irland wir kommen…

irland wir kommen war das motto als wir auf die fähre von fishguard nach rosslare warteten.

da die abfahrt der fähre aber erst für 14:00 uhr geplant war, hatten wir genügend zeit uns im hafen von fishguard das „ocean lab aquarium“ anzusehen. dieses wird von der meeresschutzorganisation ‘sea trust wales‘ betrieben und bietet eine spannende, edukative ausstellung zahlreicher meeresbewohner aus der keltischen see. die becken sind bewusst klein gehalten und die tiere werden regelmäßig mit fangstücken gefüttert. nach einiger zeit kehren die tiere wieder in ihre natürliche umgebung zurück. kleine, aber feine ausstellungsräume die viel nähe zur tierwelt bieten und vor allem ein sehr freundliches, kompetentes und engagiertes team. uns hat es gefallen und es war perfekt um die zeit bis zur abfahrt der fähre sinnvoll zu überbrücken.

nach der 4-stündigen ruhigen überfahrt kamen wir gegen 18:00 uhr in irland, im hafen von rosslare, an. wir sind dann noch ein kleines stück weitergefahren und haben die erste nacht auf einem pubparkplatz in churchtown verbracht, nachdem wir unser erstes guinness im „the kilrane inn“ getrunken haben 😉.

am morgen des nächsten tages galt unser erster besuch dem „johnstown castle estate, museum & gardens“. eingebettet in der grafschaft wexford ist dies ein wahres juwel unter irlands historischen anwesen und erzählt eine vielseitige geschichte über das ganz unterschiedliche leben des irischen adels.

ursprünglich errichteten die anglo-normannischen „esmondes“ aus lincolnshire gegen ende des 12. jh. den ersten turm auf dem gelände von johnstown castle, wurden aber 1649 im zuge der cromwell-eroberung aufgrund ihres katholischen glaubens enteignet. später, durch heirat, gelangte die familie in die linie der fitzgeralds, eine bedeutende irische adelsfamilie. die letzte bewohnerin des estates war „lady adelaide jane frances fitzgerald“ (lady maurice fitzgerald, 1860–1942), ehefrau von lord maurice fitzgerald aus der dukes-of-leinster-linie. nach dem tod der lady im november 1942 erbte ihr enkel, maurice victor lakin, das anwesen. 1945 schenkte dieser johnstown castle der irischen nation. das anwesen wird vom „irish heritage trust“ verwaltet und gepflegt (eine gemeinnützige organisation und eine unabhängige eingetragene wohltätigkeitsorganisation). an dieser stelle möchten wir uns bedanken, dass uns diese interessante private führung ermöglicht wurde.
die märchenhafte neugotische architektur des schlosses, umgeben von einer weitläufigen parkanlage mit seen und alten bäumen, verleiht dem ort eine ganz besondere atmosphäre.

interessant ist auch wie weit der dienstboteneingang vom schloss entfernt war, der mit einem unterirdischen gang mit diesem verbunden war. ja, und dienstboten gab es genug zu dieser zeit.

ein stück weiter, versteckt in einem idyllischen tal nahe new ross, liegt eine stille schönheit irlands. die beeindruckende ruine der „tintern abbey“. dieses ehemalige zisterzienserkloster wurde um 1200 vom normannischen ritter william marshal gegründet, der der legende nach in einem sturm gelobte ein kloster zu bauen, wenn er sicher an land käme – und sein versprechen hielt.
die abtei, umgeben von wald und sanften hügeln, strahlt bis heute eine besondere ruhe aus. mächtige mauern, spitzbogenfenster und die überreste des kapitelsaals zeugen von ihrer einstigen bedeutung.

unmittelbar neben der abtei ist auch der liebevoll rekonstruierte „colclough walled garden“, der nach der schenkung der tintern abbey an den irischen staat im jahr 1959 der natur überlassen wurde und komplett verwilderte, ein lohnenswertes besuchsziel. der garten, der in einen zier- und einen nutzgarten unterteilt ist, wurde auf grundlage einer historischen karte aus den 1830er jahren restauriert und sein ursprünglicher grundriss wiederhergestellt. die im jahr 2010 begonnene restaurierung umfasste die wiederherstellung von wegen, brücken, des wasserlaufs und der trennung zwischen zier- und nutzgarten. wer wunderschöne, gut gepflegte gärten liebt sollte diesen ort jedenfals besuchen.

im vorbeifahren blieben wir kurz beim „fethard castle“ stehen. die ursprünge der anlage reichen bis 1200 zurück (eine normannische motte – ein künstlich angelegter erdhügel, auf dem eine hölzerne verteidigungsanlage errichtet wurde). im 14. und 15. jh. wurde dann vermutlich vom bischof von ferns eine steinburg in mehreren phasen als sommerresidenz erbaut. obwohl heute nur mehr eine ruine ist diese ein beliebtes fotomotiv.

vom nächsten castle ist leider auch nicht mehr viel übrig geblieben – „slade castle“. mit seiner lage direkt am meer bietet das kleine schloss einen einblick in die mittelalterliche architektur. das recht gut erhaltene vierstöckige turmhaus stammt aus dem 15. jh. und wurde von der anglo-normannischen familie laffan erbaut. der hauptraum befindet sich im zweiten stock und verfügt über einen kamin und eine garderobe (toilette). die eingangshalle zum turm war durch ein ‚mordloch‘ geschützt, ein loch im darüberliegenden boden, durch das kochende flüssigkeiten und andere gegenstände auf ungebetene besucher geworfen werden konnten. leider ist eine besichtigung nur von außen möglich.

am kap von hook head, im südwestlichsten zipfel der grafschaft wexford, steht das „hook lighthouse“ aus dem frühen 13. jh. man geht davon aus, dass er einer der ältesten leuchttürme der welt und der zweitälteste noch in betrieb befindliche leuchtturm der welt ist. bei einer führung durch den leuchtturm bis hinauf auf den balkon erfuhren wir über seine langjährige geschichte, das leben und die aufgaben der leuchtturmwächter und deren familien sowie die seefahrt und hatten einen fantastischen ausblick. es hat sich gelohnt – eine interessante geschichte vom bau bis hin zu den verbesserungen im wandel der zeit.

eine ruhige nacht mit schönem ausblick haben wir ganz in der nähe in einer parkbucht beim hook head lighthouse verbracht.

am nächsten tag ging es weiter richtung thomastown. am weg dorthin hielten wir an der ruine der templetown church. sie war das hauptquartier der tempelritter in wexford. dieser religiöse militärorden wurde im 12. jh. gegründet, um christliche pilger auf ihrer reise ins heilige land zu schützen.

den nächsten stop machten wir beim „duncannon fort“, hoch über der mündung des river suir. eine beeindruckende sternförmige festung mit einer langen, wechselvollen geschichte. ursprünglich im 16. jh. errichtet, diente es als strategisch wichtiger verteidigungspunkt gegen invasionen und piraten. besonders während der irischen rebellionen und der cromwell’schen belagerung im 17. jh spielte es eine bedeutende rolle und wurde sogar als trainingsgelände im ersten weltkrieg genutzt. die dicken mittelalterlichen mauern, alten kanonen, tiefen gräben und unterirdischen gänge machen den besuch zu einem spannenden erlebnis.

nächster halt „dunbrody abbey“, eine ruine voller geschichte und atmosphäre. sie zählt zu den eindrucksvollsten zisterzienserruinen irlands. gegründet im jahr 1170 von hervey de montmorency, einem gefolgsmann von richard de clare (auch bekannt als strongbow), war das kloster ein wichtiges religiöses zentrum im mittelalterlichen südosten der insel. trotz ihrer heutigen ruinenform vermittelt die abtei noch immer einen eindruck von ihrer einstigen größe. die wuchtigen mauern, die spitzbogenfenster und die langgestreckte gotische kirche erzählen von der schlichten, aber kraftvollen architektur der zisterzienser. besonders beeindruckend ist das gut erhaltene kirchenschiff mit seinen massiven pfeilern und rundbögen, das uns in eine vergangene zeit eintauchen ließ.

jetzt ging es weiter zu einem besonderen besuch – „the kennedy homestead“ – auf den spuren der kennedys in irland. kennedy homestead in dunganstown ist weit mehr als nur ein historischer bauernhof, es ist die wiege einer der bekanntesten politischen familien der welt.
hier, auf diesem bescheidenen anwesen, lebten die vorfahren von john f. kennedy, dem 35. präsidenten der vereinigten staaten, bevor sie im 19. jh. nach amerika auswanderten.
die heutige gedenkstätte erzählt eindrucksvoll die geschichte der familie kennedy, von ihren irischen wurzeln bis hin zum aufstieg zur politischen dynastie. interaktive ausstellungen, persönliche briefe, fotos und videos ließen uns tief in das leben von jfk und seiner familie eintauchen. besonders bewegend ist der teil der ausstellung, der sich mit dem besuch von jfk in irland im jahr 1963 beschäftigt, nur wenige monate vor seiner ermordung. damals besuchte er auch das homestead, traf verwandte und wurde von der bevölkerung mit großer herzlichkeit empfangen.

wer schon in dieser gegend ist sollte sich das „dunbrody famine ship in new ross“ ansehen. es ist ein beeindruckender nachbau eines echten auswandererschiffs aus dem 19. jh. – und eine der eindrucksvollsten gedenkstätten an die zeit der großen hungersnot in irland.
zwischen 1845 und 1852 verließen hunderttausende iren ihre heimat auf der suche nach einem besseren leben – oft unter katastrophalen bedingungen. die dunbrody wurde ursprünglich 1845 gebaut und transportierte viele dieser verzweifelnden menschen von new ross nach nordamerika.

die heutige rekonstruktion des schiffes ist begehbar und ließ uns eindringlich nachempfinden, wie eng, dunkel und entbehrungsreich die überfahrt war. besonders bewegend ist die geführte tour, bei der schauspieler in historischen kostümen schicksale irischer auswanderer darstellen. man begegnet „passagieren“, hört ihre geschichten und bekommt ein gefühl dafür, mit welchen hoffnungen – aber auch mit welchen ängsten – sie die reise über den atlantik antraten. wir waren beeindruckt.

ein ewiges licht der erinnerung steht am ufer des barrow in new ross, direkt beim dunbrody famine ship. dort brennt eine kleine, aber bedeutungsvolle flamme, „the emigrant flame“. sie wurde 2013 entzündet – gespeist vom feuer der ewigen flamme am grab von john f. kennedy in arlington, usa – und symbolisiert die unerschütterliche verbindung zwischen irland und seinen auswanderern. diese ewige flamme ehrt die millionen iren, die ihre heimat verließen. sie erinnert an mut, verlust und hoffnung.weiter geht unsere reise nach kilkenny aber was wir noch in irland so alles erleben werden ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour