zu besuch bei den donauschwaben…

…den besuch bei den donauschwaben verdanken wir einem zufall. wir hatten ursprünglich nur einen besuch auf der „burg in tata

und des stadtmuseums

eingeplant. dort herrschte an diesem wochenende jedoch reges treiben anläßlich eines stadtfestes, und so haben wir auf anregung der kulturreferentin, frau katalin bachmann, nach einem sehr kurz gehaltenen burgbesuch zusätzlich das „ungarndeutsche landesmuseum & német nemzetiségi múzeum (nepomucenus-mühle)“ besichtigt. hier war gerade eine ausstellung über unterbekleidung zu sehen und auch eine sonderausstellung mit dem schwerpunkt “ulmer-schachtel“.

 

frau bachmann hat auch einen besuch im nahe gelegenen „tarján“ vorgeschlagen um ein umfassendes bild von der geschichte der in tarján ansässigen donauschwaben zu bekommen und uns selbst einen eindruck von der beständig aufrecht erhaltenen (volks-) kultur im ort zu verschaffen.
also machten wir uns auf den weg in das ca. 14km von tata entfernte dorf. dort angekommen wurden wir von mitgliedern des gemeinderates sowie dem bürgermeister, herrn thomas klinger, herzlich empfangen. wir besichtigten beim dorfrundgang die christkönig pfarrei tarjan (schutzpatron hl. georg), wo seit 25 jahren von pater zoltan szabo jeden 2. sonntag eine deutschsprachige messe gelesen wird. die römisch-katholische kirche wurde zwischen 1779 und 1783 nach den plänen von jakob fellner gebaut. ihre gegenwärtige gestalt bekam sie 1863. die ältesten teile ihrer ausstattung (altar, kanzel und beichtstuhl) sind im spätbarocken stil gestaltet. in der kirche befindet sich auch in gedenken zu der in 1854 statt gefundenen erscheinung in lourd eine sehr schöne marienstatue.

neben der kirche steht das ansiedlungsdenkmal zur erinnerung an die ansiedlung der ersten deutschen familien (schwaben) in tarján im jahr 1737 (bildhauer jenö kovács) und die erste station von mehreren lehrpfadstationen die durch das dorf führen.

weitere lohnenswerte besonderheiten sind das kleine heimatmuseum, das große gemeinschafts- und kulturhaus sowie die rundkeller in tarján (für besichtigungen sind vorab termine am gemeindeamt zu vereinbaren).

viele bewohner beschäftigen sich teils haupt- und teils nebenberuflich mit weinbau und aus diesem anlass wurde die erzählung über die geschichte der donauschwaben und das dorf tarján im „weingut der familie hoffmann“ fortgesetzt, bei herrlichen speisen und wirklich ausgezeichneten weinen.

wir wollen hier kurz über die geschichte der donauschwaben erzählen – also:

vor über 300 jahren begann die migration von deutschen nach ungarn, in den südöstlichen teil der habsburger monarchie.
auf einfachen holzschiffen, den „ulmer schachteln“, kamen sie vor allem im 18. jahrhundert von ulm über die donau bis ins pannonische becken ungarns. die route dieser schwabenzüge verlieh ihnen später den namen donauschwaben. über 400.000 menschen kamen in das damalige königreich ungarn. obwohl sie unterschiedlicher herkunft waren, nannte man sie alle schwaben.

tarján (deutsch tarian) liegt in einer hügellandschaft, die von zahlreichen malerischen tälern und bächen durchzogen wird.

ab 1727 gehörte die gegend der familie esterházy, die 1737 aus dem südlichen und mittleren teil des deutschen reiches hier rund 40 katholische familien ansiedelte. zuvor lebten in tarján nur reformierte ungarn.

charakteristisch für das dorf war die vieh- und forstwirtschaft. die waldgemeinschaft verpachtete die wälder an die esterházys, die hier regelmäßig jagden veranstalteten.
der zweite weltkrieg und die aussiedlung nach dem 2. weltkrieg veränderten das leben der kleinen gemeinde, obwohl viele „nur“ ihr haus, nicht aber ihre heimat verlassen mussten.

in tarján wird bis heute das brauchtum sehr gepflegt und durch einen gut funktionierenden gemeiderat, mit seinem zielstrebigen bürgermeister an der spitze, wird in den sparten kultur, sport, musik usw. auch für die junge generation die volkskultur attraktiv gemacht – es finden ca. 250 veranstaltungen im jahr statt, wobei der „schwabenball“ im februar, zu dem auch viele ausländische gäste anreisen, der höhepunkt des jahres ist.

an dieser stelle nochmals vielen dank für die herzliche gastfreundschaft wir haben uns bei euch sehr wohl gefühlt und werden wieder kommen.

wie es weiter ging und was wir so alles erlebten, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour