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wanderungen, kirchenburgen, schlösser…

wanderungen, kirchenburgen, schlösser und noch so einiges.

immer wieder warfen wir von unserem stellplatz aus einen blick auf unser bevorstehendes wanderziel – dem kreuz der helden – und hofften auf ein besseres wanderwetter.

nach einer kühlen, aber sehr schönen und ruhigen nacht am startpunkt unserer ganz besonderen wanderung, ging es am morgen auf ins bucegi-gebirge, am rand der südkarpaten.

ein teil dieser route führte uns durch technisch anspruchsvolles gelände. das wetter hatte sich am morgen wesentlich verbessert und so stand einer tollen, fast 14 km langen tour nichts mehr im wege. der weg führte uns über die seilbahnstation babele und das babele natural monument, vorbei an der “sfinxul din bucegi“, speziell geformte felsen die an eine sphinx erinnern,

und genoßen die herrliche aussicht über das hochgebirge, das aber leider immer wieder von nebelwolken verdeckt wurde.

schließlich erreichten wir unser auf 2.291 m ü.m. gelegenes ziel, das crucea caraiman – kreuz der helden, ein zwischen 1926 und 1928 auf dem gipfel caraiman gelegenes monument mit einer höhe von 36 m.

der rückweg über die cabana caraiman, ein ausgewiesener alpinweg, war nicht überall ganz einfach – wenig ausgesetzt, manchmal etwas schmal und mit steilen abhängen, z.t. mit seilsicherung. einfach cool, aber wir waren auch sehr froh wieder gut heruntergekommen zu sein.

nach der wanderung ging die reise über den bolboci stausee weiter, ehe wir eine besichtigung im „centrul cultural misionar al arhiepiscopiei târgoviștei“ (gebäude des kultur- und missionszentrums) mit anschließender besichtigung des „peștera Ialomiței (höhlenkloster) & Ialomița cave“ machten. das höhlenkloster und die höhle haben eine lange geschichte, die eine besichtigung interessant macht.

unerwartet war auch, dass für die höhlenbesichtigung, die man selbständig im eigenen tempo, d.h. ohne guide macht, helme angeboten wurden. der eingangsbereich der höhle war riesig, aber das änderte sich schnell. viele passagen sind nur in gebückter haltung zu bewältigen und manchmal hieß es seitswärts durch den stollen gehen – wir haben uns mehrfach gestoßen und waren froh über unsere schicke kopfbedeckung 😊

nach so viel höhle ging es weiter zu den schlössern „ castelul peleș (schloss peles)“ und „castelul pelișor („klein peleș“)“.
schloss peleș ist ein königsschloss und befindet sich in der nähe der stadt sinaia. das schloss wurde zwischen 1873 und 1883 für könig karl I. von rumänien erbaut.

 

wir schlossen uns einer führung an und konnten die prachtvollen einrichtungen bewundern. rund 160 zimmer, ein eigenes theater und für die damalige zeit eine moderne technische ausstattung mit zentralheizung, fließendes warmwasser, zwei aufzüge, eine zentrale staubsaugeranlage, telefonanschluss und elektrische beleuchtung.

toll fanden wir auch, dass gustav klimt mit der künstlerischen ausgestaltung von decken- und wandgemälden beauftragt wurde.

klein peles ließ könig karl I. zwischen 1899 und 1902 für seinen sohn, den späteren könig ferdinand I. und königin marie, im chaletstil erbauen. schön, aber nicht so imposant wie das väterliche schloss.

schnell noch einen sprung zum „kloster sinaia“, für pilger die perle der karpaten (spitzname „kathedrale der karpaten“). es stammt aus dem 17. jh. und anfangs war das kloster so gebaut, dass es zwölf mönche beherbergte. im laufe der zeit nahm ihre zahl zu, sodass eine weitere größere kirche und zusätzliche zellen gebaut werden mussten, und so gibt es eine alte und eine neue kirche.

so ging der tag zu ende und wir konnten die nacht auf einem herrlichen stellplatz mit spektakulärem blick auf das bucegi-gebirge verbringen, ehe wir am nächsten morgen das „castelul cantacuzino bușteni cantacuzino castle“ (burg von cantacuzin) besichtigten.

das historische schlossgebäude, dessen bauarbeiten 1911 abgeschlossen wurden, beeindruckte seinerzeit mit seiner modernen ausstattung, die von elektrizität, kanalisation und trinkwasser profitierte, sowie mit der schönheit seines stils. bis 1930 diente es als familiensommerresidenz und war bis zur verstaatlichung im jahr 1948 im besitz der familie cantacuzino.

danach wurde es zu einem sanatorium des ministeriums ausgebaut, wobei fast alle wertvollen gegenstände durch das kommunistische regime entfernt wurden. heute beherbergt es ein museum, ein ausgezeichnetes restaurant und diente bereits mehrfach auch als filmdrehort.

nächstes besuchsziel war die „biserica evanghelică kirchenburg von homorod“. errichtet etwa ab 1270 als romanische saalkirche die ende des 15. jh. wehrtüchtig umgebaut wurde. dazu wurde ein großer turm über dem alten chor gebaut und die kirche mittels ringmauern geschützt. an den ecken der ersten ringmauer stehen vier türme, die zweite ringmauer ist niedriger und umgibt die erste. 1658, als die im türkischen auftrag einfallenden tataren homorod niederbrannten, leistete die wehrkirche erfolgreichen widerstand.

am nachmittag besichtigten wir die bauernfestung „cetatea rupea“ (rupea-festung), die auf dem hügel cohalm (kobalt) im 14. jh. erbaut und im 17. jh. als festung und zufluchtsort für die umliegenden dörfer erweitert wurde. in einigen dokumenten aus dem 15. jh. wird die festung als wichtiges handels- und handwerkszentrum mit 12 zünften erwähnt.

die nacht haben wir dank freundlicher genehmigung der nonnen am parkplatz des nonnenklosters mănăstirea „sfântul mare mucenic gheorghe –  saint george monastery“ verbracht. danke für das nette gespräch und den tollen übernachtungsplatz.

weiter ging es richtung sighișoara, aber vorher standen noch zwei wehrkirchen zur besichtigung an. die erste war die „wehrkirche in bunești“ aus dem 13. jh. wobei ende des 15. jh. die seitenschiffe abgerissen und die bögen sowie das westportal zugemauert wurden. der heutige zugang erfolgt über 2 portale, eines im süden und das andere im norden der halle. der turm und das kirchenschiff sind mit strebepfeilern verstärkt, zwischen denen rundbögen eine befestigte ebene tragen. im westen befindet sich ein massiver glockenturm.

die zweite war die „kirchenburg saschiz“. die heutige, dem heiligen stephan geweihte, spätgotische hallenkirche wurde zwischen 1493 und 1525 erbaut. die aus bruchsteinwerk bestehende kirche wird von 22 stufenpfeilern getragen und besitzt einen barockaltar. neben der sakristei steht der glockenturm, dessen mauern an der basis 3 m stark sind.

jetzt ging es aber zügig nach „sighișoara“ wo wir eine ausgedehnte stadtbesichtigung machten. gestartet sind wir auf der piata muzeului und haben auf unserem rundgang wie folgt besichtigt – stundturm das wahrzeichen der altstadt, das muzeul de istorie sighișoara (geschichtsmuseum von sighișoara), das foltermuseum, das zunfthaus sighisoara (gildenhaus), die zitadelle (cetatea sighișoara), die überdachte schülertreppe (scara scolarilori), die deutsche schule und bergkirche (biserica din deal), das haus mit dem hirschgeweih (casa cu cerb, die casa vlad dracul; die literarische gestalt „dracula“ wird mit diesem ort in verbindung gebracht – vlad tepeș (vlad III. drăculea, der pfähler), sohn des vlad II. dracul (der drache), wurde möglicherweise in diesem haus geboren), friedhof der pfarrei der evangelischen kirche (friedhof der sachsen), das rathaus, die schässburger klosterkirche (biserica mănăstirii din sighișoara), usw. – eine stadt mit einem tollen historischen zentrum in der es viel zu sehen gab.

der vormittag des nächste tages war der stadt „târgu mureș“ gewidmet. unser rundgang startete vom palatul culturii (kulturpalast) weg und im verlauf sahen wir – palatul prefecturii (präfektur) & säule der lupoaica romei (die kapitolinische wölfin, eine exakte nachbildung der lupa capitolina in rom), turnul bisericii franciscane (barocker turm der ehem. franziskanerkirche), piața teatrului (theaterplatz), biblioteca teleki-bolyai (teleki-bibliothek), casa palffy – casa călăului (haus des henkers), primăria municipiului târgu mureș (rathaus), palatul apollo (apollo palast), catedrala buna vestire („kleine“ orthodoxe kathedrale), catedrala inălțarea domnului („große“ orthodoxe kathedrale), cetatea medievală târgu mureș (zitadelle), biserica din lemn sf. arhanghel mihai (alte orthodoxe holzkirche), biserica de piatră (alte steinkirche). ja, auch hier gab es viel zu sehen und uns hat es sehr gut gefallen.

und wieder machten wir einen stop bei einer kirchenburg, diesmal war es die „biserica fortificată din biertan (kirchenburg birthälm)“, eine der eindrucksvollsten und größten siebenbürgens, mit drei wehrmauern, acht türmen und einem spätgotischen flügelaltar mit 28 tafelbildern. die wehrkirche wurde erstmals 1402 erwähnt und diente als sitz des evangelischen bischofs von siebenbürgen. damit spielte dieser sakralbau eine wichtige rolle und wurde auch sehr aufwendig ausgestattet.

ganz besonders haben wir das bis heute erhalten gebliebene sogenannte „ehegefängnis“ gefunden. zerstrittene eheleute wurden hier eingeschlossen, in einem raum mit nur einem einzigen bett, tisch, stuhl, teller, becher und löffel, die sie so lange miteinander teilen mussten, bis sie gelobten sich wieder zu vertragen. es heisst, dass in 400 jahren nur eine einzige ehe in birthälm geschieden wurde (könnte man sich vielleicht auch für die heutige zeit überlegen, solch ein „scheidungshaus“ einzuführen ☹).
unser weg führte uns nach richiş wo wir eher durch zufall alex, felix & nadia kennenlernten. alex hatte gerade zu seinem lebensmittelgeschäft la doipasi, auf seinem dahiter liegenden grundstück einen netten campingplatz – „camping richis“ (richis,numărul 6, sibiu 557047, tel.: +40 723 376 584) eingerichtet (N46°05’51.0″ E24°28’47.7″ vis-à-vis der kirchenburg reichesdorf) und wir durften als einer seiner ersten gäste hier übernachten. danke für die freundliche geste.

der bau der evangelischen kirche in reichesdorf wurde im 14. jh. begonnen und bereits im ersten viertel des 16. jh. war die kirche von einer wehrhaften mauer mit ovaler struktur umgeben. die kirche wurde von einer gruppe französischer zisterziensermönche erbaut, die sich in siebenbürgen niederließen. der bau unterscheidet sich von anderen zeitgenössischen religiösen gebäuden durch die große anzahl keltischer dekorationselemente (die green man foundation verwaltet die evangelische kirchenburg in richiș).

 

es gibt zahlreiche originelle figuren, die sich auf den green man und den gott cernunnos aus der keltischen mythologie, janus aus der römischen mythologie und höchstwahrscheinlich auf weitere symbolische elemente beziehen, die noch darauf warten, enthüllt zu werden.

ein bedeutendes fresko befindet sich an der nordwand des altars und wurde erst kürzlich frei gelegt – „das jüngste gericht“ – und kann nun besichtigt werden.

eine hoch interessante und mit vielen geschichten ausgestattete wehrkirche, die man unbedingt besichtigen sollte. an dieser stelle ein herzliches dankeschön an unseren guide michael, der uns zusätzlich auch wertvolle tipps für unternehmungen in der gegend gab.

weiter ging es mit noch einer kirchenburg, die „sächsische evangelische kirchenburg agnetheln“. sie wurde bereits im jahr 1466 erwähnt und auf dem kern einer ehemaligen romanischen basilika im gotischen stil, aber mit renaissance- und barockelementen erbaut. die alten befestigungsanlagen und wehrtürme sind noch erhalten: der glockenturm, der schneiderturm, der schuhmacherturm, der zimmererturm und natürlich der speckturm (ein turm, in dem nach sächsischem brauch in ganz siebenbürgen die zünfte ihren speck lagerten). die turmbesteigung war zwar anstrengend, aber es lohnte sich wegen des ausblicks. für unseren geschmack eine etwas zu renovierte kirchenburg.

am weg zu unserem schlafplatz fanden wir noch ein fotomotiv, das wir uns näher ansehen mussten – die ehemalige „zisterzienserabtei in cârța“ – das kloster wurde im jahr 1202 gegründet und muss einst prachtvoll gewesen sein.

es geht weiter – über die die transfăgărașan und die transalpina, aber was wir dort so alles erlebten, ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden. bis dahin

alles liebe von den
hovi´s on tour

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