die christusstatue von harghita, die 7-leitern klamm, kirchenburgen und dracula.
der tag bagann im kurort sovata mit einem spaziergang zum bärensee
und von dort entlang eines rundwanderweges über den mierleisee, der mit seinem salzquellheilwasser viele leute zu einem schlammbad einlud.
anschließend fuhren wir zur „foişorul inima lui lisus“ – der herz jesu-statue – „christus von harghita“. sie ist die vierthöchste christusstatue in europa, 22 meter hoch und aus 60 tonnen edelstahl. die statue steht auf 953m ü.m., am höchsten punkt des dorfes lupeni. im inneren führt eine wendeltreppe bis in den kopf, von wo aus ein weiter ausblick auf die transsilvanische landschaft möglich ist. leider war diese bei unserem besuch gesperrt, trotzdem ein imposanter anblick.
dem „szekler museum of ciuc“ galt unser nächster besuch. verschiedene daulerausstellungen sowie wechselausstellungen sind in diesem museum zu besichtigen. besonders beeindruckend ist die ausstellung der franziskanischen druck- und buchbinderwerkstatt aus dem franziskanerkloster in csíksomlyó, denn diese war die erste katholische im damaligen fürstentum. es werden über 100 drucke und bucheinbände präsentiert, die tlw. mit goldprägungen verziert sind.
während der museumsführung hörten wir auch viel über den geschichtlichen hintergrund der szekler, eine bevölkerungsgruppe die heute in den rumänischen landeskreisen harghita, covasna, mureş und teilw. auch alba und kronstadt lebt.
als nächstes waren zwei kirchenburgen an der reihe. zuerst besichtigten wir die „kirchenburg von tartlau“ in prejmer. mächtig steht sie da, und obwohl das dorf über 50 mal angegriffen und zerstört wurde, konnte die kirchenburg nur wenige male eingenommen werden. man betritt die anlage durch den 30m langen eingangstunnel und gelangt auf die innenseite der massiven ringmauer, die mit über 270 wohnzellen und lagerkammern ausgestattet ist. mit ihren 3-4m dicken wänden bot sie den dorfbewohnern im fall eines angriffs schutz. die geschichte der kirchenburg ist lang und es gibt viel zu sehen. ein besuch lohnt sich allemal.
die zweite kirchenburg war die „biserica evanghelică fortificată hărmanin“ (evangelische kirchenburg honigberg). sie wurde im 13. jh. auf der grundlage einer alten basilika aus dem 12. jh. erbaut. die kirche wurde im laufe der jahrhunderte immer wieder erweitert und zu einer massiven befestigungsanlage aufgerüstet, und wenn man den noch erhaltenen teil des wehrganges sowie den burginnenhof betritt kann man sich gut vorstellen, wie hier hab und gut verteidigt wurden.
in einem alten teil einer kapelle im östlichen wehrturm sind sehr interessante gemälde zu sehen. das dominierende thema dieses ensembles ist das jüngste gericht und die verdammung der sünder. andere szenen sind vom leben der jungfrau maria inspiriert, aber es gibt auch figuren von heiligen aposteln. interessant, sich in das leben von früher zurück zu versetzen.
vom parkplatz der 7-leitern klamm, neben dem restaurant „terasa sapte scări“, wo wir freundlicher weise die nacht verbringen durften,
starteten wir unsere wanderung. auf einer höhe von 948m ü.m. gelegen wird die klamm mittels treppen, leitern und metallplattformen überquert. zum effektiven klammeinstieg sind es rund 3,5km, immer stetig bergauf entlang eines baches.
die ersten beiden metallleitern waren einfach zu erklimmen. dann wurde die schlucht etwas enger und unter den gitterrosten rauschte das wasser unter uns hindurch. die dritte leiter hatte es dann in sich. 15 meter trennten uns vom nächsten plateau. der wasserfall befand sich an dieser stelle direkt neben den trittsprossen und rauschte an uns vorbei in die tiefe. das machte die sache ein wenig rutschig, aber mit festem griff stiegen wir sprosse um sprosse höher, bis wir sicher auf dem nächsten verbindungssteg standen. doch die klamm heißt nicht ohne grund „7-leitern klamm“.
also hatten wir noch 4 leitern vor uns, die uns weiter in die enge schlucht führten, bevor wir wieder festen boden unter den füßen hatten.
der rest der wanderung, retour ging es auf einem forstweg, war durchaus entspannt. ein abolut lohnendes wanderhighlight.
weiter ging es nach bran, aber vorher schauten wir uns noch die „höhle valea cetății“ in râșnov an.
nächstes ziel „schloss bran (törzburg)“, die heimat des grafen dracula. schloss bran wird den touristen als „vampirschloss“ präsentiert, denn die menschen wollen unbedingt an die existenz von graf dracula glauben. und wer kennt sie nicht, die romanfigur graf dracula des irischen schriftstellers bram stoker, der bei der schaffung seiner romanfigur durch vlad III., allgemein bekannt als vlad tepeș oder vlad dracula inspiriert worden sein soll.
fakt: schloss bran ist eine mittelalterliche festung in den transsilvanischen alpen und wird, wenn auch fälschlicherweise, mit dem fiktiven schloss dracula gleichgesetzt, eine der größten touristenattraktionen rumäniens, die jährlich von rund 600.000 gästen besucht wird.
das historische vorbild der romanfigur ist der rumänische fürst „vlad tepeș“, heerführer (herrschertitel) des fürstentums walachei. vlad III., mit seinem beinamen drăculea (deutsch „der sohn des drachen“ – leitet sich laut historikern von der mitgliedschaft seines vaters vlad II., dracul im drachenorden kaiser sigismunds ab) – wurde bekannt wegen seiner angeblichen grausamkeit als menschenschlächter, mit vorliebe für hinrichtungen durch pfählung, was ihm einen weiteren beinamen einbrachte, tepeș (deutsch „pfähler“).
um es kurz zu machen, historisch ist es nicht nachweisbar, dass schloss bran die heimat von vlad III. alias vlad tepeș alias vlad dracula gewesen ist.
wir waren jedenfalls im vampirschloss und wenn nicht so viele touristen es gleichzeitig mit uns besucht hätten, wäre es eine noch viel schönere besichtigung geworden – aber ja, man muss es einmal gesehen haben 😉.
nach schloss bran schauten wir auch noch beim „curtea domnească din târgoviște (nationalmuseumskomplex)“ vorbei,
ehe wir uns auf unseren schlafplatz zurückzogen, denn am nächsten tag stand eine ganz besondere wanderung auf dem programm. ziel war eine tageswanderung im bucegi-gebirge, aber was wir dort so alles erlebten, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour
