein netz von geheimen tunneln, die im notfall genutzt werden konnten. ihre zugänge wurden zu gemacht, aber wer weiß, wie weit sie gingen?

die letzte sehenswürdigkeit auf unserer rumänienreise war das „schloss károlyi“ in carei. eines der schönsten schlösser rumäniens. es ist eine neogotisch-neobarocke schlossanlage und war einst stammsitz der ungarischen adelsfamilie károlyi von nagykároly. heute ist das schloss mit seinen gartenanlagen und museen für besucher geöffnet und beherbergt mehrere ausstellungen.

schließlich verließen wir rumänien und begannen unsere lange heimreise in tokaj, im nordosten ungarns,
aber was wir auf der heimreise so alles erlebten, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

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