der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet…

der erste teil unserer baltikumreise ist nahezu beendet. es blieben uns nur mehr wenige tage in der küstenregion von estland, mit blick auf den finnischen meerbusen. aber der reihe nach.

von sillamäe ging es weiter im nordöstlichsten landkreis ida-viru wo wir das „eesti kaevandusmuseum bergbaumuseum“ der „kohtla mine“ besichtigten. imposant, das war unser eindruck nach einer sehr spannenden und fachkundigen führung. mit festem schuhwerk, warmen jacken, schutzhelm und lampen fuhren wir in den stollen mit einem zug ein, wie einst die bergleute. die dimension der mine ist nur zu erahnen, aber wir sahen sogar noch stollenbewohner ;-), wie gesagt imposant.

bevor wir es uns an unserem nächsten schlafplatz gemütlich machten, schauten wir noch an die malerische steilküste und beim wasserfall von valaste (valaste hiking and study trail) vorbei. leider herrschte wassermangel und so war der sonst imposante wasserfall nur eine schmales „wasserfällchen“. aber die vielen stufen taten unserer fitness gut.

unser nachtlager schlugen wir am cp „saka manor camping“ auf. das hotel war gut besucht, aber zu unserer freude war am campground einfach nichts los und so konnten wir uns mitten am platz plazieren.

eine überraschung hatte die hotelleitung noch für uns parat. wir durften das hotel spa benutzen und uns im 30° warmen becken entspannen.

nach dem bad gab es ein ganz besonderes nachtmahl – meine lieblingssuppe: karfiolsuppe.

weiter ging es zur burg purtse, wobei wir vorher noch einen strandbesuch

und den „moldova leuchtturm“ – N59° 25′ 55.7″ E27° 03′ 18.4″ – einbauten.

am späten vormittag trafen wir bei der „burg purtse“, einer mittelalterlichen vasallenburg ein, wo wir vom burgherren „herrn janner eskor“ persönlich geführt wurden. eine burg mit einer langen spannenden geschichte. heute beherbergt die burg auch ein gemütliches café-restaurant, wo es sich lohnt im anschluss an die burgbesichtigung rast zu machen.

der nachmittag war für den besuch im „manor house of sagadi“, einem gutshaus und waldmuseum im lahemaa nationalpark reserviert. sachkundig und mit dem richtigen schuss von humor wurden wir von „frau anne kurepalu“ durch das sehenswerte anwesen mit einer über 500 jahre alten geschichte geführt.

am ende der führung gab es für uns einen workshop – „alte, überlieferte wodka-herstellung im herrenhaus“.
zur zeit der gutsherren war es aufgabe und stolz der „lady of the house“, spirituosen nach ihrem geheimrezept zu mischen. dabei wurden kräuter, beeren und gewürze verwendet, und die besten rezepte waren weithin bekannt.
auch wir durften unter anleitung von „frau anne kurepalu“ unser eigenes geheimrezept für unseren persönlichen „manor wodka“ kreieren und diesen tollen degustiv mitnehmen.

leider mussten wir drei wochen warten, bis unser wodka trinkfertig war.

zum abschluss des tages nahm uns „frau anne kurepalu“ mit ihrem pkw auf eine spritztour durch den nationalpark mit. sie erzählte von erlebnissen mit wildtieren (als ein elch in ihr auto sprang), wir fuhren an ihrer rund 100 jahre alten cottage vorbei (ziemlich versteckt mitten im wald) und durften das „fairy tale house“ besuchen, eine ausstellung und beeindruckende dokumentation der „estonian fairy tale society“ (kunst, die vor 6.000 jahren in klippen gehauen wurde, in form von papierkopien, die direkt auf den Klippen hergestellt wurden).
vielen herzlichen dank für diesen kurzweiligen und lehrreichen nachmittag.

die nacht verbrachten wir in dem am gutshaus angeschlossenen hotel „sagadi manor“ – sehr empfehlenswert und für uns eine schöne abwechslung zu unserem campervan-leben.

die nächsten zwei tage standen wir auf dem “lepispea caravan & camping ground“ in vösu, dem für uns persönlich besten stellplatz in dieser gegend.

die beiden tage waren mit verschieden besichtigungen ausgefüllt. so war es auf der anfahrt die esku-kapelle mit friedhof,

das etwas skurrile, private „käsmu maritime museum“, welches mit der geschichte des legendären kapitänsdorfes vertraut macht

und eine ausgedehnte rundtour um die halbinsel käsmu mit seinen verstreut liegenden riesigen findlingen.

jetzt waren es nurmehr wenige kilometer nach tallinn, ehe wir nach finnland übersetzten. doch davor legten wir noch einen besichtigungsstopp des „palmse manor gutshofes“ ein. eine große anlage wo nicht nur das guthaus, sondern auch ein palmenhaus, eine ehemalige destillerie und ein großer park zu erkunden waren.

eine kurze wanderung führte uns zu einem aus skandinavien angeschwemmten felsen aus der eiszeit, dem „majakivi boulder“ – 15m lang, 11m breit und 7m hoch, mit 584m³ ein ordentliches bröcker´l.

übernachtet haben wir am „rmk-stellplatz_tsitre campsite“, mit schönem strand und tollem sonnenuntergang. wirklich sehr zu empfehlen N59° 31′ 06.0″ E25° 30′ 39.0″.

das abendessen für mich war: geräucherter aal und von ingrid gepflückte walderdbeeren – lecker ;-).

tallinn, die hauptstadt estlands. wir quartierten uns für die nächsten drei tage im „metropol spa hotel“ ein, um unserem cleverchen ein wenig ruhe zu gönnen.

ja, stadtrundgang war angesagt und dabei wurden wir von „visit tallinn management“ ganz toll unterstützt. wir bekamen mit „frau signe paalandi“ einen professionellen tour guide zur seite gestellt. sie zeigte uns nicht nur die stadt, sondern erzählte auch viel über die historie und den wandel den diese stadt mitgemacht hat, verpackt in tolle geschichten und mysterien.

wir sahen tallinn’s mittelalterliche altstadt, die in zwei teile gegliedert ist – the lower town and the upper town, den domberg, den rathausplatz, die vielen kirchen der altstadt, den kalamaja-bezirk mit seinen vielfarbigen holzhäusern und nahmen zum ausklang der tour eine gemütliche jause im „maiasmokk“ dem ältesten café in tallinn ein.

sieht auf den ersten blick anstrengend aus, war es aber überhaupt nicht, tallin ist eine moderne, pulsierende stadt mit einem gemütlichen altstadtkern. tallinn empfiehlt sich aus unserer sicht auch für einen reinen städtetrip. wir waren von stadt und leute begeistert und bedanken uns herzlich.

bevor wir auf die fähre nach finnland gingen war noch genügend zeit für eine ganz besondere tour.

von „sunlines cruise co.tallinn cruises and island tours“ organisiert ging es vom „tallinn seaplane harbor“ mit dem schiff zur insel naissaar (dt. nargen), wo wir eine 4×4 exkursion – obwohl auch der linienbus der insel zur verfügung stand

– zum leuchtturm der insel mit grandioser aussicht

sowie den überwucherten festungsruinen und geheimnisvollen gängen des ehemaligen militärminenlagers der sowjetunion machten – etwas spooky und ohne taschenlampe geht da gar nichts.

dieser tagesausflug war eine kulturelle seereise in die geschichtsträchtige vergangenheit estlands. spannend, gut organisiert und für einen sprung ins kühle nass an einem der schönen sandstrände blieb auch noch genug zeit.

wir haben das ende des ersten teils von unserer baltikumreise erreicht. rauf auf die fähre nach helsinki

und auf wiedersehen tallinn, auf wiedersehen estland, auf wiedersehen baltikum.

was uns in finnland erwartete und welche abenteuer wir erlebten ist natürlich eine andere geschichte über die wir noch berichten werden.

bis dahin alles liebe von den hovi’s on tour

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