im herzen der masurischen seen…

im herzen der masurischen seen, auf einem schmalen landstreifen zwischen dem niegocin- und kisajno-see, liegt die stadt giżycko, ein zentrum für den wassertourismus. schon allein wegen der niedrigen lufttemperatur und der sicher noch deutlich geringeren wassertemperatur nahmen wir von den zahlreichen bootfahrangeboten (es wimmelte von segelschiffen, jachten, paddelbooten und anderen wassertretern) gerne abstand und stellten uns dafür mit dem camper direkt ans wasser, in den kleinen hafen “port & camp“ (direkt beim hotel st. bruno).

als bekennende landratten besuchten wir lieber die “festung boyen“. auf einer fläche von fast 100 ha wurde diese mächtige befestigungsanlage in der räumlichen form eines unregelmäßigen sechsarmigen sterns errichtet.

weiter, entlang einiger masurischen seen und durch das gebiet des borecka-urwaldes. dieses ökosystem mit seen, sümpfen und waldflächen hat einen sehr hohen tierbestand. die größte attraktion dabei bilden die frei lebenden bison herden (ca. 5), wildpferde, masurische hirsche sowie zahlreiches kleinwild.

den touristen zuliebe wurde bei wolisko ein schaugehege eingerichtet, der “wolisko bison park“, wo bisons während der fütterung von einer aussichtsplattform beobachtet werden könnnen.

wir durften in begleitung von zwei park rangern – magdalena domanska/nature conservation specialist und przemyslaw sarżyński – auch noch weitere typische landschaftliche teile des urwaldes besuchen. dabei gelangten wir auch zum teufelsstein, ein findling, den das wandernde eis einst aus skandinavien mitgebracht hat. unter diesem findling wohnt der sage nach der teufel und wer ihn sehen möchte muss den findling hoch heben – „ggggggg“.

im nationalpark wigry, auf der wigierski-halbinsel steht der ehemalige kamaldulenser-klosterkomplex, welcher einst einer der größten und reichsten in polen war. heute werden die zwöf einsiedeleien als hotel bzw. rückzugsort für ruhe suchende genutzt.

wir haben uns auf dieser halbinsel auch zurückgezogen, auf den “campingplatz u haliny“ und waren dort camping-einsiedler.

ein neues land, wir sind zum ersten mal in litauen und unser erster stop war der kurort druskininkai. wir besuchten:

druskininkai museum (ein kleines stadtmuseum mit sammlungen zur ortsgeschichte)

orthodoxe kirche

kurpromenade und springbrunnen mit musik- (wasser-) schauspiel

grutas park (skulpturenpark als mahnmal gegen den kommunismus)

skulpturenpark naujasonde (antanas cesnulis – bildhauer)

und die pyramide von merkine, aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

wo der wahnsinn fast geendet hätte…

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist blog_pobafi_0288.jpg.

wo der wahnsinn fast geendet hätte, wenn es der deutsche wehrmachtsoffizier claus philipp maria schenk graf von stauffenberg geschafft hätte, mit seinem attentat am 20. juli 1944 um 12:35 adolf hitler zu  töten und einen bedeutenden umsturzversuch herbeizuführen. wieviele menschen hätten ihr leben behalten und wieviel leid und schmerz wäre der menschheit erspart geblieben?
leider überlebte hitler das stauffenberg-attentat und graf von stauffenberg wurde noch am selben tag hingerichtet.

heute ist das gelände der wolfsschanze (tarnname für eines der militärischen lagezentren des führungsstabes der deutschen wehrmacht) ein mahnmal für das nicht vergessen.
die wolfschanze war neben berlin gewissermaßen die zweite hauptstadt des dritten reiches. bereits zwei tage nach dem überfall der deutschen wehrmacht auf die sowjetunion im juni 1941 zog hitler in sein neues kommandozentrum. auf dem weitläufigen gelände mit seinen 50 bunkern, 70 kasernen, zwei flugplätzen, einem bahnhof und flakbatterien verbrachte hitler 850 tage.

von der wolfsschanze wurden die militäroperationen an allen fronten angeordnet. es gab acht massive bunker allein für die nazi-führung. die dächer wurden immer wieder aufgestockt, um die bunker vor möglichen bomben zu schützen. die decke von hitlers bunker war am ende acht (!!!) meter dick.

den decknamen „wolfschanze“ gab adolf hitler der anlage selbst, angelehnt an das von ihm verwendete pseudonym „wolf“, welches er hauptsächlich in seiner privaten korrespondenz – er unterschrieb mit „herr wolf“ – der 1920er jahre verwendet hatte.

nach dem uns sehr nachdenklich und bedrückend machenden ort fuhren wir in das nur wenige kilometer entfernte ehemalige hauptquartier des oberkommandos des heeres in mauerwald (okh mauerwald). gebaut für 40 generäle des höchsten ranges und feldmarschällen. die bunkeranlage in mauerwald diente als führungszentrum von welchem aus der angriff deutschlands auf die sowjetunion – der barbarossaplan – die größte millitärische operation des 20. jahrhunderts, geleitet wurde.

nach dem für uns spürbar beklemmenden besichtigungstag fuhren wir weiter nach giżycko wo wir uns einen stellplatz in einem kleinen hafen suchten, von dem aus unsere reise weitegehen wird. aber das ist eine andere gschichte über die wir noch berichten werden.

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über die geschichte von ungewöhnlichen zuwanderern…

über die geschichte von ungewöhnlichen zuwanderern haben wir im kloster der altgläubigen in wojnowo erfahren.

das kloster liegt am duś-see und war zu beginn des 19. jh. in der damaligen masurischen wildnis ein zufluchtsort für jene altgläubigen (auch philipponen genannt – eine der fanatischsten abzweigungen des orthodoxen glaubens), die sich gegen die im 17. jh. eingeführte liturgiereform (nikon-reform) in der russisch-orthodoxen kirche stellten und vom russischen zar grausam verfolgt wurden.
erst eine einsiedelei, dann ein männerkloster und schließlich ein frauenkloster, in dem die letzte klosterpriorin 1972 verstarb. heute hat das kloster die funktion eines museums und ist ein denkmal religiöser und sittlicher kultur der altgläubigen.

am ortsrand von wojnowo haben wir im vorbei fahren auch noch die blaue kirche, die orthodoxe pfarr- und klosterkirche „entschlafung der gottesmutter“, gesehen.blog_pobafi_7721

über eine rumpelige zufahrtsstraße erreichten wir am nachmittag den wildpark dzikich zwierząt kadzidłowo. die besichtigung des weitläufigen freigeländes ist ausschließlich mit einem guide möglich. einige tiere sind so sehr an menschen gewöhnt, dass sie mit einem mitlaufen (damwild, rotwild) und auf futter warten, andere sind in ihren gehegen so gut verborgen, dass sie nur mit hilfe des geschulten auges des guides zu entdecken sind (wölfe, elche).

nach gut eineinhalb stunden und gerade rechtzeitig vor einem beginnenden gewitter setzten wir die fahrt zu unserem nächsten übernachtungsplatz fort, dem ferienzentrum „wagabunda“ am stadtrand von mikołajki. die cottages, ferienzimmer, zelt- und caravanstellplätze befinden sich nahe dem badestrand am see mikołajskie und über die uferpromenade gelangt man in wenigen minuten in die stadt und zum hafen.blog_pobafi_E7728wir teilten uns mit nur einem anderen camper den großen wiesenstellplatz und genossen vor allem die ruhe.blog_pobafi_7732für die nächsten beiden etappenziele fuhren wir nach mrągowo und spazierten vom amphitheater, einer modernen seebühne,blog_pobafi_7733 dem seeufer entlang zur quelle der liebe, einer stark eisenhältigen quelle, die mitten im wald aus einem felsen hervor tritt.blog_pobafi_0176

den tagesabschluss bildete der besuch der wahlfahrtskirche u. kloster swięta lipka. ein jesuitenpater erzählte uns die entstehungsgeschiche und führte uns zu der stelle im kircheninneren an der einst jener baum stand in dessen krone sich das marienbild befand, das ein zu tode verurteilter in der nacht vor seiner hinrichtung schnitzte und er dadurch sein leben retten konnte.

bewundernswert ist auch die orgel von swięta lipka, mit engelsfiguren die beim orgelspielen in bewegung gesetzt werden. leider hörten wir kein orgelstück (präsentationen werden nur gruppen angeboten), aber allein der barocke reich verzierte stil der kirche war auch schon sehr beeindruckend.

die nacht verbrachten wir in kętrzyn, am stellplatz beim ehemaligen führerhauptquartier „wolfsschanze“, aber das ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

ein guter auftakt zu unserem roadtrip…

ein guter auftakt zu unserem roadtrip durch ost- und nordeuropa war nach der 10-stündigen anfahrt wien – warschau das warszawskie centrum caravaningu „szerokiej drogi“ (warsaw caravanning center „wide road“). obwohl wir erst nach geschäftsschluss eintrafen wurde uns bereitwillig die einfahrt ermöglicht und ein stellplatz frei gemacht. ein perfekter platz für eine transitnacht oder einen kurz-sightseeing-trip in warschau – zentrumsnah, 24 stunden bewacht, tankstelle und lebensmittelgeschäft direkt neben an, wasser- und stromversorgung sowie zubehör für das rollende heim. eine 100%ige empfehlung unsererseits.

ein tipp: unbedingt vorreservieren, da nur für 2 bis 3 mobile platz gemacht werden kann.

so, nun konnten wir fahrt aufnehmen und stiegen ein paar kilometer vor augustów/polen in unsere ursprünglich geplante route ein (aufgrund der corona-bedingten verzögerung unserer abfahrt mussten wir etappen in tschechien und teile von polen leider komplett streichen).

erster stopp: sokólka im erzbistum bialystok. wir trafen uns mit „pater andrzej“, in der kirche des hl. antonius von padua, und hörten die geschichte des eucharistischen zeichens auch als „hostienwunder von 2008“ bekannt. nach dem besuch der rosenkranzkapelle und einem rundgang durch die kirche wurde uns auch schwester julia dubowska vorgestellt. die küsterin, die an jenem sonntag im oktober 2008 die zu boden gefallene, geweihte hostie aufgehoben und in den tresor gesperrt hatte und eine woche später in der mitte der hostie etwas wie einen roten blutklumpen in der form eines blutgerinnsels entdeckte.
es ist für uns vollkommen unerheblich wie gläubig man ist, oder ob man an der wissenschaftlichen, pathomorphologischen untersuchung zweifelt, oder die erklärung der kirchlichen kommission hinterfragt. fakt ist, diese geschichte aus der „jetztzeit“ macht was mit einem und aus diesem grund sind seit der ausstellung des hostienpartikels jederzeit pilger aus der ganzen welt in der rosenkranzkapelle anzutreffen.

zweiter stopp: der cp in augustów, mitten im wald direkt am see sajno – ośrodek wypoczynkowy „królowa woda“.

nach einem ruhetag folgte ein 3-stündiger schiffsausflug entlang des augustów-kanals (the studzieniczna cruise)

mit kurzem aufenthalt auf der halbinsel studzienicza, umgeben von den wäldern des urwalds augustówska.hier befindet sich ein marien-wahlfahrtsort mit der kapelle der heiligen jungfrau maria, die auch johannes paul II im jahr 1999 besuchte, ein brunnen zu einer quelle der magische, heilende kräfte zugeschrieben werden und die historische holzkirche, mit verzierungen aus wildtiergeweihen.

die reise geht weiter und es gibt noch viel zu sehen, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin
alles liebe von den hovi`s on tour