finnland teil 7 – das ende unserer 10-wöchigen tour durch finnland …

das ende unserer 10-wöchigen tour durch finnland. das ende unserer 10-wöchigen tour durch finnland war langsam absehbar.

wir fuhren nach savonlinna, in eine der ältesten städte finnlands, um eine der bekanntesten sehenswürdigkeiten des landes zu besichtigen – die mächtige steinburg olavinlinna. diese wurde ursprünglich zu verteidigungszwecke errichtet und erst als die burg ihre militärstrategische bedeutung verlor (1809) wurde sie aufwendig restauriert. im laufe der jahre gewann das historische ambiente wieder an bedeutung, denn im großen innenhof findet jährlich ein opern-festival statt und die burg mit ihren sälen und höfen kann das ganze jahr über besichtigt werden.

es war spätsommerlich warm und das wetter ermöglichte es noch einmal eine panoramafahrt auf dem saimaa-see zu machen, rund um die stadt savonlinna, vorbei an der mittelalterlichen burg und durch die labyrinthartige inselwelt.

am nachmittag ging sich auch noch ein besuch im saimaa natur- und museumszentrum riihisaari aus, das die kulturgeschichte und tradition des gebietes südsaimaa und die segelgeschichte des seengebietes saimaa präsentiert.

letzter geplanter besichtigungspunkt an diesem tag war die riesige kirche von kerimäki. die größte christliche holzkirche der welt wurde nach nur dreijähriger bauzeit im jahr 1847 fertig gestellt und hat einen innenraum von 45 m länge, 42 m breite und 27 m höhe (mit kuppel beträgt die höhe 37m). es gibt insgesamt 1670 m kirchenbänke und somit eine sitzplatzkapazität für über 3000 personen.

von unserem übernachtungsplatz im punkaharju resort (ganzjähriger cp mit ca. 100 wohnwagenstellplätze, einem speziellen bereich für zelte, rund 58 campinghütten, hotelzimmern und einem restaurant direkt am ufer des saimaa sees) war es nicht weit zum forstmuseum lusto. neben der dauerausstellung, die die waldkultur und -geschichte aus unterschiedlichen perspektiven betrachtet, gibt es u.a. die ausstellung “zeit der maschinen“. zu sehen ist die mechanisierung der holzernte sowie die entwicklung der forstwirtschaft und -industrie.

wandern in südkarelien, das war ein wenig zu kurz gekommen. also packten wir die rucksäcke und machten uns auf den weg ins vogelschutzgebiet siikalahti beim simpelejärvi see. über das jahr verteilt sind hier rund 200 verschiedene vogelarten zu beobachten und am naturlehrpfad, der zum vogelbeobachtungsturm führt, gibt es mehrere aussichtsplattformen und einen im schilf versteckten vogelbeobachtungsraum.

ein stopp direkt neben dem highway 6, in der kleinstadt koitsanlahti. wir sahen uns den  skulpturenpark parikkala des 2010 verstorbenen künstlers veijo rönkkönen an. seine werke entstanden und stehen auf seinem privatgrundstück – einem fantasiegarten, wo er mit seinen exotischen motiven, tieren, pflanzenskulpturen, außerirdischen wesen und menschen aus fremden kulturen eine faszinierende surreale atmosphäre schuf. viele arbeiten sind leicht als selbstportraits des künstlers zu erkennen, trotz der moosigen abdeckungen welche die so lebensecht wirkenden skulpturen im laufe der jahrzehnte überzogen haben – eine einzigartige finnische attraktion.

rechtzeitig erreichten wir die stadt imatra. mit unserem guide, riitta mustonen / imatra tours, besichtigten wir kurz das 1903 vor allem für russische touristen im jugendstil erbaute luxuriöse staatshotel „valtionhotelli“ (vormals grand hotel cascade d’imatra).
danke, für den historischen geschichtsausflug in die vergangenheit, als finnland noch zu russland gehörte.

anschließend konnten wir das klang- und naturschauspiel beim imatrafall miterleben (nur in den sommermonaten, nur einmal täglich und nur für 20 min.), wenn zu einer komposition von jean sibelius die schleusen geöffnet werden und die enge granitschlucht geflutet wird (die abflussmenge des imatrafalls beträgt dann 500 m³/s)

der nächste tag begann mit einer rund 3 km langen tour (one way) zur archäologischen stätte am ufer des yövesi-sees, den felsbildern von astuvansalmi. die prähistorischen wandmalereien, datiert aus den jahren 3000 vor christus bis 750 vor christus, zeigen rund 65 abbildungen, die sich aus mystischen symbolen, elche, menschen und schiffe zusammensetzen.

vom cp lappeenranta waren es nur wenige fahrminuten ins zentrum der stadt lappeenranta bzw. zum hafen, wo uns riina helppi-kurki / gosaimaa zu einem herzhaften frühstück erwartete. im satama-sanni, einem traditionellen sommer-open-air-café, verkosteten wir die spezialitäten von lappeenranta namens „vety und atomi“ (warmer fleischkuchen, gefüllt mit ei und/oder schinken).

gestärkt ging es mit unserem city guide / reija römpötti weiter, hinauf auf den hügel zur festung von lappeenranta (altstadt mit historischen gebäuden, der orthodoxen kirche, dem nostalgischen majurska café und museen wie z.b. das „haus des kommandanten“ und das „südkarelien-museum“).

den abschluss unserer tour bildete ein rundgang durch die lappeenranta sandburg im hafen. jährlich werden millionen von kilo sand verwendet, um die prächtige sandburg mit ihren sandskulpturen zu bauen.

eile war geboten. die m/s camilla von karelia lines lag zur abfahrt bereit, für eine zweistündige tour entlang des historischen saimaa-kanals bis zur mälkiä schleuse, mit einer fallhöhe von etwa 12 m (im sommer gibt es auch eine tägliche schiffsverbindung von lappeenranta nach vyborg in russland).

ein abwechslungsreicher tag mit top highlights.

umgeben von einem waldgebiet, unmittelbar bei den verla-stromschnellen, erhebt sich ein roter backsteinbau, die kartonfabrik verla. gegründet 1872 produzierte die mühle holzschliff und weiße holzschliffpappe. der mühlenbetrieb selbst wurde 1964 eingestellt, und alle maschinen und gegenstände im zusammenhang mit der produktion wurden in der mühle belassen, so wie sie waren. das mühlenmuseum verla (ein intakter industriekomplex der durch die arbeiterwohnungen und zahlreiche andere gebäude in der umgebung ergänzt wird) kann nur im rahmen einer führung besichtigt werden.

ansicht der fabrik im jahre 1930.

wir blieben an diesem tag den alten handwerkstraditionen treu und fuhren weiter zur eisenhütte strömfors (knapp 20 km vom zentrum von loviisa entfernt), deren gründung auf das jahr 1695 zurückgeht. dort kann das schmiedemuseum (eine komplett restaurierte und funktionierende eisenwerkstatt aus alten zeiten), die kirche von ruotsinpyhtää sowie galerien und kunsthandwerksläden besichtigt werden.

ein ganz besonderes erlebnis war der besuch in eija‘s garten (beim dorf ahvenkoski/loviisa). auf einem etwa eineinhalb hektar großen grundstück, samt einem bereits 1880 erbauten blockhaus, entstand im laufe der jahre ein erlebnis- und sinnesgarten, inspiriert vom reizvollen englischen gartenstil. große felsbrocken und bemoste steine, unterschiedliche naturräume sowie kleinere themengärten schaffen hier eine einzigartige atmosphäre. vielen dank eija, dass wir an deiner gartenleidenschaft teilhaben durften, inmitten dieser kraftvollen natur finnlands.

unser letzter übernachtungsplatz, bevor wir helsinki erreichten, war loviisa camping, nur wenige  gehminuten vom stadtzentrum von loviisa entfernt. ein schöner platz direkt am meer mit einem badesteg und einem kleinen sandstrand.

mit unserem city guide, lilian järvinen, spazierten wir durch die kleinen gassen im historischen altstadtviertel, mit niedrigen holzhäusern aus dem 18. und 19. jh., bestaunten die schönen begrünten innenhöfe und beendeten den rundgang im kleinen gästehafen von loviisa, bei den uralten roten speichermagazinen und dem maritime museum.

vor den toren von finnlands hauptstadt helsinki befinden sich die fabrikanlagen von fazer und das fazer experience visitor centre – ein „must see“ für alle schoki-fans. die rund einstündige tour beginnt im tropischen garten (indoor) wo die rohstoffe, die basis für die schokolade, wachsen (kaffee- und kakaopflanzen, zimtbäumchen, …).
weiter ging es mit einer kurzen filmeinführung über die entstehungsgeschichte der firma fazer (der gründungsvater, karl fazer, war ein finnischer bäcker, konditor und chocolatier, der 1891 im stadtzentrum von helsinki, in den hinterräumen des heutigen „fazer café, kluuvikatu 3“, mit der manuellen fertigung von süßwaren begann und bereits drei jahre später seine erste fabrik besaß).
im interaktiven teil des besucherzentrums hilft z.b. ein elektronischer „ernährungscoach“ mittels holzbausteine eine möglichst gesunde und ausgewogene ernährung zusammen zu stellen.
abschließend ging es durch die ahnengalerie, weiter durch die ausstellung von historischen verpackungen und werbetafeln und schließlich gelangten wir in den fazer shop mit einer riesigen auswahl aus dem fazer produktsortiment.

das beste erzählen wir jetzt zum schluss – während der gesamten tour ist kostenloses naschen und probieren, von den süßigkeiten die in zahlreichen riesigen plexiglasbehältern ausgestellt sind, ausdrücklich erlaubt 😉

die hauptstadt helsinki war erreicht und der rundkurs unserer finnland tour damit geschlossen. wir bezogen ein gemütliches zimmer im hotel scandic pasila (gleich neben dem central park im stadtteil pasila, mit tiefgarage und außenparkplätze)und stellten uns auf drei tage intensive stadtbesichtigung ein.
mit der straßenbahn, die direkt vor dem hotel eine station hat, waren wir in gut 20 min. unmittelbar im historischen zentrum helsinkis, am senatsplatz und somit in gehdistanz von vielen sehenswürdigkeiten, die wir auf unserer innenstadt tour erkunden wollten.

tag 1: die seefestung suomenlinna, eine bastionsfestung deren bau in der mitte des 18. jh. begann und die auf mehreren helsinki vorgelagerten und miteinander verbundenen inseln errichtet wurde, ist nur auf dem wasserweg erreichbar (überfahrt in rund 20 min. vom kauppatori-marktplatz mit der fähre oder dem wasserbus).

um die geschichte von suomenlinna, die drei staaten als verteidigungsanlage gedient hatte (schweden, russland, finnland), besser zu verstehen besuchten wir vor der überfahrt das finnische nationalarchiv (rauhankatu 17). herr jussi nuorteva, generaldirektor des finnischen nationalarchivs und finnischer historiker, führte uns durch die umfangreiche ausstellung mit originalmaterialien zur wechselvollen geschichte von suomenlinna. die gezeigten dokumente, karten und artefakte sind wirklich einzigartig und alleine das gebäude sowie die bibliothek des nationalarchivs mit dem alten lesesaal ist sehenswert. dieser besuch hat sich absolut gelohnt.

während unseres geführten rundgangs durch die ehemaligen befestigungsanlagen konnten wir nicht alle museen (insgesamt sechs), alle gemütlichen und teils idyllischen cafés mit meerblick, alle kunstausstellungen und alle sehenswürdigkeiten wie die trockendocks, das finnische u-boot vesikko sowie alle wälle und kanonen sehen (dazu müsste man wirklich öfter kommen), aber wir können mit sicherheit sagen, dass bei der vielfältigkeit der sehenswürdigkeiten es sicher für jeden etwas zu sehen und zu entdecken gibt und man kein ausschließlich geschichts- und/oder kriegsinteressierter sein muss, um diesen ausflug zu genießen und zu nutzen, der einen ein stück aus der stadt helsinki herausführt.

tag 2: die stadttour helsinki deckte die wichtigsten bauwerke und stadtgebiete ab, die zur geschichte einer stadt dazugehören und das stadtbild prägen. mit unserem guide, maria hänninen, sahen wir – den hauptbahnhof helsinki – oodi, die zentralbibliothek von helsinki (ein multifunktionales bauwerk mit holzfassade und einem raumkonzept mit säulenfreien innenräumen) – den dom von helsinki am senatsplatz – den hafen und die alte markthalle – die allas sea pools und das skywheel (in einer der gondeln befindet sich eine sauna!) – die uspenski-kathedrale (eine auf einem felsen weithin sichtbare orthodoxe kirche) – die esplanaden (zwei parallel verlaufende straßen mit restaurants, cafés, geschäften und vielen straßenkünstlern) – und die kapelle des schweigens (eine holzkapelle mit einer ganz besonderen akustik, sogar das flüstern wird überall hin getragen) – den nachmittag nutzten wir für eine shopping tour im kaufhaus stockmann. ein achtstöckiges gebäude mit rund 50.000 quadratmetern einkaufsfläche und somit das größte warenhaus finnlands und der nordischen länder.

den abend ließen wir im restaurant shelter ausklingen. yi zhang, pr managerin von helsinki marketing, stellte uns dieses tolle lokal vor. in diesem ehemaligen lagergebäude, direkt am kai, wird moderne skandinavische küche geboten. vielen dank für dieses kulinarische erlebnis.

tag 3: wir fuhren noch einmal zum hafen, denn am frühen nachmittag war eine sightseeing-tour per boot gebucht. am weg dorthin legten wir einen kurzen zwischenstopp ein, um uns die temppeliaukio-kirche anzusehen, eine moderne felsenkirche die in einen granitfels hineingebaut wurde.

es blieb noch zeit bis zur abfahrt, also entschieden wir uns die erste und älteste markthalle von helsinki, die vanha kauppahalli (eröffnung 1888), noch einmal anzusehen, aber diesmal von innen. herrlich, so zwischen der breiten appetitlich ausgelegten produktpalette mit käse, frisch gefangenem fisch, finnischen räucher- und wurstspezialitäten, gemüse, obst, süßen backwaren und traditionellem finnischen roggenbrot sowie gewürze, kaffee und tee zu schlendern und hie und da einen kleinen happen zu probieren.

die 90-minütige schiffsrundfahrt vom anbieter stromma finland führte vom marktplatz vorbei an mehreren ausflugsbooten und kreuzfahrtschiffen, entlang den inseln suomenlinna, vallisaari und kuninkaansaari bis wir schließlich den schmalen degerö-kanal durchquerten. am ende der rundfahrt, kurz bevor wir wieder beim marktplatz anlegten, waren auch die spezialschiffe der finnischen eisbrecherflotte gut zu sehen.

was können wir zusammengefasst über die hauptstadt finnlands sagen, was zeichnet die stadt helsinki aus – die nähe zum meer, viel grün, finnisches design & architektur, die esskultur, d.h. unzählige regionale spezialitäten der nordischen küche, interessante stadtviertel sowie beste einkaufsmöglichkeiten.

welches fazit ziehen wir am ende unserer 10-wöchigen tour durch finnland –
5.300 gefahrene kilometer auf verkehrstechnisch gut ausgebauten straßen (außer man wählt bewusst oder teils unbewusst sogenannte kleine verbindungsstraßen durch den wald, die sich dann in wandertrails verwandeln).

die möglichkeiten überwiegend in der natur zu übernachten/campieren (jedermannsrecht) sind gigantisch – genuss pur in den letzten wildnisgebieten europas.

landschaftlich reicht der bogen von küstengebiete, schäreninseln und archipele, riesigen wäldern und seen, hügelketten, naturparks sowie sumpf- und moorgebiete bis zu städte mit großen kulturellen angeboten und tollen einkaufsmöglichkeiten (finnland ist eine design-nation) – da findet jeder sein persönliches highlight.

das wetter (juli, august, erste septemberhälfte) war überwiegend trocken und die moskitoplage ist ausgeblieben. die spannenden gegensätze, mitternachtssonne-nordlichter-winterdunkelheit, konnten wir während der 10 wochen natürlich nicht erleben.

finnen sind super hilfsbereit und gastfreundlich (auch wenn sie lieber zuhören als reden), aber eins können sie nicht – auf ihre saunen verzichten (3 mio saunen, also mehr als eine sauna für jeden zweiten bürger) und auf ihren kaffee (die finnische bevölkerung trinkt mehr kaffee als jede andere nation der welt).

somit ist wieder eine schöne mehrmonatige tour, baltikum und finnland, zu ende gegangen und selbstverständlich planen wir bereits unseren nächsten großen trip, aber das ist eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

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