you´ll never walk alone – kaum hört man diese worte, denkt man sofort an liverpool und ja, als alter „fc liverpool“ fan und selbst ehemaliger österreichischer fußballspieler, musste ich auch endlich einmal dort hin 😉. aber, alles der reihe nach.
von wales fuhren wir richtung liverpool, und blieben davor für einen nachmittags spaziergang in chester stehen. erstes highlight war die „chester cathedral“, das herzstück der stadt und weit mehr als nur eine kirche. sie ist ein majestätisches kunstwerk aus rotem sandstein.
ursprünglich als benediktinerabtei erbaut, ist sie heute der sitz des bischofs von chester und blickt auf über 1.000 jahre geschichte zurück, die architekturstile von der normannenzeit bis zur gotik vereint. sie hat uns gleich beim betreten mit ihrer ruhe, dem spektakulären kreuzgang
sowie dem chorgestühl mit mittelalterlichen holzschnitzereien aus dem 14. jh. schwer beeindruckt. ein absolut magischer ort.
wir haben uns auch einer geführten tower tour angeschlossen. auf dieser einstündigen tour stiegen wir 216 stufen bis zur spitze des turms in 39 meter höhe und wurden von verschiedenen aussichtsplattformen aus mit beeindruckenden ausblicken auf das innere der kathedrale belohnt.
oben angekommen erwartete uns nicht nur ein wunderschöner panoramablick über die stadt sondern auch der besuch der glockenkammer, wo wir faszinierende geschichtliche fakten erfuhren sowie weitere verborgene bereiche entdeckten.
anschließend sind wir auf unserem stadtspaziergang auf der fast 2.000 jahre alten „chester city wall“, die als vollständigster mauerring großbritanniens gilt und das stadtzentrum umschließt, einmal komplett herum spaziert. in der fußgängerzone bewunderten wir die berühmte „eastgate clock (chester clock)“ – angeblich die zweitmeistfotografierte uhr englands nach big ben.
chester ist kompakt, fußläufig gut erkundbar und unfassbar fotogen. aus unserer sicht ist nur ein nachmittag absolut zu wenig für diese stadt.
ehe wir nach liverpool weiterfuhren, machten wir noch zwei stopps. den ersten stopp legten wir beim „chester zoo“ ein. ja, ok schön, aber da haben wir schon ganz andere zoos kennengelernt. ein paar fotos zur erinnerung haben wir natürlich trotzdem gemacht.
der zweite stopp war beim „ness botanic gardens“ in neston. hier versinkt die zeit im farn. besonders im spätsommer zeigte sich ness von seiner farbenfrohsten seite. überall summte und brummte es, die wildblumenwiesen standen in voller pracht und der duft von lavendel und sommerblüten hing schwer in der luft.
hier begann einst alles mit dem britischen baumwollhändler, pflanzensammler und allem voran gartenbau-visionär „arthur kilpin bulley“. während andere baumwollhändler in liverpool ihr geld zählten, schickte er im späten 19. jh. pflanzensammler bis in den himalaya und nach china. wenn man vor den riesigen, uralten rhododendren steht, ist zu spüren wie viel abenteuerlust in jedem blatt steckt. heute wird dieses erbe von der university of liverpool bewahrt.
endlich in liverpool, und gleich zu einem meiner persönlichen highlights entlang dieser langen reise, das legendäre „anfield stadium“. schon beim ersten blick auf das stadion spürt man die besondere atmosphäre, die diesen ort so einzigartig macht, und für mich als liverpool-fan war es fast wie eine pilgerreise, wenn man durch das berühmte shankly gate schreitet und im inneren die tribünen und das spielfeld sieht. leider gabe es an diesem wochenende kein spiel, aber das gefühl, in anfield zu stehen, wo die geschichte des l.f.c. lebendig wird und die hymne „you’ll never walk alone“ durch die ränge hallt, ist einfach unvergleichlich.
wir haben an einer stadionführung teilgenommen, konnten einen blick hinter die kulissen werfen und dabei auch die umkleidekabinen und den pressebereich bestaunen. besonders beeindruckend war für mich der moment, als wir durch den tunnel direkt auf das spielfeld gingen – ein echter gänsehaut-moment. der l.f.c. präsentiert sich hier von seiner leidenschaftlichsten seite und die erinnerung an diesen besuch wird sicher noch lange nachklingen.
liverpool hat natürlich einiges mehr zu bieten was auch uns interessierte, und so machten wir einen ausgedehnten stadtbummel. wir besuchten u.a. die „tate liverpool“, eine dependance der berühmten tate gallery in london, schauten uns das „albert dock“ an
und waren beeindruckt von der wundervollen architektur der „three graces“ – port of liverpool building; royal liver building und cunard building
– und fanden die berühmte „beatles statue“ direkt am fährterminal der mersey ferries.
wir besuchten „the beatles story museum“, wo wir interessante bilder und geschichten über die beatles erfuhren,
wanderten entlang der „bold street“, mit ihrem alten kopfsteinpflaster und den vielen vintage-läden, delikatessen-geschäften und indie-stores und durchstreiften china town.
zum abschluss unseres ausgedehnten stadtspazierganges sahen wir uns noch zwei kirchen an. die „liverpool metropolitan cathedral“, ein architektonisches highlight ganz eigener art. die kathedrale, auch bekannt als „cathedral of christ the king“, ist ein modernes meisterwerk mit ihrer markanten, kegelförmigen silhouette und dem imposanten turm, der wie eine gigantische krone über der stadt thront. beim betreten wurden wir von der lichtfülle und den leuchtenden glasfenstern empfangen, die ein farbenfrohes spiel auf den innenraum warfen. die außergewöhnliche gestaltung der kathedrale macht sie zu einem einzigartigen spirituellen wie kulturellen mittelpunkt liverpools.
die „liverpool cathedral“ ist gleichfalls ein beeindruckendes bauwerk, das nicht nur durch ihre größe besticht – mit 10.000 m² die größte anglikanische kirche der welt – sondern auch durch ihre imposante architektur. mit einer länge von fast 190 m und ihrem markanten turm, der als einer der höchsten kirchtürme der welt gilt, dominiert sie die skyline der stadt. erbaut wurde sie im 20. jh. und vereint traditionelle gotische elemente mit modernen einflüssen. beim rundgang durch das riesige kirchenschiff spürten wir die besondere akustik und die feierliche atmosphäre, die diesen ort einzigartig macht.
am abend war „the cavern club” angesagt. der cavern club ist ein absolutes muss für musikliebhaber und liverpool-fans und vor allem für die generation, die mit den beatles aufgewachsen ist. schon beim betreten tauchten wir in die faszinierende geschichte dieses legendären clubs ein, der die geburtsstätte der beatles war. die atmosphäre ist unverwechselbar: backsteinwände, gedämpftes licht, die bühne und die einrichtung noch immer wie zu beatles zeiten sowie live-musik sorgten für echtes underground-feeling. wir genossen die energiegeladene stimmung und die vielen beatles songs versetzten uns in ein anderes zeitalter – da wurden wieder erinnerungen wach 😀
ein ort, an dem musikgeschichte lebendig wird und der geist der 1960er jahre noch heute zu spüren ist. wir können einen abend im „cavern club“ nur jeden empfehlen, der in liverpool zu besuch ist.
weil man von den beatles nicht genug bekommen kann, zumindest wir, starteten wir am nächsten tag gleich am morgen die „magical mystery tour“.
zwei stunden bei denen man, im gegensatz zum normalen linienbus und liverpool hop on hop off bus, viele anekdoten über die orte und das leben der beatles zu hören bekommt.
außerdem hält der tourbus direkt vor den beatles-geschichtsbezogenen häusern und plätzen und der tourguide hat immer die passenden geschichten parat. z.b., dass das geburtshaus von „george harrisons“ in arnold grove,
im vergleich zu den anwesen von „john lennon“ in mendips und „paul mc cartney“ in 20 forthlin road
besonders bescheiden ist. george harrison wurde am 25. februar 1943 im haus nummer 12 geboren. er wuchs in dieser kleinen sackgasse in sehr bescheidenen verhältnissen auf und das haus hatte damals weder eine zentralheizung noch eine innentoilette. seit mai 2024 erinnert dort auch eine offizielle „blue plaque“ (gedenktafel) an den „stillen beatle“. die inschrift lautet schlicht – „george harrison, 1943–2001, musician and songwriter was born here“.
solche und viele weitere stories über die „großen vier“ oder oft auch „fab four“ genannt erzählte uns der tourguide nebst toller beatles musik im bus.
wir fuhren auch an dem berühmten „the shelter in the middle of a roundabout“ vorbei und es war schon ein besonderes gefühl, genau dort zu sein, wo paul und john früher auf den bus gewartet haben.
eine weiter station war „strawberry field“. die leuchtend roten tore am eingang sind heute detailgetreue nachbildungen. die originale aus dem jahr 1912 wurden 2011 ersetzt, um sie vor souvenirjägern zu schützen. die originaltore sind jedoch sicher verwahrt, im inneren der gärten.
johns persönlicher hintergrund zu strawberry field – es war ein kinderheim der heilsarmee, direkt neben dem haus von johns tante mimi, und er kletterte als junge oft über die mauer, um in den verwilderten gärten zu spielen.
„penny lane“ – da die schilder ständig gestohlen wurden, begann die stadt liverpool irgendwann, den namen einfach direkt auf die hauswände zu malen. ein 1976 gestohlenes schild wurde erst 2023 – nach 47 jahren – anonym zurückgegeben und ist heute im „the beatles story museum“ ausgestellt. während paul in „penny lane“ das bunte treiben der straße feiert, ist johns strawberry fields forever eine eher nachdenkliche, fast traumartige erinnerung an seinen geheimen rückzugsort.
das waren nur einige auszüge von unserer spannenden beatles-tour durch liverpool und wir können sie wirklich weiterempfehlen.
nachdem wir liverpool verlassen haben fuhren wir richtung manchester weiter – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour
