Website-Icon hovisontour.com

die irische hauptstadt dublin…

die irische hauptstadt dublin war für die nächsten tage unser ziel. wir quartierten uns im „the castle hotel“ ein und gaben dem cleverchen eine pause. von dem recht zentral gelegenen hotel starteten wir unsere dublin besichtigungen.
der erste weg führte uns zum „dodublin – dublin bus head office“. Dort holten wir unsere tickets für den „go city – 3-choice explorer pass“, der u.a. die fahrt mit dem hop-on-hop-off-bus inkludierte. eine sehr empfehlenswerte methode, um die highlights dublins bequem und stressfrei zu entdecken und von den vielen vergünstigungen zu profitieren, wie z.b. von 2-für-1-menüs in ausgewählten lokalen, bis hin zu freien museumseintritte.

unser erstes tagesziel war eine reise zurück ins dublin der wikingerzeit, das „dublinia viking and medieval museum“. das museum bietet faszinierende einblicke in das mittelalterliche dublin, rund um die mythen und geheimnisse der wikinger. anhand der interaktiven ausstellungen und anschaulichen nachbildungen erfuhren wir mehr über verbrechen & strafe, tod & krankheit und wie sich das bunte  leben auf einem mittelalterlichen markt abspielte.

als nächstes besuchten wir das „trinity college“. es zählt zu den bedeutendsten sehenswürdigkeiten dublins und ist zugleich die älteste universität irlands. gegründet im jahr 1592 auf anordnung von königin elisabeth I. ihr ziel war es, eine bildungsstätte nach dem vorbild von oxford und cambridge zu schaffen und so den protestantischen einfluss in irland zu stärken. über die jahrhunderte hinweg entwickelte sich das college zu einem international anerkannten ort akademischer exzellenz, an dem viele berühmte persönlichkeiten wie jonathan swift, oscar wilde und samuel beckett studierten.

 

berühmt ist das trinity college auch für seine eindrucksvolle bibliothek, die zu den größten und schönsten europas zählt.
hier wird das legendäre „book of kells“ aufbewahrt, ein kunstvoll illustriertes evangelienbuch aus dem 9. jh., das als eines der bedeutendsten werke mittelalterlicher buchkunst gilt.

der „long room“, eine zweistöckige halle mit beeindruckendem holzgewölbe, ist der imposante hauptsaal der bibliothek. er faszinierte uns mit seinen hohen regalen, alten handschriften und gedruckten büchern, büsten bedeutender gelehrter und der ältesten harfe irlands, die brian boru’s harp.

 

wir schlenderten über den weitläufigen, von historischen gebäuden und gepflegten grünflächen geprägten universitätscampus und hörten anekdotisches über das studentenleben. so z.b., dass die studierenden es peinlichst vermeiden, unter dem großen glockenturm hindurchzulaufen. denn sollte gerade dann die glocke läuten, wenn man sich darunter befindet, wird man niemals seine prüfungen bestehen.

es war schon sehr beeindruckend, sich inmitten dieser traditionsreichen institution zu bewegen und einen einblick in die reiche vergangenheit des trinity college zu gewinnen.

im anschluss machten wir uns auf den weg zur berühmten „christ church cathedral“. dieses eindrucksvolle gotteshaus zählt zu den ältesten bauwerken dublins und ist ein gutes beispiel für mittelalterliche architektur. beeindruckend sind die prächtigen gewölbe, historischen bodenfliesen,  und die größte kathedralenkrypta in großbritannien und irland (die mittelalterlichen mauern tragen das ganze kirchenschiff), in der zahlreiche ausstellungsstücke zur geschichte der kathedrale und der stadt zu sehen sind, u.a. die älteste erhaltene kopie der magna carta.

 

neben dem grabmal von richard de clare („strongbow“), welches allerdings nicht sein eigentliches grabmal ist, da dieses bereits vor jahrhunderten zerstört wurde, ist eine besondere kuriosität der christ church cathedral, eine reliquie, das „herz von laurence o’toole“. laurence o’toole war im 12. jh. erzbischof von dublin und wurde später heilig gesprochen (dublin’s schutzpatron). sein herz wurde nach seinem tod als reliquie in der kathedrale aufbewahrt, galt aber lange als verschollen, nachdem sie 2012 gestohlen worden war. sie wurde jedoch 2018 wiedergefunden und an ihren ursprünglichen platz zurückgebracht. das herz symbolisiert für viele besucher den tiefen glauben und die bewegte geschichte der kathedrale. sie ist ein bedeutendes religiöses zentrum, an dem die bewegte vergangenheit dublins spürbar wird.

dublin castle“ befindet sich im herzen der stadt und bildet seit mehr als 800 jahren ein zentrales element der irischen geschichte. ursprünglich wurde dublin castle im frühen 13. jh. von den normannen auf den überresten einer alten wikingerfestung erbaut, um die englische herrschaft in irland zu sichern. die anlage diente über jahrhunderte als sitz der englischen und später britischen verwaltung – hier wurden gesetze beschlossen, wichtige dokumente aufbewahrt und politische entscheidungen getroffen.

 

das schlossensemble besteht aus unterschiedlichen gebäuden, die verschiedene architektonische stile von mittelalter bis barock und viktorianischer zeit widerspiegeln. besonders sehenswert ist der „record tower“, das älteste erhaltene bauwerk des schlosses, dessen mächtige mauern und schmale fenster die ehemalige verteidigungsfunktion noch heute erahnen lassen. die prächtigen „state apartments“ beeindrucken mit kunstvoll ausgestatteten räumen, in denen einst britische vizekönige residierten und heute bedeutende offizielle staatsempfänge und zeremonien stattfinden.

ein highlight unseres rundgangs war auch die „chapel royal“, eine neugotische kapelle mit geschnitztem holzinterieur und farbenprächtigen glasfenstern, die den religiösen aspekt des schlosslebens eindrucksvoll unterstreichen.

dublin castle hat eine wechselvolle geschichte und war immer ein spiegel politischer, kultureller und gesellschaftlicher entwicklungen. heute ist das schloss nicht nur ein museum, sondern auch ein sinnbild für die wandlungsfähigkeit und stärke von dublin selbst.

nun besuchten wir die „marsh’s library“, irlands älteste öffentliche bibliothek, die 1707 gegründet wurde. die original erhaltenen eichenschränke, die kunstvoll gearbeiteten rollregale und die rund 25.000 seltenen bücher und handschriften, die hier aufbewahrt werden (viele davon stammen aus den bereichen theologie, wissenschaft und literatur), machten den besuch zu einem besonderen erlebnis.
interessant fanden wir, dass es sich hier um eine historische „chained library“ (kettenbibliothek) handelt. diese waren im mittelalter üblich, um teure bücher sicher aufzubewahren und vor beschädigung zu schützen. bekannt ist auch, dass einst leser in kleine zellen/käfige gesperrt wurden, um den zugang zu den seltenen büchern zu beschränken und sie vor diebstahl zu bewahren. im hinteren teil der bibliothek konnten wir drei dieser käfige sehen.

 

aber diese bibliothek hat mehr als nur bücher zu bieten. man hat den geist eines alten mannes gesehen, der um mitternacht die bücherregale durchwühlt. es heißt, es sei der geist von erzbischof narcissus marsh, dem gründer der bibliothek.
neben dem geisterhaften besucher hatte marsh’s library auch viele berühmte besucher. schriftsteller wie „bram stoker“, „jonathan swift“ und „james joyce“ waren hier.
stoker wurde ein regelmäßiger leser in marsh’s library und besuchte sie während seines studiums am trinity college häufig. es gibt detaillierte aufzeichnungen über das, was er bei seinen besuchen zu rate zog – bücher über religion, hexerei und reisen in osteuropa.
der besuch in dieser historischen bibliothek bot uns einen faszinierenden einblick in die literarische und geistige geschichte der stadt.

im anschluss besuchten wir die beeindruckende „saint patrick’s cathedral“, die größte kirche irlands und ein wahrzeichen dublins. die kathedrale wurde im 12. jh. erbaut und ist dem nationalheiligen irlands, dem heiligen patrick, gewidmet.der mächtige, gotische bau und die prächtigen glasfenster erzählen von der langen geschichte des gotteshauses, das über jahrhunderte hinweg „das“ zentrum religiösen lebens und kultureller bedeutung war. faszinierend fanden wir die zahlreichen denkmäler und grabstätten berühmter persönlichkeiten aus verschiedenen epochen, darunter auch das grab von jonathan swift, dem autor von gullivers reisen und ehemaligen dekan der kathedrale.
für uns war der besuch in einem der spektakulärsten gebäude irlands absolut lohnenswert.

am nachmittag machten wir noch eine teeling trinity tasting tour in der „teeling whiskey distillery“. die destillerie, die sich im belebten liberties-viertel befindet, ist die erste „neue“ whiskey-brennerei, die seit über 125 jahren in der stadt eröffnet wurde. bei der trinity tasting tour erhielten wir wieder einblicke in den herstellungsprozess des irischen whiskeys, von der auswahl der gerste bis zur abfüllung in die charakteristischen flaschen.
wir sahen moderne anlagen, die trotzdem viele traditionelle elemente bewahrt haben, und erfuhren auch viel über die bewegte geschichte des familienunternehmens teeling und die wiederbelebung der whiskey-tradition in dublin. highlight war für uns die verkostung. wir probierten vier verschiedene teeling whiskeys und konnten die feinen unterschiede in aroma und geschmack erkennen. eine empfehlung für alle, die die irische whiskeykultur hautnah erleben möchten.

