unser nächstes ziel, durch die berge und über pässe von umbrien und den marken. doch vor den bergpassagen gab es noch einiges zu sehen. so machten wir eine kleine wanderung durch den „coastal botanic gardens of veneto“ im südlichen teil der küste von rosolina mare. leider konnten wir die kompletten 7,5 km durch alle drei landschaftsräume (kiefernwald, süßwasserfeuchtgebiete und brackfeuchtgebiete) nicht gehen, da das gebiet zum teil überschwemmt war
und entlang der küste verging uns der weitere spaziergang endgültig. wegen des sehr heftigen windes wurden wir vom sand eingehüllt, quasi sandgestrahlt, und so machte uns der strandspaziergang einfach keinen spaß.
trotzdem war es schön auch diese gegend mit den gezeitenflächen und den dünenlandschaften einmal gesehen zu haben.
unser stellplatz am abend belohnte uns mit einem wunderschönen sonnenuntergang (davon können wir nie genug bekommen) und verschönerte uns das abendessen.
am nächsten tag fuhren wir über wackelige brücken, wie die kostenpflichtige mautbrücke „ponte di barche“
davor schauten wir uns noch die „treibholzfiguren“ am strand vom „lido delle nazioni“ an,
ehe wir unser ziel, den campingplatz „residenza le saline“, erreichten. dieser campingplatz hat alles was man von einem campingplatz erwartet (außer duschen und wc, aber das haben wir ja an bord). stromversorgung, grauwasser- und kasettenentleerung und ganz wichtig, auch gutes trinkwasser. wir durften zwischen den stellplatzmöglichkeiten auf schotter und kies bzw. auf der großen wiese hinter dem b&b frei wählen und bekamen alle informationen über die örtlichen möglichkeiten und einrichtungen (z.b. radrundtouren und kanuausflüge durch die lagunen sowie museen, denkmäler und strände von comacchio). wir haben eine ruhige nacht verbracht und können uns gut vorstellen, dass man hier auch mehrere angenehme tage mit vielfältigen erkundungstouren verbringen kann – danke für die freundliche aufnahme👍.
unser nächster besuch galt der lagunenstadt „comacchio“, eine charmante stadt, die liebevoll als „klein-venedig“ bezeichnet wird. die zahlreichen kanäle, die sich durch das historische zentrum schlängeln, verleihen dem ort eine tolle atmosphäre. bei einem bummel durch die stadt entdeckt man viele bunte häuser, kleine malerische brücken und gemütliche plätze.
markant ist die berühmte trepponti-brücke (das wahrzeichen der stadt)
sowie die alten fischverarbeitungsanlagen, die von der langen tradition der aal-fischerei zeugen. die stadt bietet zahlreiche cafés und restaurants, in denen lokale spezialitäten probiert werden können.
durch diese stadt zu bummeln können wir nur jedem empfehlen der in der provinz ferrara und dem po-delta regionalpark unterwegs ist.
ein für uns interessanter spot war die „ruine s. alfonso bei argenta“. die anfahrt ist zwar sehr holprig, aber sie lohnte sich. der betrieb war teil der azienda agricola san alfonso, der historisch mit der familie franchi (insbesondere augusto franchi) verknüpft war. s. alfonso diente als „centro aziendale“, also als verwaltungs- und wohnzentrum für arbeiter sowie als lagerhaus. in seiner blütezeit war der betrieb ein wichtiger bestandteil des dichten netzes landwirtschaftlicher güter, die das neu gewonnene land im po-delta bewirtschafteten. heute befinden sich die gebäude in einem zustand des fortgeschrittenen verfalls.
aber gerade dieser schlechte zustand ist entscheidend für ein besonderes erlebnis in der natur.
die ruine ist zu einem der wichtigsten brutplätze des seltenen rötelfalken (falco naumanni) im nördlichen italien geworden. die vögel nutzen die löcher im mauerwerk und die dachbalken als nistplätze. der kleine falke lebt vornehmlich in der region um das mittelmeer und in zentralasien und ist ein langstreckenzieher, der südlich der sahara überwintert. wir hatten große freude die kleinen falken bei ihrem anflug mit ihrer beute in den fängen beobachten zu können – ein seltenes, aber sehr schönes erlebnis.
da es ganz in der nähe von argenta noch ein kleines naturschutzgebiet gibt machten wir einen kurzen abstecher dorthin, ehe wir uns auf den stellplatz in argenta für die nacht zurückzogen. bei unserem abendspaziergang konnten wir verschiedene wasservögel, schildkröten, bisamratten und rosa flamingos sehen – einfach schön.
