schlösser, höhlen und bier stand auf dem programm unseres nächsten reiseabschnittes durch irland.
ehe wir uns nach kilkenny, in der südostregion des landes begaben, schauten wir uns noch „jerpoint abbey“ an, eine der interessantesten zisterzienser ruinen in irland. am fluss arrigal gelegen umfasste die aus dem 12. jh. stammende abtei rund 8000 ha land. der damals von mauern umgebene komplex beherbergte neben dem kloster auch werkstätten, ställe, kornspeicher, mühlen, fischteiche, ein gästehaus, verschiedene nebengebäude, gärten und den mönchsfriedhof.
besonders faszinierend fanden wir den kunstvoll gearbeiteten kreuzgang im zentrum der abtei, mit seinen arkaden und teilweise geheimnisvollen aus stein gemeißelten figuren – heilige, ritter, bischöfe, mythische tiere und fabelwesen. jerpoint abbey steckt voller geschichten. ein ort, der zum staunen einlädt und jedenfalls einen besuch wert ist.
in der mittelalterlichen stadt kilkenny galt unser erster besuch dem “kilkenny castle“. ein majestätisches bauwerk mit verschiedenen architektonischen stilen am fluss nore gelegen, und ein beeindruckendes beispiel für die wechselvolle geschichte irlands. ursprünglich im 12. jh. von den anglo-normannen als steinburg errichtet, wurde es später über 600 jahre lang die wichtigste irische residenz, der stammsitz der mächtigen butler-familie. im laufe der jahrhunderte wurde das schloss immer wieder umgebaut, und heute verzaubert es mit seiner prachtvollen architektur, den aufwendig restaurierten räumen und weitläufigen parkanlagen die besucher. auch uns hat das anwesen sehr gut gefallen.
am späten nachmittag ging es zu „smithwick’s experience“, um irlands biergeschichte hautnah zu erleben. im herzen der stadt lädt die smithwick’s experience zu einer faszinierenden reise durch fast drei jahrhunderte brautradition ein.
in den teilweise historischen gebäuden der ehemaligen st.-francis-abtei erfährt man, wie sich die smithwick’s braukunst seit der eröffnung eines brauereigeschäfts im jahr 1705 weiterentwickelt hat, d.h. von den anfängen der franziskaner mönche, die hier ihr bier schon im 15. jh. brauten, bis zur modernen produktion (2014 wurde der standort allerdings zu einer schau-brauerei umgebaut). es werden die einzelnen schritte des brauprozesses ausführlich und anschaulich erklärt, vom mahlen der gerösteten gerste bis zum zapfen des fertigen bieres. ein höhepunkt ist das verkosten des frisch gezapften smithwick’s red ale, dem berühmtem roten ale, das im gemütlichen verkostungsbereich serviert wird – ein muss für bierliebhaber.
am nächsten tag machten wir einen ausgiebigen stadtbummel bei dem wir unter anderem das „medieval mile museum & medieval mile trail“ besuchten. das medieval mile museum ist ein wahres schatzkästchen für geschichtsfreunde, untergebracht auf dem gelände der ehemaligen st. mary’s kirche und des friedhofs in kilkenny, beleuchtet es die geschichte der stadt anhand seltener artefakte, beeindruckender grabdenkmäler und interaktiver ausstellungen. faszinierend sind die mittelalterlichen steinskulpturen und die detailreichen stadtpläne, die zeigen, wie kilkenny im mittelalter aussah.
direkt vor der museumstür beginnt der medieval mile trail, der sich wie ein roter faden durch die altstadt zieht. auf nur einer meile verbindet dieser die bedeutendsten historischen orte. beim spaziergang durch die engen gassen, vorbei an pubs und uralten häusern fühlt man sich fast in eine andere zeit versetzt.
die „st. mary’s cathedral“ ist ein beeindruckendes beispiel neugotischer architektur des 19. jh. sie wurde zwischen 1843 und 1857 erbaut und ist bis heute die wichtigste katholische kirche in kilkenny, ein lebendiger ort des glaubens. besonders auffällig ist der schlanke, 56 m hohe turm, der die skyline kilkennys prägt. im inneren empfängt die kathedrale ihre besucher mit hohen, spitzbogigen gewölben, kunstvollen glasfenstern und einer schlichten, zugleich erhabenen atmosphäre.
ein muss ist auch ein besuch der „st. canice’s cathedral“, eines der eindrucksvollsten bauwerke kilkennys. sie wurde im 13. jh. auf den fundamenten einer früheren klosteranlage errichtet und ist nach dem heiligen canice benannt, der im 6. jh. hier eine klostergemeinschaft gründete.
beim betreten der kathedrale beeindruckt sofort das majestätische kirchenschiff mit seinen hohen gotischen bögen und den kunstvollen glasfenstern. sehenswert sind auch die zahlreichen grabmäler und gedenktafeln, die von der langen und bewegten geschichte der stadt erzählen. ein echtes highlight ist der rundturm, der direkt neben der kathedrale steht. er stammt noch aus dem 9. jh. und ist einer der wenigen in irland, die man heute noch besteigen kann. st. canice’s cathedral ist nicht nur ein ort des glaubens, sondern auch ein ort, an dem man die mittelalterliche atmosphäre kilkennys besonders intensiv spüren kann.
hurling, eine 3.000 jahre alte, irische feldsportart, die als schnellster rasensport der welt gilt und in irland d e r sport schlechthin ist – schnell, dynamisch, hart aber fair. da kommt nie langeweile auf und deshalb sind die stadien bei jedem spiel voll. ein ganz besonderes erlebnis für uns war es, mit dem besitzer von „lanigan’s bar & restaurant“ (hurling museum bar) am spielfeld selbst ein paar bälle schlagen zu dürfen. welch ein erlebnis, nur schade, dass zu der zeit gerade kein offizielles spiel stattfand. trotzdem, es war ein moment, der uns den irischen nationalsport nähergebracht hat, und eine erinnerung, die wir so schnell nicht vergessen werden – der ball, den wir als andenken bekommen haben, wird zu hause jedenfalls einen ehrenplatz bekommen. danke PJ 😊
von kilkenny führte unsere route weiter bis nach lismore. am weg dorthin gab es aber noch einiges zu besichtigen wie zum beispiel „dunmore cave“, eine höhle zwischen legende und finsternis.
nördlich von kilkenny führt ein unscheinbarer eingang in die geheimnisvolle dunmore cave. tief im fels verborgen, formen tropfsteine bizarre gestalten, die wie wächter aus einer anderen welt erscheinen. irische annalen berichten von einem massaker im 10. jh., wo frauen und kinder, die hier zuflucht vor den wikingern suchten, im dunkel den tod fanden. bis heute scheint ein leiser hauch dieser vergangenheit in den gängen zu verweilen, die die dunmore cave zu einem der mystischsten orte irlands macht.
der nächste besuch galt einer besonderheit irlands, dem „rock of cashel“. ein 65 m hoher kalksteinfelsen, der auch als „akropolis irlands“ bezeichnet wird, gilt als irisches wahrzeichen und wurde schon im altertum als sitz von feen und geistern verehrt. schon wenn man sich ihm nähert, hat man das gefühl, in eine andere zeit einzutreten – als würden sich geschichte und legende hier miteinander verweben.
einst war dieser felsen der sitz der könige von munster, doch er ist weit mehr als nur eine burganlage. der legende nach soll der heilige patrick hier den könig von munster getauft haben – ein ereignis, das irland für immer verändern sollte.
die mächtigen mauern der kathedrale, der geheimnisvolle rundturm
und die romanische cormac’s chapel
wirken wie steinerne wächter einer vergangenen zeit. ein ehrfurchtgebietender besuch.
und wieder ging es unter die erde und zwar in die „mitchelstown cave“, eine der größten und komplexesten höhlen irlands. tief im kalkstein von tipperary in der provinz munster verbirgt sich diese geheimnisvolle kalksteinhöhle. beim hinabsteigen in die kühle dunkelheit eröffnet sich eine unterirdische welt aus gewaltigen hallen, bizarren stalaktiten, stalagmiten und riesigen kalksteinsäulen wie z.b. der 9 m hohe „turm von babel“. manche sehen aus wie versteinerte wesen, manche formationen erinnern an kathedralen aus stein, geschaffen von der unermüdlichen kraft der natur. ein faszinierendes und sehenswertes naturschauspiel.
weiter ging unsere reise richtung midleton. aber was wir da noch so alles erlebten ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin
alles liebe von den
hovi´s on tour