natürlich durfte bei unserem aufenthalt in dublin ein besuch im weltberühmten „guinness storehouse“ nicht fehlen. das markante gebäude in den liberties, einst die fermentationshalle der guinness-brauerei, beherbergt heute eine interaktive erlebnisausstellung rund um das irische nationalgetränk. auf sieben etagen erfuhren wir alles über die geschichte und herstellung des guinness – vom brauprozess mit wasser aus den wicklow mountains bis hin zur kunst, das perfekte pint zu zapfen.

eine tasting station gab es natürlich auch – hier konnten wir das guinness schon einmal vortesten 😉.

begeistert waren wir von der „gravity bar“, der legendären rooftop-bar im obersten stockwerk des guinness storehouses. ein ikonisches, rundes gebäude, das wie der schaum eines gezapften guinness-glases aussieht. von hier aus bot sich uns ein atemberaubender 360°-blick über die dächer dublins, während ingrid ein frisch gezapftes guinness und ich ein hop house lager genossen.

der besuch im storehouse war ein toller tagesabschluss und wir konnten nicht nur die bedeutung der braukunst für dublin, sondern auch die besondere rolle, die guinness für diese stadt und das land spielt, nachempfinden.

am nächsten tag nahmen wir in einem „dublin hop on hop off bus“ platz und genossen es gemütlich über die „rote route“ durch dublins verschiedene stadtviertel kutschiert zu werden. wir stiegen einige male aus, machten besichtigungen und fuhren dann wieder weiter. toll war auch, dass der bus ganz in der nähe von unserem hotel eine seiner stationen hatte.

ein halt für einen besuch war im „irish whiskey museum“. es liegt zentral am college green und widmet sich ganz der geschichte und vielfalt des irischen whiskeys. in der unterhaltsamen führung erfuhren wir u.a. viel über die unterschiede zu schottischem whisky und die bedeutung von whiskey für die irische kultur.  ein höhepunkt der führung war die verkostung. in stilvollem ambiente konnten wir verschiedene sorten irischen whiskeys probieren und die feinen nuancen zwischen den verschiedenen brennereien kennenlernen. unsere guide erklärte geduldig, worauf es bei aroma und geschmack ankommt und wie man whiskey richtig genießt. der besuch war ein genussvolles erlebnis – eine echte empfehlung für alle, die tiefer in die welt des irischen whiskeys eintauchen möchten.

ein weiterer halt führte uns in das „epic the irish emigration museum“, an den ufern des river liffey im herzen der dubliner docklands. dieses moderne, interaktive museum widmet sich den geschichten der millionen menschen aus irland, die ihre heimat verlassen und auf der ganzen welt spuren hinterlassen haben.
in multimedialen ausstellungen und eindrucksvollen lebensgeschichten erfuhren wir, warum so viele iren auswanderten, welchen herausforderungen sie sich stellen mussten und wie die irische diaspora (hauptsächlich entstanden durch das historische ereignis, der große hungersnot im 19. Jh.) die welt bis heute prägt. für alle, die sich für die bewegte geschichte und kultur irlands interessieren, ist dieses museum unbedingt zu empfehlen.

anschließend folgte der besuch des „jeanie johnston“ grossseglers, der fest verankert am custom house quay am ufer des river liffey liegt. das originalgetreu nachgebaute segelschiff erinnert an die dramatische zeit der großen irischen auswanderungswellen im 19. jh., insbesondere während der großen hungersnot. wir erfuhren wie tausende irische auswanderer auf schiffen, ähnlich wie der jeanie johnston, die gefährliche überfahrt nach nordamerika wagten, auf der suche nach hoffnung und einem besseren leben. an bord konnten wir die beengten und hygenischen verhältnisse und mißstände, in denen die passagiere wochenlang auf see lebten sehen. beeindruckend war die tatsache, dass auf der jeanie johnston, anders als auf vielen anderen auswandererschiffen, während ihrer elf überfahrten niemand ums leben kam. dieses schwimmende museum sollte man nicht verpassen.

unser fazit – dublin ist eine tolle und sehenswerte stadt, in der man viel besichtigen und erleben kann. wir haben die drei tage in dublin sehr genossen, konnten aber natürlich nicht alles sehen, aber vielleicht kommen wir ja wieder.

wir verließen irland und planten noch ein wenig wales und england zu bereisen – aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte, über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

Die mobile Version verlassen