den nächsten tag starteten wir mit einer stadtbesichtigung. „dozza“ ist ein mittelalterliches, kleines, aber beeindruckendes dorf, und bekannt wegen seiner biennale für zeitgenössische kunst. die straßen sind wie eine open-air-galerie, denn zahlreiche künstler haben im rahmen des biennal stattfindenden „festival der bemalten mauern“ ihre werke direkt auf die gebäude angebracht. so entstand bei unserem rundgang durch den ort eine besondere atmosphäre, die dozza von anderen orten abhebt.
das historische stadtbild mit kleinen gassen und der mächtigen „festung rocca di dozza“, von der man auch einen tollen ausblick über die hügelige landschaft der emilia-romagna hat, hat uns sehr angesprochen.
besonders die lebendige mischung aus kunst und geschichte begeistert – dozza ist definitiv einen besuch wert.
anschließend fuhren wir auf einen campingplatz auf den wir uns schon länger gefreut hatten. warum? dieser cp gehört zu einer therme deren besuch wir fix geplant hatten. „terme dell‘ agriturismo“, wieder einmal wellnes pur erleben – schwimmen im warmen wasser, entspannen im whirlpool & in der sauna, im dampfbad chillen und eine tolle massage genießen. zwar war der gesamte außenbereich inkl. aquapark noch nicht geöffnet, aber der innenbereich mit schleuße zu einem der aussenbecken ist groß genug.
nach dem abendessen, es gibt in der therme eine ausgezeichnete pizzaria, konnten wir nochmals zum abend(nacht)schwimmen bis 01:00 uhr früh, im rahmen der thermal nights oder blue nights. einfach genau das, was wir lieben. es waren sehr entspannende zwei tage 😉.
zügig ging es schließlich weiter richtung berge. vorbei an assisi,
wo wir auf grund des touristenstroms auf einen stadtbesuch verzichteten (es war ostermontag), suchten wir uns einen stellplatz der etwas weiter östlich lag in „armenzano“, am fuße des monte subasio. ruhig, sicher, einsam – perfekt.
der nächste routenabschnitt führte uns über „serravalle di chienti“
also ging es weiter zu unserem nächsten schlafplatz in „borgo sant’antonio“, ein von der gemeinde errichteter stellplatz, derzeit ohne jeglichen service, aber dafür ruhig und einsam 😉.
von borgo sant antonio wollten wir über den „passo forca di presta“, auf 1535 m gelegen und einer der berühmtesten pässe der sibillinischen berge. von weitem konnte man schon die schneebedeckten gipfel sehen und erahnen, was uns in den nächsten tagen bevorstand.
schnell noch ein zwischenstopp bei der derzeit noch verschlossenen „church of the madonna della còna“, ein wenig im schnee spielen, sich mit einem italienischen tourengeher unterhalten
und feststellen, dass die straße sp156 auf den „monte prata“ unpassierbar war.
also weiter, wir wollten ja über den „passo forca di presta“, der die hochebene von castelluccio, auf 1432 m gelegen, vom tronto-tal trennt und die natürliche grenze zwischen umbrien und den marken ist. unsere route führte unterhalb der durch das letzte erdbeben von 2016 völlig zerstörten bergdorfs „castelluccio“ vorbei.
aber die lokalen landwirte haben nicht aufgegeben, denn seit jeher ist das gebiet für seinen linsenanbau bekannt („lénta“, wie sie von den einwohnern von castelluccio genannt wird – das repräsentativste produkt des dorfes schlechthin) und für das blumenfarbspektakel, wenn die linsenfelder der hochebene im frühsommer zusammen mit mohn- und kornblumen, gänseblümchen, narzissen und enzianen in voller blüte stehen und die touristen anlocken.
tja, und dann kam die abzweigung auf die sp477 richtung pass
um wieder auf unsere geplante route zu kommen. auf einer kleinen nebenstraße richtung norica, dann nach links nach capodacqua und bei trisungo wieder auf unsere ursprüngliche route.
vom lago compotosto fuhren wir in das dorf popoli terme, wo wir von unserem nächtigungsplatz aus eine wanderung im „pescara springs regional nature reserve“ zu den quellen des flusses pescara unternahmen, eines der wichtigsten quellgebiete in zentral- und süditalien. schön frühlingshaft und wieder schneefrei.
unsere nächste route führt zu den schluchten von „fara san martino“ in den abruzzen, aber was wir da noch so alles erleben werden, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovisontour

