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unsere ersten tage auf sizilien…

unsere ersten tage auf sizilien. nachdem wir das italienische festland vorübergehend verlassen haben, und mit der fähre gut und schnell in messina angekommen waren, routeten wir unsere ersten tage auf sizilien ganz klassisch – taormina – alcantara-flusstal – ätna – catania.
in taormina ging es von der „porta messina“ (nördlicher stadteingang) zur „piazza vittorio emanuele II (auch bekannt als „piazza badia“, der früher als römisches forum diente)“ und an der „chiesa di santa caterina d’alessandria“ vorbei (eine wunderschöne barockkirche aus dem 17. jh.). von hier aus schlenderten wir durch die schmalen gassen in richtung des „antiken griechisch-römischen theaters“ (erbaut im 3. jh. v. chr. und von den römern erweitert, bot es platz für bis zu 10.000 zuschauer und wird heute noch für konzerte und festivals genutzt).

danach schlenderten wir entlang des „corso umberto“ (belebte haupteinkaufsstraße taorminas) zur „piazza IX aprile“, mit einem der schönsten aussichtspunkte auf die küste von giardini naxos und einem imposanten ätna-blick. hier steht auch die malerische „chiesa di san giuseppe“, mit ihrer barocken fassade (der bau geht auf das späte 16. und frühe 17. jh. zurück und die kirche war sitz der “bruderschaft der seelen im fegefeuer” – daher finden sich sowohl innen als auch außen zahlreiche dekorationselemente, die menschliche figuren inmitten von flammen darstellen).
der „duomo di taormina“ (auch bekannt als „kathedrale von taormina“), wirkt von außen fast wie eine festung, mit zwei korinthischen säulen an jeder seite des haupteingangs, aber im inneren offenbart sich ihre erhabene schönheit.
davor befindet sich der „fontana di piazza duomo“ (1635 erbauter barocker marmorspringbrunnen mit fabelwesen) und um die ecke liegt die „porta catania“ (südlicher stadteingang).
ein sehr schöner stadtspaziergang, bei dem wir uns eher treiben ließen, und auch zeit für die sizilianische küche und natürlich ein herrliches gelatto fanden.

von taormina führte uns unser weg richtung „castiglione di sicilia“, wobei wir einen tollen, sehr lehrreichen tag mit dem zertifizierten wander- und flussguide „francesco“ von „sicily green adventures“ und unserem historic guide „attila“ verbrachten.
als erstes war die alcantara-schlucht (gole dell’alcantara) an der reihe – frühzeitig, ehe die massen von touristen die schlucht besuchten. „flusstrekking in der alcantara-schlucht“, d.h. flussaufwärts durch das klare, kalte wasser mit kleinen stromschnellen und sehr gut ausgerüstet mit wasserdichter wat-/fischerhose mit stiefel sowie helm. während der trekking tour erfuhren wir wie und warum diese beeindruckende bis zu 25 meter tiefe und an manchen stellen nur drei/vier meter schmale lavaschlucht entstanden ist.
dieser entstehungsprozess begann vor tausenden von jahren mit vulkanischen aktivitäten, als zähflüssige basaltische lava auf das eisige wasser des flusses traf, sich zusammenzog, kristallisierte und durch die schnelle abkühlung die faszinierende entstehung der prismischen, fünf- und sechseckigen säulen (säulenbasalt) ermöglichte.
auf grund des derzeit niedrigen wasserstandes konnten wir weit in die schlucht hineingehen.

nachdem sich „francesco“ von uns verabschiedet hatte, zeigte uns „attila“ einige schöne stellen,

aber unter anderem eine nicht unbedingt schöne stelle, an der man ersehen kann, was die „lieben menschen“ so alles in den fluss werfen und was bei hohem wasserstand und sturzfluten wieder angeschwemmt wird und sich sammelt – na ja, man kann es als kleines kunstwerk der naturkräfte betrachten, aber es macht uns auch immer wieder sehr nachdenklich.

insgesamt betrachtet, ein außergewöhnliches naturerlebnis, machbar für alle altersgruppen ohne zwingender spezifischer vorkenntnisse, das wir absolut empfehlen können.

„attila“ hat ein ungeheures geologisches wissen und kennt die geschichte des alcantara-flusstals (valle dell‘ alcantara). am nachmittag besuchten wir mit ihm gemeinsam plätze, wo touristen nicht mehr so leicht hinkommen, wie z.b. „gurne alcantara“

(wasserbecken und bewässerungskanäle die früher die wassermühlen

entlang des flusses alcantara antrieben) und den „alcantara wasserfall“ und das „alte wasserkraftwerk“.

wir fuhren mit ihm und seinem „grünen panda“ in das historische, mittelalterliche dorf castiglione di sicilia

mit dem „castello di lauria“, das auf einem sandsteinfelsen thront und einen 360-grad-rundumblick auf das gesamte alcantara-flusstal bietet,

und schauten bei der „cuba of santa domenica“ vorbei – ein vergessener zeuge einer anderen zeit, wo sich verschiedene einflüsse begegnen: byzantinische, arabisch-normannische und ländlich-sizilianische elemente scheinen sich hier in der architektur zu vermischen. geschichte, die leise in der landschaft weiterlebt.

zum abschluss des tages machten wir einen letzten stopp bei attila´s großer leidenschaft, dem „settevoci project“, an dem er seit beginn aktiv mitarbeitet. dieses projekt ist eine gemeinnützige initiative zur kulturellen und ökologischen wiederbelebung des alcantara-flusstals. ausgehend von einem alten gebäude aus dem 19. jh. entstand dort ein gemeinschaftsort, an dem kunst, bildung, nachhaltigkeit und landschaftsschutz miteinander verbunden werden. die vereinigung organisiert kulturelle veranstaltungen, workshops, pädagogische aktivitäten und künstlerische darbietungen. außerdem beschäftigt sie sich mit ökologischen themen wie permakultur, der pflege der umgebung, der wiederverwertung vorhandener ressourcen und der herstellung eigener produkte aus lokalen, möglichst naturbelassenen zutaten. so ist settevoci nicht nur ein ort, sondern auch ein beispiel dafür, wie in ländlichen regionen gemeinschaft, kreativität und verantwortung für die natur praktisch gelebt werden können. ein absolut interessantes und sehenswertes projekt.

nach einer ruhigen nacht mit einem versteckten stellplatz,ging es am morgen richtung berg – ja auf den ätna.
am weg zum „rifugio sapienza“ (schutzhütte auf 1.910 meter höhe, an der südseite des vulkans, und direkt neben der talstation der seilbahn) machten wir einen kurzen halt bei der „red big bench #200“ – eine riesige rote sitzbank mit herrlichem ausblick.

ein weiterer stopp war bei der „favazza etna winery“, wo wir an einer geführten „wine safari inkl. wine tasting“ teilnahmen. empfangen wurden wir mit einem vorzüglichen frühstück, ehe es mit unserem guide zu einer 4×4 tour los ging. leider schlug das wetter komplett um und wir konnten nicht alles besuchen, was ursprünglich auf dem programm stand. nichtsdestotrotz erklärte uns unser guide „francesco“ die gegend sehr genau, als wir durch das private areal am ätna fuhren – eine beeindruckende landschaft mit uralten bäumen und unberührter wildnis, lavahöhlen, historischen lavafeldern und spektakulären aussichtspunkten. am ende mussten wir wegen des starken regens samt hagel doch abbrechen.

zurück in der winery, und nachdem wir wieder ein wenig aufgetrocknet waren, begann unsere weinprobe, gepaart mit traditionellen sizilianischen hausgemachtem brot, wurst und käse. vier ausgezeichnete ätna-weine standen uns zur verfügung, wobei der „favazza diatrema etna bianco doc 2023“, ein cuvée aus den autochthonen (heimischen) rebsorten carricante und catarratto lucido, unseren geschmack am besten traf. zwischen den einzelnen verkostungsgängen erhielten wir viele interessante informationen rund um den anbau der trauben in bezug auf die anbauhöhe, die großen temperaturschwankungen, die mineralhaltigen vulkanischen böden sowie den herstellungsprozess des weins. unser besuch war ein tolles erlebnis, vielen dank!

nach dem besuch der weinkellerlei ging es nur mehr bergauf, bis zum großen ätna-parkplatz, wo wir einen geeigneten stellplatz vis-à-vis vom „ristorante la cantoniera etna“ fanden. Das wetter hatte sich deutlich gebessert und so entschieden wir uns für noch einen ausgedehnten spaziergang rund um den „silvestri-krater“ (einer der etwa 400 nebenkrater der sich 1892 gebildet hat).

wieder zurück bei unserem stellplatz machten wir noch einige luftaufnahmen, ehe wir uns mit der vorfreude auf den nächsten tag zur ruhe begaben.

nach einer ruhigen, angenehmen nacht ging es zu fuss zur „funivia dell‘ etna“, der einzigen seilbahn am ätna, von wo aus wir die „tour 3.000“ starteten. das seilbahnunternehmen selbst ist insofern bewundernswert, da die eigentümer, die familie russo morosoli, unbeirrbar an dessen zukunft glauben, obwohl die anlage bereits mehrmals von vulkanausbrüchen teil- bzw. vollständig zerstört wurde (das letzte mal 2002, nur eine woche vor der einweihung) und trotzdem immer wieder neu aufgebaut wurde.
die „tour 3.000“ begann mit der seilbahn bei der talstation, die uns von 1.923 m höhe zur oberen station auf 2.500 m brachte. dabei sieht man erloschene krater und bei schönwetter bis zur mehr als 100 km entfernten ostküste siziliens.

von hier aus fuhren wir mit einem speziellen 4X4-bus weiter, um die von den behörden erlaubte maximale höhe zu erreichen, die derzeit auf etwa 2.850 m liegt.

nach diesem letzten halt ging die tour in begleitung unseres alpin- und vulkanologischen guides weiter,

der uns durch die oberen kraterzonen und jüngste lavaströme im gipfelbereich führte und uns kuriositäten und wunder des höchsten aktiven vulkans europas erzählte.

ein wirklich beeindruckendes erlebnis, das sich jeder sizilien-besucher gönnen sollte.noch ein blick zurück und dann ging unsere reise von 2.850 m wieder bis auf 7 m hinunter (meereshöhe des stadtzentrums von catania). am weg dorthin konnten wir immer wieder die auswirkungen der lavaströme des ätna´s sehen.

unglaublich, wie weit diese an die küste reichen.

für die nächsten tage steht catania auf unserem reiseprogramm, aber was wir da so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovisontour

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