die ersten tage unserer italien tour….

die ersten tage unserer italien tour, begannen mit dem start einer ruhigen aber langweiligen anfahrt (wir mögen keine längeren autobahnfahrten) und führte uns zu unserem ersten übernachtungsplatz am stausee soboth, im dreiländereck kärnten-slowenien-steiermark. da noch keine saison war standen wir noch komplett alleine und verbrachten eine ruhige aber kalte nacht -2°celsius.

am nächsten tag, die sonne wollte noch nicht so richtig durchkommen, ging unsere reise in richtung der nordostitalienischen gemeinde trasaghis, an den „lago di cavazzo“. auf der route dorthin legten wir noch einen kurzen zwischenstopp in tarvis ein, um uns mit einem italienischen daten sim für unseren router auszustatten und unsere ersten italienischen „espressi“ zu genießen.
am lago di cavazzo angekommen richteten wir uns für zwei nächte ein – zwar nicht direkt an unserem (lieblings-)stellplatz direkt am see, den haben sie nämlich mit einem verbotsschild „kein camping“ versehen, sondern einige meter weiter, ganz legal neben dem zugang zum seerundwanderweg.

der „lago di cavazzo“ liegt wunderschön eingebettet in den karnischen voralpen, und ist bei touristen kaum bekannt, dafür aber umso mehr bei den italienern, da es ein bekanntes gebiet für gleitschirmflieger ist. wir machten eine gemütliche wanderung rund um den see.

unsere nächste route führte uns nach valvasone. am weg dorthin hielten wir in der prosciutto-stadt „san daniele del friuli“, auf einem hügel über dem tagliamento-tal gelegen, an. wir besichtigten zwei kirchen – die „chiesa della madonna di strada“ und den „duomo di san michele arcangelo“ im zentrum der stadt.
erstere beeindruckte uns mit ihrer schlichten eleganz, eines der bedeutendsten barockgebäude italiens. im inneren befindet sich ein altarbild mit der darstellung der madonna mit kind aus dem jahr 1506 von pellegrino da san daniele. ursprünglich als wallfahrtsort erbaut, diente sie den menschen der region über generationen hinweg als spirituelles zentrum und zufluchtsort.

der „duomo di san michele arcangelo“, im herzen der stadt, besticht durch seine majestätische fassade und sein reich verziertes inneres. er wurde im 14. jh. errichtet, bevor er im 18. jh. von dem venezianischen architekten domenico rossi renoviert und erweitert wurde. besonders sehenswert sind das taufbecken von carlo da carona, ein gemälde von pomponio amalteo und eine der größten orgeln der region.

aber nun zu unserem highlight des tages. für die kullinarische ergänzung unseres reiseblogs erhielten wir von der schinkenmanufaktur „la casa del prosciutto“ die einladung zu einer führung durch ihre produktionsstätte, bei der der umfangreiche herstellungsprozess der traditionsreichen spezialität erklärt wird, mit anschließender verkostung.„la casa del prosciutto“ besteht bereits seit 1906, also genau seit 120 jahren, und wurde von der familie alberti gegründet, die sich der traditionellen herstellung des berühmten san-daniele-schinkens verschrieben hat. die manufaktur befindet sich nach wie vor im herzen von san daniele del friuli und ist heute der einzige betrieb, der noch direkt in der stadt produziert. viele andere schinkenhersteller haben ihre produktion inzwischen ins umland verlagert, doch „la casa del prosciutto“ hält an der historischen lage fest und pflegt die tradition und handwerkliche herstellung vor ort. das unternehmen ist seit der gründung im besitz der familie alberti, was die authentizität und die hohe qualität der produkte garantiert.

gleich beim betreten der manufaktur wurden wir von dem intensiven duft des luftgetrockneten schinkens begrüßt. während der führung erhielten wir spannende einblicke in den gesamten produktionsprozess – angefangen bei der auswahl der besten schweinehinterkeulen (mindestens 12 kg), über das sorgfältige pökeln mit meersalz (keine anderen gewürze), gefolgt von einer ersten ruhephase und dem anschließenden massieren und in form pressen der keulen (damit das salz tiefer in das gewebe eindringt und der schinken die typische gitarren-form bekommt), über die mindestens 13 bis maximal 20 – 24 monatige mehrstufige reifung im speziellen mikroklima (meeresluft trifft auf gebirgsluft), bis hin zum reifungsabschluss und zur qualitätsprüfung durch das punktuelle einstechen in die schinkenkeulen mittels eines pferdeknochen (u.a. um auch aromen und düfte wahrzunehmen). sind alle parameter erfüllt erhält der prosciutto das brandzeichen vom san daniele schinken-konsortium (wurde 1961 von einer gruppe von bürgern von san daniele gegründet).

im anschluss an diese interssante führung durften wir im rahmen einer verkostung die unterschiedlichen prosciutto-varianten probieren, d.h. zarte schinkenscheiben aus drei verschiedenen stellen der keule herausgeschnitten. die feinen aromen und die zarte konsistenz machten jede einzelne scheibe zu einem echten hochgenuss für uns.

der besuch bei familie alberti in der „la casa del prosciutto“ war nicht nur „die“ kulinarische bereicherung für uns, sondern bot uns einen authentischen einblick in die regionale handwerkskunst und das kulturelle erbe von san daniele del friuli. eine klare empfehlung von uns an alle, die in dieser region unterwegs sind, besucht dieses traditionsreiche familienunternehmen im rahmen einer tour durch die manufaktur – ein erlebnis, das lange in erinnerung bleibt.

unser nächster kurzer zwischenstopp war in „spilimbergo“, dem zentrum der mosaikkunst.

wir bummelten durch die stadt über den „corso roma“ (gesäumt von arkadengängen, historischen gebäuden und palästen mit prächtig bemalten fassaden), besuchten das „castello di spilimbergo“ dessen bekanntester teil der „bemalte palast“ ist (leider kann man das castello nur von außen besichtigen) und schauten uns den „duomo di santa maria maggiore“ an.
der bau des doms wurde in der zweiten hälfte des 13. jh. begonnen und wahrscheinlich in der ersten hälfte des 14. jh. abgeschlossen. er galt als beeindruckendes beispiel gotischer sakralarchitektur in friaul. auffällig ist die massive gotische fassade, die mit einem charakteristischen rosettenfenster und eleganten portalen geschmückt ist.
im inneren lebt der dom durch seine hohen, lichtdurchfluteten gewölbe, den wertvollen fresken und altären aus verschiedenen epochen sowie der krypta mit kreuzgewölbe.

tagesendziel war valvasone, eines der schönsten dörfer italiens, wo wir auf dem von der gemeinde für camper bereitgestellten stellplatz übernachten. das service der stadt ist hier einzigartig – trinkwasser / brauchwasser / abwasserentsorgung / toilettenentleerung / mistkübel und das beste, es gibt auch kostenlosen strom. vorbildlich, so sollten alle städte in europa stellplätze für camper einrichten.

am nächsten morgen stand ein kleiner stadtspaziergang durch valvasone auf unserem programm. wir schauten uns die wandmalereien in der „chiesa di s. pietro e paolo“ an

und bummelten weiter zum „duomo valvasone“. dieser beeindruckte uns mit seiner mischung aus gotischen- und renaissance-elementen. das äußere ist sehr schlicht gehalten, doch im inneren ist u.a. eine historische orgel mit ihren prachtvollen flügeln zu sehen, die zu den ältesten noch spielbaren instrumenten italiens zählt. das eingangstor mit seinen außergewöhnlichen bronze motiven vermittelt einen authentischen eindruck vom religiösen und kulturellen leben der region.

auf unserem rundgang durch die kopfsteingepflasterten gassen kamen wir auch am „castello di valvasone“ vorbei, das aber leider nur von außen besichtigt werden kann, ehe wir uns den alten waschplatz der stadt ansahen – war schon mühsamer in früheren zeiten die wäsche sauber zu halten.

alles in allem ein gemütlicher morgenspaziergang.

den nachmittag verbrachten wir mit einem weiteren stadtrundgang, diesmal in „cividale del friuli“. eine bemerkenswerte stadt, mit einigen besonderen sehenswürdigkeiten. eine davon ist das „kloster santa maria in valle & langobardentempel“.  das ursprüngliche frauenkloster der benediktinerinnen, das gegen ende des 8. jh. gegründet wurde, liegt malerisch über dem fluss natisone und diente seinerzeit auch als rückzugs- und zufluchtsort für junge langobardische frauen, oft aus adligen familien. es gilt als eines der bedeutendsten kunstdenkmäler norditaliens und beherbergt den berühmten „tempietto longobardo“ (langobardentempel), heute ein teil des klosterkomplexes.
nachdem die benediktinerinnen das kloster verlassen hatten, wurde die anlage im jahr 1841 den ursulinen (ordo sanctae ursulae) anvertraut. diese richteten dort ein bedeutendes mädcheninternat und eine schule ein, die das leben in cividale del friuli über 150 jahre lang prägten. die religiöse tätigkeit im kloster endete endgültig im jahr 1999.

der berühmte langobardentempel aus dem 8. jh. (ursprünglich eine palastkapelle für den königlichen hof und später klosterkapelle der nonnen) ist ein einzigartiges bauwerk, das einen bedeutenden teil der geschichte norditaliens widerspiegelt. er zeugt von der faszinierenden geschichte der langobarden, die zwischen 568 und 774 n. chr. norditalien beherrschten.
ein kurzes einführungsvideo (rund 10 min) vermittelt gekonnt das ursprüngliche erscheinungsbild des inneren (hohe marmorsockel; ein großer mittelbogen mit heiligenfiguren zu beiden seiten; religiöse bilder und hochreliefdekorationen mit stuckverzierungen).
mit seinen kunstvollen reliefs und fresken aus dem frühen mittelalter gilt er als meisterwerk der frühmittelalterlichen sakralarchitektur und gibt einen eindrucksvollen einblick in das religiöse leben und die künstlerische entwicklung der langobarden. die einzigartige atmosphäre und die historische substanz machen den tempel zu einem muss für kulturinteressierte und geschichtsbegeisterte. seit 2011 zählt der tempel zum unesco-weltkulturerbe.

nach dem kloster besuchten wir den „dom santa maria assunta“ an der piazza del duomo. dieses prächtige gotteshaus, das vermutlich ursprünglich teil des bischofskomplexes bereits zu beginn des 8. jh. war, wurde vom 10. – 15. jh. erweitert, erneuert und wiederaufgebaut und beeindruckt heute mit einer mischung aus romanischen und gotischen elementen. im inneren erwarteten uns kostbare kunstschätze, darunter der berühmte silberne altaraufsatz und zahlreiche gemälde regionaler künstler. da zum zeitpunkt unseres besuches gerade eine totenmesse abgehalten wurde, verzichteten wir auf detailreiche fotos.

zur stadtbesichtigung gehörte auch ein blick auf die statue von „julius caesar“ und die berühmte teufelsbrücke. die „ponte del diavolo“ überspannt den fluss natisone und fällt durch ihre ungewöhnliche konstruktion mit zwei unterschiedlich hohen bögen auf. einer alten legende zufolge soll der teufel geholfen haben die brücke zu erbauen, nachdem die einwohner cividales ihn um unterstützung baten. allerdings forderte er als gegenleistung die erste seele, die darüber ging. heute ist die teufelsbrücke nicht nur ein beeindruckendes bauwerk, sondern auch ein symbol der stadt.

am nächsten tag führte uns unsere tour nach duino-aurisina. von einem parkplatz oberhalb der küste gelegen wanderten wir den rund 2 km langen „rilke-weg“, benannt nach dem österreichischen lyriker rainer maria rilke, entlang der steilküste mit spektakulären aussichtspunkten auf den golf von triest

zum „schloss duino“.
schloss duino, malerisch auf einem felsen über dem meer gelegen, blickt auf eine lange und bewegte geschichte zurück. es wurde 1389 auf den ruinen eines römischen vorpostens errichtet, die als verteidigungsanlage gegen angriffe vom meer diente (die ganz alte burg von duino stammt aus dem 11. jh. und liegt gut sichtbar auf der nächsten klippe, war aber leider für eine besichtigung gesperrt).

die heutige form des schlosses entstand erst im 14. jh. als die familie wallsee die burg zu einem repräsentativen adelssitz ausbaute. im laufe der jahrhunderte wechselte das schloss mehrfach den besitzer und wurde kontinuierlich erweitert und umgestaltet, insbesondere im 17. und 18. jh., als die fürstenfamilie von thurn und taxis das anwesen übernahm – die heutigen eigentümer des schlosses von duino.
durch die nähe zu triest und die strategische lage entwickelte sich schloss duino zu einem gesellschaftlichen und kulturellen treffpunkt der region. zahlreiche prominente persönlichkeiten, darunter dichter, künstler und sogar mitglieder des europäischen hochadels, besuchten das schloss – am bekanntesten wohl rainer maria rilke, der während seines aufenthalts im jahr 1912 die arbeit an seinen “duineser elegien“ begann. aber auch der österreichisch-ungarische klaviervirtuose franz liszt besuchte das schloss duino im jahr 1849. während seines aufenthalts komponierte er an einem wiener hammerklavier, das sich noch heute im schloss befindet, einige seiner werke. liszt war zu dieser zeit auf einer konzertreise und nutzte die inspirierende atmosphäre des schlosses, um neue musikalische ideen zu entwickeln.
im 20. jh. wurde das schloss nach schweren schäden im zweiten weltkrieg restauriert und dient heute der öffentlichkeit als museum und veranstaltungsort. die prunkvollen säle, der romantische park und die atemberaubende aussicht machen schloss duino zu einem bedeutenden zeugnis der geschichte und kultur friaul-julisch venetiens.

bevor wir den schlosspark verließen stiegen wir die rund 100 stufen in den bunker von duino hinunter. dieser wurde seinerzeit von zwangsarbeitern in den fels geschlagen, nachdem das militärkommando adria, eine deutsche marine-befehlsstelle, die provinz triest 1943 besetzt hatte. hier fand die bevölkerung schutz im 2. weltkrieg und hier ergaben sich auch im mai 1945 die deutschen den alliierten.

nach unserer schlossbesichtigung, und dem rückweg über den rilke-weg, fuhren wir weiter zu unserem übernachtungsplatz auf der halbinsel „isola della cona“. ein ruhiger gemütlicher platz mit einer impossanten aussicht, besonders bei sonnenuntergang.

unser plan war, gleich früh am nächsten morgen, eine wanderung durch das „isonzo mouth regional nature reserve“, einem rund 2.400 ha großen schutzgebiet, zu unternehmen, um u.a. frei lebende camargue-pferde zu fotografieren.

aber was wir noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour